Die Entstehung der Teilzeitarbeit ist weit in die Geschichte zurückzuführen, denn schon sehr früh wurde im Rhythmus der Natur gearbeitet, das hieß, nach Arbeitsanfall. Dieser Grundgedanke ist Mittelpunkt meiner folgenden Ausarbeitung. Der erste Abschnitt beschäftigt sich mit der Entwicklung der Teilzeitarbeit, danach folgen die Interpretation der Richtlinie 97/81/EG, sowie die Umsetzung des neuen Teilzeit- und Befristungsgesetzes bis hin zur Frage der Auswirkung auf den deutschen Arbeitsmarkt.
Deutschland hat die international niedrigste tarifliche Jahresarbeitszeit. Eine große Notwendigkeit für den Fortbestand der deutschen Wirtschaft ist eine flexible und moderne Personalpolitik von Betrieben und Verwaltungen.1
Die Flexibilisierung der Arbeitszeit mit Hilfe der Teilzeit ist eines der politischen Ziele, welches mit dem Inkrafttreten des neuen Teilzeit- und Befristungsgesetzes 2001 verfolgt wird. Der Wettbewerbsnachteil den Deutschland durch die niedrige Jahresarbeitszeit hat, soll gerade durch diese Flexibilisierung ausgeglichen werden.
Hinzukommend will man damit eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt erreichen, vielfach durch die freiwillige Einführung der Teilzeitarbeit. Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Teilzeitmitarbeiter, sowie der Abbau der Diskriminierung von Teilzeitbeschäftigten sollen zur Zielerreichung beitragen.
Die Teilzeitbeschäftigung ist zunehmend im einfachen Dienstleistungssektor, sowie im Einzelhandel angesiedelt und nur rudimentär in qualifizierten Berufsfeldern vorzufinden. Grund dafür waren die früheren 610 bzw. 630 DM Regelungen, die für Arbeitnehmer die Sozialabgabepflicht entfallen ließ.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Geschichtlicher Hintergrund
I. Historische Entwicklung der Arbeitszeit
II. Entstehungsgeschichte der Richtlinien zu den atypischen Arbeitsverhältnissen
C. Die Teilzeitarbeitsrichtlinie 97/81/EG
I. Allgemein
II. Anwendungsbereich
III. Materielle Regelungen der Rahmenvereinbarungen
1. Diskriminierungsverbot
2. Teilzeitarbeitsmöglichkeiten
a. Beseitigung von Hindernissen
b. Kündigungsverbot
c. Erleichterung des Wechsels von Vollzeitarbeit in Teilzeitarbeit und umgekehrt
d. Förderung qualifizierter Teilzeitarbeit
e. Information an die Arbeitnehmervertretung
D. Umsetzung in das deutsche Recht
E. Teilzeitmodelle
F. Das Teilzeitgesetz - eine gelungene Reform ?
I. Zwei Jahre Teilzeit- und Befristungsgesetz
II. Schlussbetrachtung
G. Anhang
Anhang I: Synopse
Anhang II: Anspruch auf Teilzeit
Anhang III: Übersicht-Teilzeitjobs
Anhang IV: Arbeitszeit – Wunsch & Wirklichkeit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die rechtliche Einbettung der Teilzeitarbeit, ausgehend von der europäischen Richtlinie 97/81/EG bis hin zu deren Umsetzung durch das deutsche Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG). Zentral ist dabei die Analyse, ob der Gesetzgeber durch das TzBfG die arbeitsmarktpolitischen Ziele erreicht hat und inwiefern der Rechtsanspruch auf Teilzeit die Flexibilität für Arbeitgeber und Arbeitnehmer tatsächlich fördert.
- Historische und europarechtliche Grundlagen der Teilzeitarbeit
- Analyse des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) in der Praxis
- Regelungen zu Diskriminierungsverboten und zum Kündigungsschutz
- Diskussion verschiedener Teilzeitmodelle und deren betriebswirtschaftliche Aspekte
- Bewertung der arbeitsmarktpolitischen Effektivität der Reform
Auszug aus dem Buch
D. Umsetzung in das deutsche Recht
Nach Artikel 2 der Teilzeitarbeitsrichtlinie waren die Mitgliedsstaaten verpflichtet, diese bis zum 20.Januar 2000 in nationales Recht umzusetzen. Erfüllt wurde dies mit dem am 1. Januar 2001 in Kraft tretende Teilzeit- und Befristungsgesetz.
Das zuvor geltende und schon 1985 in Kraft getretene Beschäftigungsförderungsgesetz, welches nur rudimentäre Ansätze zur Teilzeitarbeit enthielt, wurde damit abgelöst.
