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Das höfische Konzept der hohen Minne

Title: Das höfische Konzept der hohen Minne

Term Paper , 2021 , 13 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Jeannette Pfeiffer (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Der Autor Hartmann von Aue verfasste um 1180 sein erstes Werk „Die Klage“. Dieses Buch handelt vor allem von einem Streit zwischen dem Herz und dem Leib, wo die Qualen der hohen Minne und die dazugehörige Überwindung dieser thematisiert werden, worauf im Folgenden weiter eingegangen wird. Das Hauptaugenmerk von Hartmann von Aue liegt in diesem Buch eindeutig auf der Minnekultur, die er in vielen verschiedenen Passagen des Buches herausstechen lässt und thematisiert.

Die Minnekultur ist jedoch breit gefächert und auf verschiedenste Weisen zu deuten, weshalb das Hauptaugenmerk der vorliegenden Arbeit darauf liegen wird, wie das Konzept der höfischen Minne aufgebaut ist und im Text dargestellt wird. Um eine solch komplexe Frage beantworten zu können, müssen vorab einige Sachverhalte geklärt werden. Ich werde erst eine kurze Definition der Minne bereitstellen und anschließend mehrere Merkmale der hohen Minne nennen, die anhand des Buches und auch an einigen Strophen in Minnesangliedern verdeutlicht und unterstützt werden können. Im Anschluss folgt ein kurzes Fazit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Definition der Minne

2. Abhängigkeitsverhältnis des Liebenden zur Minnedame

3. Stereotypische Entstehung der hohen Minne

4. Bewusstmachung über die Nichterfüllung der Minne

5. Die damit einhergehende Leiderfahrung

6. Tugendlehre

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und Struktur des höfischen Konzepts der „hohen Minne“ in Hartmann von Aues Werk „Die Klage“, wobei insbesondere der Diskurs zwischen Herz und Leib sowie die ethische Dimension dieser Liebeserfahrung analysiert werden.

  • Grundlagendefinition und Semantik der Minne
  • Die literarische Konstruktion des asymmetrischen Liebesverhältnisses
  • Die Rolle von Leid, Entsagung und unerfüllter Sehnsucht
  • Die pädagogische und ethische Funktion des Minnedienstes
  • Das Spannungsfeld zwischen Fiktion und höfischem Gesellschaftsideal

Auszug aus dem Buch

Die Tugendlehre

Denn durch dieses Konzept strebt das männliche Ich nun nicht einzig das erotische Ziel an, sondern hofft in der erfolglosen Werbung und durch die damit verbundene ästhetische Seinserfahrung auf einen eigenen ethischen Wert und die einhergehende sittliche Läuterung. Die Liebe gilt als das oberste Prinzip aller Tugenden, Verdienstes und Ansehens, durch die Ablehnung der Dame wird der Liebende ethisch erhöht und dadurch anerkannt.

Die Liebe wird als eine Art Dienst des höfischen Erziehungsideals angesehen, um den Liebenden aus dem Zwang der dunklen Triebe zu befreien. Aus diesem Grund wird der Liebende nicht auf den Weg der Sinnenlust und fleischlicher Befriedigung gebracht, sondern werden die Wünsche und Gedanken des Liebenden gerade dorthin lenkt, wo ihn Entsagung und Verzicht auf sexuelle Freude abverlangt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

Definition der Minne: Dieser Abschnitt differenziert Minne von der niederen Liebe und grenzt die hohe, höfische Minne als unerreichbares Ideal ab.

Abhängigkeitsverhältnis des Liebenden zur Minnedame: Es wird das Dienstverhältnis des lyrischen Ichs zur Minnedame untersucht, welches dem Lehnswesen nachempfunden ist.

Stereotypische Entstehung der hohen Minne: Hier wird analysiert, wie die Minne durch äußere Vorzüge entsteht und zwischen fleischlichem Verlangen und geistiger Tugendliebe vermittelt.

Bewusstmachung über die Nichterfüllung der Minne: Das Kapitel verdeutlicht, dass die Nichterfüllung konstitutiv für das höfische Konzept ist, da eine Erfüllung dem Adel gegenüber nicht standesgemäß wäre.

Die damit einhergehende Leiderfahrung: Es wird erörtert, wie das unausweichliche Leid und die damit verbundene Klage als notwendige, obligatorische Merkmale der Minne fungieren.

Tugendlehre: Inhalt ist die Transformation des Liebenden durch den Dienst an der Dame, die zur ethischen Läuterung und Reife innerhalb der Gesellschaft führen soll.

Fazit: Zusammenfassung der sechs Kernmerkmale, die das höfische Liebeskonzept in „Die Klage“ definieren und als Idealmodell inszenieren.

Schlüsselwörter

Hohe Minne, Hartmann von Aue, Die Klage, Minnesang, Höfische Gesellschaft, Tugendlehre, Liebeskonzeption, Unerreichbarkeit, Dienstverhältnis, Leiderfahrung, Mittelalterliche Literatur, Ethik, Herz und Leib, Fiktionalität, Adelsideal

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das literarisch-höfische Konzept der „hohen Minne“ und dessen spezifische Ausprägung und Darstellung im Werk „Die Klage“ von Hartmann von Aue.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Struktur des unerreichbaren Liebesverhältnisses, die ethische Läuterung durch Leid und Entsagung sowie die Funktion von Tugend und Dienst innerhalb höfischer Ideale.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hartmann von Aue durch das Streitgespräch zwischen Herz und Leib die komplexen Aspekte der Minnekultur aufbaut und als Idealmodell der höfischen Zeit darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Untersuchung stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse von Textpassagen aus „Die Klage“ und verknüpft diese mit Vergleichen zu zeitgenössischen Minnesangliedern und relevanter Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Aspekte: von der Begriffsbestimmung der Minne über die Analyse des Abhängigkeitsverhältnisses und der stereotypischen Entstehung bis hin zur Bedeutung der Tugendlehre und Leiderfahrung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem „hohe Minne“, „Dienstverhältnis“, „Leiderfahrung“, „Tugendlehre“ sowie die „Fiktionalität“ des dargestellten idealisierten Gesellschaftsbildes.

Inwiefern spielt das Motiv der Erziehung in „Die Klage“ eine Rolle?

Das Werk fungiert quasi als erzieherisches Instrument, bei dem das Herz als Lehrer auftritt, um den Liebenden zu disziplinieren, seinen Stand in der Gesellschaft zu festigen und ihn zu sittlicher Läuterung anzuregen.

Warum gilt die Unerreichbarkeit der Dame als zentrales Element?

Die Nichterfüllung ist obligatorisch, da erst durch die Abweisung und das fortwährende Leiden des Ritters die ethische Erhöhung und die Bestätigung der Tugendhaftigkeit möglich werden – eine erfüllte Liebe entspräche nicht dem höfischen Ideal.

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Details

Title
Das höfische Konzept der hohen Minne
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Grade
2,7
Author
Jeannette Pfeiffer (Author)
Publication Year
2021
Pages
13
Catalog Number
V1269922
ISBN (PDF)
9783346714916
ISBN (Book)
9783346714923
Language
German
Tags
Hohe Minne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jeannette Pfeiffer (Author), 2021, Das höfische Konzept der hohen Minne, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1269922
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