Zu Beginn der Ausarbeitung setze ich mich eingehend mit der Religion des Islam und einer möglichen Bedeutung für die gläubige Muslime auseinander. Hierbei differenziere ich keine Geschlechtlichkeit, sondern verwende den Terminus „Muslime“ oder „Muslim“ für beiderlei Geschlecht. Bei der Betrachtung des islamischen Glaubenssystems, welches im Gliederungspunkt 1. mit seinen Unterkapiteln (u.a. Islamische Glaubensprinzipien und Grundpflichten) beschrieben wird, sind primär gläubige Muslime
im Kontext des Koran gemeint, also solche die ihren Glauben im Alltag zum Ausdruck bringen.
Im Punkt 2 gehe ich speziell auf das vom islamischen Glaubenverständnis geprägte Krankheits- und Gesundheitsverständnis ein.
Im Gliederungspunkt 3. widme ich mich dem Titel meiner Hausarbeit entsprechend möglichen resultierenden gesundheitspräventiven Aspekte im Rahmen des islamischen Glaubensverständnisses. Diese werden dann mit konkreten Umgangs- und Handlungsmöglichkeiten, für das Pflegepersonal in der Versorgung muslimischer Patienten, ergänzt. Im abschließenden Fazit stelle ich kurz meine aus dieser Ausarbeitung abgeleiteten Eindrücke und Erkenntnisse dar.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die Bedeutung der Religion des Islam für gläubige Muslime
1.1 Islamische Glaubensprinzipien
1.1.1 Glaube an Gott
1.1.2 Glaube an die Engel
1.1.3 Glaube an die heiligen Bücher
1.1.4 Glaube an die Propheten
1.1.5 Glaube an das Jenseits
1.1.6 Glaube an die Vorherbestimmung (Qadar)
1.2 Die fünf Säulen des Islam
1.2.1 Das Glaubensbekenntnis
1.2.2 Das Pflichtgebet
1.2.3 Das Fasten
1.2.4 Die Armensteuer
1.2.5 Die Wallfahrt nach Mekka
2. Das muslimische Krankheits- und Gesundheitsverständnis
3. Mögliche gesundheitspräventive Aspekte im Rahmen des islamischen Glaubensverständnisses
4. Der konkrete Umgang mit muslimischen Patienten und Patientinnen
4.1 Die Intimsphäre
4.2 Das Essen
4.3 Religiöse Rituale
4.4 Sterbeprozesse und Tod
Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit analysiert das religiös geprägte Krankheits- und Gesundheitsverständnis des Islam und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen für die professionelle pflegerische Versorgung muslimischer Patienten ab, um eine kultursensible Pflege zu gewährleisten.
- Grundlagen des islamischen Glaubens und Glaubensprinzipien
- Die fünf Säulen des Islam als Lebensleitlinien
- Islamisches Verständnis von Krankheit, Leid und Heilung
- Präventive Aspekte und gesundheitsförderliche Lebensweise im Islam
- Praktische Aspekte der kultursensiblen Pflege (Intimsphäre, Ernährung, Rituale, Sterbebegleitung)
Auszug aus dem Buch
1. Die Bedeutung der Religion des Islam für gläubige Muslime
Zu dem Glaubenskreis der Muslime, den Anhängern der Religion des Islam, zählen allein in Europa ca. 13. Millionen Menschen. Nicht nur die türkisch stämmigen Muslime, von denen etwa 3. Millionen in Deutschland leben, gehören zu ihnen. (Vgl. ILKILIC, 2001, S.16) Auch einige afrikanische Staaten wie z.B. Marokko, Libanon, Afghanistan, Ägypten, Saudi Arabien, sowie u. a. der Irak und Iran, sind primär weitgehend islamitisch geprägt. Des Weiteren leben Muslime in allen Regionen der Welt, in denen sie jedoch meist eher eine Minderheit darstellen. Die Religion des Islam gehört zu den monotheistischen Religionen, deren Verständnis sich durch den Glauben an einen einzigen Gott erklärt. Für das islamische Glaubensbekenntnis bedeute dies: „Ich bekenne, dass es keine Gottheit außer Gott gibt und das Muhammad der Gesandte Gottes ist.“ (ILKILIC, 2003, S.4) Muhammad, der Prophet und Verkünder des Islam, hat hierbei primär eine Vorbildfunktion. Er scheint somit der „personifizierte Allah auf Erden“ zu sein, denn es wird „Gehorsam bzw. Widerspenstigkeit gegenüber dem Propheten gleichgesetzt (...) mit Gehorsam bzw. Widerspenstigkeit gegenüber Gott.“ (ILKILIC, 2001, S.28)
Die Wörter Islam, wie auch der Gruß Salam sind von dem gleichen Ursprungswort „slm“ abgeleitet worden, was soviel bedeutet wie, „vollständig, sicher und unversehrt sein.“ (ILKILIC, 2003, S.4) Für die gläubigen Muslime sind der Koran und die Sunna die Hauptquellen des islamischen Glaubens. Der Koran gilt als das unverfälschte Wort Gottes, welches Allah dem Propheten Mohammed übermittelt hat. Das heilige Buch der Muslime besteht aus 114 Absätzen, den so genannten Suren. Während der Koran für einen gläubigen Muslim die unmittelbare, nicht hinterfragbare, zur Hingabe und gehorsam auffordernde Autorität repräsentiert, beschreibt die Sunna das Wirken und den Lebensweg des Propheten Mohammed, was als vorbildlich für jeden Muslimen gilt. (Vgl. BECKER / WUNDERER/ SCHULTZ-GAMBARD 2006, S. 15) Der Weg Mohammeds steht als Nor-
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die religiösen Grundlagen des Islam mit der pflegerischen Praxis in Verbindung zu setzen und Handlungsmöglichkeiten für das Pflegepersonal aufzuzeigen.
