An der Schwelle zum neuen Jahrtausend, im Zeitalter der Globalisierung und der erneuerbarer Energieversorgung gewinnen Erkenntnisse über die Sonne eine neue Bedeutung: als Energieressource, geistige Orientierungsgröße und als Ideenreservoir. Theorien und Mythen, Religionen und Philosophien, Kultstätten und Künste aller Kulturen sind reich an Geschichten über die Sonne und ihr Licht, die Teil der menschlichen Erfahrung und deren Bewußtsein ist.
Die Arbeit skizziert in einem Portrait die Geschichte des Sonnenlichts anhand von berühmten Erfindungen, ausgefeilten Theorien bis hin zum Siegeszuges der Solarzelle. Damit spannt die Arbeit einen weiten Bogen auf: von der Zeit der Ägypter bis zur modernen Lichtplanung. Es lässt Forscher und deren Theorien sprechen und zeichnet die von ihnen ausgehenden Ideen und Kraftfelder nach. Hintergründe und Mechanismen machen die Prozesse und Grundlinien des Zeitraumes transparent, die die Grundlagen für unser heutiges Verständnis sind.
Die Arbeit liefert einen Überblick über die bisherigen Erkenntnisse des Sonnenlichts, um gegenwärtige Entwicklungen und Diskurse transparent zu machen und den Leser für ein einzigartiges Naturphänomen mit seinen vielfältigen Ausformungen zu sensibilisieren – sei es als Naturelement, als wissenschaftliche oder religiöse Metapher oder gestalterisches Mittel in Kunst und Architektur.
Inhaltsverzeichnis
I. Einführung: Was ist Licht? Licht ist Licht-, Materie-, Elektrizitäts- und Energiequanten
Ursprünge europäischer Naturvorstellungen vom Licht
Zeittafel der Geschichte der Sonne
Die Sonne und das Sonnenlicht
Zeittafel des künstlichen Lichtes
Feuer
Vulkan und Glut
Elektrizität
Elektrisches Licht
Ursprünge europäischer Vorstellungen des Lichts in Licht, Wort, Raum und Technik
II. Mythologische Kosmologie: Wurzeln europäischer Vorstellungen vom Licht
1. Schauplatz Ägypten
Die ägyptische Schöpfungsgeschichte – die Sonne als Symbol
Der ägyptische Sonnengott Re
Gott , Mensch und das Werk
Herrschaft über Licht und der Kampf gegen die Finsternis
Echnaton
Licht und Bild: Ägyptische Kunst
2. Licht und Raum: Schauplatz New Grange, Irland
3. Licht und Raum: Schauplatz Stonehenge
4. Licht und Wort: Schauplatz Orient: Altorientalische Mythen
Licht und Wort: Mithras, Mythos des Lichtgottes
5. Licht und Wort: Schauplatz Griechenland
Figuren des Lichts: Der Mythos vom Sonnengott Helios, Apollon und Hermes
Licht und Philosophie
Licht und Wissenschaft
Licht und optische Theorien
Licht und Bild: Künste
6. Licht und Wort: Schauplatz Achsenzeit
7. Schauplatz Rom
Licht und Bild: Licht in der Kunst
8. Licht und Wort: Schauplatz: Tschüantschu, Ostküste Chinas
9. Licht und Wort: Schauplatz arabische Wissenschaften
Alhazen`s Sendetheorie, de aspectibus
Mittelalter
10. Licht und Wort: Schauplatz England
Kosmologische Vorstellungen im Mittelalter
11. Licht und Raum: Schauplatz Frankreich
Licht und Wort: septem artes liberales
12. Licht und Bild: Kunst des Mittelalters
Die mittelalterliche Perspektive
Renaissance (14 – 17 Jahrhundert)
13. Licht und Wort: Neuzeitliche Kosmologie
Licht und Wort: Wissenschaft Kepler und Descartes
14. Schauplatz Italien: Licht und Raum
Licht und Bild
Leonardo da Vinci
Sehen und die Konsequenzen des neuen wissenschaftlichen Weltbildes
Fotografie
15. Licht und Wort: physikalische Theorien
Licht und Bild: Das Ende der wissenschaftlichen Perspektive/Dominanz des Beleuchtungslicht - das reine Sehen Cezanne
Licht und die Konsequenzen des neuen wissenschaftlichen Weltbildes
16. Schauplatz künstliches Licht
Licht im 21 Jahrhundert
Die Beleuchtung der Metropolen
Lichtplanung
Stadtbeleuchtung im Spannungsfeld
17. Licht und Bildraum: Lichtkunst – eine Kunst ohne Bild
Lichtkunstarten
18. Schluß
19. Übersichten
Was ist Licht?
Licht als Energieform
Künstliches und elektrisches Licht
Licht, Raum und Techniken
20. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die vielschichtige Geschichte des Sonnenlichts, von mythologischen Ursprüngen bis hin zur modernen Bedeutung als politischer, wirtschaftlicher und künstlerischer Faktor. Ziel ist es, den Leser für die Bedeutung von Licht als Naturelement, wissenschaftliche Größe und gestalterisches Mittel in Kunst und Architektur zu sensibilisieren sowie die Transformation von einer ganzheitlichen, metaphysischen Sichtweise hin zum rational-technischen Verständnis aufzuzeigen.
