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Antisemitismus bei Carl Wilhelm Friedrich Grattenauer und Wilhelm Marr

Titel: Antisemitismus bei Carl Wilhelm Friedrich Grattenauer und Wilhelm Marr

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2022 , 16 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Timo Matys (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit untersucht den Antisemitismus Grattenauers und Marrs. Wichtig sind hierbei die theoretischen Ansätze Yehuda Bauers und Klaus Holz‘. Bauer unterscheidet zwischen mittelalterlichem Antijudaismus und modernem Antisemitismus. Holz analysiert verschiedene Fallbeispiele des von ihm so bezeichneten nationalen Antisemitismus und gewinnt daraus Hypothesen bezüglich des nationalen Antisemitismus, die er dann wiederum anhand anderer Fallbeispiele überprüft. Der Schwerpunkt dieser Hausarbeit liegt auf der Frage, ob die Judenfeindschaft Grattenauers bereits als Teil des modernen Antisemitismus gewertet werden sollte und dieser somit vordatiert werden müsste. Als Vergleichsmaßstab dienen hier einerseits die Hypothesen, die Holz in seiner Untersuchung von 6 Fallbeispielen generieren konnte, und andererseits der Vergleich mit dem prototypischen Vertreter des modernen Antisemitismus, Wilhelm Marr. Die genannte Schrift Marrs wird hierzu ebenfalls auf die Hypothesen Holz‘ hin überprüft.
Da diese Hausarbeit mehrere Texte untersucht, greift sie nicht auf den Großteil der analytischen Methoden Holz‘ zurück, sondern überprüft alleine die von ihm generierten Hypothesen anhand der Texte Grattenauers und des Texts Marrs auf ihre Gültigkeit.

Die in den Jahren 1791 und 1803 erschienenen, gegen das Judentum gerichteten Schriften Carl Wilhelm Friedrich Grattenauers stellen bedeutende Beispiele für den Antisemitismus an der Schwelle vom 18. zum 19. Jahrhundert dar. Die Schriften Ueber die physische und moralische Verfassung der heutigen Juden (1791) und Wider die Juden (1803) erreichten ein großes Publikum.1 Wichtig zum Verständnis des Antisemitismus Grattenauers sind außerdem die Erklärung an das Publikum über meine Schrift: Wider die Juden (1803) und die Schrift Erster Nachtrag zu seiner Erklärung über seine Schrift. Wider die Juden ein Anhang zur 5. Auflage (1803). Etwa 80 Jahre später erschien Wilhelm Marrs Schrift Der Sieg des Judenthums über das Germanenthum. Vom nicht confessionellen Standpunkt aus betrachtet, welche als Ausgangspunkt des modernen, nationalen Antisemitismus betrachtet wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis des Buches

Einleitung

Die Transformation des Antijudaismus hin zum Antisemitismus in den Schriften Carl Wilhelm Friedrich Grattenauers im Vergleich mit Wilhelm Marr

1) Theoretische Grundlagen

2.1) Holz‘ Hypothesen bei Grattenauer: Die christliche Wir-Gruppe gegen „die Juden“

2.2) Anthroplogischer Antisemtismus bei Grattenauer: Wucher, biologischer Rassismus und Bürgerrechte

3) Wilhelm Marrs Der Sieg des Judenthums über das Germanenthum. Vom nicht confessionellen Standpunkt aus betrachtet

4) Vergleich Grattenauer und Marr und weiterführende Überlegungen

Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das antisemitisches Gedankengut des Autors Carl Wilhelm Friedrich Grattenauer und setzt dieses in einen vergleichenden Kontext zu Wilhelm Marrs Werk. Ziel ist es, zu analysieren, ob Grattenauers Judenfeindschaft bereits als eine Vorstufe oder Teil des modernen „nationalen Antisemitismus“ gewertet werden kann, indem die Texte an den theoretischen Hypothesen von Klaus Holz geprüft werden.

  • Analyse des Wandels vom traditionellen Antijudaismus hin zum modernen Antisemitismus.
  • Untersuchung der Schriften von Grattenauer (um 1800) hinsichtlich ihrer Rassenkonzepte.
  • Vergleichende Studie zu Wilhelm Marrs zentralem Werk „Der Sieg des Judenthums über das Germanenthum“.
  • Überprüfung der theoretischen Hypothesen von Klaus Holz am historischen Material.
  • Einordnung Grattenauers als anthropologisch-transformatives Übergangsphänomen.

Auszug aus dem Buch

2.2) Anthroplogischer Antisemtismus bei Grattenauer: Wucher, biologischer Rassismus und Bürgerrechte

Einen großen Anteil an den Schriften Grattenauers nimmt die Beschreibung des angeblichen Wuchers ein, der von den Juden ausgehe und der zum Nachteil primär der Christen ausgeübt werde. Diese Stellen entsprechen von ihrer Herkunft klar Denkmustern des mittelalterlichen Antisemitismus. Eine wichtige Abweichung hiervon stellt aber Grattenauers Ansicht dar, dass der Wucher angeboren sei und „von Kind auf Kindeskind“ vererbt werde.

Diese Stelle in Ueber die physische und moralische Verfassung der heutigen Juden steht zunächst isoliert da, in den späteren Schriften Grattenauers finden sich aber zahlreiche weitere Belege für biologisch-rassistisches Gedankengut. So spricht Grattenauer von den Juden als „Menschen-Race“. Die äußere Gestalt der Juden beschreibt Grattenauer als putenschnäblich, schwarzköpfig, schmutzig und dick. Juden seien „schmutzige[…] Geschöpf[e] ohne Moralität Treue und Glauben“.

