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Polyglossie: Mehrsprachigkeit in Fernando Pessoas Poesie

Title: Polyglossie: Mehrsprachigkeit in Fernando Pessoas Poesie

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anja Benthin (Author)

Romance Studies - Portuguese Studies
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Fernando Pessoa ist zweifelsohne einer der bedeutendsten portugiesischen Autoren des 20. Jahrhunderts sowie ebenso einer der Interessantesten, der sich durch seine unterschiedlichen Persönlichkeiten, die er mit verschiedenen Heteronymen darstellt, immer neu definiert und so immer neue und andere Lebensweisen präsentiert. So kreierte Pessoa eine Reihe von Identitäten, die sich voneinander deutlich unterscheiden, nicht zuletzt, was ihre literarischen Stile angeht. Ebenso grenzen sie sich durch die Sprache, in der sie dichten, voneinander ab. Fernando Pessoa beweist daher eine außerordentliche Polyglossie, welche durch seine künstlerische Schizophrenie verstärkt wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Polyglossie und Heteronymie in Pessoas Werken

2.Pessoas und Search’ Englische Sonetten

2.1 Pessoas Kreation des Alexander Search

2.2 Alexander Searchs Sonetten und der Einfluss der Polyglossie

2.3 Fernando Pessoas Sonetten und der Einfluss der Polyglossie

3. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbindung zwischen der Polyglossie Fernando Pessoas und seiner komplexen Heteronymie. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Pessoa unterschiedliche Heteronyme nutzt, um verschiedene Persönlichkeitsaspekte auszudrücken und durch das Schreiben in englischer Sprache ein distanziertes Identitätsgefüge zu konstruieren.

  • Die literarische Identitätskonstruktion bei Fernando Pessoa
  • Die Rolle der englischen Sprache als Instrument der Abgrenzung
  • Vergleichende Analyse der englischen Sonetten von Alexander Search und Fernando Pessoa
  • Einflüsse klassischer englischer Literatur (Shakespeare, Milton) auf das Werk Pessoas
  • Die Thematik des "Doppelgängers" und die Suche nach dem eigenen Ich

Auszug aus dem Buch

2.2 Alexander Searchs Sonetten und der Einfluss der Polyglossie

Alexander Search veröffentlichte annähernd 200 englischsprachige Gedichte während seiner „Existenz“ im Zeitraum zwischen 1904 bis 1909, von welchen der Großteil in Sonetten Form gehalten wurde. Außerdem schrieb er aber ebenso Epitaph Gedichte, Vierzeiler und Fünfzeiler.

Wobei Search nicht bereit zu sein scheint, sich einer Sonetten-Form völlig hinzugeben, so schreibt er sowohl in der italienischen als auch in der englischen Sonetten Form. Dies unterscheidet sich deutlich von Pessoas späteren englischsprachigen Sonetten, welche er unter seinem eigenen Namen veröffentlicht, und welche ausschließlich der Shakespeareschen Sonetten-Form folgen. Search hat also im Gegensatz zu Pessoa noch keine klare Linie für sich gefunden.

Seine Experimentierfreudigkeit wird beispielsweise deutlich, wenn man sein On death (sombre a morte) (1904) mit seinem Men of to-day vergleicht. Searchs On Death aus dem Jahre 1904 zeigt deutlich den Einfluss der italienischen Sonette, wie bereits von Petrarca verwendet und welche sich auch in Portugal zu Searchs Zeit einer großer Beliebtheit erfreute. Sie besteht aus zwei Quartetts (Reimschema abab) und zwei Tripletts (cde). Allerdings wurde diese Sonetten-Form ebenso im 17.Jahrhundert von John Milton benutzt, wie beispielsweise in seriner Sonette 19 (On his Blindness) deutlich wird und diese scheint auch für Search als Vorbild zu gelten, was sich nicht lediglich in der Sprache sondern auch in der Thematik der Sonette deutlich zeigt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Bedeutung Fernando Pessoas und die initiale Vorstellung seiner Polyglossie durch die Verwendung verschiedener Heteronyme wie Alexander Search.

