Im Rahmen des PSI Seminars wird hier zunächst das Gedicht "Nachts" von Mörike analysiert und anschließen mit Goethes berühmtem "An den Mond" verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Nacht – nichts als Dunkelheit?
2. Interpretation des Gedichtes „Nachts“ von E. Mörike
2.1. Metrische Umschrift zu „Nachts“
2.2. Metrik, Grammatik und Rhetorik in E. Mörikes „Nachts“
2.3. Raumstruktur und das Bild der Nacht in E. Mörikes „Nachts“
3. Das Gedicht „Nachts“ von E. Mörike im Vergleich zu dem Gedicht „An den Mond“ von Johann Wolfgang von Goethe
4. Nacht - „mehr" als nur Dunkelheit!
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Gedicht „Nachts“ von Eduard Mörike tiefgreifend zu analysieren und es anschließend in Bezug auf die Darstellung der Nacht sowie die ideologischen Räume mit Johann Wolfgang von Goethes „An den Mond“ zu vergleichen.
- Strukturelle Analyse von Metrik, Grammatik und Rhetorik in Mörikes „Nachts“
- Untersuchung der Raumstruktur und der künstlerischen Raumbilder basierend auf Jurij M. Lotmans Theorie
- Kontrastierung der lyrischen Grenzüberschreitungen zwischen Menschlichem und Göttlichem
- Vergleich der Wirkweise von Nacht und Mond auf das jeweilige lyrische Ich
- Herausarbeitung der unterschiedlichen ideologischen Räume beider Gedichte
Auszug aus dem Buch
2.3. Raumstruktur und das Bild der Nacht in E. Mörikes „Nachts“
Um das Gedicht „Nachts“ auf seine räumliche Struktur zu untersuchen, wird im Folgenden zunächst der Begriff des künstlerischen Raumes und seine wichtigsten Eigenschaften auf der Textgrundlage Jurij M. Lotmans „Die Struktur literarischer Texte“ erklärt.
Jurij M. Lotman beschreibt in seiner Monografie das Problem des künstlerischen Raumes. Unter einem künstlerischen Raum versteht er einen begrenzten Raum, in dem ein unendlicher, künstlerischer Gegenstand abgebildet wird. Lotman sieht die Struktur eines Raumes in einem Text als Modell für die Struktur der im Text dargestellten Welt, so spiegelt ein Raum eine bestimmte Kultur und Weltordnung wider. Besonders wichtig innerhalb eines Raumes sei die Beziehung der einzelnen Objekte zueinander, erst durch deren Verhältnis, durch Nähe und Distanz, entstehe eine Bedeutung. Jeder Teilraum habe somit seine eigene innere Struktur, die sich von den übrigen Teilräumen unterscheide.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Nacht – nichts als Dunkelheit?: Einleitung in die Thematik der Nacht als literarisches Motiv und Vorstellung der zu analysierenden Werke von Mörike und Goethe.
2. Interpretation des Gedichtes „Nachts“ von E. Mörike: Detaillierte Untersuchung des Gedichtes anhand von formalen Kriterien wie Metrik, Reimschema, sprachlicher Gestaltung sowie einer umfassenden Analyse der Raumstruktur.
3. Das Gedicht „Nachts“ von E. Mörike im Vergleich zu dem Gedicht „An den Mond“ von Johann Wolfgang von Goethe: Komparative Gegenüberstellung der beiden Werke im Hinblick auf ihre ideologischen Hintergründe, die Wirkung auf das lyrische Ich und die Darstellung der Grenzziehung zwischen Mensch und Natur.
4. Nacht - „mehr" als nur Dunkelheit!: Fazit, welches die Ergebnisse zusammenfasst und die Faszination der Nacht als komplexes und friedliches Gesamtkunstwerk bekräftigt.
Schlüsselwörter
Eduard Mörike, Johann Wolfgang von Goethe, Nacht, Lyrik, Raumstruktur, Jurij M. Lotman, Metrik, Grenzüberschreitung, lyrisches Ich, Naturlyrik, Gedichtinterpretation, Vergleich, Götterstille, Idylle, Literaturwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das literarische Bild der Nacht in Eduard Mörikes Gedicht „Nachts“ und stellt dieses in einer vergleichenden Analyse dem Gedicht „An den Mond“ von Johann Wolfgang von Goethe gegenüber.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der formalen Analyse (Metrik, Rhetorik), der Untersuchung literarischer Raumstrukturen nach Lotman sowie dem ideologischen Vergleich der Weltordnungen in der Naturlyrik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die spezifische Art und Weise offenzulegen, wie Mörike und Goethe die Nacht als Zeitraum der Ruhe und Reflexion nutzen, um das Verhältnis zwischen dem lyrischen Ich und der unendlichen Welt darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es wird eine struktur- und formanalytische Methode angewendet, ergänzt durch die raumtheoretischen Ansätze von Jurij M. Lotman zur Untersuchung literarischer Räume.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die formale Struktur von Mörikes Gedicht analysiert, anschließend die Räume (Himmel/Erde, Innen/Außen) definiert und schließlich eine dezidierte Vergleichsanalyse mit Goethes Werk durchgeführt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind „Raumstruktur“, „Grenzüberschreitung“, „Lyrisches Ich“, „Nacht-Motiv“ sowie „Idylle“ und „Götterstille“.
Welche Rolle spielt die „Götterstille“ im Gedicht von Mörike?
Die „Götterstille“ symbolisiert die vollkommene, göttlich geordnete Nacht, welcher sich das lyrische Ich am Ende unterordnen muss, da es kein „Entweichen“ aus dieser erhabenen Ordnung gibt.
Warum wird das Herz im Gedicht als eigenständig wahrgenommen?
Das Herz wird personifiziert, löst sich vom „körperlichen“ lyrischen Ich und agiert als aktiver „Grenzgänger“, der versucht, die Unendlichkeit der Nacht zu erfahren, bevor es scheitert und zurückkehren muss.
- Arbeit zitieren
- Sabrina Fischer (Autor:in), 2015, Interpretation des Gedichtes "Nachts" von Eduard Mörike mit anschließendem Vergleich des Gedichtes "An den Mond" von Johann Wolfgang von Goethe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1271667