Passend hierzu spricht Grattenauer den Juden die Fähigkeit zum gesellschaftlichen Umgang ab, in dem er aussagt, dass es keinen Juden gebe, der elegant sei, sondern nur „Eleganz-Prätendenten“. Die Juden seien „die langweiligsten, arrogantesten, zudringlichsten, unausstehlichsten Gesellen“. Grattenauer wirft die (rhetorische) Frage auf, ob ebendiese Geselligkeitstugenden und der Geselligkeitscharakter national seien und antwortet, dass, sofern dies der Fall sei, „der Jude“ sicherlich nicht die Humanität repräsentiere.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Relevanz Grattenauers ein und definiert das methodische Vorgehen durch die Anwendung der Thesen von Yehuda Bauer und Klaus Holz.

Die Transformation des Antijudaismus hin zum Antisemitismus in den Schriften Carl Wilhelm Friedrich Grattenauers im Vergleich mit Wilhelm Marr: Übergreifende Themenüberschrift für die anschließende Analyse.

1) Theoretische Grundlagen: Hier werden die wissenschaftlichen Kriterien und die Hypothesen Holz' für den nationalen Antisemitismus erläutert, die als Vergleichsmaßstab dienen.

2.1) Holz‘ Hypothesen bei Grattenauer: Die christliche Wir-Gruppe gegen „die Juden“: Untersuchung der spezifischen Wir-Gruppen-Konstruktion bei Grattenauer im Vergleich zu den Kriterien des nationalen Antisemitismus.

2.2) Anthroplogischer Antisemtismus bei Grattenauer: Wucher, biologischer Rassismus und Bürgerrechte: Analyse der biologisch-rassistischen Argumentationsmuster und der Ablehnung bürgerlicher Rechte in Grattenauers Texten.

3) Wilhelm Marrs Der Sieg des Judenthums über das Germanenthum. Vom nicht confessionellen Standpunkt aus betrachtet: Anwendung der Hypothesen auf das Werk von Marr als prototypischen Vertreter des modernen Antisemitismus.

4) Vergleich Grattenauer und Marr und weiterführende Überlegungen: Synthese der Ergebnisse, in der Gemeinsamkeiten und methodische Unterschiede herausgearbeitet werden.

Fazit: Zusammenfassende Einordnung von Grattenauers Antisemitismus als anthropologisch-transformatives Übergangsphänomen.

Schlüsselwörter

Antisemitismus, Antijudaismus, Carl Wilhelm Friedrich Grattenauer, Wilhelm Marr, Nationalismus, Rassenlehre, Wucher, Bürgerrechte, Aufklärung, Klaus Holz, christliches Weltbild, Transformation, Anthropologie, Judengestank, Geschichte des Antisemitismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob die judenfeindlichen Schriften von Carl Wilhelm Friedrich Grattenauer bereits Merkmale des modernen Nationalantisemitismus aufweisen und ob diese historisch vordatiert werden müssen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Das Hauptaugenmerk liegt auf der Transformation von traditionellen Vorurteilen (wie dem mittelalterlichen Antijudaismus) hin zu modernen, biologisch begründeten Rassismen in den Schriften um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob Grattenauers Argumentationsmuster (u.a. Wucher, Rassenkonzepte) ausreichen, um ihn als frühen Vertreter des „nationalen Antisemitismus“ einzustufen, oder ob es sich um eine eigenständige Übergangsform handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit nutzt die 18 Hypothesen zur Wissenssoziologie des nationalen Antisemitismus von Klaus Holz als analytisches Raster, um die Texte von Grattenauer und Marr empirisch zu überprüfen.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der christlichen Wir-Gruppen-Konstruktion, die anthropologische Darstellung von Biologie und Rassismus bei Grattenauer sowie einen direkten Vergleich mit Marrs ideologischem Werk.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Zu den prägenden Begriffen gehören die Transformation des Antisemitismus, das anthropologisch-transformative Phänomen, sowie die Konzepte von Wir-Gruppe und Fremdling.

Wie unterscheidet sich Grattenauers Weltbild von dem Wilhelm Marrs?

Während bei Marr ein „Völkerkampf“ zwischen Germanen und Juden im Zentrum steht, basiert Grattenauers Ablehnung primär auf religiösen Argumenten im Kontext eines aufgeklärten christlichen Weltbildes.

Warum wird Grattenauers Antisemitismus als „anthropologisch-transformativ“ bezeichnet?

Er wird so eingeordnet, weil Grattenauer traditionelle religiöse Vorurteile wie den angeblichen Wucher oder den „Judengestank“ ins Naturwissenschaftliche/Biologische übersetzt und somit an die Diskurse der Aufklärung anpasst.

Was ist das Hauptergebnis zur Hypothese der „Einheit von Volk, Staat und Nation“?

Diese für den nationalen Antisemitismus essentielle Bedingung von Klaus Holz findet sich weder bei Grattenauer noch bei Marr in der Form, die für den modernen Antisemitismus als zwingend definiert wurde.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Antisemitismus bei Carl Wilhelm Friedrich Grattenauer und Wilhelm Marr
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Historisches Institut)
Note
1,7
Autor
Timo Matys (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
16
Katalognummer
V1271610
ISBN (PDF)
9783346715319
ISBN (Buch)
9783346715326
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grattenauer Marr Antisemitismus Antijudaismus Aufklärung Judenemanzipation Klaus Holz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Timo Matys (Autor:in), 2022, Antisemitismus bei Carl Wilhelm Friedrich Grattenauer und Wilhelm Marr, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1271610
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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