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Exklusion trotz Arbeit?

Ein bedingungsloses Grundeinkommen als Antwort auf exkludierende Tendenzen in der Entwicklung der Erwerbsarbeit

Titel: Exklusion trotz Arbeit?

Hausarbeit , 2008 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christoph Sprich (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Was bedeutet Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse und damit der Erwerbsbiographien, die Vermehrung von Teilzeitarbeit für die Möglichkeiten zur Teilhabe an der Gesellschaft? Um dies zu erfassen, bietet sich das Konzept sozialer Exklusion an, wie es Christoph Deutschmann in Abgrenzung sowohl zu klassischen Armutsforschungsansätzen, als auch zu Luhmanns Systemtheoretischem Ansatz entwickelt hat. Die Konstruktion von Inklusion / Exklusion über Geld als „Schlüsselmedium“ bietet die Möglichkeit, Teilhabechancen jenseits eines rein materiell definierten Armutsbegriffs zu verstehen.
Auf dieser Grundlage soll in der vorliegenden Arbeit folgende These belegt werden: Durch säkulare Entwicklungen der Arbeit verliert diese mehr und mehr ihren gesellschaftlich inkludierenden Charakter. Das Grundeinkommen kann eine Lösung dieses Problems liefern, indem es den Verlust des Inklusionspotentials ausgleicht. Um diese Argumentation zu belegen, werden in einem ersten Schritt die säkularen Tendenzen der Arbeitsgesellschaft dargelegt, in einem zweiten Schritt anhand des Inklusions- / Exklusionskonzeptes von Deutschmann auf ihre Auswirkungen auf die inkludierende Funktion von Lohnarbeit hin untersucht. In einem dritten Schritt schließlich sollen die Grundlinien der verschiedenen Grundeinkommenskonzepte im Sinne der These auf ihr Inklusionspotential überprüft werden. Dabei wird am Beispiel der Forderungen von André Gorz zu sehen sein, ob und auf welche Weise ein solches Grundein-kommen den Verlust der inkludierenden Funktion von Erwerbsarbeit kompensieren könnte.
Dabei soll in Abschnitt 1 das empirische Bild der Lage der Arbeit nur skizziert werden, da die potentiellen Bruchlinien zwischen Theorie und Empirie den Rahmen dieser Arbeit schnell sprengen könnten. Diese Skizze soll vielmehr die Relevanz der theoretischen Überlegungen in Abschnitt 2, insbesondere 2.2, verdeutlichen. Dabei ist es nicht entscheidend, eine möglichst schlüssige Verbindung zwischen den – nicht oder nur kursorisch behandelten - Armutsdefinitionen, die bei der Messung im empirischen Bereich verwandt werden, und dem Exklusionskonzept von Deutschmann zu finden. Vielmehr zeigen diese Erkenntnisse auf, welches exkludierende Potential in den beschriebenen Entwicklungen der Erwerbsarbeit liegt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Säkulare Entwicklungen der Erwerbstätigkeit

1.1 Das Normalarbeitsverhältnis

1.2 Die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses und die Folgen

1.3 Arbeit verliert ihre existenzsichernde Funktion: Die „Working Poor“

2 Inklusion, Exklusion und Armut

2.1 Geld als Schlüsselmedium der Inklusion

2.2 Verliert die Arbeit ihre inkludierende Funktion?

3 Grundeinkommen – garantiert, bedingungslos?

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern das bedingungslose Grundeinkommen als Antwort auf die zunehmend exkludierenden Tendenzen in der modernen Erwerbsarbeit fungieren kann, wobei insbesondere der Verlust der inkludierenden Funktion von Erwerbsarbeit im Zentrum steht.

  • Die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses und ihre soziökonomischen Folgen.
  • Die sozialintegrative Funktion von Arbeit und Lohnarbeit.
  • Das Konzept der Inklusion und Exklusion durch das Medium Geld (nach Christoph Deutschmann).
  • Die Analyse verschiedener Grundeinkommenskonzepte hinsichtlich ihres Inklusionspotentials.

Auszug aus dem Buch

2.1 Geld als Schlüsselmedium der Inklusion

In seinem Beitrag „Geld als Inklusionsmedium moderner Gesellschaften“ entwirft Christoph Deutschmann einen Ansatz für eine Theorie der Inklusion und Exklusion in Abgrenzung sowohl zur klassischen Armutsforschung als auch zur Systemtheorie nach Luhmann. Er geht dabei von der Prämisse aus, dass in allen Bereichen, sei es im sozialen, im kulturellen oder im politischen Feld, Geld eine Vorraussetzung (nicht aber Garantie) für gesellschaftliche Teilhabechancen, also Inklusion, ist. Materielle Werte werden in dieser Perspektive, einer Argumentation Simmels folgend, als dominantes Medium der Inklusion angesehen, das in allen Teilsystemen eine mehr oder minder explizite Rolle spielt:

