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Piraterie und Kaperei im kolonialen Hispanoamerika. Auswirkungen auf die Spanische Hegemonialstellung im Karibischen Raum

Title: Piraterie und Kaperei im kolonialen Hispanoamerika. Auswirkungen auf die Spanische Hegemonialstellung im Karibischen Raum

Term Paper , 2022 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Niklas Gaede (Author)

History - America
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Welchen Einfluss die staatlich geförderte Kaperprogramm und weitere daraus resultierende Formen der Piraterie auf die spanische Hegemonialstellung in der Karibik nahmen, soll in dieser Arbeit untersucht werden. Dafür gilt es zunächst, die verschiedenen Begriffe und Formen der Seeräuberei und des Kaperwesens zu definieren und in einen historischen Kontext zu bringen. Anschließend wird eine genauere räumliche und zeitliche Einordnung vorgenommen. Auf Grundlage dessen sollen verschiedene Konfliktphasen eingeteilt, analysiert und ein abschließendes Urteil gefällt werden.

Die Quellenlage ist differenziert zu betrachten. Einerseits lassen sich Spuren des Piratenwesens in Zolllisten und Hafen- oder Logbüchern wiederfinden, jedoch nur in sehr begrenztem Ausmaß. Andererseits bieten zeitgenössische literarische Werke wertvolle Informationen über einzelne Seeräuber und Kaperfahrer, die jedoch nach moderner Forschung nicht immer ganz zuverlässig seien. So zum Beispiel das 1724 in London veröffentlichte Buch "A General History of the Robberies and Murders of the Most Notorious Pyrates (Eine allgemeine Geschichte der Räubereien und Morde der berüchtigtsten Piraten)" des vermeintlichen Autors Charles Johnson, dessen Identität bis heute ungeklärt ist.

Die Ausführungen über insgesamt 34 englische Piraten beruhen überwiegend auf Gerichtsakten und Prozessbeobachtungen, weshalb es laut R. Bohn zu einer Art Handbuch für die Geschichte der Piraterie geworden ist. Zuvor war bereits 1678 das Werk des französischen Autors Alexandre Olivier Exquemelin mit dem niederländischen Titel "De Americaensche Zee-Rovers" (Die Amerikanischen Seeräuber) erschienen, in dem der Verfasser aus eigener Erfahrung von dem Leben innerhalb einer Piratengemeinschaft berichtet.

Diese Arbeit stützt sich jedoch ausschließlich auf die Sekundärliteratur der bereits erwähnten Autoren Michael Kempe und Robert Bohn. Zusätzlich bieten die Werke von Frauke Gewecke und Luis Martínez-Fernández einen umfassenden Überblick über die Geschichte und Geografie der Karibik.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

3. Räumliche und zeitliche Einordnung

4. Französische Korsaren

5. Englische Freibeuter und Niederländische Kaperfahrer

6. Buccaniere des 17. Jahrhunderts

7. Zusammenfassung und Ergebnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, welchen Einfluss staatlich geförderte Kaperprogramme und verschiedene Formen der Piraterie im 16. und 17. Jahrhundert auf den nachhaltigen Verlust der spanischen Hegemonialstellung im karibischen Raum hatten.

  • Analyse der nationalen Seeraubstrategien von Frankreich, England und den Niederlanden
  • Historische Einordnung der Begriffe Piraterie, Kaperwesen und Freibeuterei
  • Untersuchung der wirtschaftlichen und militärischen Folgen für spanische Kolonialstützpunkte
  • Der Aufstieg der Buccaniere als neuer Akteur in den kolonialen Machtkämpfen

Auszug aus dem Buch

Die Entstehung des piratischen Widerstands

Die Entdeckung der karibischen Inseln im Jahr 1492 durch Christoph Kolumbus, welcher von der kastilischen Krone beauftragt worden war, hatte den Grundstein für die Errichtung des Spanischen Kolonialreichs gelegt. Der karibische Raum diente den Spaniern als Stützpunkt zur wirtschaftlichen Ausbeutung des südamerikanischen Kontinents und als Ausgangspunkt für den Rücktransport der gewonnenen Ressourcen ins Mutterland. Das durch den Vertrag von Tordesillas abgesicherte Monopol der Gewinne aus dem Kolonialhandel ließ die Spanier zu Beginn des 16. Jahrhunderts schnell „zur stärksten Macht Europas“ aufsteigen. Laut Historiker Robert Bohn zeigten jedoch die „aufstrebenden Seefahrtsnationen und späteren Kolonialmächte England, Frankreich und […] Holland“ (fortan Niederlande) kein Interesse an einer spanischen Hegemonie in der Karibik und somit in der Neuen Welt.

