In der vorliegenden Hausarbeit soll exemplarisch dargelegt werden, wie eine Förderung der Schreibkompetenz im Zuge der Klassenarbeitskorrekturen im Fach Deutsch erfolgen könnte.
Die Berichtigungen von Klassenarbeiten für eine individuelle Schreibkompetenzförderung zu nutzen, ist nicht nur deshalb relevant, weil sie die Unterrichtszeit nicht weiter einschränkt, sondern auch, weil Lehrkräfte im Rahmen von Klassenarbeitskorrekturen vielfach unwirksames, beispielsweise wiederholtes Aufschreiben des falsch geschriebenen Wortes in richtiger Weise, fordern. Auf diese Weise sehen die Schülerinnen und Schüler zwar, wie das Wort in korrekter Schreibweise aussieht, kennen jedoch immer noch nicht die zugrundeliegende Regel, um diese zukünftig auch auf ähnliche Phänomene anwenden zu können.
Die Schreibkompetenz von Schülerinnen und Schülern ist in der Bildungsforschung seit Jahrzehnten ein viel diskutiertes Thema. So kam es Anfang der 2000er Jahre im Rahmen der Forschung zu der Erkenntnis, dass die Schreibkompetenz im Deutschunterricht nicht hinreichend gefördert werde, obgleich bereits kleinere Gelegenheiten die Möglichkeit hierzu bieten. So auch die Berichtigung von Klassenarbeiten im Deutschunterricht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Schreiben als Kompetenz
2.1. Die Ontogenese der Schreibkompetenzmodelle
2.2. Entwicklungsstufen von Schreibkompetenz
2.2.1. Die Kompetenzentwicklung im Alter von sieben bis zehn Jahren
2.2.2. Die Kompetenzentwicklung im Alter von zehn bis vierzehn Jahren
3. Eine kompetenzorientierte Analyse von Schülerbriefen
3.1. Die Entwicklung eines geeigneten Analyserasters
3.2. Analyse und Einordnung
3.2.1. Schülertext eins von vier
3.2.2. Schülertext zwei von vier
3.2.3. Schülertext drei von vier
3.2.4. Schülertext vier von vier
3.3. Resultierende Maßnahmen
3.3.1. Individuelle Fördermaßnahmen bezüglich Schülertext eins von vier
3.3.2. Individuelle Fördermaßnahmen bezüglich Schülertext zwei von vier
3.3.3. Individuelle Fördermaßnahmen bezüglich Schülertext drei von vier
3.3.4. Individuelle Fördermaßnahmen bezüglich Schülertext vier von vier
4. Schluss
4.1. Zusammenfassung der Ergebnisse
4.2. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Klassenarbeitsberichtigungen im Deutschunterricht genutzt werden können, um die Schreibkompetenz von Schülerinnen und Schülern individuell und effektiv zu fördern, ohne dabei zusätzliche Unterrichtszeit zu beanspruchen. Im Fokus steht die Entwicklung eines kompetenzorientierten Analyserasters, anhand dessen der Leistungsstand von Schülern differenziert beurteilt und passgenaue Fördermaßnahmen abgeleitet werden können.
- Schreibkompetenz als zentrales Facettenkonstrukt in der Bildungsforschung
- Entwicklung und Anwendung eines Züricher Textanalyserasters für Schülertexte
- Analyse und Einordnung von Schülerbriefen einer fünften Klasse
- Konzipierung individueller Fördermaßnahmen basierend auf den Analyseergebnissen
- Erörterung der zeitlichen Effizienz von klasseninternen Förderstrukturen
Auszug aus dem Buch
3.1. Die Entwicklung eines geeigneten Analyserasters
Der Erstellung eines Analyserasters, mit Hilfe dessen die vier exemplarischen Schülertexte hinsichtlich ihrer Schreibkompetenz beurteilt werden sollen, dient das sogenannte Züricher Textanalyseraster als Basis, das im Rahmen des Züricher Sprachfähigkeiten-Projekts entwickelt wurde.
