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Ärztlich assistierter Suizid. Leben retten oder Autonomie wahren?

Title: Ärztlich assistierter Suizid. Leben retten oder Autonomie wahren?

Term Paper , 2018 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Caroline Brandt (Author)

Ethics
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Sterbehilfe ist nicht nur das tätliche Herbeiführen des Todes und trotzdem ist es schwierig, trennscharf zwischen aktiver, passiver und indirekter Sterbehilfe zu unterscheiden. Und dann gibt es noch den ärztlich assistierten Suizid, der in Deutschland aus Sorge um Geschäftsmäßigkeit noch kein Thema ist, während es in der Schweiz einen regelrechten Suizid-Tourismus zu geben scheint. Diese beiden Extreme zeigen, dass eine Beschäftigung mit dem Thema "ärztlich assistierter Suizid" notwendig ist, um ein objektives Mittelmaß zu finden.

Ärztlich assistierter Suizid liegt vor, wenn der Arzt dem Patienten ein tödliches Medikament verschreibt, es aber nicht selbst verabreicht. Die Kontroversen rund um das Thema "Sterbehilfe" beginnen schon bei den Termini und Definitionsmerkmalen, aber anstatt deswegen Diskussionen zu führen, sollte man das Hauptaugenmerk auf den Kern der Sache legen: Sollte man jede Form von Sterbehilfe und/oder ärztlich assistierten Suizid in Deutschland legalisieren? Gibt es Länder, in denen dies legal ist? Wie funktioniert das und können wir das als Vorbild für unsere Gesetzeslage benutzen? Welche Kriterien müssen erfüllt werden, um überhaupt eine Form der Sterbehilfe in Betracht zu ziehen? Welche Argumente sprechen dafür und welche dagegen? Welche davon sind schwerwiegender?

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sterbehilfe - ärztlich assistierter Suizid

2.1 Geschäftsmäßigkeit

3. Sterbebegleitung in Deutschland

3.1 Bundestagsgeschichte

4. Vergleich zwischen Deutschland und Schweiz

5. Sterbehilfe und ärztlich assistierter Suizid - Pro und Contra

5.1. Konklusion und eigene Meinung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische und rechtliche Zulässigkeit verschiedener Formen der Sterbehilfe und des ärztlich assistierten Suizids in Deutschland. Ziel ist es, die komplexen Definitionen zu klären, die aktuelle Gesetzeslage unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen zu beleuchten und eine kritische Auseinandersetzung mit pro- und contra-Argumenten zu führen, um die Frage nach einem menschenwürdigen Lebensende fundiert zu erörtern.

  • Differenzierung der Sterbehilfe-Formen (aktiv, passiv, indirekt)
  • Strafrechtliche Aspekte der geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe
  • Historische Entwicklung im Deutschen Bundestag bezüglich der Suizidassistenz
  • Vergleich der Rechtslage und Praxis zwischen Deutschland und der Schweiz (Beispiel Dignitas)
  • Ethische Abwägung und philosophische Positionen zum Lebensende

Auszug aus dem Buch

2. Sterbehilfe - ärztlich assistierter Suizid

Die Unterscheidung dieser beiden Formen der Sterbebegleitung ist nicht so kompliziert, wie es zunächst den Anschein macht. Die Sterbehilfe lässt sich in drei Unterkategorien aufteilen (passiv, indirekt und aktiv). Ihr steht der ärztlich assistierte Suizid insofern gegenüber, dass der Arzt lediglich ein tödliches Medikament verschreibt, aber keine weitere Rolle bei der Herbeiführung oder Beschleunigung des Todes einnimmt. Er verzichtet nicht auf eine Behandlung, er wendet keine lebensverkürzende Palliativbehandlung an und er führt den Tod nicht tätig herbei - er überlässt die Entscheidung völlig dem Patienten selbst, ob und wann dieser das Medikament einnimmt.

Man könnte natürlich von passiver Sterbehilfe sprechen, wenn der Patient das Medikament im Beisein des Arztes zu sich nimmt und dieser nichts unternimmt, aber von diesem eher unwahrscheinlichen Fall möchte ich mich an dieser Stelle distanzieren. Jemand, der sein Leben gezielt beenden möchte, weil er an einer unheilbaren, qualvollen Krankheit beziehungsweise an einem unzumutbaren Lebenszustand leidet, würde wohl kaum das Risiko eingehen, dass sich jemand seinem Vorhaben doch noch in den Weg stellt, weil dieser sonst mit dem Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung konfrontiert werden könnte.

