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Das Ganzkörperreliquiar der Heiligen Fides von Conques. Entstehung und Bedeutung von Reliquien und Reliquiare

Title: Das Ganzkörperreliquiar der Heiligen Fides von Conques. Entstehung und Bedeutung von Reliquien und Reliquiare

Term Paper (Advanced seminar) , 2020 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

Art - Sculpture / Plastics
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Die vorliegende Arbeit möchte die dem Hauptseminar entnommenen Kernfragen über den "Status des Bildes im Mittelalter" auf die der Reliquiare und Reliquien übertragen und folgende Punkte analysieren: Wie kam es zu den frühchristlichen Reliquien? Wozu braucht man überhaupt die Reliquie und das Reliquiar und welche Berechtigung haben sie? Welches Bedürfnis und welcher Anspruch wird damit verknüpft und ebenso, welche Funktion haben sie und wie werden sie gerechtfertigt?

Am Beispiel des ältesten Ganzkörperreliquiars der westlichen Mittelalterkunst, der Heiligen Fides von Conques, sollen diese Thematiken dargestellt werden. Bekannt ist beispielsweise die Quellenausführung zur Heiligen Fides in Liber miraculorum sanctae Fidis von Bernhard von Angers, in der er die Bildverehrung der goldbedeckten Fides vehement (zunächst) kritisiert. Wie ist diese Aussage tatsächlich zu verstehen und wie reagiert er letztendlich im Umkehrschluss in Bezug auf die Relation von Reliquie und Reliquiar?

Ausgehend davon soll diese Arbeit demnach auf die Untersuchung des Reliquienmaterials im Spannungsverhältnis zum kostbaren Verkleidungsmaterial münden. An der Heiligen Fides veranschaulicht und auf "glänzende Reliquiare" bezogen, soll der Konflikt und zugleich das Wechselverhältnis zwischen dem Material der Reliquie und der kostbaren Umhüllung, dem Reliquiar, analysiert werden. Nach dem Status der Reliquie im Mittelalter zu fragen bedeutet demnach eine Auseinandersetzung mit ihrer Legitimation, Nutzung und Berechtigung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Reliquien und Reliquiare

2.1 Entstehung und Entwicklung des frühchristlichen Reliquienkultes

2.2 Mittelalterliche Verständnis von Reliquie und Reliquiar

2.3 Kategorisierung und Hierarchisierung von Reliquien

2.4 Sonderstellung der Ganzkörperreliquiare

3 Heilige Fides von Conques

3.1 Wer war die Heilige Fides?

3.2 „Chronologie“ der Gestalt der Heiligen Fides

3.3 Rekonstruktion der Statue und ihre Positionierung

4 Bernhard von Angers: Liber miraculorum sanctae Fidis

5 Verhältnis von Reliquienmaterie und Reliquiarmaterial

5.1 Materialhierarchien und -bewertung

5.2 Material und Reliquie

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Status und die Bedeutung von Reliquien und Reliquiaren im Mittelalter, wobei der inhaltliche Schwerpunkt auf dem Spannungsverhältnis zwischen dem materiell schlichten Reliquienkern und seiner oft kostbaren, glänzenden Umhüllung liegt, exemplarisch dargestellt am Beispiel der Heiligen Fides von Conques.

  • Theologische und historische Entwicklung des frühchristlichen Reliquienkultes.
  • Stellenwert und Materialhierarchie von Gold und Edelsteinen in der mittelalterlichen Sakralkunst.
  • Konflikt zwischen dem materiell wertlosen Reliquienbestand und dem prunkvollen Erscheinungsbild der Reliquiare (Idolatrie-Debatte).
  • Analyse der Gestaltwerdung und Allansichtigkeit der Heiligen Fides von Conques als Ganzkörperreliquiar.

Auszug aus dem Buch

2.4 Sonderstellung der Ganzkörperreliquiare

Das Reliquiar in Figurenform galt als Pendant zur „Unverwesenheit des Leibes“, da es eine Form der Vergegenwärtigung und Vorschau jenes Wunsches war, den man auf den Heiligen projizierte: Die Ganzheit des ganzen unverwesten Leibes. Seit dem späten 9. Jahrhundert begann man, den Reliquienteilen einen künstlerischen Gesamtkörper zu schaffen. Der Verbleib des Körpers oder die Zerstückelung oder Verwesung der Körperteile wurden somit durch das figürlich-plastische Werk wieder zum Ganzen gebracht, indem der Körperreliquie das menschliche Aussehen zurückgegeben wurde. Das älteste erhaltene Figurenreliquiar ist dabei die Statue der Heiligen Fides von Conques aus dem 10. Jahrhundert, bei der die Schädelreliquie zu einem artifiziellen Körper in dreidimensionaler Gestalt vervollständigt wurde.

