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"Daniel von dem Blühenden Tal". Ein nachklassischer Artusroman

Titel: "Daniel von dem Blühenden Tal". Ein nachklassischer Artusroman

Hausarbeit , 2022 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

"Daniel von dem Blühenden Tal" gilt in der Forschung als ein sehr umstrittener Artusroman, zu dem es zahlreiche sich scheidende Meinungen gibt. Jene reichen von "Abenteuergeschichte ohne Geist und Sinn" bis hin zur Erkenntnis von Ingeborg Henderson, die im Daniel einen Beweis für die erstaunliche Bildung des Dichters und seine bewusste Hinwendung zum aktuellen Thema sieht. Der Grund für die unterschiedlichen Urteile, ist die Abweichung des Stoffes von klassischen Artusromanen wie Parzival von Wolfram von Eschenbach oder Erec und Iwein von Hartmann von Aue.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, zunächst aufzuzeigen, inwiefern der Held in "Daniel von dem Blühenden Tal" eine Veränderung im Vergleich zu seinen klassischen Vorgängern erfährt, um anschließend der Frage nachzugehen, warum der Stricker die Alternativen bei seiner Daniel-Figur entwickelt.

Hierzu werden zunächst grundlegend die Konzepte der Konventionalisierung und Alternativenbildung nach Remele erläutert. Im Anschluss daran werden die Aspekte Aufnahme in die Tafelrunde, minne und list aus dem vorliegenden Roman anhand der beiden Konzepte analysiert. Im zweiten Arbeitsprozess wird die Herleitung des Begriffes
nachklassisch herangezogen, um darauffolgend festzustellen, dass Daniel ein nachklassischer Artusroman ist. Fortlaufend werden die Veränderungen vom klassischen Artusroman zum Daniel erörtert. Dies dient, um zu verdeutlichen, dass es sich um eine bewusste Veränderung des Autors innerhalb der Gattung der Artusromane handelt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Konventionalisierung und Alternativenbildung

2.1 Erläuterung der Konzepte

2.2 Aufnahme in die Tafelrunde

2.3 minne

2.4 list

3 Daniel von dem Blühenden Tal als nachklassischer Artusroman

3.1 Zur Terminologie „nachklassisch“

3.2 Klassischer und nachklassischer Artusroman

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern der Held im "Daniel von dem Blühenden Tal" eine bewusste Veränderung gegenüber klassischen Artusromanen erfährt und aus welchen Gründen der Stricker diese alternativen Merkmale in seine Romanfigur integriert hat.

  • Die Anwendung der Konzepte Konventionalisierung und Alternativenbildung nach Remele.
  • Analyse der zentralen Aspekte Aufnahme in die Tafelrunde, minne und list.
  • Herleitung und Begründung der Kategorisierung als nachklassischer Artusroman.
  • Kontrastierung des Heldenbildes und der Strukturkonzepte mit klassischen Vorbildern wie Hartmann von Aue.
  • Untersuchung der statischen versus dynamischen Heldenentwicklung im Gattungskontext.

Auszug aus dem Buch

2.1 Erläuterung der Konzepte

Ziel der Konzeption ist es, Variationen und Modifikationen zwischen verschiedenen Werken der Gattung des Artusromans möglichst wertfrei zu bestimmen. Deshalb werden Begriffe wie "Prototyp" oder "Original", die eine Aufwertung der klassischen Artusromane (z.B. Hartmanns von Aue oder Wolframs von Eschenbachs) zwangsläufig zur Folge haben, konsequent abgelehnt. Selbiges gilt für die Begriffe "Abweichung" oder "Abwenden", die eine Anpassung an das klassische Artusromanmaterial automatisch als negativ markieren. Mit den Beschreibungsebenen "Konventionen" und "Alternativenbildung" soll dieses Problem umgangen und eine gleichberechtigte Betrachtung verschiedener Vertreter des Artusromans ermöglicht werden.

Bei Konventionen handelt es sich um Übereinstimmungen in den Motiven, Stoffen, Erzählweisen, Figuren uvm. einer Gattung, die sich sowohl zwischen verschiedenen Texten dieser Gattung als auch über die Zeit hinweg durchgesetzt haben. SchreiberInnen haben sich in ihrem gegenseitig beeinflussten Schreibprozess darauf geeinigt, dass diese Übereinkunft zu einem wichtigen Merkmal der betreffenden Gattung wird, z.B. indem sie die Konvention eines früheren Vertreters verarbeiten und in ihr Werk aufnehmen, wobei der eigentliche Ursprung der Übereinkunft nicht interessant ist.

