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Über die Darstellung Afrikas in Hermann Schulz‘ Roman "Auf dem Strom"

Titel: Über die Darstellung Afrikas in Hermann Schulz‘ Roman "Auf dem Strom"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 23 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Sabrina Fischer (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Eine ausführliche Behandlung der Darstellung Afrikas in Hermann Schulz' Jugendroman "Auf dem Strom".
Der Jugendroman "Auf dem Strom" von Hermann Schulz wird von den meisten Kritikern als ein äußerst gelungener postkolonialer Roman gelobt, der ein authentisches Afrika vermittelt. Im Rahmen dieser Hausarbeit soll untersucht werden, ob es Schulz tatsächlich gelingt, ein realistisches und authentisches Bild Afrikas darzustellen. Dafür wird zunächst die Erzählperspektive und Figurenzeichnung auf ihre Authentizität hin untersucht, anschließend wird kurz auf die Beschreibung des Handlungsortes eingegangen. Es folgt eine genaue Analyse des afrikanischen Umgangs mit Krankheit und der Darstellung im Roman. Danach wird die Initiation Ganses und das für die Heilung essentielle Symbol der Hahnenkralle genauer betrachtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erzählperspektive

3. Figurenzeichnung

4. Darstellung des Handlungsortes

5. Umgang mit Krankheit

6. Auf dem Strom als Initiationsroman

7. Symbol der Hahnenkralle

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Authentizität der Darstellung Afrikas in Hermann Schulz’ Roman Auf dem Strom. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse narrativer Strukturen, der Charakterisierung der Figuren sowie der Schilderung des Handlungsortes und der medizinischen Praktiken, um zu bewerten, inwieweit der Text Stereotype hinterfragt oder durch eine idealisierte Perspektive unbewusst neu konstruiert.

  • Authentizität der postkolonialen Romanwelt
  • Erzählperspektive und Figurenzeichnung als Mittel zur Stereotypen-Widerlegung
  • Darstellung von Krankheit und Heilmethoden im kulturellen Vergleich
  • Symbolik der "Hahnenkralle" als Bedeutungsträger
  • Interpretation des Romans als Initiationsgeschichte

Auszug aus dem Buch

3. Figurenzeichnung

Schulz macht sich in seinem Roman auch die Figurenzeichnung zu Nutze, um ein authentisches Bild Afrikas zu vermitteln. Neben einer kritischen Darstellung der Kolonialmacht Britanniens ist er vor allem darum bemüht, Klischeevorstellungen und Stereotype über Afrika zu widerlegen. Im Folgenden werden ausgewählte Charaktere näher betrachtet und daraufhin untersucht, ob sie etwas zu einem authentischen Bild Afrikas beitragen oder letztlich doch Stereotype bestätigen.

Die Kolonisation Kigomas wird - typisch für einen postkolonialen Roman - kritisch betrachtet. Dem Leser drängt sich die Frage nach der Bedeutung der Kolonialmacht auf. Was „suchen“ die Kolonialherren in diesem Land, in dem sie von Einheimischen verspottet werden (vgl. Schulz 2002:12) und sich sichtlich unwohl fühlen (vgl. Schulz 2002:8)? Im Verlauf des Romans wird deutlich, dass manche Bewohner der Urwalddörfer nicht einmal wissen, welche Kolonialmacht gerade ihr Land beherrscht (vgl. Schulz 2002:59). Die Briten werden zu bloßen Stellvertretern der Kolonisation, die auf Dörfer im Dschungel keinerlei Auswirkungen haben. Sie sind für den Dorfalltag unbedeutend. Interpretiert man die Flaggenbeleidigung metaphorisch, so zeigt sich, dass die Herrschaftsverhältnisse in Wahrheit anders sein könnten: der Afrikaner bewegt die Fahnenstange, die „wie ein elastischer Peitschenstiel“ (Schulz 2002:10) schwingt und „schon bedrohlich ächz[t]“ (Schulz 2002:10). Damit „tanzt“ der Afrikaner den Kolonialherren auf der Nase herum und verkehrt die Herrschaftsverhältnisse. Er schwingt die Peitsche der Kolonialmacht und bringt sie beinahe zum Zerbrechen. Das Ziel der Kolonialherren, durch diese Zeremonie die Herrschaft Britanniens zu demonstrieren, scheitert - eine gelungene ironische Darstellung der wahren Verhältnisse.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der Authentizität der Afrika-Darstellung in Hermann Schulz' Werk und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.