Die Heilige Fides - von Reudenbach mit „Sitzstaue“ bezeichnet -, gilt deshalb auch als Paradebeispiel, weil sie als „viel diskutiertes frühe Zeugnis für die Verbindung von Reliquie und Bildwerk (...) ein Grundmuster der Konzeption von Reliquiaren“ darbietet. Als skulpturales Reliquiar leistet sie außerdem die Wiederanheftung und Rückbindung der Reliquie an den Heiligenleib, um so das Fragment oder den Teilaspekt der Reliquie aufzuheben (wie auf S. 6f bereits ausgeführt wurde). Die künstlerische Umformung zu einem ganzfigurigen Statuen-Reliquar gibt der Reliquie das menschliche Aussehen zurück und kompensiert dadurch die Verwesung und/oder Verstückelung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in den mittelalterlichen Reliquienkult ein und formuliert die Forschungsfrage zur Bedeutung der Reliquiare und deren Materialität.

2 Reliquien und Reliquiare: Dieses Kapitel erläutert die geschichtlichen Grundlagen des Reliquienkultes sowie die theologische Kategorisierung und die Sonderstellung figürlicher Reliquiare.

3 Heilige Fides von Conques: Hier wird die historische Figur der Heiligen Fides, ihre Statue und deren denkmalpflegerische Erforschung sowie die Rekonstruktion ihrer Positionierung vorgestellt.

4 Bernhard von Angers: Liber miraculorum sanctae Fidis: Dieser Abschnitt analysiert das Werk von Bernhard von Angers im Kontext der zeitgenössischen Kritik an kostbaren Heiligenbildern und dem Vorwurf der Idolatrie.

5 Verhältnis von Reliquienmaterie und Reliquiarmaterial: Der Hauptteil untersucht das hierarchische Wertesystem des Mittelalters und den Konflikt zwischen dem materiell unbedeutenden Reliquienkern und der glänzenden Umhüllung.

6 Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass die glänzende Statue die Kommunikation zwischen dem Diesseits und Jenseits vermittelt und die Reliquie legitimiert.

Schlüsselwörter

Heilige Fides, Reliquien, Reliquiar, Mittelalter, Ganzkörperreliquiar, Materialhierarchie, Gold, Idolatrie, Bernhard von Angers, Liber miraculorum, Reliquienkult, Sitzstatue, Sakralkunst, Tugend, Virtus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Zusammenspiel von Reliquienmaterie und ihrem umhüllenden Reliquiar im Mittelalter unter Berücksichtigung theologischer, wirtschaftlicher und ästhetischer Aspekte.

Welches ist das zentrale Fallbeispiel der Untersuchung?

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht das Ganzkörperreliquiar der Heiligen Fides von Conques, das als älteste erhaltene dreidimensionale Skulptur dieser Art gilt.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie das Spannungsverhältnis zwischen dem materiell eher schlichten Reliquienkern und der aufwendigen „goldbedeckten“ Verpackung die Wahrnehmung und Heiligkeit der Reliquie konstituiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Es erfolgt eine kunsthistorisch-theologische Analyse, basierend auf zeitgenössischen Quellen (wie dem Liber miraculorum) und einer werttheoretischen Untersuchung der verwendeten Materialien.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung zentral behandelt?

Der Hauptteil analysiert die mittelalterliche Materialhierarchie, in der Glanz als göttliches Merkmal gilt, und vergleicht dies mit der christlichen Annahme der Wertlosigkeit irdischer Materie.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Materialhierarchie, Reliquienkult, glänzende Reliquiare und die Vermittlungsform des Heiligenbildes charakterisiert.

Warum kritisierte Bernhard von Angers anfangs die Statue?

Bernhard von Angers befürchtete durch die pompöse, goldene Gestaltung der Figur einen Rückfall in den Götzendienst (Idolatrie), da die ästhetische Wirkung der Statue die Gläubigen eher dazu verleite, das Bild zu verehren, als die eigentliche Reliquie.

Welche Rolle spielt der "Glanz" für das mittelalterliche Verständnis?

Glanz wird als Zeichen göttlicher Inspiration und himmlischer Qualität begriffen. Materialien wie Gold und Edelsteine dienen dazu, das Reliquiar aus dem irdischen in einen sakralen Bereich abzugrenzen.

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Details

Title
Das Ganzkörperreliquiar der Heiligen Fides von Conques. Entstehung und Bedeutung von Reliquien und Reliquiare
College
University of Stuttgart
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2020
Pages
24
Catalog Number
V1271859
ISBN (PDF)
9783346723970
ISBN (Book)
9783346723987
Language
German
Tags
ganzkörperreliquiar heiligen fides conques entstehung bedeutung reliquien reliquiare
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2020, Das Ganzkörperreliquiar der Heiligen Fides von Conques. Entstehung und Bedeutung von Reliquien und Reliquiare, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1271859
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