Über die ethische Zulässigkeit jeder dieser Methoden lässt sich dennoch streiten. Während für manche jede Form der Beihilfe zum Sterben moralisch verwerflich ist, da sie dies grundsätzlich ablehnen, lässt sich für bestimmte oder sogar alle Formen auch Befürworter finden. So hat sich beispielsweise die Bundesärztekammer für eine Legitimität von sowohl passiver Sterbehilfe: "Maßnahmen zur Verlängerung des Lebens dürfen in Übereinstimmung mit dem Willen des Patienten unterlassen oder nicht weitergeführt werden, wenn diese nur den Todeseintritt verzögern und die Krankheit in ihrem Verlauf nicht mehr aufgehalten werden kann." als auch indirekter Sterbehilfe: "[...]wenn lebenserhaltende Maßnahmen Leiden nur verlängern würden und die Änderung des Therapieziels dem Willen des Patienten entspricht. An die Stelle von Lebensverlängerung und Lebenserhaltung treten dann palliativ-medizinische Versorgung einschließlich pflegerischer Maßnahmen." ausgesprochen. Jedoch änderte sich die Sicht über die Jahre und 2011 veräußerte die Bundesärztekammer, dass die Mitwirkung bei einem Suizid keine ärztliche Aufgabe sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Begrifflichkeiten rund um das Sterben ein und stellt das Spannungsfeld zwischen ärztlichem Heilungsauftrag und dem Recht auf Selbstbestimmung am Lebensende dar.

2. Sterbehilfe - ärztlich assistierter Suizid: Die verschiedenen Formen der Sterbehilfe werden differenziert und in Abgrenzung zum assistierten Suizid ethisch sowie ärztlich kontextualisiert.

2.1 Geschäftsmäßigkeit: Dieser Abschnitt erläutert die gesetzliche Regelung des § 217 StGB und die strafrechtlichen Konsequenzen der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung.

3. Sterbebegleitung in Deutschland: Es wird ein Überblick über die aktuelle Rechtslage für aktive, passive und indirekte Sterbehilfe in Deutschland gegeben.

3.1 Bundestagsgeschichte: Dieser Teil beleuchtet die politischen Debatten und legislativen Prozesse des Bundestages zur Sterbehilfe ab dem Jahr 2012.

4. Vergleich zwischen Deutschland und Schweiz: Anhand des Vereins "Dignitas" wird die Praxis und das Vorgehen bei der Freitodbegleitung in der Schweiz dargestellt.

5. Sterbehilfe und ärztlich assistierter Suizid - Pro und Contra: Hier werden unterschiedliche philosophische und ethische Perspektiven diskutiert, darunter Konzepte zur Autonomie und Schadensvermeidung.

5.1. Konklusion und eigene Meinung: Der Autor reflektiert die erarbeiteten Argumente und formuliert die eigene Position im Lichte persönlicher Erfahrungen und einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Autonomiebegriff.

Schlüsselwörter

Sterbehilfe, assistierter Suizid, Freitodbegleitung, Patientenverfügung, Autonomie, Schmerztherapie, Palliativmedizin, Selbstbestimmung, Rechtslage, Geschäftsmäßigkeit, Ethik, Lebensende, Dignitas, Strafgesetzbuch, Sterbebegleitung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den ethischen, rechtlichen und persönlichen Aspekten rund um die Sterbehilfe und den ärztlich assistierten Suizid in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Differenzierung der Sterbehilfeformen, die Debatten im Deutschen Bundestag, die Schweizer Praxis der Freitodbegleitung sowie philosophische Fragen zur Patientenautonomie.

Was ist das Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist die fundierte Auseinandersetzung mit der Frage, inwieweit eine Legalisierung von Sterbehilfeformen in Deutschland unter Wahrung moralischer Kriterien sinnvoll und notwendig ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung juristischer und ethischer Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die aktuelle deutsche Gesetzeslage, die rechtlichen Definitionen zur Geschäftsmäßigkeit sowie unterschiedliche Pro- und Contra-Argumente aus der Philosophie und Medizin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Sterbehilfe, assistierter Suizid, Patientenautonomie, Rechtslage und Ethik am Lebensende.

Wie unterscheidet sich die Rechtslage in der Schweiz von der in Deutschland?

In der Schweiz sind unterstützte Freitodangebote durch Vereine wie Dignitas unter bestimmten Voraussetzungen möglich und etabliert, während das deutsche Recht strengere Hürden setzt und eine geschäftsmäßige Suizidbeihilfe unter Strafe stellt.

Wie bewertet der Autor das Konzept der Patientenautonomie kritisch?

Der Autor hinterfragt den Begriff der Autonomie kritisch und betont, dass gesellschaftliche Erwartungen und das Gefühl, anderen zur Last zu fallen, die vermeintlich freie Entscheidung schwer kranker Menschen stark beeinflussen können.

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Details

Title
Ärztlich assistierter Suizid. Leben retten oder Autonomie wahren?
College
University of Potsdam  (Institut für Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde)
Course
Bioethik
Grade
2,0
Author
Caroline Brandt (Author)
Publication Year
2018
Pages
14
Catalog Number
V1268929
ISBN (PDF)
9783346713216
ISBN (Book)
9783346713223
Language
German
Tags
Ethik Bioethik Sterbehilfe ärztlich assistierter Suizid Philosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Caroline Brandt (Author), 2018, Ärztlich assistierter Suizid. Leben retten oder Autonomie wahren?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1268929
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