Oberste Ziele im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) sind die Reduzierung von Arbeitsbelastungen, die Stärkung des Humankapitals, die Verbesserung des Wohlbefindens und die Wettbewerbsfähigkeit. Daraus resultierend ist BGM sowohl eine Gewinnsituation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Damit die Maßnahmen im Sinne des BGM erfolgreich umgesetzt und vom Management gesteuert werden können, braucht es klare Ziele. Die Ziele betreffen meistens rechtliche, wirtschaftliche, demografische und soziale Handlungsansätze. Ziele dieser Bereiche können anhand der SMART-Formel konkretisiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 ZIELE UND NUTZEN EINES BGM
1.1 Ziele
1.2 Nutzen
2 BELASTUNGEN IN DER ARBEITSWELT
2.1 Belastungen
2.2 Belastung und Beanspruchung
3 STRATEGIE-WORKSHOP
3.1 Organisation
3.2 Vorbereitung
4 MODELLE ZUR FRAGEBOGENENTWICKLUNG
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Implementierung und Optimierung des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Ziel ist es, durch die Analyse von Arbeitsbelastungen und die gezielte Entwicklung von Erhebungsinstrumenten, Strategien zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität und zur Förderung der Mitarbeitergesundheit abzuleiten.
- Analyse und Definition strategischer Ziele im Rahmen eines BGM
- Unterscheidung und wissenschaftliche Einordnung der Begriffe Belastung und Beanspruchung
- Strukturierung und methodische Vorgehensweise bei der Durchführung von Strategie-Workshops
- Entwicklung und Evaluation von Fragebögen zur Status-quo-Bestimmung der Mitarbeitergesundheit
Auszug aus dem Buch
2.2 Belastung und Beanspruchung
Wenn man erklären will, ob Belastung gleichzeitig auch zu Beanspruchung führt, muss man zunächst die beiden Begriffe definieren. Rohmert und Rutenfranz definieren die beiden Begriffe wie folgt: „Bei einer Belastung handelt es sich ausschließlich um objektive, von außen her auf den Menschen einwirkende Größen und Faktoren, wobei deren Auswirkung im Menschen oder auf den Menschen unberücksichtigt bleibt. Im Gegensatz hierzu kennzeichnet die Beanspruchung gerade diese Auswirkungen, die dadurch unterschiedlich sind, dass die konkreten und objektiven Belastungen auf unterschiedliche individuelle Eigenschaften und Fähigkeiten der Menschen treffen. Dies entspricht der natürlichen Gegebenheit, dass ein und dieselbe Belastung bei unterschiedlichen Menschen auch entsprechend ihrer unterschiedlichen Eigenschaften und Fähigkeiten verschiedene Beanspruchung hervorruft“ (1975, S. 8). Ausgehend von diesen Definitionen haben Rohmert und Rutenfranz das Belastungs-Beanspruchungs-Konzept entwickelt. Dieses Konzept geht davon aus, dass eine vorliegende Arbeitsschwere unter dem Einfluss von situativen Faktoren eine Belastung hervorruft, die aufgrund des Antriebs und der Disposition des Beschäftigten zunächst zu einer Aktivität und infolgedessen zu bestimmten Beanspruchungen führt. Die Anpassung mündet dann in einer Funktionsminderung oder Anpassung des Arbeitnehmers.
Zusammenfassung der Kapitel
1 ZIELE UND NUTZEN EINES BGM: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Zielsetzungen und Vorteile eines betrieblichen Gesundheitsmanagements für Unternehmen und Mitarbeitende.
2 BELASTUNGEN IN DER ARBEITSWELT: Hier werden die Begriffe Belastung und Beanspruchung wissenschaftlich differenziert und deren Auswirkungen auf den Menschen erläutert.
3 STRATEGIE-WORKSHOP: Dieses Kapitel beschreibt die organisatorische Planung und Durchführung eines Workshops zur strategischen Steuerung gesundheitsbezogener Maßnahmen.
4 MODELLE ZUR FRAGEBOGENENTWICKLUNG: Hier werden theoretische Gesundheitsmodelle (biomedizinisch, Risikofaktoren, Salutogenese) vorgestellt, die als Grundlage für die Erstellung von Erhebungsinstrumenten dienen.
Schlüsselwörter
Betriebliches Gesundheitsmanagement, BGM, Belastung, Beanspruchung, Strategie-Workshop, Fragebogenentwicklung, Salutogenese, Arbeitsbelastung, Prävention, Mitarbeitergesundheit, Arbeitgeberattraktivität, Gefährdungsbeurteilung, Betriebsklima, Führungskräfte, Ressourcen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die systematische Einführung und Weiterentwicklung des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM), um sowohl Anforderungen an Arbeitsplätze als auch gesundheitsfördernde Maßnahmen zu optimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition von Gesundheitszielen, die Analyse psychischer und physischer Belastungsfaktoren sowie die methodische Vorbereitung und Durchführung von Mitarbeiterbefragungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein BGM erfolgreich implementiert werden kann, um Probleme wie hohen Krankenstand zu senken und die Attraktivität des Arbeitgebers zu erhöhen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es wird auf arbeitswissenschaftliche Konzepte zurückgegriffen, insbesondere das Belastungs-Beanspruchungs-Konzept von Rohmert und Rutenfranz sowie gesundheitswissenschaftliche Modelle wie die Salutogenese nach Antonovsky.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Anleitung zur Organisation von Strategie-Workshops und die theoretische Fundierung für die Entwicklung von Fragebögen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
BGM, Belastung, Beanspruchung, Salutogenese, Gefährdungsbeurteilung und Strategie-Workshop sind die Kernbegriffe, die den Inhalt der Publikation maßgeblich bestimmen.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Belastung und Beanspruchung für Unternehmen wichtig?
Die Unterscheidung verdeutlicht, dass gleiche äußere Anforderungen (Belastungen) unterschiedliche Auswirkungen auf das Individuum (Beanspruchungen) haben können, was eine differenziertere Personalentwicklung erfordert.
Wie unterscheidet sich die salutogenetische Sichtweise von anderen Modellen?
Das salutogenetische Modell fokussiert sich stärker auf Ressourcen und Schutzfaktoren sowie den Kohärenzsinn, anstatt sich rein auf die Identifizierung von Krankheitsursachen zu beschränken.
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- Noah Gerkmann Miralpeix (Autor), 2021, Operatives betriebliches Gesundheitsmanagement. Strategie-Workshop und Modelle zur Fragebogenentwicklung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1268826