Descartes - Übersicht über die dritte und fünfte Meditation


Hausarbeit, 1999
10 Seiten, Note: 1-2

Leseprobe

Meditationen über die Grundlagen der Philosophie Übersicht über die dritte und fünfte Meditation

von Judith Hansen

a. Übersicht über die dritte Meditation

Im folgenden werde ich einen Überblick über die dritte Meditation in meinen eigenen Worten wiedergeben.

1. Descartes will seine Sinne und sein Bewusstsein nicht mehr beachten, damit er sich mit sich selbst besser vertraut machen kann.
2. Er schreibt, dass er ein "denkendes Ding" ist, Gefühle hat und Entscheidungen treffen kann. Descartes sagt von sich, dass er sich über verschiedene Sachen Gedanken macht. Sein Bewusstsein sagt, wie er handeln soll, kann es sich aber nicht erklären, wie es geschieht.
3. Von dieser in Punkt 2 genannten Sache, ist er sich nun sicher, dass er es weiß. Er hofft jedoch, noch weiteres zu entdecken, dass er bis jetzt nicht berücksichtigt hat.
4. Descartes ist sich sicher, dass er denken kann. Er stellt es aber gleich wieder in Frage, in dem er sich selbst frage, ob er einem Gedankengang sicher sein kann. Diese Aussage ist für ihn klar, jedoch würde dies nicht reichen, eine Sache als wahr anzusehen, wenn sie vielleicht doch falsch ist. Eine Regel, die er für sich und andere aufstellen möchte ist, dass alles was er klar und deutlich wahrnimmt auch wahr ist.
5. Weiterhin schreibt er, dass er an seinen Gedankenfängen von früher zweifelt. Z.B., er nahm nicht wahr, dass "gewisse Dinge außer ihm existieren". Falls diese Ansicht jedoch richtig ist, konnte er sie damals nicht richtig wahrnehme n und hat sie deshalb als wahr angesehen, da er gewöhnt war, daran zu glauben.
6. Descartes überlegt, ob er einfache und geometrische Dinge klar genug wahrgenommen hat, um auch nun behaupten zu können, dass sie wahr sind. Als Beispiel gibt er die Aufgabe 2+3=5 an. Auch an dieser Aufgabe, meint er, zweifeln zu müssen, da es sein könnte, dass ihm ein Gott diese Prägung mitgegeben hat, sich auch in Dingen zu täuschen, die er eigentlich für offenbar hält.

Er gesteht sich ein, dass es für Gott eine Kleinigkeit wäre zu bewirken, dass er sich in Dingen irre, die klar und deutlich auf der Hand liegen. Auf der einen Seite lässt er sich jedoch nicht täuschen, da er sich über seine eigene Existenz im Klaren ist. Auf der anderen Seite könnte es aber auch sein, dass ihm seine Existenz "vorgegaukelt" wird. Dennoch gibt er die Möglichkeit selbst vor, dass es eine übergeordnete Macht geben kann, die einen Einfluss auf alle Existenz hat und das Bewusstsein manipulieren kann.

