Die Veränderungsgeschwindigkeit mit der die Umweltfaktoren auf die Unternehmen einwirken hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Auch in der Zukunft werden durch die fortschreitende Globalisierung einschneidende Veränderungen in den Unternehmen nötig werden. Für die Unternehmen und insbesondere für die Produktion im Inland, resultiert daraus der Bedarf die Zeichen der Zeit rechtzeitig zu erkennen und daraus neue Unternehmensstrategien abzuleiten. Die Gesellschaft und die Wirtschaft entwickeln sich in immer komplexeren Strukturen mit steigenden Wirkzusammenhängen und Beziehungen zwischen dem gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen System.
Der zukünftige Unternehmenserfolg hängt immer mehr von der Fähigkeit ab relevante Informationen zu erkennen, zu beschaffen und effizient zu verarbeiten, um diese für die Entscheidungsprozesse im Unternehmen nutzen zu können. Gerade im Hinblick auf immer leistungsfähigere Informationssysteme und die sich dadurch abzeichnende Informationsüberflutung, sind dies erschwerende Randbedingungen.
Hieraus wird ersichtlich, dass die Dynamik des Wettbewerbs, die steigende Erwartungshaltung der Kunden und die Entwicklung der Weltmärkte zu einer großen Herausforderung für die deutschen Unternehmen geworden sind. Aus dieser Dynamik leitet sich die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Unternehmens ab. Diese reicht von der konsequent nachfrageorientierten Produktentwicklung bis hin zur Zielkostenentsprechenden Fertigung. Diese Kriterien stellen heute somit eine der größten Herausforderungen an die Unternehmen dar.
Die im Unternehmen entwickelten Strategien und Führungssysteme müssen also die Funktionen der Zieldefinition, der Zielkommunikation, der objektiven Messung der Zielerreichung sowie der Verfolgung von evtl. notwendigen Korrekturmaßnahmen abdecken bzw. erfüllen.
Der Prozess der kontinuierlichen Verbesserung (KVP) als permanenter Unternehmensprozess muss also ebenso fest mit den Führungssystemen ,als auch mit dem eingesetzten Controllinginstrumentarium verbunden werden.
Kaplan und Norten haben erkannt, dass nicht nur rein finanzwirtschaftliche Kennzahlen betrachtet werden dürfen, sondern auch auf nicht finanzielle Faktoren eingegangen werden sollte. Diese Erkenntnis haben sie in der Balanced Scorecard verarbeitet. Die BSC ist damit innerhalb kurzer Zeit zu einem anerkannten Controlling und Steuerungsinstrument der strategischen Unternehmensführung geworden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Anstoß zur Arbeit
1.2 Das wirtschaftliche Umfeld in der Automobilindustrie
2 Unternehmensführung und Strategie
2.1 Abgrenzung
2.2 Die Strategische Unternehmensführung
2.3 Die Strategie
2.4 Strategische Unternehmensführung nach Hinterhuber
3 Die Balanced Scorecard als Controllinginstrument zur Realisierung von Strategien
3.1 Das Controlling
3.1.1 Begriffserklärung Controlling
3.1.2 Aufgabe des Controllings
3.1.3 Abgrenzung von strategischen und operativen Controlling
3.2 Die Balanced Scorecard - Ein Instrument des strategischen Managements
3.2.1 Die Entwicklung
3.2.2 Grundlagen des Konzeptes
3.2.3 Die Perspektiven der Balanced Scorecard
4 Entwicklung einer Scorecard für ein Unternehmen in der Automobilzulieferindustrie
4.1 Vorbetrachtung
4.2 Ziel und Kennzahlensystem
4.3 Die Umwelt GmbH
4.3.1 Das Unternehmen
4.3.2 Das Leitbild und das Leitziel
4.3.3 Gründe für Veränderung
4.3.4 Perspektiven der Scorecard des Unternehmens
4.3.5 Ableitung messbarer Kennzahlen
4.3.6 Zielwerte festlegen und strategische Aktionen ableiten
4.4 Ursache- Wirkung- Beziehung zwischen den Kennzahlen
5 Schlussteil
5.1 Stärken und Schwächen des Konzeptes
5.2 Zusammenfassung / Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Konzeption und Entwicklung eines Balanced-Scorecard-Systems, das spezifisch auf ein mittelständisches Unternehmen der Automobilzulieferindustrie zugeschnitten ist. Dabei soll eine Brücke zwischen der übergeordneten Unternehmensstrategie und dem operativen Tagesgeschäft geschlagen werden, um konkurrierende Abteilungsziele zu vermeiden und eine ganzheitliche Steuerung zu ermöglichen.
- Anpassung des Balanced-Scorecard-Konzepts an die Anforderungen der Automobilzulieferindustrie.
- Entwicklung eines dezentralen Steuerungssystems mit 3 spezifischen Perspektiven.
- Identifikation messbarer Kennzahlen und Ursache-Wirkungs-Beziehungen.
- Ableitung strategischer Aktionen zur Erreichung definierter Zielwerte.