„Geld ist […] die Basis moderner, funktional differenzierter Vergesellschaftung. Recht, Wissenschaft und Politik sind nicht möglich ohne Organisationen; Organisationen aber sind nicht möglich ohne Geld. Und schließlich: Indem das Geld persönliche in funktionelle Abhängigkeiten verwandelt, erlaubt es den Individuen erst, sich selbst zu finden. Damit ist das Geld nicht nur die Basis der organisierten, sondern auch der intimen Sozialgebilde, der modernen Freundschaft und Liebe, in denen die Menschen sich ganz als Individuen aufeinander beziehen.“

Diese „latente Dominanz“ des Mediums Geld begründet sich dadurch, dass es in allen Subsystemen unentbehrlich ist, während die anderen Medien außerhalb ihres jeweiligen Systems keine Funktion erfüllen können: Geld wird im Gegensatz zu anderen Medien nicht mitgeteilt, es wird übertragen, ist aber gleichzeitig kumulierbar. Es kann ohne Kontext funktionieren. Es ist das Medium von Tauschchancen und in dieser Eigenschaft auch noch höchst reflexiv, denn es lässt sich beliebig abstrahieren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Erwerbsarbeit und das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens ein, wobei die These aufgestellt wird, dass Arbeit ihre gesellschaftlich inkludierende Funktion verliert.

1 Säkulare Entwicklungen der Erwerbstätigkeit: Dieses Kapitel skizziert die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses sowie das Phänomen der „Working Poor“ als Beleg für die schwindende Existenzsicherung durch Erwerbsarbeit.

2 Inklusion, Exklusion und Armut: Hier wird das theoretische Fundament durch das Konzept von Inklusion und Exklusion sowie die Rolle von Geld als zentralem Inklusionsmedium nach Christoph Deutschmann gelegt.

3 Grundeinkommen – garantiert, bedingungslos?: Dieses Kapitel untersucht verschiedene Konzepte des Grundeinkommens auf ihr inkludierendes Potential, insbesondere im Hinblick auf den Ansatz von André Gorz.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Transformation der Arbeitswelt exkludierende Tendenzen verstärkt und ein Grundeinkommen eine notwendige Lösung sein kann, sofern es frei von Vorbedingungen gewährt wird.

Schlüsselwörter

Normalarbeitsverhältnis, Grundeinkommen, soziale Exklusion, Inklusion, Erwerbsarbeit, Armut, Working Poor, Geld, Sozialstaat, Arbeitsgesellschaft, Teilhabe, Existenzsicherung, Diskontinuität, Christoph Deutschmann, André Gorz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob das bedingungslose Grundeinkommen dazu geeignet ist, die zunehmende gesellschaftliche Exklusion auszugleichen, die durch die Veränderungen in der modernen Arbeitswelt entsteht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der Wandel der Erwerbsarbeitsformen, die theoretische Einordnung von Inklusion und Exklusion sowie die Bewertung verschiedener Modelle eines garantierten Mindesteinkommens.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die These zu belegen, dass Erwerbsarbeit aufgrund säkularer Entwicklungen ihren inkludierenden Charakter verliert, und zu untersuchen, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen dieses Inklusionsdefizit kompensieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer Konzepte der Inklusion und Exklusion (insbesondere von Christoph Deutschmann) sowie der Auswertung empirischer Befunde zum Arbeitsmarkt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses und das Phänomen der arbeitenden Armen dargelegt, gefolgt von einer theoretischen Fundierung durch das Geld als Schlüsselmedium der Inklusion, um abschließend verschiedene Grundeinkommensmodelle zu prüfen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie „Erosion des Normalarbeitsverhältnisses“, „gesellschaftliche Inklusion“, „Geld als Inklusionsmedium“ und „bedingungsloses Grundeinkommen“ geprägt.

Warum spielt das Konzept von Christoph Deutschmann eine zentrale Rolle?

Deutschmanns Konzept wird genutzt, um die Rolle von Geld als universales Inklusionsmedium zu erklären, wodurch materielle Armut als ökonomische Exklusion aus allen gesellschaftlichen Teilhabebereichen theoretisch greifbar wird.

Was kritisiert der Autor an den gängigen sozialen Sicherungssystemen?

Der Autor kritisiert, dass die bestehenden Sicherungssysteme an das Modell der Vollerwerbsgesellschaft gebunden sind und somit keine wirksame Abhilfe gegen die durch diskontinuierliche Erwerbsbiographien entstehenden Exklusionseffekte bieten.

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Details

Titel
Exklusion trotz Arbeit?
Untertitel
Ein bedingungsloses Grundeinkommen als Antwort auf exkludierende Tendenzen in der Entwicklung der Erwerbsarbeit
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Institut für Soziologie )
Veranstaltung
Seminar Armut und Reichtum in Deutschland
Note
1,0
Autor
Christoph Sprich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V127047
ISBN (eBook)
9783640333868
ISBN (Buch)
9783640333486
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exklusion Arbeit Grundeinkommen Antwort Tendenzen Entwicklung Erwerbsarbeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Sprich (Autor:in), 2008, Exklusion trotz Arbeit? , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127047
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Leseprobe aus  15  Seiten
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