Diese Hausarbeit behandelt die beiden Bände „Maus I- Mein Vater kotzt Geschichte aus“ und „Maus II- Und hier begann mein Unglück“ mit dem Hauptaugenmerk auf die von Art Spiegelman genutzte Tiermetaphorik. So werden in seiner Graphic Novel die Figuren als Tiere dargestellt, wobei sich nicht gewundert wird, dass viele Kritiker behaupten, eine Graphic Novel, welche das Grauen vom Nationalsozialismus beschreibt, als eine Art Tierfabel darzustellen, sei geschmacklos und würde dieser Thematik nicht gerecht werden. Doch hinter dieser Tiermetaphorik steckt viel mehr, als vorerst augenscheinlich zu erkennen ist.
Um sich jedoch diesem Gegenstand zu nähern, muss vorerst geklärt werden, was eine Graphic Novel überhaupt ist und wie sie sich vom herkömmlichen Comic abgrenzt. Danach wird die Lebensgeschichte von dem Autor Art Spiegelman selbst knapp zusammengefasst. Nicht außer Acht zu lassen sind die stilistischen Merkmale beider Bänder, welche diese erst zu einem solchen Erfolg verholfen haben. Um generell zu verstehen, wovon diese Graphic Novel handelt, wird der eigentlichen Thematik eine Inhaltsübersicht beider Teile vorangestellt, um die Tiermetaphorik besser nachvollziehen zu können. Nach diesen Formalien folgt das eigentliche Thema der Hausarbeit. Zuerst werden die Beweggründe der Metaphernutzung durchleuchtet und danach folgt die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen der Wesensart der Figuren und der ihnen zugeschriebenen tierischen Charakterzüge gibt. Wenn diese Frage beantwortet ist, wird den diversen Metapherbrüchen, welche sich innerhalb der Geschichte einschleichen, auf den Grund gegangen und es wird die Frage gestellt, wozu diese dienen. Letztlich folgt eine kurze Schlussbetrachtung der gesamten Hausarbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Abgrenzung von der Graphic Novel zum Comic
3. Eckdaten zum Autor Art Spiegelman
4. Knappe Inhaltsübersicht zu „Maus I- Mein Vater kotzt Geschichte aus“ und „Maus II- Und hier begann mein Unglück“
5. Stilistische Merkmale von „Maus“
6. Gebrauch der Tiermetaphern
6.1 Beweggründe der Tiermetaphern
6.2 Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Wesensart der Figuren und der ihnen zugeschriebenen tierischen Charakterzüge?
6.3 Absichtlicher Bruch der Tiermetaphorik
7. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Tiermetaphorik in Art Spiegelmans Graphic Novel „Maus – Die Geschichte eines Überlebenden“ und analysiert deren Funktion sowie die bewussten Brüche dieser Metaphorik im Hinblick auf die Darstellung von Holocaust-Erfahrungen.
- Definition und Abgrenzung der Graphic Novel gegenüber klassischen Comics.
- Biografische Einordnung des Autors Art Spiegelman und seines Schaffensprozesses.
- Analyse der Beweggründe für die Verwendung von Tiermetaphern (z. B. Parodie rassistischer Ideologien).
- Untersuchung der intendierten Metaphernbrüche zur Distanzierung und zur Darstellung menschlicher Realität hinter den Masken.
Auszug aus dem Buch
6.3 Absichtlicher Bruch der Tiermetaphorik
Innerhalb der Grafhic Novel gibt es immer wieder Brüche der dort aufgestellten Metaphorik. Der Autor äußert sich dazu wie folgt: „Nachdem ich auf die Metapher gestoßen war, wollte ich sie auch untergraben. Ich wollte, dass sie problematisch wird, dass sie den Leser irritiert und einbezieht.“ Es gibt diverse Brüche dieser Metaphorik, weshalb nun die Wesentlichen aufgezeigt werden müssen. Darunter fällt beispielsweise, dass die Protagonisten, wie bereits erwähnt, in ihrem Handeln zwar als Menschen dargestellt werden, jedoch Tierköpfe haben. Diese Tierköpfe sind obligatorisch, da dies eine wichtige Bedeutung mit sich bringt. Zu Beginn der Erzählung scheint es noch so, als wären diese Köpfe festgewachsen, doch umso weiter die Geschichte voran schreitet, desto mehr wird in „Maus“ offengelegt, dass es sich hier lediglich um austauschbare Tiermasken handelt. Dieses wird zum ersten Mal in einer Szene deutlich, in der sich Wladek als Pole ausgibt, um sich selbst zu schützen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk „Maus“ ein und skizziert die methodische Untersuchung der Tiermetaphorik als zentrales Gestaltungsmittel.