7. Jedoch gibt er gleich daraufhin an, dass er ja gar nicht genau weiß, ob es überhaupt einen Gott gibt und deswegen sieht er auch "gar keine Veranlassung (...), dass es einen betrügerischen Gott gibt" (S. 29). Dieser Grund des Zweifels sieht er als schwach und ist zu dem auch metaphysisch. Somit will er untersuchen, ob es einen Gott gibt und ob dieser ein Betrüger ist. Denn wenn er dessen nicht völlig klar ist, weiß er nicht, ob er "über irgend etwas anderes jemals völlig gewiss sein kann" (S. 29).
8. Weiterhin will er seine Gedankengänge genau prüfen und sie in die Klassen Wahrheit oder Falschheit einsortieren.
9. Die Idee Gottes bedenkt er neben den Ideen von Mensch, Chimäre, Himmel und Engel als eine Klasse. Eine andere Klasse ist die "Willensäußerung oder Gemütsbewegung" (S. 29). Die dritte Klasse sind die Urteile.
10. Für Descartes sind Ideen als Denkakte grundsätzlich wahr. Die Vorstellungen einer Ziegen und einer Chimäre haben einen identischen Wahrheitsgehalt, denn "so ist es doch ebenso wahr, dass ich die eine, wie dass ich die andere in der Einbild ung haben" (S. 29).
11. Descartes schreibt, dass Vorstellungen als Akt des Denkens immer wahr sind, erst die Urteile
12. die unsere Gedanken zu Meinungen werden lassen, können falsch sein.
13. Zum einen unterscheidet er angeborene (Instinkt), von außen (erworbene Erfahrungen) und von ihm selbst gemachte Ideen (Intuition, eigene Auffassung). Die Wahrnehmung realistischer Dinge resultiert aus dem eigenen Bewusstsein heraus. Geräusche und Dinge die die Sinne ansprechen, wachsen aus dem Erfahrungsschatz heraus. Phantasien entwachsen aus dem eigenem Geist (selbst gemachte Ideen). Den wahren Ursprung der Ideen, woher alles kommt, kann er jedoch nicht genau festlegen.
14. Im folgenden betrachtet Descartes die erworbene Erfahrung. Als Beispiel gibt er hier die Assoziation Feuer und Wärme an. Er stellt die Verbindung, dass die Wärme vom Feuer kommt in Frage.
15. In Berufung auf den Absatz 14, führt er einen Beweis seiner Existenz herbei, in dem er den Kontrast zwischen der natürlichen Erklärung und dem daraus resultierenden eigenem Zweifel aufzählt. Der innere Trieb verleitet einen des öfteren zur falschen Entscheidung. Er sieht nicht ein, sich von Gefühlen und Trieben leiten zu lassen, weil sie ihm schon oftmals zum Falschen verleitet haben.
16. Er behauptet, dass in jedem Menschen selbst, er spricht hierbei von unbekannten Fähigkeiten, die sich während des Schlafes entwickeln, auch Gefühle entwickelt werden, die zu widersprüc hlichen Handlungsweisen führen. (Intuition, innere Eingebung) Kann diese jedoch nicht erklären.
17. Im nächsten Punkt behandelt er gleichzeitig die Erfahrungen und Erkenntnisse, die man aus der Belehrung erfahren hat. Anhand der Erklärungen und Erfahrungen aus der Natur, er bringt hier das Beispiel der Sonne, scheint diese sehr klein zu sein. Weil jedoch der Mensch hinterfragt, kann er sich durch die Berechnungen der Astronomie, die besagen, dass die Sonne ein vielfaches der Erde aufweist, ein genaues Bild machen. Wenn man auf beide Standpunkte baut, entsteht ein Widerspruch. Die Idee (Erfahrung) besagt, die Sonne ist klein. Die andere Idee (von ihm selbst gemacht/erlernt) sagt, die Sonne ist groß.
18. Er glaubt an die Dinge, die über seine Sinnesorgane an ihn herangetragen werden und nicht an die, die auf einem sicheren Urteil die tatsächliche Begebenheit beweisen würden. Kurz: er glaubt eher das, was er sieht/feststellen kann, als dass was man ihm erzählt (Berechnungen). Er muss sich selbst vergewissern, um etwas zu glauben.
19. Es gibt bei Descartes zwei grundlegende Unterschiede, einmal die objektive Realität (was er tatsächlich riecht, schmeckt, fühlt) und es gibt die subjektive Realität (nebengeordnete Realität; Modi oder Accidentien). Hier ordnet er auc h den "höchsten Gott" ein. Aus diesem Widerspruch der objektiven und subjektiven Realität führt er den Beweis eines Gottes herbei.
20. Dieser Punkt ist eine Wiederholung. Er fragt sich, woher die Temperaturen kommen. Ob sie tatsächlich von der Sonne bzw. vom Feuer kommen. Descartes sucht nach dem Ursprung bzw. der Ursache hierfür. Wo kommt was her?
21. Der nächste Punkt lässt sich an einem erwärmten Beispiel erläutern: Die Wärme und der Stein müssen ihren Ursprung irgendwoher haben. Descartes betreibt "Ursprungs- und Ursachenforschung. Er belegt die Tatsache, dass jede Idee, jedes Ding, die Temperaturen und Sinne ihren Ursprung haben müssen und damit auch existieren müssen, da sie einem Nichts nicht entspringen können.
22. Alles muss seinen realen Ursprung haben. Die Verbindung zwischen objektiver und formaler Realität liegt darin, dass selbst die formalen Ideen einen objektiven(reellen) Ursprung aus ihrer Natur haben. Die gesamte Realität subjektiver (formaler) Ideen resultiert gleichsam aus einem Urbild.
23. Die Tatsache, dass alle Ideen einem Urbild (Ursprung) folgen, beweißt, dass er nicht allein in der Welt ist, sondern dass auch eine andere Sache "welche die Ursache dieser Idee, existiert." (S.34) € Gottesbeweis.
24. Weitere Ideen, außer denen von ihm selbst, kommen von Gott, körperlichen und unbeseelten Dingen, Engeln, Tieren und schließlich von anderen ähnlichen Menschen.