Das Züricher Textanalyseraster ist eine „systematische Zusammenstellung von einzelnen Fragen an einen Text“ (Sieber 2019: 263) und kann schablonenartig genutzt werden, um auf Teilkompetenzen abgestimmte Analyseraster zu erstellen.
Für das Züricher Analyseraster werden fünf Grunddimensionen von Textqualität angenommen: Die Grundgrößen des Textes, die sprachsystematische und orthographische Richtigkeit, die zweckbezogene Angemessenheit, die ästhetischen Qualitäten sowie die inhaltliche Relevanz. Dabei stellen die Grundgrößen des Textes den ersten Bereich von Textqualität, die sprachsystematische und orthographische Richtigkeit den zweiten Bereich und die zweckbezogene Angemessenheit, die ästhetischen Qualitäten und die inhaltliche Relevanz gemeinsam den dritten Bereich von Textqualität dar (vgl. Sieber 2019: 263f. und Becker-Mrotzek 2014: 504).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die bildungspolitische Relevanz der Schreibkompetenzförderung im Deutschunterricht und das Problem des Zeitmangels bei der Korrektur von Klassenarbeiten.
2. Schreiben als Kompetenz: Dieses Kapitel definiert Schreiben als komplexe Teilkompetenz und erläutert die ontogenetische Entwicklung sowie die verschiedenen Ausbauphasen der Schreibentwicklung.
3. Eine kompetenzorientierte Analyse von Schülerbriefen: Das Hauptkapitel beschreibt die Konstruktion eines Analyserasters, die Untersuchung von vier Schülertexten und die Ableitung spezifischer Fördermaßnahmen für die Klassenarbeitsberichtigung.
4. Schluss: Der Schlussteil fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und diskutiert im Fazit die Wirksamkeit der entwickelten Förderstrategien sowie den Ausblick für weiterführende Untersuchungen.
Schlüsselwörter
Schreibkompetenz, Deutschunterricht, Klassenarbeitskorrektur, Textanalyseraster, Schreibdidaktik, Individualförderung, Basiskatalog, Schreibentwicklung, Orthographie, Grammatikalität, Textmuster, Scaffolding, Bildungsforschung, Schülerbriefe, Kompetenzorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Lehrerinnen und Lehrer die notwendige Berichtigung von Klassenarbeiten im Fach Deutsch nutzen können, um die Schreibkompetenz von Schülern gezielt und individuell zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Schreibkompetenz, die Entwicklung eines fachspezifischen Analyserasters und die Erstellung individueller Förderpläne basierend auf konkreten Schülerleistungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein praktikables Instrument zur Analyse von Schülertexten zu entwickeln, das Lehrkräften hilft, heterogene Lernbedürfnisse in einer Klasse effizient und zeitsparend zu adressieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt als Basis das Züricher Textanalyseraster, das in Kombination mit einem Basiskatalog und dem Bewertungsbogen der Lehrkraft zu einem eigenen, schülerspezifischen Raster weiterentwickelt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Analyserasters, die exemplarische Anwendung auf vier Schülerbriefe einer fünften Klasse sowie die Ableitung von passgenauen Maßnahmen für die Korrekturarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schreibkompetenz, Individualförderung, Textanalyseraster, Klassenarbeitskorrektur, Schreibdidaktik und Scaffolding.
Wie unterscheidet sich das Vorgehen bei den analysierten Schülern?
Je nach identifizierten Defiziten im Analyseraster werden unterschiedliche Maßnahmen vorgeschlagen, die von der Bereitstellung von Konjunktionslisten bis zur gezielten Regelwiederholung für Rechtschreibung oder Randorientierung reichen.
Welche Rolle spielen Entwicklungsstufen für die Analyse?
Die Arbeit bezieht sich auf die Theorie von Becker-Mrotzek und Böttcher, um die Schülertexte altersgerecht einzuordnen und zu beurteilen, was von den Kindern zum jeweiligen Zeitpunkt erwartet werden kann.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, Förderung der Schreibkompetenz. Klassenarbeitskorrekturen im Deutschunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1268836