Diese Hausarbeit hat das Ziel, die Höhenstufen der Vegetation für die deutschen Mittelgebirge und (bayerischen) Alpen und entsprechende charakteristische Vegetationsgesellschaften vorzustellen. Zunächst werden die Ursachen für die Ausprägung der Höhenstufen anhand geologischer und klimatologischer Faktoren dargestellt, ehe die Höhenstufen in Kapitel drei und vier erläutert werden.
Ein nicht zu vernachlässigender Einfluss auf die Höhenstufen der Vegetation ist die anthropozoogene Überprägung, beispielsweise durch Rodungen oder Beweidung. Hierzu zählt auch eine Verlagerung der Höhenstufen durch den anthropogen bedingten Klimawandel. Diese Entwicklungen werden in den Abschnitten fünf und sechs erläutert und diskutiert.
Neben diversen Definitionen und Abgrenzungen der Vegetation nach horizontalen Strukturen, beispielsweise durch POTT (1995), zählen auch die Höhenstufen der Vegetation zu den wichtigen Abgrenzungsmerkmalen im Bereich der Vegetationskunde. Bezüglich der Definition dieser Höhenstufen bestehen verschiedene Ansätze, beispielsweise eine Gliederung nach der Reliefenergie eines Standortes, nach den klimatischen Eigenschaften verschiedener Höhenbereiche (genetischer Ansatz) oder dem Auftreten ökologischer Höhengrenzen (effektiver Ansatz).
In letzterem Ansatz ist das Erscheinungsbild der Vegetation der entscheidende Faktor, beispielsweise das Auftreten von Wald- und Baumgrenzen oder zusammenhängenden oder unterbrochenen Rasenformationen. Im klassischen Ansatz der ökologischen Höhenzonierung wird, gemäß der beschriebenen Parameter, unterschieden zwischen dem Planar, Kollin, Montan, Alpin und Nival, mit entsprechenden Unterkategorien.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Entstehung und wichtigsten Charakteristika der Alpen
2.1 Geologie / Geomorphologie
2.2 Klima / klimatische Zonierung
2.3 Massenerhebungseffekt
3 Vegetationshöhenstufen der Alpen
3.1 Die planare Stufe
3.2 Die kolline Stufe
3.3 Die submontane Stufe
3.4 Die montane Stufe
3.5 Die subalpine Stufe
3.6 Die alpine Stufe
3.7 Die subnivale und nivale Stufe
4 Vegetationshöhenstufen der Mittelgebirge
5 Anthropogener Einfluss in den Alpen
6 Höhenstufen im Klimawandel
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vertikale Gliederung der Vegetation in den deutschen Mittelgebirgen und den bayerischen Alpen, um die charakteristischen Vegetationsgesellschaften und deren Abhängigkeit von abiotischen Faktoren sowie anthropogenen Einflüssen darzustellen.
- Analyse geologischer und klimatischer Rahmenbedingungen der Alpen
- Differenzierung der Vegetationshöhenstufen von planar bis nival
- Vergleich der Höhenstufen zwischen Alpen und deutschen Mittelgebirgen
- Diskussion über anthropogene Überprägung und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Vegetationsverbreitung
Auszug aus dem Buch
Die alpine Stufe
Über der subalpinen Stufe schließt die alpine Stufe an, die gemäß OZENDA (1988, S. 230) und ELLENBERG & DIERSCHKE (2010, S. 672) den Bereich zwischen der Baumgrenze und der Grenze geschlossener Vegetation bildet. Diese stellt damit, neben den Moorstandorten, Dünen und Marschen sowie den Binnengewässern einen natürlich waldfreien Standort dar. Die alpine Stufe wird von mehreren Autoren ausführlich beschrieben, die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich zunächst, falls nicht abweichend angegeben, auf OZENDA (1988, S. 230ff).
