Das 4CID-Modell in der Anwendung Bildungswissenschaftler/-in im Bereich der betrieblichen Aus- und Weiterbildung


Hausarbeit, 2009

20 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Das 4CID-Modell
2.1 Analyse der Kompetenz und Erstellung der Hierarchie
2.2 Sequentialisierung der Aufgabenklassen
2.2.1 Vereinfachende Annahme
2.2.2 Sequenz der Aufgabenklassen
2.3 Lernaufgaben
2.4 Unterstützende Informationen
2.5 Just-In-Time-Information

3. Mediendidaktische Überlegungen im Bezug auf das 4CID-Modell
3.1 Lerntheoretische Überlegungen
3.2 Situiertes lernen
3.3 Geeignete didaktische Szenarien
3.4 Medien zur Unterstützung

4. Zusammenfassung und Fazit

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

Erklärung

1.Einleitung

Bis weit in das 20. Jahrhundert reichte ein einmal erlernter Beruf für das ganze Leben. Mit der zunehmenden Schnelligkeit des technologischen Wandels erleben die Werktätigen der Gegenwart eine steigende Notwendigkeit des „Lebenslangen Lernens“. Berufe verändern ihr Profil, neue Ausbildungsberufe kommen hinzu. Bei der Aufgabe, neue Ausbildungsberufe auf ihre Eignung für die Betriebe zu prüfen, und die betrieblichen Abläufe an die modernisierten Ausbildungsordnungen anzupassen, werden komplexe Kompetenzen gefordert. Im Bereich der Vermittlung hat sich, insbesondere in den angloamerikanischen Staaten, in vergangenen Jahren das Instruktionsdesign, kurz ID, entwickelt. Das hier vorgestellte 4CID Modell, das Vier-Komponenten Instruktionsmodell wurde ab Mitte der 1980er Jahren von Jeroen J.G. Van Merriënboer erforscht und 1997 als Trainingsbuch, gemeinsam mit Paul A. Kirschner publiziert. Die vorliegende Hausarbeit befasst sich im ersten Teil mit der Aufgabe das 4CID-Modell auf das Arbeitsfeld eines Bildungswissenschaftlers in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung anzuwenden. Als eine mögliche Aufgabe des Bildungswissenschaftlers wird hier die Ausbildungsplanung innerhalb eines Betriebes angenommen, bei der die Weiterbildung der Ausbilder ebenfalls von ihm koordiniert wird. Im zweiten Teil der Arbeit werden einige lerntheoretische Überlegungen und Aspekte des situierten Lernens dargestellt, sowie geeignete didaktische Szenarien und zur Unterstützung geeignete Medien im Kontext des 4CID-Modells aufgezeigt.

Im Rahmen dieser Hausarbeit wird aus Gründen der Lesbarkeit die männliche Form benannt. Dennoch sind immer beide Geschlechter angesprochen.

2. Das 4CID-Modell

Das 4CID-Modell beruht auf den folgenden vier, in Wechselbeziehung stehenden Komponenten:

- Entwicklung von Lernaufgaben
- Unterstützenden Informationen
- Just-in-time-Informationen
- Parttask-Practice Übungen

Diese werden in differenzierter Form in zehn Schritten umgesetzt. Durch den begrenzten Rahmen der Ausarbeitung werden hier lediglich fünf der zehn Schritte dargestellt und erläutert.

2.1 Analyse der Kompetenz und Erstellung der Hierarchie

Erster Schritt

Die zu erwerbende Kompetenz eines Bildungswissenschaftlers in dem vorgestellten Szenario wird mit Hilfe eines Experten analysiert und in einer Hierarchie erfasst. Jede Kompetenz wird anschließend in ihre, sie konstituierenden Anteile, zerlegt. Hierbei wird eine Komplexitätsreduktion der authentischen und ganzheitlichen Kompetenz erzielt, die alle weiteren Schritte ermöglicht.

In dem vorliegenden Szenario ist zu Beginn die Personalbedarfsplanung zu erstellen, aus der heraus die möglichen neuen oder modernisierten Ausbildungen zu ermitteln sind. Im nächsten Schritt sind die Ausbildungen und damit gegebenenfalls verbundenen Weiterbildungen der Ausbilder zu planen und durchzuführen. Als letzter Schritt ist eine Evaluation durchzuführen. Die jeweils notwendigen Teilfertigkeiten, in dieser Hausarbeit sind im Gespräch mit einem Personalentwickler eruiert und mit dem Berufsbild des Berufspädagogen (Be-Net, 2007) abgeglichen worden.

