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Das Judas Evangelium. Eine wissenschaftliche Untersuchung

Titel: Das Judas Evangelium. Eine wissenschaftliche Untersuchung

Hausarbeit , 2020 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Caroline Brandt (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In den vier Evangelien ist Judas Iskariot der Inbegriff von Habgier, Bestechlichkeit und Verrat. Im Judasevangelium wird eine weitere Möglichkeit offenbart: Judas war in die Pläne Jesu eingeweiht und ermöglichte diesem erst als Märtyrer zu sterben. Kann der berühmteste Verräter der Geschichte wirklich ein Held sein?

Um die Entdeckung des Judas Evangeliums ranken sich viele Geschichten und Mythen, denn bevor es in die Hände von Forscher gelangt ist, war es wahrscheinlich im Besitz von Grabräubern und Schwarzhändlern. Den Ursprung dieses Weges zu finden, ist nahezu unmöglich. Die plausibelste Geschichte ist aber, dass ein Bauer 1978 auf der Suche nach Schätzen in den Grabhöhlen von Ägypten eine steinerne Truhe gefunden hat, in welcher sich ein in Leder gebundenes Buch befand, welches er anschließend auf dem Antiquitätenmarkt verkaufen wollte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Entdeckung des Judas Evangeliums

2. Wissenschaftliche Untersuchungen

3. Die Figur des Judas im Evangelium nach Matthäus

3.1. Die Figur des Judas im Evangelium nach Markus

3.2. Die Figur des Judas im Evangelium nach Lukas

3.3. Die Figur des Judas im Evangelium nach Johannes

3.4. Die Figur des Judas in der Apostelgeschichte

3.5. Die Figur des Judas im Evangelium nach Judas

4. Die Figur des Judas heute

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Figur des Judas Iskariot in den Evangelien des Neuen Testaments sowie im apokryphen Judas-Evangelium, um die Entwicklung dieses Bildes und seine weitreichenden gesellschaftlichen Auswirkungen, insbesondere in Bezug auf den Antisemitismus, zu analysieren.

  • Historische und wissenschaftliche Einordnung des Judas-Evangeliums
  • Vergleichende Analyse der Judas-Darstellung in den vier kanonischen Evangelien
  • Untersuchung der spezifischen Judas-Charakterisierung im Judas-Evangelium
  • Analyse der Rezeptionsgeschichte und des Einflusses auf den Antisemitismus

Auszug aus dem Buch

3.5. Die Figur des Judas im Evangelium nach Judas

Die Darstellung des Judas Iskariot weicht in diesem Evangelium deutlich von der des Neuen Testaments ab. Trotzdem gibt es in diesen bereits Hinweise darauf, dass Judas auch ein „Eingeweihter“ gewesen sein könnte. Bevor Jesus seine Anhänger nach Jerusalem führt, wo er leiden und sterben soll, sagte er, dass dies passieren müsse (Mk. 8, 31). Auch, dass er zu Judas sagt „Was du tust, tu schnell.“ (Joh. 13, 27-28) lässt Raum für Vermutungen, dass Jesus nicht nur Bescheid wusste, sondern dass er und Judas womöglich eine Absprache miteinander hatten, da keiner der anderen Jünger wusste, warum er ihm dies sagte. (Joh. 13, 28-29)

Im Judas Evangelium wird der Verräter zum Helden, der die Hinrichtung Jesu arrangiert und in Kauf nimmt, dafür alle Zeit gehasst zu werden. Dies stellt die Ablehnung des Martyriums in diesem Evangelium dar und unterscheidet sich auch in diesem Punkt stark von den anderen. Der Autor des Judasevangeliums kritisiert das Martyrium weder, noch verurteilt er es als verwerfliche Tat. Er erscheint jedoch erbost darüber, dass das Opfer Jesu nicht nur als Wunsch von Gott verstanden wird, sondern sogar als Befehl.

Judas wird trotzdem im gesamten Judasevangelium zum vertrautesten und vertrauenswürdigsten Jünger, da nur er die Lehre wirklich verstanden hat. Nur ihm werden die wahren Geschehnisse des Königreichs durch Jesus offenbart. Jesus erwählt Judas ihm die Geheimnisse des Königreiches zu offenbaren; er würde dorthin gelangen, aber viel Kummer erleiden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Entdeckung des Judas Evangeliums: Beschreibt die abenteuerliche Fundgeschichte und die wissenschaftliche Suche nach dem verschollenen koptischen Manuskript des Judas-Evangeliums.