2. Abgrenzung von der Graphic Novel zum Comic: Das Kapitel definiert die Graphic Novel als literarische Kunstform und hebt die entscheidenden formalen sowie inhaltlichen Unterschiede zum klassischen, seriellen Comic hervor.
3. Eckdaten zum Autor Art Spiegelman: Der Abschnitt gibt einen Überblick über den Lebensweg des Autors und dessen familiäre Prägung durch das Holocaust-Trauma.
4. Knappe Inhaltsübersicht zu „Maus I- Mein Vater kotzt Geschichte aus“ und „Maus II- Und hier begann mein Unglück“: Es erfolgt eine Zusammenfassung der beiden Bände, wobei der Schwerpunkt auf den parallelen Erzählebenen von Familiengeschichte und Interviewprozess liegt.
5. Stilistische Merkmale von „Maus“: Hier werden die Schwarz-Weiß-Ästhetik des Werks und der zurückhaltende Zeichenstil analysiert, die den Fokus auf die erzählte Geschichte legen.
6. Gebrauch der Tiermetaphern: Dieses Kapitel prüft die symbolische Darstellung der Gruppen als Tiere und hinterfragt die damit verbundene Wirkung.
6.1 Beweggründe der Tiermetaphern: Es wird analysiert, warum Spiegelman die rassistische NS-Logik durch Metaphorik aufgreift und diese subversiv parodiert sowie entindividualisiert.
6.2 Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Wesensart der Figuren und der ihnen zugeschriebenen tierischen Charakterzüge?: Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass keine spezifischen Charaktermerkmale aus der Tierwahl ableitbar sind, da Spiegelman Stereotypen bewusst dekonstruiert.
6.3 Absichtlicher Bruch der Tiermetaphorik: Das Kapitel zeigt auf, durch welche künstlerischen Mittel Spiegelman die Tiermetaphorik selbst dekonstruiert, um Distanz zum Geschehen zu schaffen.
7. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Tiermetaphorik der kritischen Auseinandersetzung mit dem Holocaust dient und die menschliche Erfahrung trotz künstlerischer Verfremdung in den Mittelpunkt stellt.
Schlüsselwörter
Maus, Art Spiegelman, Graphic Novel, Holocaust, Tiermetaphorik, Nationalsozialismus, Comic, Parodie, Identität, Zeitebenen, Meta-Erzählung, Trauma, Aufarbeitung, Metaphernbrüche, Zeitgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch die von Art Spiegelman verwendete Tiermetaphorik in seinem Werk „Maus – Die Geschichte eines Überlebenden“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit konzentriert sich auf die ästhetische Gestaltung, die NS-Rassenideologie und die psychologische Bedeutung der Tiermasken im Kontext der Holocaust-Erinnerung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Tiermetaphorik nicht der rassistischen Tradition folgt, sondern diese parodiert und hinterfragt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung theoretischer Ansätze zur Graphic Novel und der nationalsozialistischen Symbolik durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die formale Abgrenzung der Graphic Novel, die biografische Einordnung, die Beweggründe für die Metaphorik und deren bewusste Dekonstruktion durch den Autor.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Tiermetaphorik, Holocaust, Meta-Erzählung und Identität beschreiben.
Warum verwendet der Autor absichtliche Brüche in der Tiermetaphorik?
Diese Brüche dienen dazu, den Leser zu irritieren und zu verhindern, dass die Tiermasken als dauerhafte Identitätszuschreibung verstanden werden, was die menschliche Realität hinter der Darstellung betont.
Wie bewertet die Arbeit die Darstellung der Holocaust-Opfer als Mäuse?
Die Arbeit bewertet dies als bewusste Nutzung nationalsozialistischer Codierungen, die durch Spiegelman in eine parodistische Form überführt wird, um die Absurdität rassistischer Einteilungen offenzulegen.
- Quote paper
- Jeannette Pfeiffer (Author), 2021, Die Funktionen der Tiermetaphorik in „Maus - Die Geschichte eines Überlebenden“ von Art Spiegelman, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1269928