Im Verlauf des 16. und 17. Jahrhunderts befand sich Spanien folglich in einem stetig wechselndem Zustand zwischen Krieg und Frieden mit den drei zuvor genannten konkurrierenden Nationen. Die Kriegszustände auf dem europäischen Festland spiegelten sich zumeist in der Karibik wider. Jedoch bedeutete Frieden in Europa nicht automatisch Frieden auf hoher See und in den karibischen Gewässern. R. Bohn betitelt es als „Spezifikum der neuen Zeit, daß in Europa zwischen den Mächten offiziell Frieden herrschen konnte, während gleichzeitig […] in den überseeischen Gebieten ein Kleinkrieg zwischen Angehörigen dieser Staaten ausgefochten wurde“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die koloniale Ausgangslage und die Forschungsfrage zur Rolle der Piraterie bei der Destabilisierung der spanischen Macht.

2. Begriffsklärung: Differenzierung der verschiedenen Akteure wie Piraten, Kaperfahrer, Freibeuter und Buccaniere anhand ihrer rechtlichen und historischen Einordnung.

3. Räumliche und zeitliche Einordnung: Geographische Definition des karibischen Raums und zeitliche Strukturierung der Konfliktphasen mit Spanien.

4. Französische Korsaren: Analyse der ersten Phase seeräuberischer Angriffe, die das Monopol der Spanier auf Kuba und Hispaniola brüchig machten.

5. Englische Freibeuter und Niederländische Kaperfahrer: Untersuchung der staatlich sanktionierten Angriffe durch England und die Niederlande, die Spanien zu massiven Investitionen zwangen.

6. Buccaniere des 17. Jahrhunderts: Darstellung der Rolle lokaler Seeräubergruppen bei der endgültigen Schwächung spanischer Stützpunkte.

7. Zusammenfassung und Ergebnis: Synthese der Auswirkungen der verschiedenen Seeraubprogramme auf den Zerfall der Hegemonie und die Bestätigung der Forschungsfrage.

Schlüsselwörter

Karibik, Spanien, Kolonialreich, Piraterie, Kaperfahrer, Freibeuter, Buccaniere, Hegemonie, Überseehandel, Kolonialmächte, Seeraub, Antillen, Machtvakuum, Handelsmonopol, Neue Welt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt den Zerfall der Vormachtstellung des spanischen Kolonialreichs in der Karibik aufgrund systematischer seeräuberischer Angriffe anderer europäischer Mächte.

Welche Akteure stehen im Zentrum der Untersuchung?

Im Fokus stehen französische Korsaren, englische Freibeuter, niederländische Kaperfahrer sowie die buccaneerischen Seeräubergruppen des 17. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, den Einfluss staatlich geförderter Kaperprogramme auf die spanische Hegemonie zu analysieren und nachzuweisen, wie diese zur Schwächung Spaniens beitrugen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einschlägiger Sekundärliteratur zur karibischen Kolonialgeschichte und Piraterieforschung basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch und nach Nationalitäten in die Phasen der französischen, englischen, niederländischen und buccaneerischen Aktivitäten ab dem 16. Jahrhundert.

Welche Rolle spielt die wirtschaftliche Komponente?

Wirtschaftliche Aspekte wie die Störung des Schatztransports, Schmuggel und die hohen Kosten der Befestigung von Hafenstädten sind zentrale Indikatoren für den Erfolg der Piraterie.

Warum waren die französischen Korsaren für Spanien gefährlich?

Sie eröffneten bereits ab dem frühen 16. Jahrhundert eine „zweite Front“ gegen den Papismus und zwangen Spanien zu ersten kostspieligen Befestigungsmaßnahmen.

Welche Bedeutung hatte der Friede von Westfalen für die Karibik?

Er besiegelte die Unabhängigkeit der Niederlande und zwang Spanien, deren Besitzungen und Stützpunkte in der Karibik offiziell anzuerkennen.

Wie veränderte sich die Rolle der Buccaniere im 17. Jahrhundert?

Sie entwickelten sich von kleinen Jägergruppen zu einer Art „maritimer Hilfstruppe“ der europäischen Mächte, die aktiv in den kolonialen Umverteilungskampf eingriffen.

Welcher Friede markierte das Ende der spanischen Dominanz?

Der Vertrag von Ryswick 1697 bildete den Schlusspunkt, an dem Spanien die Ansprüche der verbliebenen europäischen Mächte auf weite Teile der Karibik akzeptieren musste.

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Details

Title
Piraterie und Kaperei im kolonialen Hispanoamerika. Auswirkungen auf die Spanische Hegemonialstellung im Karibischen Raum
College
Free University of Berlin  (Friedrich-Meinecke-Institut)
Course
Das koloniale Hispanoamerika
Grade
1,3
Author
Niklas Gaede (Author)
Publication Year
2022
Pages
17
Catalog Number
V1268972
ISBN (PDF)
9783346711953
ISBN (Book)
9783346711960
Language
German
Tags
Piraterie Kaperei Freibeuter Bukanier Karibik Spanisches Kolonialreich Jamaika Kuba Hispaniola Tortuga Henry Morgan Francis Drake Transatlantische Geschichte Korsaren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Niklas Gaede (Author), 2022, Piraterie und Kaperei im kolonialen Hispanoamerika. Auswirkungen auf die Spanische Hegemonialstellung im Karibischen Raum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1268972
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