- Mythologische und kulturelle Bedeutung des Lichts in frühen Zivilisationen
- Die Entwicklung naturwissenschaftlicher Theorien und deren Einfluss auf unser Weltbild
- Künstliches Licht als technologischer und sozioökonomischer Faktor der Moderne
- Die ästhetische Rolle von Licht in Kunst und Architektur
- Herausforderungen einer nachhaltigen Energiepolitik und Lichtplanung im 21. Jahrhundert
Auszug aus dem Buch
Die ägyptische Schöpfungsgeschichte – die Sonne als Symbol
Die Sonne steht seit alter her als das Symbol für Lebensquelle, Existenzgrundlage, Lebenskraft und Gerechtigkeit und repräsentiert das allumfassende, grenzenlose Prinzip, das in seiner Vielfalt und Umfang in den Schöpfungsgeschichten beschrieben wird. Die erste umfassende Schöpfungsgeschichte stammt aus Ägypten.
In der klassischen, ägyptischen Schöpfungsgeschichte Heliopolis wird die Weltentstehung mit dem Sonnenaufgang beschrieben, der eine noch raumlose Welt erhellt, die aus dem Urwasser besteht.
„Am Anfang gab es nur das dunkle Urwasser aus dem Atum, der erste Gott, entstand. Atum hustete und spuckte Shu aus, den Gott der Luft, und Tefnut, die Göttin der Feuchtigkeit…“
Die erste Schöpfungstat ist nach ägyptischen Texten mit der biblischen Geschichte gleich. Der Ursprung der Welt ist nach ägyptischen Vorstellungen jedoch ein anderer: sie ist keine Schöpfung aus dem Nichts – wie nach biblischen Vorstellungen, sondern entsteht aus dem Vorhandenen.
Atum ist der Sonnengott, der mit dem der Sonnenaufgang entsteht, das Licht und damit das Ur-eins. Er herrscht über das Chaos, das kein Nichts ist, sondern ein Urschlamm. Aus diesem lichtlosen, endlosen und noch formlosen Chaos erhebt sich in spontaner Selbstentstehung der Sonnengott, der Übergang von der Präexistenz in die Existenz.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einführung: Was ist Licht? Licht ist Licht-, Materie-, Elektrizitäts- und Energiequanten: Das Kapitel bietet eine grundlegende Einführung in die physikalische und philosophische Definition von Licht und dessen Bedeutung für das menschliche Bewusstsein.
II. Mythologische Kosmologie: Wurzeln europäischer Vorstellungen vom Licht: Dieser Hauptteil analysiert die Ursprünge der Lichtdeutung in alten Kulturen, von ägyptischen Schöpfungsmythen bis zu antiken griechischen Vorstellungen.
Mittelalter: Die wissenschaftliche und theologische Diskussion über Licht wird untersucht, wobei die Rolle der Kirche und die philosophischen Strömungen der Zeit im Vordergrund stehen.
Renaissance (14 – 17 Jahrhundert): Das Kapitel thematisiert den Wandel zum physikalisch-mechanischen Weltbild und den Einfluss bahnbrechender Entdeckungen wie der Zentralperspektive auf Kunst und Wissenschaft.
Schlüsselwörter
Sonne, Licht, Mythologie, Wissenschaftsgeschichte, Quantentheorie, Lichtplanung, Solarenergie, Architektur, Zentralperspektive, Ästhetik, Lichtkunst, Elektrizität, Metapher, Weltbild, Kulturgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?
Die Arbeit zeichnet die Kulturgeschichte des Sonnenlichts nach und untersucht, wie sich unser Verständnis von Licht von einer mythologisch-religiösen Sichtweise hin zu einem physikalisch-technischen Verständnis gewandelt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen Mythen, Philosophie, Kunstgeschichte, Optik, moderne Lichttechnik sowie die ökologische Bedeutung von Solarenergie.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Wandlung des Lichtbegriffs transparent zu machen und aufzuzeigen, wie Licht als lebensgestaltende Kraft unsere Wahrnehmung von Zeit, Raum und Gesellschaft beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der kulturgeschichtliche Analysen, philosophische Reflexionen und physikalisch-wissenschaftliche Fakten miteinander verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet detailliert die Vorstellungen vom Licht in Ägypten, bei antiken Philosophen, im Mittelalter, während der Renaissance sowie den Übergang zum künstlichen Licht der Moderne.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern zählen Sonne, Licht, Mythologie, Wissenschaftsgeschichte, Quantentheorie, Lichtplanung, Solarenergie und Architektur.
Welche Bedeutung hat Echnaton für die Lichtgeschichte?
Echnaton gilt als der erste Monotheist, der mit seinem Gott Aton (die Sonnenscheibe) eine zentralisierte religiöse Sichtweise einführte, die das Licht als allumfassendes Prinzip in den Mittelpunkt rückte.
Warum ist das "Schrecken" des Lichts in ägyptischen Mythen wichtig?
Die feurige, aggressive Seite des Lichts wird als politisches Herrschaftsinstrument gedeutet, das Ordnung gegen das Chaos der Finsternis bewahrt.
Was bedeutet das "Ende der wissenschaftlichen Perspektive" bei Cezanne?
Cezanne markiert eine Wende, bei der die subjektive Wahrnehmung und das reine Schauen wieder wichtiger wurden als die rein geometrische Konstruktion der Renaissance.
Wie bewertet der Autor die Rolle künstlicher Beleuchtung in modernen Städten?
Der Autor kritisiert die ökologischen Folgen und die Entfremdung vom natürlichen Rhythmus und fordert eine qualitativere, nachhaltigere Lichtplanung.
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- Mag Brigitte Vrochte (Author), 2009, Die Geschichte des Lichts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126895