Das TzBfG übernimmt die Zielsetzung und ihre Begriffsbestimmungen aus der Teilzeitarbeit RL 97/81/EG in die Paragraphen eins und zwei. Aus der Zielsetzung ergeben sich keine unmittelbaren Rechte und Pflichten. Oft wird sie auch als „einweisende Vorschrift ohne normativen Gehalt“ bezeichnet und dient dem allgemeinen Ziel der Förderung der Teilzeitarbeit in Deutschland.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entstehung der Teilzeitarbeit und steckt den Rahmen für die Untersuchung des deutschen Teilzeit- und Befristungsgesetzes ab.
B. Geschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel zeichnet die jahrhundertlange Entwicklung der Arbeitszeitmodelle sowie den mühsamen Weg der europäischen Richtlinien zu atypischen Arbeitsverhältnissen nach.
C. Die Teilzeitarbeitsrichtlinie 97/81/EG: Hier werden die Inhalte der europäischen Rahmenvereinbarung, insbesondere das Diskriminierungsverbot und die Arbeitsmöglichkeiten in Teilzeit, detailliert analysiert.
D. Umsetzung in das deutsche Recht: Das Kapitel erläutert die Implementierung der Richtlinie in nationales Recht durch das Teilzeit- und Befristungsgesetz und diskutiert die rechtliche Tragweite.
E. Teilzeitmodelle: Es werden verschiedene Formen der Teilzeitarbeit vorgestellt, wie etwa das klassische Modell, „Teilzeit classic vario“ oder Jobsharing, und deren Nutzen für Unternehmen bewertet.
F. Das Teilzeitgesetz - eine gelungene Reform ?: Dieses Kapitel zieht eine Bilanz nach zwei Jahren TzBfG und beurteilt die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft.
G. Anhang: Der Anhang bietet ergänzende Übersichten, Ablaufdiagramme zum Teilzeitanspruch sowie statistische Daten.
Schlüsselwörter
Teilzeitarbeit, TzBfG, Richtlinie 97/81/EG, Arbeitszeitflexibilisierung, Beschäftigungsförderung, Diskriminierungsverbot, Pro-rata-tempori, Teilzeitmodelle, Arbeitsmarkt, Kündigungsschutz, betriebliche Gründe, Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen und praktischen Ausgestaltung der Teilzeitarbeit unter besonderer Berücksichtigung der europäischen Richtlinie 97/81/EG und der Umsetzung in das deutsche Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG).
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themenfelder umfassen den historischen Wandel der Arbeitszeit, die europarechtlichen Rahmenbedingungen, die spezifischen Regelungen des deutschen TzBfG sowie die verschiedenen in der Praxis angewandten Teilzeitmodelle.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, den Transformationsprozess von der europäischen Richtlinie hin zum deutschen Gesetz zu analysieren und zu bewerten, inwieweit das TzBfG den angestrebten arbeitsmarktpolitischen Erfolg in der Praxis erzielen konnte.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit stützt sich auf eine juristische Analyse der Gesetzestexte und Richtlinien sowie auf eine Auswertung aktueller statistischer Daten und arbeitsgerichtlicher Urteile zum Teilzeitrecht.
Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der materiellen Umsetzung der Diskriminierungsverbote, der Ausgestaltung des Anspruchs auf Teilzeit sowie der Abgrenzung von betrieblichen Gründen bei Ablehnungsentscheidungen durch Arbeitgeber.
Welche Keywords charakterisieren den Inhalt am besten?
Wesentliche Begriffe sind Teilzeitarbeit, TzBfG, Diskriminierungsverbot, Arbeitsmarktpolitik, Flexibilisierung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des TzBfG bei der Kündigung von Arbeitnehmern?
Die Autorin weist darauf hin, dass das Kündigungsverbot im § 11 TzBfG in der Praxis nur einen geringen Wert hat, da Kündigungen häufig auf vorgelagerte betriebliche Organisationsentscheidungen zurückgeführt werden.
Welchen Einfluss hat das Teilzeit- und Befristungsgesetz auf die Flexibilisierung in Unternehmen?
Das Gesetz fördert die Flexibilisierung, allerdings bleibt die praktische Durchsetzbarkeit, etwa in Führungspositionen, aufgrund von Befürchtungen hinsichtlich betrieblicher Störungen oder mangelnder Entlastungseffekte für die Beschäftigten eine Herausforderung.
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- Petra Unger (Author), 2003, Teilzeitarbeit: Entwicklung und Richtlinien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12703