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Der libanesische Bürgerkrieg und das Abkommen von Ta‘if

Titel: Der libanesische Bürgerkrieg und das Abkommen von Ta‘if

Hausarbeit , 2021 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: R. Malik (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Mittlerer Osten
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Forschungsarbeit wird der Frage nachgegangen, wie verschiedene äußere und innerpolitische Einflüsse auf die Situation im Nahen Osten einwirken und welche Funktion sie jeweils erfüllen können. Die These der Arbeit soll darlegen, dass der libanesische Bürgerkrieg, unter Berücksichtigung des Ta‘if Abkommens, dazu geführt hat, dass sich ein neues politisches
System entwickeln konnte. Zur Veranschaulichung der vorgeschlagenen These bilden einzelne Auszüge des Ta‘if Abkommen den Kern dieser Arbeit. Grundlage dafür ist der bereits erwähnte libanesische Bürgerkrieg von 1975, welches am 22.
Oktober 1989 mit dem Ta‘if Abkommen sein Ende fand.

Zunächst wird in Kapitel 2 der theoretische Ausgangspunkt dieser Arbeit vorgestellt, indem die Spannungen der verschiedenen Religionsgemeinschaften, die sich im Libanon wiederfinden, sichtbar gemacht werden. Die Besonderheiten der einzelnen religiösen Gemeinschaften sollen die Grundlage dafür bilden, wie sie als Auslöser für den Bürgerkrieg gesehen werden und welche Auswirkungen dies auf den weiteren Verlauf hatte. Kapitel 3 führt dann die Entstehung und den Verlauf des libanesischen Bürgerkriegs näher aus. Dadurch soll auch beurteilt werden, zu welchen Folgen es in der Bevölkerung und in der Politik geführt hat.

Schließlich soll in Kapitel 4 das Ta‘if Abkommen von 1989 vorgestellt werden und seine wichtige Rolle bei der Beendung des Bürgerkriegs genauer betont werden. Hierbei werden die Bedingungen des Abkommens analysiert, die eine Einigung zwischen den multikonfessionellen Strukturen herstellte, um sie dann mit daraus resultierenden Folgen der politischen Entwicklungen zu verknüpfen. Konkret wird hierbei auf die Gleichstellung von Muslimen und Christen im Libanon eingegangen, die durch die Änderung der Aufteilung der Parlamentssitze zwischen Christen und Muslimen eingeleitet wurde. Abschließend soll die
Arbeit eine Schlussfolgerung darstellen, die den Zusammenhang des Ta‘if Abkommen und der neuen politischen Konstellation darstellt und somit die Fragestellung der Arbeit beantworten soll.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis des Buches

1. Einleitung

2. Forschungsstand

3. Kritische Betrachtung der Religionsgemeinschaften im Libanon

3.1 Muslime - Schiiten und Sunniten

3.2 Christen - Maroniten und Griechisch-Orthodoxe

4. Der libanesische Bürgerkrieg

4.1 Ursachen und Auslöser

4.2 Zusammenbruch und Ausgang

5. Das Abkommen von Ta‘if

5.1 Allgemeine Informationen

5.2 Politische Reform

5.3 Post Ta‘if

6. Fazit

Zielsetzung & Themen der Forschungsarbeit

Diese Forschungsarbeit untersucht, inwiefern das Abkommen von Ta‘if dazu beitragen konnte, die dynamischen politischen Strukturen innerhalb des multikonfessionellen Libanon nach dem langjährigen Bürgerkrieg zu stabilisieren und eine neue politische Ordnung zu begründen.

  • Analyse der historischen Rolle religiöser Gruppierungen im libanesischen Staatswesen.
  • Untersuchung der Ursachen und Phasen sowie der soziopolitischen Folgen des libanesischen Bürgerkriegs (1975–1990).
  • Bewertung der strukturellen Reformen des Ta‘if-Abkommens hinsichtlich der Machtverteilung.
  • Reflexion der arabischen Identität und der Herausforderungen konfessioneller Governance.
  • Betrachtung der Rolle regionaler Akteure und externer politischer Einflüsse.

Auszug aus dem Buch

5.2 Politische Reform

In dem Abkommen wurden die Befugnisse des Präsidenten der Republik zugunsten des Amtes des Ministerpräsidenten reduziert, d.h. die Präsidentschaft der Republik blieb zwar für die Christen, er konnte aber nicht mehr per Dekret regieren.46 Das Amt des Ministerpräsidenten sollte den Sunniten und das des Parlamentspräsidenten für Vertreter der Schiiten zugeschrieben werden. In Teil 1 Abschnitt C des Abkommens heißt es:

,,Der Libanon ist eine demokratische parlamentarische Republik, die auf der Achtung der öffentlichen Freiheiten, insbesondere der Meinungs- und Glaubensfreiheit, der sozialen Gerechtigkeit und der Gleichheit der Rechte und Pflichten aller Bürger ohne Diskriminierung oder Bevorzugung beruht.‘‘ (Ta‘if I.C.)

