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Erfundene Geschichten erzählen es richtig

Die Laborschule Bielefeld

Titel: Erfundene Geschichten erzählen es richtig

Seminararbeit , 2006 , 11 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Patrick Wilke (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Besonderheit der Laborschule Bielefeld zeigt sich besonders daran, dass die Klassenaufteilung anstatt nach Leistungsstärken hier leistungs- und altersgemischt geschieht, weiterhin an den kleinen Lerngruppen, der Ganztagesbetreuung und der Spiegelung des Lernfortschritts anstelle von Leistungsorientierter Benotung.

Der Zusammenhalt und die Geborgenheit der Kinder werden durch einen Haupt-Raum zum Lernen und durch langes Zusammenbleiben in einem Klassenverband gefördert. Die Ganztagesschule setzt auf Betreuung durch die Lehrer auch außerhalb des Unterrichts. Eine Versetzung hängt nicht nur von der Leistung ab, sondern ebenso von der Einschätzung des Potentials durch den Lehrer.

Der Schultag ist nicht durch ein starres Raster in 45-Minuten-Stunden eingeteilt, sondern flexibel an die Lernfortschritte und Aktivitäten anpassbar. Arbeit nach eigenem Maß, kreativer Fluss und die Nutzung der Begeisterung für das aktuelle Lernen sowie die Vermeidung von Lernfrust genießen Priorität vor Planung und standardisierter Leistungsanforderung.

Thesen und Erkenntnisse Heide Bambachs:
Kinder entwickeln sich sehr individuell, weshalb schablonenhafte Leistungs-Erwartungen die unterforderten ebenso wie die überforderten Kinder frustrieren können.

Einflüsse auf Fortschritt und Motivation kann zum Beispiel die individuelle Lebenssituation der Kinder haben – die Atmosphäre und Unterstützung im Elternhaus, Hänseleien anderer Kinder oder Krankheiten. Außerdem verbessern sich Fähigkeiten oft schubweise oder sind stark tagesformabhängig, wobei sie auch Rückschritte aufweisen können. Kinder brauchen in Lernsituationen Zeit, Freiheiten und Motivation. Dies erlangt man durch die Muße, auszuprobieren, durch den Respekt des Lehrers vor den Eigenheiten des Kindes und durch die erfahrene Freude, die Erfolgsaussichten sowie die richtigen Hilfen und Vorgaben im Lernalltag.

Die Ganztagesschule bietet nicht nur die Vorteile längerer Lernzeiten und sozialer Kontakte unter den Kindern, sondern ermöglicht den Lehrern auch, die Kinder besser kennen zu lernen. Auch der dauerhafte Klassenverband über mehrere Jahre hinweg und die Bindung an einen Klassenlehrer tragen dazu bei.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Vorstellung der Laborschule

2. Thesen und Erkenntnisse Heide Bambachs

2.1 Der Tagesablauf

2.2 Rechtschreibung

2.3 Prioritäten im Schreib-Lernprozess

3. Das Freie Schreiben

3.1 Rechtschreibung einprägen / Schreibprozess erlernen

3.2 Vorteile des Freien Schreibens

3.3 Fehlerkorrektur beim Freien Schreiben

3.4 Diktate

4. Projekte

4.1 Werkstatt

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die reformpädagogischen Ansätze der Laborschule Bielefeld, insbesondere im Bereich des Schreibunterrichts nach Heide Bambach, zu analysieren und deren Auswirkungen auf die Lernmotivation und den individuellen Kompetenzerwerb der Kinder aufzuzeigen.

  • Prinzipien der Laborschule Bielefeld zur individuellen Förderung
  • Die Bedeutung des "Freien Schreibens" als pädagogisches Konzept
  • Methoden der Fehlerkorrektur und Leistungsbewertung ohne Notendruck
  • Der Zusammenhang zwischen schreibpädagogischen Ansätzen und Lernfreude
  • Die Rolle der Autorenlesung und Projektarbeit für das Selbstbewusstsein

Auszug aus dem Buch

3. Das Freie Schreiben

Die Kinder lernen erst mal das „Freie Schreiben“, also sich überhaupt auszudrücken, eigene Gedanken und Geschichten zu formulieren. Von sich und über ihre Welt etwas zu berichten. Durch das Freie Schreiben lernen sie mit der Zeit das richtige Schreiben.

Bis zur 3. Klasse werden Texte von den Kinder völlig frei erfunden, die diese besprechen und weiterentwickeln. Diese Texte enthalten im Vergleich zu Texten herkömmlicher Deutschklassen viele Rechtschreib- und Grammatikfehler, sind aber sprachlich reich und phantasievoll. Die Rechtschreibsicherheit kommt laut Heide Bambach ab der 4. Klasse, wenn auch indes Regel nicht ganz so sicher wie bei Regelschul-Kindern.