1. Polyglossie und Heteronymie in Pessoas Werken: Untersuchung der biographischen Hintergründe Pessoas in Südafrika und der Einflussnahme der englischen Sprache sowie klassischer Literatur auf seine literarische Identität.

2.Pessoas und Search’ Englische Sonetten: Analytischer Hauptteil, der Pessoas verschiedene Identitäten, den spezifischen Schreibstil der Heteronyme und deren Experimentierfreude mit traditionellen Formen gegenüberstellt.

2.1 Pessoas Kreation des Alexander Search: Fokus auf die Entstehung von Alexander Search als semi-autonomes Heteronym und dessen Funktion als früher Sprecher für Pessoas englischsprachige Lyrik.

2.2 Alexander Searchs Sonetten und der Einfluss der Polyglossie: Detailanalyse von Searchs Sonetten unter besonderer Berücksichtigung der Einflüsse von Petrarca, Milton und Shakespeare auf Form und Inhalt.

2.3 Fernando Pessoas Sonetten und der Einfluss der Polyglossie: Untersuchung der späteren englischen Sonetten Pessoas, die im Vergleich zu Search eine höhere formale Strenge und eine tiefere Reflexion über Identität und Realität aufweisen.

3. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die Pessoa als vielschichtigen, mehrsprachigen Dichter bestätigt, der durch die Maskerade seiner Heteronyme seine eigene Identitätssuche verarbeitet.

Schlüsselwörter

Fernando Pessoa, Polyglossie, Heteronymie, Alexander Search, englische Sonetten, Shakespeare, Milton, Identitätssuche, Moderne, Literatur, Doppelgänger, Maske, 20. Jahrhundert, Lyrik, Existenzangst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die sprachliche Vielseitigkeit (Polyglossie) und die Aufspaltung der Identität (Heteronymie) des portugiesischen Dichters Fernando Pessoa anhand seiner englischsprachigen Sonetten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Identitätstheorie, dem Einfluss britischer Klassiker wie Shakespeare und Milton, der biographischen Prägung Pessoas in Südafrika und dem Vergleich zwischen seinen verschiedenen literarischen Identitäten.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Pessoa durch die Erschaffung von Heteronymen wie Alexander Search und die Nutzung der englischen Sprache seine eigene zersplitterte Identität und Existenzangst verhandelt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Autorin wendet eine literaturwissenschaftliche Analyse an, die biographische Kontexte mit einer strukturellen und inhaltlichen Textanalyse von Gedichten und Sonetten verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Einführung zur Polyglossie, eine detaillierte Untersuchung der Figur Alexander Search und eine vergleichende Analyse der englischen Sonetten von Search und dem späteren Pessoa.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Zentrale Begriffe sind Heteronymie, Polyglossie, literarische Identitätskonstruktion, englische Klassik, Shakespeare-Rezeption, Moderne und die Suche nach dem eigenen Ich.

Warum wird Alexander Search als "Semi-Heteronym" bezeichnet?

Search wird als Semi-Heteronym eingeordnet, da er dem frühen Pessoa in Herkunft und Sprachtalent stark ähnelt und primär als Sprachrohr für erste englischsprachige Versuche diente, statt eine vollständig eigenständige, gegensätzliche Persönlichkeit zu verkörpern.

Welche Bedeutung hat die englische Sprache für Pessoa?

Die englische Sprache fungiert bei Pessoa als Werkzeug zur Abgrenzung von seinem portugiesischen Ursprung und ermöglicht es ihm, durch eine bewusste Nachahmung elisabethanischer Stile eine ästhetische Distanz zu seinem eigentlichen Ich zu wahren.

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Details

Title
Polyglossie: Mehrsprachigkeit in Fernando Pessoas Poesie
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Romanische Sprachen und Literaturen)
Course
In Fremden Sprachen Dichten
Grade
1,3
Author
Anja Benthin (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V127160
ISBN (eBook)
9783640387663
ISBN (Book)
9783640388059
Language
German
Tags
Pessoa Heteronym Polyglossie Mehrsprachigkeit Identität Shakespeare
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Benthin (Author), 2008, Polyglossie: Mehrsprachigkeit in Fernando Pessoas Poesie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127160
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