2. Wissenschaftliche Untersuchungen: Erläutert die Echtheitsprüfung des Codex mittels paläografischer Analysen und der C14-Methode durch ein internationales Forscherteam.

3. Die Figur des Judas im Evangelium nach Matthäus: Analysiert Judas als jemanden, der trotz seiner Apostelrolle geldgierig agiert, jedoch innerhalb eines göttlichen Heilsplans steht.

3.1. Die Figur des Judas im Evangelium nach Markus: Untersucht Judas als Handelnden, dessen Bestechlichkeit betont wird, während er aktiv den Zeitpunkt der Auslieferung plant.

3.2. Die Figur des Judas im Evangelium nach Lukas: Beleuchtet Judas als Opfer Satans, wobei die böse Macht des Teufels als Motiv für den Verrat in den Vordergrund rückt.

3.3. Die Figur des Judas im Evangelium nach Johannes: Betrachtet Judas als „Teufel“ und Dieb, wobei Jesus hier als allwissend dargestellt wird, der Judas' Handeln bereits antizipiert.

3.4. Die Figur des Judas in der Apostelgeschichte: Analysiert die Darstellung des Judas-Todes und die Notwendigkeit der Nachbesetzung für den Zwölferkreis nach biblischem Verständnis.

3.5. Die Figur des Judas im Evangelium nach Judas: Untersucht das Judas-Evangelium, in dem Judas als engster Vertrauter Jesu und in die göttlichen Geheimnisse eingeweihter Held figuriert.

4. Die Figur des Judas heute: Diskutiert die Auswirkungen des negativen Judas-Bildes auf die Geschichte des Antisemitismus und die Rolle des Judas als Sündenbock.

Schlüsselwörter

Judas Iskariot, Judas-Evangelium, Neues Testament, Verrat, Koptische Handschriften, Apokryphen, Gnostizismus, C14-Methode, Antisemitismus, Heilsplan, Apostel, Historische Forschung, Antike Papyri, Theologische Exegese, Kirchengeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Veränderung der Judas-Figur von den kanonischen Evangelien bis hin zum apokryphen Judas-Evangelium.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten gehören die Entdeckungsgeschichte des Codex, die textkritische Analyse der Evangelien sowie die soziokulturellen und antisemitischen Auswirkungen des Judas-Bildes.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche theologische Perspektiven das Bild des „Verräters“ prägten und warum dieses Bild über Jahrhunderte hinweg instrumentalisiert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die historisch-kritische Exegese von biblischen Texten kombiniert mit einer Analyse historischer Quellen und restauratorischer Untersuchungsmethoden.

Was deckt der Hauptteil der Untersuchung ab?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Gegenüberstellung der Judas-Rolle bei Matthäus, Markus, Lukas, Johannes, in der Apostelgeschichte sowie im Judas-Evangelium.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Deskriptoren sind Judas Iskariot, Verrat, christliche Bildsprache, Antisemitismus und die gnostische Perspektive auf das Neue Testament.

Wie unterscheidet sich die Judas-Darstellung im Judas-Evangelium von der in den klassischen Evangelien?

Im Gegensatz zu den vier Evangelien, die Judas als Verräter brandmarken, wird er im Judas-Evangelium als einziger Jünger dargestellt, der Jesu wahre Lehre und göttliche Geheimnisse wirklich verstanden hat.

Warum wird im Text eine Verbindung zwischen der Judas-Figur und dem historischen Antisemitismus gezogen?

Die Arbeit argumentiert, dass das zunehmend negativ gezeichnete Bild des Judas in den Evangelien als negatives Idealbild genutzt wurde, was zur Stigmatisierung des gesamten jüdischen Volkes in der Folgezeit führte.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Judas Evangelium. Eine wissenschaftliche Untersuchung
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Autor
Caroline Brandt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
26
Katalognummer
V1268938
ISBN (PDF)
9783346714282
ISBN (Buch)
9783346714299
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Religion Christentum Judas Judasevangelium
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Caroline Brandt (Autor:in), 2020, Das Judas Evangelium. Eine wissenschaftliche Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1268938
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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