Auszug aus dem Buch
4.4 Ursache- Wirkung- Beziehung zwischen den Kennzahlen
Um die Wechselwirkung zwischen den einzelnen Perspektiven und deren Kennzahlen noch einmal zu verdeutlichen soll diese an einem Beispiel kurz beschrieben werden.
Beispiel: Zu hohe Krankenquote bei niedrigen Qualifikationsindex
Durch eine hohe Krankenquote können die Mitarbeiter nur adäquat ersetzt werden, wenn andere Mitarbeiter an deren Arbeitsplätzen ausgebildet sind. Überschneidet sich ein hoher Krankenstand mit einem geringen Qualifizierungsindex der Mitarbeiter die die Arbeitsplätze im Krankheitsfall mit übernehmen müssen, sinkt dadurch die Produktivität und die Qualität der Produkte und der Ausschuss steigt an. Hinzu kommt das bei sinkender Produktivität die Liefertreue gefährdet ist und durch die sinkende Qualität die Wahrscheinlichkeit von Reklamationen ansteigt. Mit sinkender Liefertreue und Reklamationen wird wiederum die Kundenzufriedenheit beeinflusst. Dies hat Auswirkungen auf die Vergabe von neuen Aufträgen an das Unternehmen. Sinkende Auftragsgrößen beeinflussen wiederum das Betriebsergebnis und wirken sich dadurch wieder negativ auf die Motivation der Mitarbeiter aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beleuchtung des wirtschaftlichen Umfelds in der Automobilindustrie und der Notwendigkeit neuer Unternehmensstrategien durch Globalisierung und technologische Veränderungen.
2 Unternehmensführung und Strategie: Theoretische Abgrenzung der Begriffe Strategie und Unternehmensführung unter Berücksichtigung von Modellen wie dem nach Gälweiler und Hinterhuber.
3 Die Balanced Scorecard als Controllinginstrument zur Realisierung von Strategien: Einführung in das Controlling und Erläuterung der Grundlagen sowie der klassischen Perspektiven der Balanced Scorecard.
4 Entwicklung einer Scorecard für ein Unternehmen in der Automobilzulieferindustrie: Praktische Anwendung der Balanced Scorecard am Beispiel der fiktiven "Umwelt GmbH" mit Definition individueller Perspektiven und Kennzahlen.
5 Schlussteil: Reflexion über die Stärken und Schwächen des gewählten Konzeptes sowie ein abschließendes Fazit zur erfolgreichen Implementierung im mittelständischen Kontext.
Schlüsselwörter
Balanced Scorecard, Unternehmensführung, Strategie, Controlling, Automobilzulieferindustrie, Kennzahlensystem, Wettbewerbsvorteil, Prozessoptimierung, Kundenperspektive, Mitarbeiterzufriedenheit, Unternehmensstrategie, Wertschöpfung, operative Planung, Ursache-Wirkungs-Beziehung, Qualifikationsindex.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Anliegen dieser Arbeit?
Die Arbeit entwickelt ein maßgeschneidertes Balanced-Scorecard-System für ein mittelständisches Unternehmen in der Automobilzulieferindustrie, um strategische Vorgaben effektiv in das operative Geschäft zu übersetzen.
Welche Themenfelder stehen im Fokus der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf strategischer Unternehmensführung, modernem Controlling, der Gestaltung von Kennzahlensystemen und der Ableitung spezifischer Aktionen zur Leistungssteigerung.
Was ist das primäre Ziel des entwickelten Scorecard-Modells?
Das Ziel ist eine ganzheitliche Steuerung, die finanzielle und nicht-finanzielle Faktoren verbindet, um die Effizienz zu steigern und konkurrierende Ziele innerhalb des Unternehmens abzubauen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird für die Untersuchung genutzt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der methodischen Herleitung und Anwendung des Balanced-Scorecard-Modells auf eine Fallstudie.
Welche inhaltlichen Aspekte werden im Hauptteil vertieft?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Unternehmensführung und des Controllings, gefolgt von der schrittweisen Entwicklung einer individuellen Scorecard für ein fiktives Unternehmen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Charakteristika sind Balanced Scorecard, Strategieimplementierung, operative Kennzahlen und die Vernetzung von Unternehmensbereichen zur Existenzsicherung.
Wie unterscheidet sich das Modell der Umwelt GmbH von der klassischen Balanced Scorecard?
Die Umwelt GmbH nutzt statt der vier klassischen Perspektiven drei spezifische Eckpfeiler, die sich an den Interessenträgern Mitarbeiter, Kunden und Gesellschafter orientieren.
Warum spielt die Ursache-Wirkungs-Beziehung eine zentrale Rolle im Modell?
Sie veranschaulicht, wie sich einzelne Kennzahlen, beispielsweise die Krankenquote, über eine Kausalkette auf die Produktivität, die Kundenzufriedenheit und letztlich das wirtschaftliche Betriebsergebnis auswirken.
- Quote paper
- Silvio Göring (Author), 2008, Managementstrategie zur Unternehmensführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127138