Der Autor gibt in Bezug auf die Höhenbereiche der alpinen Stufe eine grobe Angabe zwischen etwa 2000 und 3000 Höhenmetern. Wie bereits in Kapitel 2.2 erläutert, zählen klimatische Faktoren zu den Hauptursachen der Stufenausbildung. Mikro- und mesoklimatische Gunst- oder Ungunstbedingungen können daher zu einer Verschiebung der Höhengrenzen nach oben oder unten beitragen, wie Abbildung 9 am Beispiel der Adamellogruppe (italienische Alpen) darstellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der wissenschaftlichen Grundlagen zur Definition und Gliederung von Höhenstufen der Vegetation sowie der Zielsetzung der Hausarbeit.
2 Die Entstehung und wichtigsten Charakteristika der Alpen: Überblick über die geologischen Prozesse sowie klimatische Faktoren und den Massenerhebungseffekt, die die Vegetationsverteilung maßgeblich beeinflussen.
3 Vegetationshöhenstufen der Alpen: Detaillierte Untersuchung der vertikalen Abfolge von der planaren bis zur nivalen Stufe unter Berücksichtigung spezifischer Pflanzengesellschaften.
4 Vegetationshöhenstufen der Mittelgebirge: Gegenüberstellung der Höhenstufencharakteristik in den deutschen Mittelgebirgen und den Alpen zur Verdeutlichung eines Süd-Nord-Gefälles.
5 Anthropogener Einfluss in den Alpen: Kritische Betrachtung der historischen und rezenten menschlichen Eingriffe wie Rodungen und Beweidung, die das Landschaftsbild und die Waldgrenze veränderten.
6 Höhenstufen im Klimawandel: Diskussion über die Auswirkungen steigender Temperaturen auf die Phänologie, die Vegetationsperiode und die mögliche Migration oder Verdrängung von Pflanzenarten.
7 Fazit: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse zur Höhenzonierung und dem Einfluss von Umweltfaktoren und Klimawandel.
Schlüsselwörter
Vegetation, Höhenstufen, Alpen, Mittelgebirge, Klimawandel, Waldgrenze, Krummholzstufe, Klimaxgesellschaften, ökologische Zonierung, Phytodiversität, anthropogener Einfluss, Massenerhebungseffekt, Nivalstufe, Alpin, Biogeographie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die vertikale Gliederung der Vegetation in den bayerischen Alpen und deutschen Mittelgebirgen unter Berücksichtigung ihrer ökologischen Ansprüche.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die geographische Abgrenzung der Vegetationsstufen, den Einfluss von Klima und Geologie, sowie die Auswirkungen von Landnutzung und Klimawandel.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Ausprägung der Höhenstufen darzustellen, charakteristische Pflanzengesellschaften zu benennen und die Ursachen für räumliche Unterschiede zwischen den Gebirgsregionen zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse bestehender biogeographischer Ansätze, Klimadaten und Vegetationsstudien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der sieben klassischen Höhenstufen, deren Vergleich zwischen Alpen und Mittelgebirgen sowie eine Diskussion über menschliche Einflüsse und Klimafolgen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Vegetationshöhenstufen, Alpen, Mittelgebirge, Waldgrenze, Klimawandel und ökologische Zonierung.
Warum spielt der Massenerhebungseffekt eine Rolle für das Verständnis der Stufen?
Er erklärt, warum das Temperaturniveau im Gebirge auf gleicher Höhe höher ist als im Umland, was zu einer Verschiebung der Vegetationsgrenzen führt.
Wie beeinflusst der Mensch die heutige Fichtendominanz in den Alpen?
Durch historische Rodungen, die Förderung von Fichtenholz für die Salinenwirtschaft und hohe Wildbestände wurden konkurrierende Baumarten wie Buche und Tanne zurückgedrängt.
- Arbeit zitieren
- Maurice Maaß (Autor:in), 2020, Die Vegetationshöhenstufen der deutschen Mittelgebirge und bayerischen Alpen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1270229