Alle Ideen unterschiedlichen Ursprungs lassen sich miteinander verbinden. Sie werden nach plastischen Maßgaben (Größen, Länge, Breite) verglichen. Allerdings weiß er hier noch nicht, ob sie wahr oder falsch sind.

Weiterhing führt er Unterschiede auf: Wärme und Kälte, Dunkelheit und Helligkeit. Kann beides nur in Abwesenheit des anderen existieren? Würde die Kälte aus der Abwesenhe it der Wärme resultieren, so hätte sie keinen Ursprung und wäre damit aus dem Nichts entsprungen = demnach kann diese Behauptung nicht richtig sein.

25. Er sieht sich oder den Menschen als ein denkendes und nicht ausgedehntes Ding. Den Stein hingegen sieht er als eine Sache, als ein ausgedehntes und nicht denkendes Ding.€ Beweis für seine eigene Existenz.
26. Der Ursprung einer Idee, die nicht aus einem selbst ist, bleibt daher einzig die Idee Gottes. € Gottesbeweis.
27. Unter Gott versteht er eine "Substanz, die unendlich, unbhängig, von höchster Einsicht und Macht und von der ich selbst geschaffen wurden bin, ebenso wie alles andere existierende." (S.36) € Vorstellung Gottes. Daraus schließt er die Existenz Gottes.
28. In diesem Punkt bringt er Gott in Verbindung mit dem Unendlichen; Licht und Dunkelheit, Ruhe und Bewegung unterliegen einem wahrhaften Ursprung. Es ist mehr Realität in der unendlichen Substanz als in der endlichen enthalten.
29. Die Idee Gottes muss wahr sein, darf nicht falsch sein, weil die Falschheit mit dem Nichts assoziiert wird.
30. Gott ist unendlich, höchst vollkommen und im höchsten Grade wahr. Wenn man nicht an Gott glaubt, so kann man sich nicht davor verschließen, auch an die Realität von Wärme, Dunkelheit etc. zu glauben. Gottesbeweis
31. Gegen eine Existenz Gottes spricht nicht, dass der menschliche Verstand den Begriff der Unendlichkeit nicht verarbeiten kann und das andere Dinge ,die Gott vereint, mit menschlichem Verstand nicht zu erklären sind. Descartes beschreibt Menschen als etwas endliches (geboren/sterben). Endliche könne mit dem Begriff des Unendlichen nichts anfangen. Gott ist als die wahrste, klarste und deutlichste Idee im Menschen vorhanden. Zentrale Aussage der dritten Meditation/Gottesbeweis.
32. Gott ist vollkommen und als vollkommende Idee im Menschen vorhanden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Descartes - Übersicht über die dritte und fünfte Meditation
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)  (Philosophie)
Note
1-2
Autor
Jahr
1999
Seiten
10
Katalognummer
V1270
ISBN (eBook)
9783638108010
Dateigröße
380 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Descartes: Meditationen über die Grundlagen der Philosophie, 3. und 5. Meditation in eigenen Worten zusammengefasst
Schlagworte
Descartes, Meditation
Arbeit zitieren
Judith Hansen (Autor), 1999, Descartes - Übersicht über die dritte und fünfte Meditation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1270

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