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Die Darstellung der preußischen Führer im Film des Dritten Reiches

Title: Die Darstellung der preußischen Führer im Film des Dritten Reiches

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 44 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Luc Wildanger (Author)

Film Science
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Beim Kino des Dritten Reiches denken viele Menschen heutzutage hauptsächlich an Propagandafilme wie „Jud Süß“ und „Hitlerjunge Quex“, an die Dramen mit Zarah Leander oder an die Revue- und Musikfilme mit Marika Rökk. Es entstanden aber neben den offensichtlichen Propaganda- und Unterhaltungsfilmen, die beide als jeweiliges Extrem der Zeit angesehen werden können, noch viele weitere Filme, die schwieriger zu klassifizieren sind.
Preußische Führer waren bereits von Beginn der Filmgeschichte an begehrte Filmmotive. Im Dritten Reich haben diese sogenannten Preußenfilme jedoch nochmals eine Wandlung mitgemacht. Worin diese Veränderungen liegen, woran sie erkennbar und deutlich werden, und in wiefern die Preußenfilme, die schon vorher der Verherrlichung des preußischen Reiches und deren Königen und Führern dienten, erst im Dritten Reich ausgeschlachtet wurden um Hitlers Politik zu rechtfertigen, soll die folgende Arbeit zeigen. So spielt die Handlung von „Bismarck“, „Der große König“ und Co zwar im Preußen der Vergangenheit, aber die Bezüge auf die aktuelle politische Lage im Deutschland des Dritten Reiches, und auch in Europa sind mehr als offensichtlich. Die Darstellung und Nutzung Preußens zur Propaganda der Nationalsozialisten werden in dieser Arbeit analysiert. Diese Tendenzen und nationalsozialistischen Elemente werden beispielhaft anhand von Wolfgang Liebeneiners „Bismarck“ und Veit Harlans „Der große König“ herausgearbeitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle der Historienfilme im Dritten Reich

2.1 Geschichte und Geschichten mit Vorbildfunktion

2.2 Fortsetzung einer Tradition

2.3 Der „Preußenfilm“ im Dritten Reich

3. Propaganda in den Preußenfilmen

3.1 Festgelegte Darstellung

3.2 Propagandafilm oder nicht?

3.3 Das Führerprinzip

3.4 Preußische Helden als Hitlers Vorfahren

3.5 Vergangenheit und Gegenwart

3.6 Preußens Verhältnisse zum Ausland als Spiegel der NS-Politik

4. Die Darstellung des „Eisernen Kanzlers“

4.1 Der „Eiserne Kanzler“ als nationaler Held

4.2 Legitimation der Abschaffung des Mehrparteiensystems

4.3 Bismarck, der wahre und alleinige Führer

4.4 Legitimation der Pressezensur

4.5 Eine beispielhafte Familie

5. Die Darstellung des „großen Königs“

5.1 Frühe Fridericus-Filme der Nationalsozialisten

5.2 Der große König

5.3 Die Worte Hitlers verpackt als die Friedrich des Großen

5.4 Völlige Unterwerfung: Der Führer, seine Armee und das Volk

5.5 Die mythische Gestalt Friedrichs

5.6 Das Mythische erhält menschliche Züge

5.7 Glaube an Führer und Fahne

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Darstellung und Nutzung der preußischen Geschichte im Film des Dritten Reiches, insbesondere unter der Fragestellung, wie historische Figuren wie Bismarck und Friedrich der Große instrumentalisiert wurden, um die nationalsozialistische Ideologie, das Führerprinzip und die aktuelle Politik Hitlers zu legitimieren und zu rechtfertigen.

  • Instrumentalisierung preußischer Mythen für NS-Propagandazwecke
  • Die Projektion des Führerprinzips auf historische Persönlichkeiten
  • Legitimation diktatorischer Strukturen durch historische Analogien
  • Analyse der Filme "Bismarck" und "Der große König"
  • Die Rolle von Geschichtsbildern als Rechtfertigung für gegenwärtige Politik

Auszug aus dem Buch

3.1 Festgelegte Darstellung

Historische, deutsche Persönlichkeiten waren ein beliebtes Filmmotiv der NS-Zeit. Wie wichtig die Darstellung dieser Personen den Nazis war, beweist ein Verbot vom 8. März 1937: Es „wird darauf hingewiesen, dass berühmte Persönlichkeiten der deutschen Geschichte, sowohl der Vergangenheit als auch aus der Gegenwart auf den Varietébühnen bzw. in der Zirkusmanege nicht mehr dargestellt werden dürfen.“ Weder Bismarck, noch Friedrich der Große oder Hindenburg durften auf komische Art dargestellt werden. Sie waren Respektpersonen und Vorbilder, sozusagen „Vorfahren“ des Führers, und über diese durfte man sich nicht lustig machen oder amüsieren. Sie galten als Vorbilder und durften filmisch auch nur in Vorbildfunktion dargestellt werden.

