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Die Nation als Heiligtum

Der Charakter des Nationalismus in Arthur Moeller van den Brucks „Das Dritte Reich“

Title: Die Nation als Heiligtum

Term Paper , 2008 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christoph Sprich (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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„Das Syntagma Konservative Revolution ist eine der erfolgreichsten Schöpfungen der neueren Ideengeschichtsschreibung“, so Stefan Breuer. Dabei wird allgemein unterstellt, dass ein kleinster gemeinsamer Nenner ideologischer Art zwischen den Autoren bestand, oder in neuerer Diktion: dass es sich um eine „Diskursgemeinschaft“ handelt.
Einigkeit besteht unter den Autoren der diversen Forschungspublikationen über die Zuordnung des Autors Arthur Moeller van den Bruck in den Kreis der Konservativen Revolution, bzw. des neuen Nationalismus. Während Moeller früher geboren war als die Mehrheit seiner vermeintlichen Gesinnungsgenossen , wird seine Schrift „Das Dritte Reich“ teilweise als eine Art Manifest der konservativen Revolution gelesen. In der Abhandlung „Das dritte Reich“ legt van den Bruck die Grundsätze einer „dritten Partei“ jenseits der bestehenden parteipolitischen Konfliktlinien vor. Er grenzt diese Bewegung dabei in vielerlei Hinsicht von bestehenden Denkrichtungen ab, um gleichzeitig seine Vorstellungen darzulegen, die letztlich in der Zielsetzung des so genannten „dritten Reiches“ kulminieren. Dieser Abgrenzungsversuch gegenüber revolutionären, sozialistischen, liberalen, demokratischen, proletarischen reaktionären und klassisch konservativen Denkansätzen verleiht dem Text seine inhaltliche Struktur. „Das dritte Reich“ stellt durch seine umfassende inhaltliche Ausarbeitung, den verhältnismäßig großen Umfang und den zumindest hinsichtlich seiner ideologischen Ausgestaltung konkreten Text eine ausgezeichnete Quelle dar, um den Charakter des Moeller van den Bruck’schen Nationalismus aus der Textfülle zu extrahieren und zu examinieren.
In dieser Arbeit soll im Sinne einer negativen Definition zunächst herausgearbeitet werden, was die Nation im Sinne Moellers nicht beinhalten soll, von welchen ideologischen, institutionellen und intellektuellen Denkansätzen er sich abgrenzt. So dann soll eine positive Definition der Begrifflichkeit des Nationalen anhand der Überlegungen zum Wesen des „dritten Reiches“ erarbeitet werden.
Dazu werden die für die Definition des Staatsbegriffs im national-staatlichen Zeitalter genutzten Kategorien als Inspiration genutzt, um vier wesentliche Dimensionen des Nationalen zu skizzieren: Nation, Volk, Reich und Staatsform. Dieses Vorgehen ermöglicht auch, die von Stefan Breuer angedachte Zuordnung Moeller van den Brucks zu seiner Definition des neuen Nationalismus in einem letzten Schritt en Detail zu überprüfen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Anti-Thesen: Die negative Definition des Nationalen

1.1 Gesellschaftlicher und ökonomischer Liberalismus

1.2 Restauration der Monarchie und der „Reaktionär“

2 Das „Dritte Reich“: Die positive Definition des Nationalen

2.1 Welche Nation, welches Volk?

2.2 Welches Reich?

2.3 Welche Herrschaftsform?

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Charakter des Nationalismus in Arthur Moeller van den Brucks Werk "Das dritte Reich". Ziel der Analyse ist es, Moellers Verständnis der Nation, des Volkes, des Reiches und der Herrschaftsform zu extrahieren, um ihn ideengeschichtlich im Kontext der "Konservativen Revolution" und des "Neuen Nationalismus" nach Stefan Breuer einzuordnen.

  • Negative Abgrenzung gegenüber Liberalismus und Monarchismus
  • Positive Definition der Nation als Werte- und Schicksalsgemeinschaft
  • Analyse des Reichsbegriffs als rhetorisch-mythische Konstruktion
  • Untersuchung des Führerprinzips und der elitären Herrschaftsvorstellungen
  • Überprüfung der Thesen von Stefan Breuer anhand der Primärquelle

Auszug aus dem Buch

Welche Nation, welches Volk?

Das Konzept des „Dritten Reiches“ ist um den Begriff der Nation herum aufgebaut, die als zentrales Bezugskriterium und höchstes Ziel der Moeller van den Bruck’schen Überlegungen anzusehen ist. Was konstituiert diese Nation, was umfasst sie? Moellers Nationalismus möchte die „Nation als etwas Besonderes behaupten“. Er verwirft gleich mehrere Konzepte als unzureichend: Eine Nation der deutschen Staatsbürger lehnt er völlig ab. Deutsche Sprache und deutsche Abstammung erkennt er immerhin als die natürlichen Grundlagen an, nicht aber als konstituierendes Kriterium seines Nationsbegriffes, denn: „Land und Sprache sind die natürlichen Grundlagen einer Nation, aber ihre Eigentümlichkeit empfängt sie von der Art, wie ihr das Leben von Menschen ihres Blutes im Geiste vorgewertet wird“.

