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Victor Klemperers LTI - Zur Sprache des Nationalsozialismus

Klemperer als Prototyp diskurstheoretischer Sprachanalyse

Title: Victor Klemperers LTI - Zur Sprache des Nationalsozialismus

Term Paper , 2008 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andrea Sakoparnig (Author)

German Studies - Linguistics
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Victor Klemperers „LTI- Notizbuch eines Philologen“ bringt den Interpreten in eine gewisse Verlegenheit. Einerseits ist dieser Text eines der ersten Zeugnisse der Sprache des Nationalsozialismus- also nicht übergehbar -, andererseits stellt die Bestimmung der Textsorte und der Methodik vor nicht allzu geringe Schwierigkeiten- ist also kaum ‚angehbar’. Ob dieser Schwierigkeiten blieb die wissenschaftliche Behandlung des Textes lange Zeit aus bzw. unzureichend. Die „LTI“ blieben, obwohl einer der grundlegendsten in der Zeit des Nationalsozialismus verfassten Texte über die Sprache des Nationalsozialismus- also unmittelbares Zeugnis „erlebter Sprache“ - lange unbeachtet.
Die „LTI“ ist aber nicht nur Zeugnis der Sprache des Nationalsozialismus, sondern auch Zeugnis des Ringens eines Philologen um die adäquate Darstellung einer Sprachgeschichte, die zugleich Geistes- und Kulturgeschichte zu sein beansprucht. Klemperer sieht sich durch die Aufgabe, das Phänomen „LTI“ zu beschreiben, vor ungeahnte wissenschaftliche Probleme gestellt, denen er nur mit Mühe begegnen kann.
Beachtlich ist, dass er, wenn auch ‚nur’ intuitiv, viele sprachliche Phänomene erfasst und gut beschreibt, obwohl es ihm am methodischen und theoretischen Rüstzeug, zum Teil aus wissenschaftshistorischen, zum Teil aus persönlichen Gründen, gebricht. Das macht ihn bzw. seinen Text gerade heute für eine linguistische Untersuchung so spannend.
Nachdem zunächst ein kurzer Überblick über die Entstehungs- und Veröffentlichungsbedingungen, den Aufbau und den Inhalt der „LTI“ gegeben wird, soll etwas ausführlicher auf die Problematik der Bestimmung der Textsorte und der wissenschaftlichen Methodik Klemperers eingegangen werden, um zuletzt auf dessen Sprachauffassung, die sich in der „LTI“ offenbart, einzugehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung und Intention

2.1. Entstehungsgeschichte

2.2. Intention der „LTI“

3. Aufbau

4. Inhalt

5. Bestimmung der Textsorte

5.1. Rezeption in der Linguistik

5.2. Klemperers „in lingua veritas“ - Sprachauffassung

5.2.1 Klemperer als Vertreter einer idealistischen Sprachauffassung?

5.2.2. Klemperer als Vorläufer einer diskurstheoretisch geprägten Sprachauffassung und Methodik?

5.3. Zur Methode

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Sprachauffassung von Victor Klemperer anhand seines Werkes „LTI - Notizbuch eines Philologen“. Ziel ist es, die Entstehung, den Inhalt und die methodische Einordnung dieses Textes kritisch zu beleuchten, wobei insbesondere die Frage nach Klemperers Position zwischen idealistischer Philologie und moderner, diskurstheoretisch geprägter Analyse im Zentrum steht.

  • Entstehungsbedingungen des Werkes aus den Tagebuchaufzeichnungen
  • Analyse der nationalsozialistischen Sprache als Instrument der Macht
  • Problematik der textsortenspezifischen Einordnung von Klemperers Werk
  • Klemperers Sprachauffassung im Kontext idealistischer und diskursanalytischer Ansätze
  • Die Entwicklung von Klemperers methodischem Vorgehen während des Schreibprozesses

Auszug aus dem Buch

2.1. Entstehungsgeschichte

Klemperers „LTI“ ging aus umfangreichen, in der NS-Zeit niedergeschriebenen Tagebuchaufzeichnungen hervor. Diese dokumentieren den Alltag unter dem NS-Regime und insbesondere die Sprachentwicklung vor und während des Nationalsozialismus.

Bezieht man die Arbeit an den Tagebüchern, die wie gesagt die Textgrundlage für die „LTI“ bilden, in den Entstehungsprozess ein, so hat Klemperer 14 Jahre mit der Verfassung seines Textes zugebracht. Der Entstehungsprozess lässt sich in zwei Phasen einteilen.

Die erste Phase erstreckt sich über den gesamten Zeitraum der Herrschaft des NS-Regimes - von 1933-45. Klemperer sammelt gezielt Sprachmaterial, nachdem er lange der Sprache der Nationalsozialisten zu entgehen suchte. Ein konkreter Plan, diese Materialsammlung später in bündiger Form zu veröffentlichen liegt zu dieser Zeit noch nicht vor. Vielmehr ist ihm die Befassung mit der Sprache des Regimes ein persönliches Anliegen. Das Schreiben wird für ihn zur überlebenswichtigen Aufgabe nachdem ihm die akademische Arbeit als Romanist versagt ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Schwierigkeiten bei der wissenschaftlichen Einordnung von Klemperers „LTI“ und betont die Bedeutung des Werkes für die linguistische Untersuchung der Sprache des Nationalsozialismus.