Je weiter der Krieg fortschritt, desto mehr Kostüm- und Historienfilme entstanden. Die Belle Epoque ersetzte die Gegenwart. Die Preußenzeit bot den Nationalsozialisten historische Führer an, die von diesen auch als ideale Führertypen verkauft wurden. Große Menschen, und natürlich große Männer, die ihr Volk mit eiserner Hand führten. Hitler selber legte höchsten Wert auf die Verehrung der bedeutenden Männer der deutschen Vergangenheit. Die Filmindustrie unter den Nazis war daher auch geprägt davon, dass sie sich der Heroen der deutschen Geschichte annahm, um so der Bevölkerung den Eindruck zu vermitteln, vergangene Größe sei nun, unterm Nationalsozialismus zurückgekehrt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt dar, wie preußische Führerfiguren im Film des Dritten Reiches für Propagandazwecke instrumentalisiert wurden, um Hitlers Politik zu rechtfertigen.

2. Die Rolle der Historienfilme im Dritten Reich: Dieses Kapitel erläutert die Tradition des Historienfilms und wie dieser dazu diente, Geschichtsmythen für die nationalsozialistische Ideologie umzudeuten.

3. Propaganda in den Preußenfilmen: Hier wird analysiert, wie historische Figuren gezielt zum „Vorfahren“ des Führers stilisiert wurden, um das Führerprinzip zu legitimieren.

4. Die Darstellung des „Eisernen Kanzlers“: Das Kapitel untersucht die Figur des Bismarck in NS-Filmen als ideologisches Werkzeug zur Rechtfertigung autoritärer Herrschaft.

5. Die Darstellung des „großen Königs“: Diese Analyse zeigt auf, wie die Figur Friedrichs des Großen als mythischer Führer instrumentalisiert wurde, um den absoluten Gehorsam gegenüber dem Regime zu fordern.

6. Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass die sogenannten Preußenfilme keine historisch getreuen Darstellungen waren, sondern effektive Propagandawaffen des NS-Regimes.

Schlüsselwörter

Preußenfilm, Nationalsozialismus, Propaganda, Führerprinzip, Bismarck, Friedrich der Große, Geschichtsmythos, NS-Ideologie, Historienfilm, Filmzensur, Legitimation, Drittes Reich, Historienmalerei, Personenkult, politische Instrumentalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie historische Filme über preußische Führungspersönlichkeiten im Nationalsozialismus instrumentalisiert wurden, um die Ideologie des Regimes und das Handeln Adolf Hitlers zu legitimieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der filmischen Konstruktion des Führerprinzips, der Stilisierung historischer Figuren als Hitlers Vorfahren sowie der bewussten Verfälschung historischer Fakten für Propagandazwecke.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie und warum die preußische Geschichte im Film des Dritten Reiches ausgeschlachtet wurde, um als Rechtfertigung für die nationalsozialistische Diktatur und die Alleinherrschaft Hitlers zu dienen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine inhaltliche Analyse historischer Filme und zeitgenössischer Quellen, ergänzt durch eine Untersuchung der filmischen Dramaturgie und deren Parallelen zur NS-Politik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich detailliert den Filmen über Bismarck ("Der Eiserne Kanzler") und Friedrich den Großen ("Der große König") und analysiert deren Funktion als Propagandainstrumente.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Preußenfilm, Propaganda, Führerprinzip, Instrumentalisierung, Historienfilm und Legitimation.

Wie wurde Bismarck in den Filmen der NS-Zeit dargestellt?

Bismarck wurde als starker, einsamer nationaler Held und Vorläufer Hitlers inszeniert, der das Mehrparteiensystem als hinderlich für das Wohl des Staates ablehnte und eine uneingeschränkte Führungsposition innehatte.

Warum wurde Friedrich der Große als mythische Figur stilisiert?

Die Stilisierung diente dazu, ihn als "einsamen" und fehlerfreien Herrscher darzustellen, dem das Volk kritiklos folgen musste, um so den absoluten Gehorsam und das Durchhalten im Krieg auch im Kontext des Zweiten Weltkriegs zu rechtfertigen.

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Details

Title
Die Darstellung der preußischen Führer im Film des Dritten Reiches
College
Saarland University  (Germanistik)
Course
Film im Nationalsozialismus
Grade
3,0
Author
Luc Wildanger (Author)
Publication Year
2006
Pages
44
Catalog Number
V126972
ISBN (eBook)
9783640333141
ISBN (Book)
9783640333127
Language
German
Tags
Darstellung Führer Film Dritten Reiches
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Luc Wildanger (Author), 2006, Die Darstellung der preußischen Führer im Film des Dritten Reiches, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126972
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