Er begnügt sich also nicht mit dem Willen zur Zusammengehörigkeit, den er an anderer Stelle durchaus als wichtig anerkennt, aber eben nicht als Grundlage der Nation ansieht. Vielmehr versucht er mit der „Nation als Wertungsgemeinschaft“, sowie eingeschränkt mit den sekundären Merkmalen Abstammung und Sprache, objektive Merkmale zu seiner definitorischen Basis zu machen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung verortet das Werk "Das dritte Reich" im Kontext der konservativen Revolution und legt die methodische Vorgehensweise zur Analyse von Moeller van den Brucks Nationalismus dar.

1 Anti-Thesen: Die negative Definition des Nationalen: Dieses Kapitel arbeitet heraus, von welchen Ideologien sich Moeller abgrenzt, insbesondere vom liberalen Gesellschaftsmodell und den reaktionären monarchistischen Tendenzen.

1.1 Gesellschaftlicher und ökonomischer Liberalismus: Es wird dargelegt, warum Moeller den Liberalismus als Nationen zersetzend und wertlos kritisiert, da er Partikularinteressen statt Gemeinschaftswohl priorisiert.

1.2 Restauration der Monarchie und der „Reaktionär“: Hier zeigt der Autor, dass Moeller die wilhelminische Monarchie ablehnt, da sie für ihn nicht die notwendige Einigung der Nation im Sinne eines "Staatsvolkes" verkörpert.

2 Das „Dritte Reich“: Die positive Definition des Nationalen: Dieser Teil des Hauptteils entfaltet Moellers eigene Vorstellungen einer positiven nationalen Identität.

2.1 Welche Nation, welches Volk?: Moeller definiert die Nation hier als "Wertungsgemeinschaft", in der geistige Werte Vorrang vor rein biologischen Kategorien der Rasse haben.

2.2 Welches Reich?: Das Kapitel untersucht den Reichsbegriff als rhetorisch-mythisches Konstrukt, das die historische Kontinuität deutscher Werte symbolisieren soll.

2.3 Welche Herrschaftsform?: Es wird Moellers elitäres Führungsverständnis analysiert, das gegen den parlamentarischen Pluralismus gerichtet ist und auf einer Identität von Führung und Volk basiert.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Einordnung Moeller van den Brucks als einen zentralen Autor des "Neuen Nationalismus".

Schlüsselwörter

Arthur Moeller van den Bruck, Das dritte Reich, Konservative Revolution, Neuer Nationalismus, Nation, Volk, Reichsbegriff, Anti-Liberalismus, Führerprinzip, Wertungsgemeinschaft, Ideengeschichte, Weimarer Republik, politische Ideologien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Werk "Das dritte Reich" von Arthur Moeller van den Bruck, um den Kern seines nationalistischen Denkens und dessen Rolle innerhalb der konservativen Revolution der Weimarer Republik zu verstehen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die zentralen Themen sind die negative Abgrenzung von Liberalismus und monarchischer Reaktion sowie die positive Bestimmung von Nation, Volk, Reich und Herrschaftsform.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Charakter des Moeller van den Bruck’schen Nationalismus zu extrahieren und zu prüfen, ob und inwieweit er die Kriterien des "Neuen Nationalismus" nach Stefan Breuer erfüllt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor wendet eine ideengeschichtliche Textanalyse an, die auf der Extraktion und Kategorisierung von Konzepten aus der Primärquelle "Das dritte Reich" basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Untersuchung der liberalen und reaktionären Gegenentwürfe sowie eine detaillierte Ausarbeitung der positiven Begriffsdefinitionen von Nation, Reich und Herrschaftsform.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Konservative Revolution, Neuer Nationalismus, Wertungsgemeinschaft, Anti-Pluralismus und die Nation als höchstes Prinzip.

Warum lehnt Moeller van den Bruck den Liberalismus ab?

Moeller lehnt den Liberalismus ab, weil er ihn als gesinnungslos und zersetzend empfindet, da er den Fokus auf individuelle Interessen legt und somit die notwendige Einheit der Nation als "Staatsvolk" verhindert.

Welche Rolle spielt das "Führerprinzip" in den Überlegungen des Autors?

Moeller postuliert eine Herrschaft geistiger Eliten, die ihre Legitimation aus der Identität mit dem Willen der Nation beziehen und somit jenseits von parteipolitischem Streit stehen sollen.

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Details

Title
Die Nation als Heiligtum
Subtitle
Der Charakter des Nationalismus in Arthur Moeller van den Brucks „Das Dritte Reich“
College
University of Freiburg  (Seminar für Wissenschaftliche Politik)
Course
Seminar Politische Ideologien im 19. und 20. Jahrhundert
Grade
1,0
Author
Christoph Sprich (Author)
Publication Year
2008
Pages
17
Catalog Number
V127050
ISBN (eBook)
9783640333899
Language
German
Tags
Nation Heiligtum Charakter Nationalismus Arthur Moeller Brucks Dritte Reich“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Sprich (Author), 2008, Die Nation als Heiligtum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127050
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