Gerade bei der Rechtschreibung sollte man den Kindern Zeit lassen, denn die Schreibregeln holen sie später auf, während verkümmerte Phantasie und Ausdrucksstärke oder vom Frust blockierte Motivation kaum zu kurieren sind. Frei erfundene Geschichten sind bestens geeignet, um sich mit ihnen zu identifizieren. Die Kinder leben halb in ihren eigenen Geschichten und haben ein starkes Interesse daran, sie dauerhaft weiterzuentwickeln – wodurch indirekt auch sie selbst und ihre Schreibfähigkeiten reifen. Alle Geschichten eines Schülers werden in Ordner geheftet und sind bis zur vierten Klasse Teil der Gesamtleistung des Kindes.

Das Sammeln von Geschichten macht Stolz auf das Erreichte, das Präsentieren und Besprechen der Texte hilft dabei, sich selbst einzuschätzen, Ängste vor Publikum abzubauen und weiterzuentwickeln. Das freie Arbeiten außerhalb der klassischen 45-Minuten-Stunden und über die Grenzen von Lernabschnitten und Schulhalbjahre hinweg erfordert regelmäßiges Besprechen, Korrigieren, und Überarbeiten des Lebenswerks der Kinder.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Vorstellung der Laborschule: Einführung in das Gründungskonzept der Laborschule Bielefeld, die sich durch altersgemischte Gruppen, Ganztagsbetreuung und den Verzicht auf herkömmliche Noten auszeichnet.

2. Thesen und Erkenntnisse Heide Bambachs: Analyse der individuellen Lernbedürfnisse und der Bedeutung von Motivation, Respekt und einer flexiblen Tagesgestaltung im schulischen Alltag.

3. Das Freie Schreiben: Untersuchung der Methode, bei der Kinder durch kreatives, inhaltlich freies Schreiben den Zugang zur Sprache finden, bevor formale Rechtschreibregeln in den Fokus rücken.

4. Projekte: Darstellung der Bedeutung von Praxisprojekten und der "Werkstatt", in der durch Präsentationen und Autorenlesungen das Selbstvertrauen der Schüler gestärkt wird.

Schlüsselwörter

Laborschule Bielefeld, Heide Bambach, Freies Schreiben, Reformpädagogik, Individualisierung, Schreibprozess, Fehlerkorrektur, Ganztagsschule, Lernmotivation, Schreibwerkstatt, Autorenlesung, Rechtschreiblernen, Grundschule, Projektunterricht, Selbstbewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet das reformpädagogische Modell der Laborschule Bielefeld und untersucht, wie dort durch das Konzept des "Freien Schreibens" Kinder zum Lernen motiviert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind individuelle Lernentwicklung, schreibpädagogische Ansätze nach Heide Bambach, alternative Leistungsbewertung und die Bedeutung von praktischen Projekten wie Schreibwerkstätten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie ein Unterricht, der inhaltliche Freiheit über formale Strenge stellt, die Freude der Kinder am Ausdruck und am Denken nachhaltig fördert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine fachliche Auseinandersetzung mit der pädagogischen Theorie und Praxis, gestützt auf die Schriften von Heide Bambach und Dokumentationen zur Laborschule.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Bambach-Methodik, die praktische Anwendung des Freien Schreibens sowie die Bedeutung von Projekten und Werkstätten im Schulalltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Reformpädagogik, Individualisierung, Freies Schreiben, Lernmotivation und Laborschule Bielefeld zusammenfassen.

Wie werden Rechtschreibfehler an der Laborschule gehandhabt?

Fehler werden nicht durch Noten sanktioniert; vielmehr erhalten die Schüler individuelle Hinweise, um selbstständig oder in Gruppen nach Lösungen zu suchen, damit die Freude am inhaltlichen Ausdruck erhalten bleibt.

Welche Rolle spielt die "Werkstatt" im Schulkonzept?

Die Werkstatt dient als Ort, an dem Geschichten gesammelt, überarbeitet und für öffentliche Autorenlesungen aufbereitet werden, was das Selbstbewusstsein der Kinder stärkt.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Erfundene Geschichten erzählen es richtig
Untertitel
Die Laborschule Bielefeld
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Germanistik)
Veranstaltung
Proseminar: Vom Erstschreiben zur Schreibkonferenz
Note
2,0
Autor
Patrick Wilke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
11
Katalognummer
V126934
ISBN (eBook)
9783640334575
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erfundene Geschichten Laborschule Bielefeld
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrick Wilke (Autor:in), 2006, Erfundene Geschichten erzählen es richtig, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126934
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Leseprobe aus  11  Seiten
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