2. Entstehung und Intention: Dieses Kapitel erläutert die Genese der „LTI“ aus den während des NS-Regimes verfassten Tagebüchern und beleuchtet die pädagogische sowie existentielle Motivation hinter dem Schreibprozess.

3. Aufbau: Hier wird der Aufbau des Buches beschrieben, der sich weniger durch eine starre Systematik als durch eine Verbindung von Deskription und persönlichem Erleben auszeichnet.

4. Inhalt: Dieses Kapitel gibt einen detaillierten Einblick in die thematischen Schwerpunkte der LTI, insbesondere in Semantik, Stilistik und den durch das NS-Regime induzierten Sprachwandel.

5. Bestimmung der Textsorte: Dieser Abschnitt analysiert die Problematik der Genre-Zuordnung des Werkes und diskutiert dessen Rezeption in der Linguistik sowie Klemperers Sprachauffassung und Methode.

6. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass Klemperers „LTI“ auch heute noch von großer Aktualität ist und methodisch bereits proto-diskursanalytische Züge aufweist.

Schlüsselwörter

Victor Klemperer, LTI, Notizbuch eines Philologen, Nationalsozialismus, Sprache, Diskurs, Ideologiekritik, Sprachwandel, Tagebuch, Sprachauffassung, Diskursanalyse, Philologie, Macht, Faschismus, erlebte Sprache

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Werk „LTI – Notizbuch eines Philologen“ von Victor Klemperer unter besonderer Berücksichtigung seiner theoretischen Grundlagen und methodischen Herangehensweise.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder umfassen den Entstehungsprozess der LTI, die Analyse der NS-Sprache, die Rezeption des Werkes in der Linguistik sowie Klemperers Verständnis von Sprache als Ausdruck ideologischer Gesinnung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Klemperers Position zwischen einer traditionell-idealistischen Sprachauffassung und einer modernen, diskurstheoretisch geprägten Analyse zu klären und seine methodische Entwicklung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine literatur- und sprachwissenschaftliche Analyse, die den Text „LTI“ in den Kontext zeitgenössischer Quellen, Tagebucheinträge und sprachwissenschaftlicher Diskurstheorien stellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Entstehungsgeschichte, den Aufbau, den inhaltlichen Fokus auf den NS-Sprachgebrauch sowie eine tiefgehende Diskussion über Klemperers Sprachauffassung und seine methodische Verortung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Victor Klemperer, LTI, Sprachauffassung, Diskursanalyse, NS-Sprache, Ideologiekritik und methodische Entwicklung charakterisiert.

Wie bewertet die Arbeit Klemperers anfängliche „Wörterbuchphilologie“?

Die Arbeit ordnet dies als eine frühe Phase ein, die Klemperer jedoch durch eine pragmatischere und diskurstheoretische Ausrichtung weiterentwickelte, wenngleich er selbst keine abgeschlossene Theorie formulierte.

Welche Rolle spielen Klemperers Tagebücher für die Analyse?

Die Tagebücher dienen als entscheidende Textgrundlage, um den Schreibprozess, die Motive des Autors und die „Genese“ der LTI sowie die methodische „Zwischenposition“ des Autors nachzuvollziehen.

Warum wird Klemperer als „Vorläufer“ der Diskursanalyse bezeichnet?

Er wird so bezeichnet, weil sein konkretes Vorgehen – die Untersuchung von Sprache im Zusammenhang mit gesellschaftlicher Macht und Lebenswirklichkeit – in erstaunlichem Maße modernen diskursanalytischen Verfahren ähnelt.

Wie interpretiert die Arbeit Klemperers Giftmetaphorik?

Die Arbeit interpretiert diese Metaphorik nicht als sprachpuristisch-naive Ansicht, sondern als bewusste Analyse der täglichen, habitualisierenden Einwirkung des faschistischen Diskurses auf das Denken der Menschen.

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Details

Title
Victor Klemperers LTI - Zur Sprache des Nationalsozialismus
Subtitle
Klemperer als Prototyp diskurstheoretischer Sprachanalyse
College
University of Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Course
Sprache des Nationalsozialismus
Grade
1,3
Author
Andrea Sakoparnig (Author)
Publication Year
2008
Pages
28
Catalog Number
V126929
ISBN (eBook)
9783640332922
ISBN (Book)
9783640332939
Language
German
Tags
Sprache Nationalsozialismus Klemperer Faschismus LTI Victor NS NS-Zeit LTI
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Sakoparnig (Author), 2008, Victor Klemperers LTI - Zur Sprache des Nationalsozialismus , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126929
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