1. Die Bedeutung der Religion des Islam für gläubige Muslime: Dieses Kapitel erläutert die dogmatischen Grundlagen des islamischen Glaubens, inklusive der sechs Glaubensprinzipien und der fünf Säulen, die das tägliche Leben der Gläubigen strukturieren.
2. Das muslimische Krankheits- und Gesundheitsverständnis: Der Text beschreibt Krankheit als von Gott gegebene Prüfung und betont die Rolle des Muslims als Bewahrer der von Gott gegebenen Schöpfung, was eine aktive Heilungssuche legitimiert.
3. Mögliche gesundheitspräventive Aspekte im Rahmen des islamischen Glaubensverständnisses: Hier werden religiöse Pflichten wie Fasten und rituelle Waschungen auf ihren präventiven gesundheitlichen Nutzen sowie ihren Einfluss auf die Lebensführung untersucht.
4. Der konkrete Umgang mit muslimischen Patienten und Patientinnen: Dieses Kapitel liefert praktische Empfehlungen für den Pflegealltag in den Bereichen Intimsphäre, Ernährung, religiöse Rituallpraxis und den Umgang mit Sterbeprozessen.
Fazit: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit einer kultursensiblen Pflege, die neben allgemeinen Leitlinien auch die Individualität des muslimischen Patienten berücksichtigt.
Schlüsselwörter
Islam, Pflegewissenschaft, muslimische Patienten, Krankheitsverständnis, Gesundheitsprävention, kultursensible Pflege, Koran, Sunna, Glaubensprinzipien, Intimsphäre, Rituale, Sterbebegleitung, Fasten, Pflichtgebet, Glaubensbekenntnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle zwischen dem islamischen Glaubensverständnis und der praktischen pflegerischen Versorgung muslimischer Patienten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die dogmatischen Grundlagen des Islam, das religiös geprägte Verständnis von Krankheit und Gesundheit sowie konkrete pflegerische Handlungsfelder wie Ernährung und Intimsphäre.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, das Verständnis für muslimische Glaubenspraktiken zu fördern, um daraus pflegerische Empfehlungen abzuleiten, die eine qualitativ hochwertige und kultursensible Betreuung ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse, die religiöse Quellen (Koran) mit pflegewissenschaftlicher Fachliteratur verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Glaubensgrundlagen, die Herleitung des Gesundheitsverständnisses und die Anwendung dieser Erkenntnisse auf spezifische Situationen in der Krankenpflege.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Islam, kultursensible Pflege, muslimische Patienten, Gesundheitsprävention und religiöse Praxis definieren.
Warum spielt die Unterscheidung von geschlechtsspezifischen Aspekten in der Pflege eine Rolle?
Aufgrund des oft ausgeprägten Schamgefühls muslimischer Patienten ist eine geschlechtskonforme Pflege essenziell für das Wohlbefinden und die Akzeptanz pflegerischer Maßnahmen.
Wie wird Krankheit im islamischen Kontext gedeutet?
Krankheit wird nicht als rein negatives Ereignis, sondern oft als Form der Glaubensprüfung betrachtet, die den Gläubigen näher zu Gott bringen oder eine Sühne für Verfehlungen darstellen kann.
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- Bachelor of Science (Pflegewissenschaft) Till Dohmann (Author), 2008, Das Krankheitsverständnis im Islam und daraus resultierendes pflegerisches Handeln, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127010