In dieser Hausarbeit soll es im Kleinen um die Performanz bei der Umstrukturierung und Neuorganisation in Krankenhäusern gehen, wird doch häufig die Vermutung geäußert, Kliniken seien, ähnlich wie Behörden, schwerfällig und in ihrer Prozessorganisation rückschrittlich. Unbestritten erreichen Konzepte wie Lean Management und Matrixorganisationen die stationären Versorger mit einer deutlichen Latenz im Vergleich zur Privatwirtschaft. Im Konkreten wird untersucht, welche Anpassungsvorgänge und Strategien am Helios Universitätsklinikum Wuppertal (HUKW) zum Einsatz kamen, um eine schnelle und effektive Ausweitung der Intensivkapazitäten zu erreichen.
Je nach Betrachtungswinkel kann hierbei sowohl die Perspektive der Deduktion bzw. des Realismus eingenommen werden: Geht man davon aus, dass Kliniken in Deutschland allgemein schwerfällig agieren und organisatorischen Nachholbedarf aufweisen oder schließt man vom HUKW, als Prototyp für einen Maximalversorger, auf die übrige Krankenhauslandschaft.
So verheerend, tragisch und leidvoll die Corona-Pandemie die Weltgemeinschaft getroffen hat und immer noch trifft, so bedeutsam sind auch die Schlüsse, die die Menschheit aus dieser Naturkatastrophe zieht. Entspringt doch aus jeder Krise und jedem Unglück auch wieder ein Neuanfang!
Was zunächst recht pathetisch klingt, ist wissenschaftlich betrachtet durchaus mit einer kühlen Ratio assoziiert. Der Umgang mit der Corona-Pandemie bietet nahezu allen großen Wissenschaftsgebieten einen Ausgangspunkt für interessante Fragestellungen und Vergleichsstudien.
Im Bereich der Gesundheitssysteme werden neben der reinen medizinischen Wissenschaft auch Forschungsgebiete der Gesundheitsökonomie, Gesundheitssystemforschung, Public Health und viele weitere berührt. Es bietet sich eine weltweit einmalige Datenlage und die Chance, wissenschaftliche Hypothesen quasi in einer Multicenterstudie und einem simultan stattfindenden weltweiten Feldversuch zu ergründen.
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- I. Einleitung
- 1. Ausgangslage
- 2. Ziele
- 3. Gliederung
- II. Hintergrund
- 4. Intensivmedizin am HUKW aus der Perspektive der Aufbauorganisation
- 5. Intensivmedizin am HUKW aus der Perspektive der Ablauforganisation
- 6. Spezialisierung in der Intensivmedizin
- III. Empirische Studie
- 8. Einführung
- 8.1 Zielformulierung
- 8.2 Sollmodellierungsprozess
- 8.3 Instrumentierung und Institutionalisierung
- 8.4 Implementierung
- IV. Zusammenfassung
- V. Diskussion
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Anpassungs- und Umstrukturierungsprozesse in einem Universitätsklinikum während der Corona-Pandemie, mit dem Ziel die Effektivität der Ausweitung von Intensivkapazitäten zu analysieren. Sie betrachtet die Prozessorganisation im Helios Universitätsklinikum Wuppertal (HUKW) als Beispiel und erforscht, welche Strategien und Maßnahmen zur schnellen und effektiven Erweiterung der Intensivbettenkapazitäten eingesetzt wurden.
- Prozessoptimierung und -organisation in der Intensivmedizin während der Corona-Pandemie
- Anpassungsstrategien und -maßnahmen in einem Universitätsklinikum
- Analyse der Ablauforganisation und Aufbauorganisation der Intensivmedizin am HUKW
- Bewertung der Effektivität der Kapazitätserweiterung
- Zusammenhang zwischen organisationalen Strukturen und der Reaktion auf Krisen
Zusammenfassung der Kapitel
- I. Einleitung: Dieses Kapitel legt die Ausgangslage und den Kontext der Hausarbeit dar, erläutert die Ziele der Untersuchung und stellt die Gliederung der Arbeit vor.
- II. Hintergrund: In diesem Kapitel wird die Intensivmedizin am HUKW aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, sowohl hinsichtlich der Aufbau- als auch der Ablauforganisation. Des Weiteren wird die Spezialisierung in der Intensivmedizin thematisiert.
- III. Empirische Studie: Dieses Kapitel beschreibt die empirische Untersuchung, die sich auf die Analyse des Sollmodellierungsprozesses, der Instrumentierung und Institutionalisierung sowie der Implementierung der Maßnahmen fokussiert.
Schlüsselwörter
Intensivmedizin, Corona-Pandemie, Universitätsklinikum, Helios Universitätsklinikum Wuppertal (HUKW), Kapazitätserweiterung, Prozessorganisation, Aufbauorganisation, Ablauforganisation, Anpassungsstrategien, Empirische Studie, Sollmodellierungsprozess, Instrumentierung, Institutionalisierung, Implementierung.
Häufig gestellte Fragen
Wie wurden Intensivkapazitäten während der Corona-Pandemie ausgeweitet?
Durch schnelle Anpassungsvorgänge in der Prozess- und Ablauforganisation konnten Kliniken Bettenkapazitäten effektiv erweitern und Personal neu strukturieren.
Was ist der Unterschied zwischen Aufbau- und Ablauforganisation im Krankenhaus?
Die Aufbauorganisation beschreibt die Hierarchien und Abteilungsstrukturen, während die Ablauforganisation die konkreten medizinischen und administrativen Prozesse definiert.
Sind Krankenhäuser in ihrer Organisation wirklich schwerfällig?
Obwohl Kliniken oft als träge gelten, hat die Pandemie gezeigt, dass durch Krisenmanagement eine hohe Performanz bei der Neuorganisation erreicht werden kann.
Welche Rolle spielt Lean Management in der Universitätsmedizin?
Lean Management zielt darauf ab, Verschwendung in Abläufen zu reduzieren, wird aber im Vergleich zur Privatwirtschaft oft mit zeitlicher Verzögerung in Kliniken implementiert.
Was kann die Wissenschaft aus der Corona-Krise für das Gesundheitswesen lernen?
Die Pandemie bietet eine einmalige Datenlage für die Gesundheitsökonomie und Systemforschung, um Hypothesen zur Krisenfestigkeit von Maximalversorgern zu prüfen.
- Quote paper
- Dr. med. Sandro Lorenz (Author), 2020, Intensiv- und Beatmungskapazitäten in der Universitätsmedizin. Prozess- und Ablauforganisation während der Corona-Pandemie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1268850