Zum literarischen Schaffen gehört es aber selbstverständlich auch, dass ein Dichter bestehende Motive und Stoffe, also bestehende Konventionen, variiert, modifiziert und transformiert, nach seiner eigenen literarischen Intention. Dies meint der Begriff der Alternativenbildung: Zu einer bekannten Konvention wird eine Alternative präsentiert, was zum Beispiel in Form einer Verstärkung, Problematisierung, Ironisierung oder Anpassung geschehen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die wissenschaftliche Kontroverse um den "Daniel" ein und definiert das Ziel, die Veränderungen der Daniel-Figur mittels der Konzepte Konventionalisierung und Alternativenbildung zu analysieren.

2 Konventionalisierung und Alternativenbildung: Hier werden die methodischen Rahmenkonzepte erläutert und an den zentralen Romanaspekten (Aufnahme in die Tafelrunde, minne, list) exemplarisch angewendet.

3 Daniel von dem Blühenden Tal als nachklassischer Artusroman: Dieses Kapitel widmet sich der terminologischen Einordnung des "nachklassischen" Artusromans und analysiert strukturelle Abweichungen vom klassischen Modell.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die bewusste Konzeption eines statischen, idealen Helden durch den Stricker zur Darstellung exemplarischer Ritterlichkeit.

Schlüsselwörter

Daniel von dem Blühenden Tal, Der Stricker, nachklassischer Artusroman, Konventionalisierung, Alternativenbildung, minne, list, Artusheld, Gattungstradition, höfische Epik, Literaturwissenschaft, Heldenbild, Mittelalter, Epigonalität, Ritterlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den mittelalterlichen Artusroman "Daniel von dem Blühenden Tal" des Strickers und untersucht, wie dieser bewusst mit den Konventionen des klassischen Artusromans bricht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der methodischen Analyse von literarischen Konventionen und deren bewusster Umgestaltung durch den Autor, insbesondere in Bezug auf Minne, ritterliche Tugenden und das Heldenbild.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Abweichungen der Daniel-Figur von klassischen Vorbildern eine bewusste literarische Entscheidung des Autors darstellen, um ein neues, nachklassisches Genre-Verständnis zu etablieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf dem Konzept der "Konventionalisierung und Alternativenbildung" nach Florian Remele, welches eine wertfreie und vergleichende Analyse literarischer Werke ermöglicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Konzepte auf die Aufnahme in die Tafelrunde, die Minne-Auffassung und das zentrale Motiv der "list" angewendet sowie die Begriffe "nachklassisch" und der strukturelle Aufbau diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Daniel von dem Blühenden Tal", "nachklassischer Artusroman", "Alternativenbildung" und "list".

Warum wird Daniel als "statisch" bezeichnet?

Im Gegensatz zu klassischen Helden durchläuft Daniel keine innere Entwicklung oder Krise, sondern ist von Beginn an ein vollkommener Ritter, was im Fazit hervorgehoben wird.

Welche Bedeutung hat das Wort "list" im Roman?

Im Kontext des Werkes bezeichnet "list" keine Hinterhältigkeit, sondern eine rationale Form der Intelligenz, Weisheit und Problemlösungskompetenz, die Daniel über seine klassischen Vorgänger hinaushebt.

Wie unterscheidet sich die Heirats-Darstellung im "Daniel" von klassischen Werken?

Während im klassischen Modell die Heirat oft aus Liebe erfolgt, dient sie im "Daniel" rational-politischen Zwecken und ist dem übergeordneten ritterlichen Pflichtbewusstsein untergeordnet.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Daniel von dem Blühenden Tal". Ein nachklassischer Artusroman
Hochschule
Universität Münster
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
15
Katalognummer
V1269007
ISBN (PDF)
9783346711625
ISBN (Buch)
9783346711632
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Daniel von dem Blühenden Tal Der Stricker Nachklassisch Artusroman Erec Mittelalterliteratur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, "Daniel von dem Blühenden Tal". Ein nachklassischer Artusroman, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1269007
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Leseprobe aus  15  Seiten
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