Die Abbildung der Hierarchie, auf der nachfolgenden Seite, ist wie folgt zu lesen:

- Horizontal – temporäre Relation

In der temporären Relation ist ablesbar in welcher zeitlichen Abfolge die Fertigkeiten entwickelt werden müssen. Hierzu wird die Hierarchie auf der Ebene von links nach rechts gelesen.

- Vertikal – konditionale Relation

Die konditionale Relation gibt an, welche Teilfertigkeiten aufeinander aufbauen um die Fertigkeit zu erlernen. Hierbei sind die jeweiligen konstituierenden Bestandteile von unten nach oben ablesbar. Doppelpfeile kennzeichnen gegebenenfalls parallel ablaufende Prozesse.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Sequentialisierung der Aufgabenklassen

Zweiter Schritt

In der Praxis werden vier Sequenzprinzipien genutzt um komplexe Aufgaben in Teilfertigkeiten zu zerlegen. Das 4CID-Modell greift hierbei auf das Sequenzprinzip der vereinfachenden Annahme zurück. Bei diesem Prinzip beinhaltet die erste Lernaufgabe den niedrigsten Schwierigkeitsgrad, die letzte den höchsten Schwierigkeitsgrad (Bastiaens et al., 2006, S. 93).

2.2.1 Vereinfachende Annahme

Vereinfachende Annahmen dienen dazu, die Aufgaben zunächst ganzheitlich zu erfassen und die Komplexität zu reduzieren, um sie dann in ansteigenden Schwierigkeitsstufen wieder zunehmender Komplexität zuzuführen. Die nachfolgende Abbildung stellt einige der möglichen Problemstellungen dar, mit der ein Bildungswissenschaftler in dem vorgestellten Szenario konfrontiert wird. Hierbei sind an dem Beispiel der „Anzahl Ausbildungsberufe im Betrieb“ die Variationen von „wenige“ bis „viel“ möglich. Bei einem oder zwei Berufen, die in dem Betrieb ausgebildet werden, ist es relativ leicht, die Änderungen der Ausbildungsordnungen in die betrieblichen Ablaufpläne zu integrieren. Bei einem größeren Konzern ist die Aufgabe, die Ausbildungsgänge auf Veränderungen zu beobachten und die betrieblichen Anpassungen vorzunehmen, durch die höhere Anzahl der Ausbildungsberufe wesentlich größer. Zugleich steigt die Komplexität hinsichtlich des Weiterbildungsbedarfes bei den Ausbildern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Vereinfachende Annahmen

2.2.2 Sequenz der Aufgabenklassen

Nach dem Sequenzprinzip der vereinfachenden Annahmen, werden die Aufgabeklassen in Sequenzen durchgeführt (engl. simplifying assumption). Zunächst wird mit der ersten Aufgabenklasse die einfachste Aufgabenstellung kombiniert, hier können in einem kleinen Betrieb mit einem oder wenigen Ausbildungsberufen geringe Anpassungen der betrieblichen Abläufe notwendig werden. Die Ausbildung benötigt keine externen Lernorte und es sind nur geringe Veränderungen der Ausbildungsordnung vorgenommen worden, so dass der Weiterbildungsbedarf der Ausbilder ebenfalls gering bleibt.

In der Aufgabenklasse 3 hingegen, muss der Bildungswissenschaftler mehrere Ausbildungsberufe im Betrieb auf Modernisierungen prüfen und mit den entsprechenden Änderungen in den betrieblichen Ablaufplänen reagieren. Auch werden neue Ausbildungsberufe in den Betrieb integriert, die in dieser Aufgabenklasse auch externe Lernorte voraussetzen. Zusätzlich werden intern verschiedene ausbildungsbegleitende Maßnahmen eingeführt, hier wird ebenfalls die Abstimmung der betrieblichen Struktur notwendig.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Das 4CID-Modell in der Anwendung Bildungswissenschaftler/-in im Bereich der betrieblichen Aus- und Weiterbildung
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Modul 2B Allgemeine Didaktik und Mediendidaktik)
Note
1.3
Autor
Jahr
2009
Seiten
20
Katalognummer
V127187
ISBN (eBook)
9783640351398
Dateigröße
878 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anwendung, Bildungswissenschaftler/-in, Bereich, Aus-, Weiterbildung
Arbeit zitieren
Sabine Oymanns (Autor), 2009, Das 4CID-Modell in der Anwendung Bildungswissenschaftler/-in im Bereich der betrieblichen Aus- und Weiterbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127187

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