2. Erzählperspektive: Analyse der Erzählhaltung, die durch Perspektivwechsel und Distanzierung ein glaubwürdiges, aber dennoch als Erzählung kenntliches Bild vermittelt.

3. Figurenzeichnung: Untersuchung der Charaktere hinsichtlich ihrer Funktion, afrikanische Klischees zu hinterfragen oder durch eine idealisierte Darstellung zu bestätigen.

4. Darstellung des Handlungsortes: Prüfung der literarischen Ausgestaltung des Dschungels und des Flusses als symbolisch aufgeladene Orte der Veränderung.

5. Umgang mit Krankheit: Vergleich zwischen westlicher Medizin und afrikanischen Heilmethoden sowie Diskussion über die Gefahr einseitiger Interpretationen durch psychoanalytische Deutungsansätze.

6. Auf dem Strom als Initiationsroman: Einordnung der Handlung in das Genre des Initiationsromans durch die Analyse ritueller Phasen des Verlusts, der Seklusion und der Reaggregation.

7. Symbol der Hahnenkralle: Dekonstruktion der Hahnenkralle als zentralem Symbol, das sich vom Todeszeichen zum Kommunikations- und Heilmittel wandelt.

8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass trotz authentischer Ansätze eine Tendenz zur westlich-romantisierenden Verklärung die Gesamtdarstellung teilweise unrealistisch wirken lässt.

9. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Hermann Schulz, Auf dem Strom, postkoloniale Literatur, Afrikabild, Initiation, Stereotype, Schamanismus, Psychoanalyse, Symbolik, Hahnenkralle, Heilmethoden, Identitätsentwicklung, Authentizität, Kulturkontakt, Interkulturalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch, wie der Roman "Auf dem Strom" von Hermann Schulz das Bild Afrikas und seiner Bewohner darstellt und ob dies ein authentisches oder eher stereotyp geprägtes Bild ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Erzählperspektive, der Figurenzeichnung, der Darstellung der Umwelt (Dschungel/Fluss), dem Umgang mit Krankheit und der symbolischen Bedeutung von Gegenständen wie der Hahnenkralle.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, ob es dem Autor gelingt, Afrika realistisch und authentisch zu porträtieren oder ob der Roman unbewusst eurozentrische Klischees bedient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman im Kontext postkolonialer Studien untersucht und sozialwissenschaftliche bzw. kulturhistorische Theorien (u.a. von Lévi-Strauss und Cassirer) zur Deutung heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die erzählerischen Mittel, die Charaktere, die Interpretation des Flusses als Metapher für Entwicklung, das Krankheitsverständnis im interkulturellen Vergleich sowie die Initiationsgeschichte des Protagonisten Ganse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Postkolonialismus, Initiation, Schamanismus, Symbolik, Verwestlichung, Stereotypenbildung und Authentizitätsdiskurs.

Inwiefern beeinflusst die "Hahnenkralle" die Wahrnehmung des Lesers?

Die Hahnenkralle fungiert als zentrales Symbol, dessen Bedeutung sich wandelt: Zunächst als bedrohliches Todeszeichen identifiziert, zeigt sich im Verlauf die lebensbejahende und integrierende Funktion, was eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Fremdwahrnehmung fordert.

Wie kritisch bewertet die Autorin die Rolle der Psychoanalyse im Roman?

Die Autorin warnt davor, afrikanische Heilmethoden zu stark durch die Brille westlicher Psychoanalyse zu deuten, da dies zu einer "Vereinnahmung kultureller Andersheit" führt und die spezifische magisch-rationale Einheit der traditionellen Medizin entwertet.

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Details

Titel
Über die Darstellung Afrikas in Hermann Schulz‘ Roman "Auf dem Strom"
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Deutsches Seminar)
Veranstaltung
Hauptseminar Zwischen Mythos und Realität - über die Darstellung Afrikas in der Literatur
Note
2,0
Autor
Sabrina Fischer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
23
Katalognummer
V1271671
ISBN (PDF)
9783346715593
ISBN (Buch)
9783346715609
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hermann Schulz Mythos Heilkunst Afrika Kolonialismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sabrina Fischer (Autor:in), 2017, Über die Darstellung Afrikas in Hermann Schulz‘ Roman "Auf dem Strom", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1271671
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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