Inwieweit übt die DP-Vergangenheit Einfluss auf die Entwicklung der Identität von Kindern aus? Am Fallbeispiel T. sollen mögliche individuellen Konsequenzen einer Nachfolgegeneration dargestellt werden.
Im Rahmen des Seminars „Heimatlose Ausländer – Die Aufnahme von überlebenden NS-Opfern in Westdeutschland nach 1945“ an der Universität Osnabrück wurde das Phänomen der „Displaced Persons“ näher untersucht. Mit Hilfe von besonderen Fallakten, die größtenteils dem Arolsen Archive entstammen, wurde der Versuch unternommen, Rückschlüsse der Migrationsbeweggründe, die Strukturen europäischer Flüchtlingspolitik sowie die Lebensumstände der vielen Menschen nachvollziehen und rekonstruieren zu können, die als Vertriebene, Holocaustüberlebende oder Flüchtlinge in DP-Camps untergebracht wurden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Hinführung und Fragestellung
- Forschungsstand
- Quellengrundlage
- Vorgehensweise und Methodik
- Hauptteil
- Identität und Integration
- Integration
- Die vier Dimensionen der Integration
- Vorstellung der CM1-Akte
- Lebensgeschichtliche Interviews
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Integration von Displaced Persons (DPs) nach 1945 in Westdeutschland und analysiert die Auswirkungen auf die Entwicklung der Identität von Kindern aus DP-Familien. Die Analyse konzentriert sich auf das Fallbeispiel T., einem Sohn aus der Familie T., der im Rahmen einer Forschungsaufgabe untersucht wurde.
- Die Lebensumstände und Integrationserfahrungen von DPs in Westdeutschland nach 1945
- Die Rolle der DP-Camps in der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Überlebenden des Holocausts
- Die Auswirkungen der DP-Vergangenheit auf die Identitätsentwicklung von Kindern aus DP-Familien
- Die Bedeutung des geographischen Diskurses in der Forschung zu DP-Kindern
- Der Einfluss von Selbstbild und Fremdbild auf die Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der DP-Integration und die Fragestellung der Arbeit ein. Es werden der Forschungsstand, die Quellenbasis und die Methodik der Arbeit erläutert. Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse der Familie T. und der individuellen Auswirkungen der DP-Vergangenheit auf T. Es wird ein Einblick in die Lebensgeschichten von DPs und die Rolle der DP-Camps gegeben.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit Themen wie Displaced Persons (DPs), Integration, Identität, Flüchtlingspolitik, Nachkriegszeit, Holocaust, Lebensgeschichten, Interviews, CM1-Akte, Familienforschung, geographischer Diskurs, Selbstbild, Fremdbild, Nachfolgegeneration.
Häufig gestellte Fragen
Wer waren die "Displaced Persons" (DPs)?
DPs waren Menschen, die infolge des Zweiten Weltkriegs außerhalb ihres Heimatlandes waren und nicht ohne Hilfe zurückkehren konnten, darunter Holocaustüberlebende und Zwangsarbeiter.
Was war der Zweck von DP-Camps?
Die Camps dienten der Erstversorgung, Verwaltung und Vorbereitung der Ausreise oder Integration von Flüchtlingen in der Nachkriegszeit.
Wie beeinflusst die DP-Vergangenheit die Identität der Kinder?
Die Erfahrungen der Eltern, die oft von Flucht und Trauma geprägt waren, wirken sich auf das Selbstbild und die Integrationsfähigkeit der nachfolgenden Generation aus.
Was ist eine CM1-Akte?
Eine CM1-Akte ist ein Dokument aus den Arolsen Archives, das detaillierte Informationen über den Status und die Geschichte einer Displaced Person enthält.
Welche Rolle spielt die Integration in Westdeutschland?
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen der Integration in einer Gesellschaft, die oft von Vorurteilen gegenüber "Fremden" geprägt war.
- Citation du texte
- Fabian Gedicke (Auteur), 2021, Bürgermedaille und Knoblauchfresser. Lebensgeschichtliche Rekonstruktionen und Auswirkungen identitärer Entwicklungen von Displaced Persons, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1271917