Anhand des Amoklaufs von Erfurt wird das Thema "Erzeugt gesehene Gewalt Gewalt?" (Computerspiele) in einer Pro-Kontra-Diskussion erarbeitet. Im Anschluss sollen sich die Schüler mit Hilfe der Placemat-Methode (Anleitung enthalten) Gedanken darüber machen, was Schule, Politik und Eltern vorbeugend dagegen tun können. Enthält alle Materialien sowie einen Tafelanschrieb.
Inhaltsverzeichnis
1. Thema der Unterrichtsstunde
2. Unterrichtsbedingungen – zur Klassensituation
3. Stellung der Stunde innerhalb der Unterrichtseinheit
4. Sachanalyse
5. Didaktische Überlegungen
6. Methodische Überlegungen
6. Lernziele der Stunde
7. Geplanter Unterrichtsverlauf
8. Materialien
9. Literatur
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist die Sensibilisierung der Schüler für die Problematik von Gewalt in modernen Medien. Die Lernenden sollen befähigt werden, eine eigene, reflektierte Meinung zu bilden, Expertenmeinungen zu diskursiv hinterfragen und gemeinsam präventive Lösungsansätze für Schule, Elternhaus und Politik zu erarbeiten.
- Wirkung von gewaltverherrlichenden Medieninhalten
- Differenzierung zwischen fiktiver und reeller Gewalt
- Diskussion von Thesen zur Medienwirkung (u.a. Katharsis-Hypothese, Habitualisierung)
- Präventionsstrategien gegen Gewalt im sozialen Umfeld
- Förderung der Medienkompetenz und kritischen Reflexion
Auszug aus dem Buch
4. Sachanalyse
Nach dem Amoklauf von Emsdetten im November vergangenen Jahres häuften sich die Forderungen von Politkern nach einem Verbot so genannter Killerspiele. Diese werden häufig als Auslöser solcher Taten gesehen, denn schon nach dem Amoklauf 2002 in Erfurt sahen einige Experten darin die Ursache.
Allerdings sind sich Wissenschaftler und Experten nicht immer einig darüber, ob gesehene Gewalt Gewalt erzeugt. Je nach Art der Durchführung der Studie – zum Teil auch nach dem Auftraggeber der Studie - unterscheiden sich die Ergebnisse. In den Medien und der wissenschaftlichen Forschung werden folgende Thesen vertreten: Auf der einen Seite stehen die These der Wirkungslosigkeit und die Katharsis-Hypothese (Betrachtung von Gewalt verringert die Gewalt), auf der anderen Seite stehen die Habitualisierungsthese (Gewaltdarstellungen führen zu einer Gewöhnung an Gewalt oder zu einer Abstumpfung) und die Stimulationsthese (Modelle können aggressives Verhalten fördern). Sicher ist, dass es gerade für Jugendliche schwer ist, zwischen fiktiver und reeller Gewalt zu unterscheiden. Jugendliche, die nach Konfliktlösungsansätzen suchen, können durch einseitig dominierende Lösungsmuster in Form von Gewalteinsatz zu einer Verstärkung ihrer Gewaltbereitschaft veranlasst werden. In jüngster Zeit gehen die Studien zu diesem Thema in Richtung der Doppelten-Dosis-Hypothese. Diese berücksichtigt von vornherein besonders stark das Umfeld des Betrachters. So scheint es, dass jene die schon in der Familie viel reale Gewalt erfahren und zusätzlich noch viel Gewalt in den Medien erleben, besonders anfällig sind, selbst Gewalt auszuüben. Das heißt, dass die Medien allein vermutlich nicht gewalttätig machen. Ihre Wirkung kann aber zusammen mit anderen Ursachen die Wahrscheinlichkeit einer Gewaltanwendung erhöhen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema der Unterrichtsstunde: Vorstellung des Titels "Erzeugt gesehene Gewalt Gewalt? (Gewalt in den Medien)".
2. Unterrichtsbedingungen – zur Klassensituation: Beschreibung der Zusammensetzung und Lernatmosphäre der Klasse 10b.
3. Stellung der Stunde innerhalb der Unterrichtseinheit: Einordnung der Thematik in die fünfte Stunde der Einheit "Massenmedien in der modernen Gesellschaft".
4. Sachanalyse: Theoretische Auseinandersetzung mit verschiedenen wissenschaftlichen Thesen zur Wirkung von Mediengewalt.
5. Didaktische Überlegungen: Begründung der Relevanz des Themas für die Altersgruppe im Rahmen des Lehrplans.
6. Methodische Überlegungen: Erläuterung des geplanten Unterrichtsablaufs inklusive der Anwendung der Placemat-Methode.
6. Lernziele der Stunde: Definition der fachlichen und sozialen Lernziele für die Schülerschaft.
7. Geplanter Unterrichtsverlauf: Detaillierte Übersicht über Unterrichtsphasen, Sozialformen und Materialien.
8. Materialien: Auflistung der verwendeten Medien, insbesondere der Folien für den Einstieg und die Gruppenarbeit.
9. Literatur: Verzeichnis der herangezogenen Quellen und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Massenmedien, Gewalt in den Medien, Killerspiele, Medienwirkung, Jugendmedienschutz, Amoklauf, Katharsis-Hypothese, Habitualisierung, Stimulationsthese, Doppelten-Dosis-Hypothese, Medienkompetenz, Prävention, Erziehung, Sozialisation, Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen Entwurf für eine Unterrichtsstunde im Fach Gemeinschaftskunde dar, in der die Frage behandelt wird, ob der Konsum von Gewalt in Medien die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen fördert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Einfluss von Massenmedien auf die Sozialisation, die wissenschaftliche Debatte über gewaltverherrlichende Computerspiele und Strategien zur Gewaltprävention in Familie, Schule und Politik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, bei den Schülern eine kritische Auseinandersetzung mit Medieninhalten zu fördern, damit sie eine eigene, fundierte Meinung bilden und Lösungsansätze gegen Gewalt entwickeln können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine arbeitsteilige Texterarbeitung der Schüler kombiniert mit einer Placemat-Methode zur gemeinsamen Lösungsfindung und anschließenden Klassendiskussion eingesetzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl Argumente für eine stimulierende Wirkung von Mediengewalt als auch Gegenargumente (z.B. Aggressionsbereinigung durch Spiele) auf Basis von Expertenmeinungen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Massenmedien, Gewaltprävention, Medienwirkung, Jugendmedienschutz und kritische Medienkompetenz.
Warum wird der Amoklauf von Erfurt als Einstieg gewählt?
Der Amoklauf dient als konkretes, emotional greifbares Beispiel, um das Interesse der Schüler zu wecken und eine unmittelbare Brücke zur Debatte um die Wirkung von Medien auf Jugendliche zu schlagen.
Was beinhaltet die "Doppelten-Dosis-Hypothese"?
Sie besagt, dass Medienkonsum allein vermutlich nicht gewalttätig macht, aber besonders bei Jugendlichen, die bereits in ihrem häuslichen Umfeld Gewalt erfahren, die Wahrscheinlichkeit der eigenen Gewaltanwendung in Kombination mit anderen Faktoren erhöht.
Wie funktioniert die in der Stunde eingesetzte Placemat-Methode?
Die Schüler arbeiten in kleinen Gruppen an einem DIN A3 Blatt mit verschiedenen Feldern, notieren dort individuell ihre Gedanken zur Gewaltprävention, lesen die Beiträge der anderen und einigen sich schließlich auf gemeinsame Gruppenergebnisse.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2007, Massenmedien in der modernen Gesellschaft: Erzeugt gesehene Gewalt Gewalt? , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127007