Hierbei ist klar zu erkennen, dass das politische System des nationalen Paktes umstrukturiert wurde, indem sie der maronitisch- christlichen Gemeinschaft, die während der französischen Herrschaft eine privilegierte Stellung im Libanon hatte, einen Teil der Macht entzog. Vor Ta‘if wurde nämlich der sunnitisch-muslimische Premierminister vom maronitischen Präsidenten ernannt und war in dem Sinne auch für ihn verantwortlich. Nach Ta‘if war der Premierminister, wie in einem traditionellen parlamentarischen System, der Legislative verantwortlich.47 Diese Aufwertung des Premierministers findet sich deutlich vorgesehen im Abkommen: „Der Premierminister ist Regierungschef. Er vertritt die Regierung und spricht in ihrem Namen.“ (Ta‘if II.C). Hierdurch wird die Verschiebung der Machtverhältnisse in die Exekutive noch einmal deutlich. Im Gegensatz dazu wird nämlich die Stellung des Präsidenten im Abkommen verringert:

Der Präsident der Republik ist das Staatsoberhaupt und ein Symbol der Einheit des Landes. Er gewährleistet die Achtung der Verfassung und die Wahrung der Unabhängigkeit, Einheit und territorialen Integrität des Libanon gemäß den Bestimmungen der Verfassung. Er ist der Oberbefehlshaber der Kabinettsgewalt unterstellten Streitkräfte […]. (Ta‘if II.B).

Obwohl der Präsident weiterhin als Oberbefehlshaber der Streitkräfte gilt, liegt die Exekutive Gewalt nun beim Ministerrat. Damit kann der Präsident nicht mehr ohne die Zustimmung des Kabinetts Regierungsdekrete beschließen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die aktuelle krisenhafte Lage Libanons und formuliert die Fragestellung nach der stabilisierenden Wirkung des Ta‘if-Abkommens auf das politische System.

2. Forschungsstand: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die verwertbare Literatur zum Libanon, betont dabei die Schwierigkeit der Quellenbeschaffung und ordnet die Arbeit in den bestehenden Forschungskontext ein.

3. Kritische Betrachtung der Religionsgemeinschaften im Libanon: Es wird die religiöse Vielfalt des Landes analysiert und dargelegt, wie das konfessionelle Proporzsystem die politische Teilhabe und Machtverteilung bis heute prägt.

4. Der libanesische Bürgerkrieg: Das Kapitel zeichnet die verschiedenen Phasen und Ursachen des 15-jährigen Konflikts nach und erläutert den Zusammenbruch staatlicher Strukturen.

5. Das Abkommen von Ta‘if: Hier werden die Inhalte des Friedensabkommens detailliert vorgestellt, insbesondere die Reform der Machtbefugnisse zugunsten des Ministerpräsidenten und das Ziel der Entkonfessionalisierung.

6. Fazit: Das Fazit zieht eine Bilanz über die Wirksamkeit des Abkommens und stellt fest, dass es zwar Frieden ermöglichte, aber die künftige Herausforderung der tatsächlichen nationalen Einigung besteht.

Schlüsselwörter

Libanon, Abkommen von Ta‘if, Bürgerkrieg, Konfessionalismus, Machtverteilung, Maroniten, Sunniten, Schiiten, Politische Reform, Nationale Identität, Nahostpolitik, Parlamentarismus, Staatskrisen, Religionsgemeinschaft, Souveränität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Forschungsarbeit?

Die Arbeit analysiert, wie das Abkommen von Ta‘if nach dem libanesischen Bürgerkrieg dazu diente, das politische System des Landes neu zu ordnen und zu stabilisieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Geschichte des libanesischen Bürgerkriegs, den Besonderheiten der konfessionellen Religionsgruppen und den politischen Reformbedingungen des Ta‘if-Abkommens.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Untersuchung geht der Frage nach, inwiefern durch das Abkommen von Ta‘if die dynamischen politischen Strukturen im multikonfessionellen Libanon stabilisiert werden konnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Quellen zum Ta‘if-Abkommen, um politische Zusammenhänge und gesellschaftliche Folgen zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der verschiedenen Religionskonfessionen, den Verlauf des Bürgerkriegs und die detaillierte Analyse der politischen Reformen durch das Abkommen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Libanon, Bürgerkrieg, Ta‘if-Abkommen, Konfessionalismus, Machtverteilung und nationale Identität.

Welche Rolle spielt die Konfession bei der Machtverteilung im Libanon?

Das politische System nutzt ein Proporzsystem, bei dem die wichtigsten Staatsämter festen konfessionellen Gruppen zugeschrieben sind, was oft zu Spannungen führt.

Warum wird das Abkommen von Ta‘if als kritisch für die Entwicklung des Libanon angesehen?

Es beendete den Bürgerkrieg und reformierte das System, schaffte es jedoch bisher nicht vollständig, den Konfessionalismus oder die tiefe politische Spaltung des Landes zu überwinden.

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Details

Titel
Der libanesische Bürgerkrieg und das Abkommen von Ta‘if
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,3
Autor
R. Malik (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
19
Katalognummer
V1270088
ISBN (PDF)
9783346712752
ISBN (Buch)
9783346712769
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Libanon Bürgerkrieg Abkommen Taif Arabisch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
R. Malik (Autor:in), 2021, Der libanesische Bürgerkrieg und das Abkommen von Ta‘if, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1270088
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Leseprobe aus  19  Seiten
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