Macht und Kommunikation auf die öffentliche Verwaltung ausgerichtet


Referat (Ausarbeitung), 2006
18 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

I) Einleitung

II) Begriffsbestimmungen

III) Anwendung und Ausprägung von Macht und Kommunikation in der Personalführung

IV) Die Führungsstile
1. Einführung mit Begriffserklärung
2. Autoritärer Führungsstil
3. Kooperativer Führungsstil
4. Abgrenzung und Unterscheidung des autoritären und kooperativen Führungsstils
5. Aufgaben- und Personenorientierte Führungsstil
6. Das Verhaltensgitter von Blake/Mouton

V) Modelle der Führung
1. Einführung und Definition
2. Partialmodelle
a) Management by Exception
b) Management by Delegation
3. Totalmodelle
a) Management by Objectives
b) Das Harzburger Führungsmodell

VI) Machtmissbrauch

VII) Quellenverzeichnis

Vorwort

Die Erarbeitung des Themenkomplexes Macht und Kommunikation führte zwei Überlegungsansätze mit sich. Einerseits die Betrachtungsweise zwischenmenschlicher Beziehungen innerhalb der Organisationseinheiten einer Behörde, d. h. das Miteinander der Kolleg(inn)en und Vorgesetzten (Personalführung) sowie andererseits die externe Ausrichtung der Verwaltung auf das Verhalten der Bürger.

Da durch das Fachhochschulstudium die Voraussetzung für den gehobenen Dienst gewährleistet wird und sich daher die Legitimation zur Mitarbeiterführung ergeben kann, stellte sich die Entscheidung in den Vordergrund, das folgende Referat auf die interne Ausrichtung der Verwaltung zu stützen.

Die nachfolgenden Ausführungen sollen dem Grundverständnis der Personalführung dienen, damit Macht und Kommunikation ihrer Bestimmung nach angewandt und nicht missbraucht werden können.

Sowohl Geführte als auch Führende stehen in einem besseren Verhältnis zueinander, wenn die Macht- und Kommunikationsinstrumente verstanden bzw. umgesetzt werden.

I) Einleitung

Durch innerbetriebliche Handlungsweisen besteht die Möglichkeit, dass Verwaltungen erfolgreicher oder auch produktiver arbeiten.

Demnach sollten die Mitarbeiter(innen) gefordert, ermuntert und gefördert werden, es sollten ihnen im hohen Maße Handlungs- und Ermessensspielräume gewährt werden. Somit würden die Motivation der Mitarbeiter(innen) und das Vertrauen in diese deutlich höher geschätzt als kleinliche Kontrollen.

Der Führungsstil (Macht von Seiten des Vorgesetzten) sollte kooperativ und Mitarbeiter orientiert sein. Außerdem müsste zwischen den Organisationsmitgliedern Zielklarheit und Zielidentität bestehen.

Einen weiteren Faktor stellt die Kommunikation dar. Diese sollte untereinander ungezwungen und unabhängig von den Hierarchieebenen stattfinden, wobei das Zuhören dabei der halbe Erfolg wäre.

Jedoch können Kommunikation und Macht missbraucht werden, was zu innerbetrieblichen Spannungen führen, die sozialen Beziehungen schwächen oder gar zerstören kann und im Ergebnis das Verhältnis zwischen Bürger und Verwaltung erschwert.

II) Begriffsbestimmungen

Macht

Nach Max Weber bedeutet Macht, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstand anderer durchsetzen zu können.[1]

Macht stellt damit eine ungewollte soziale Einflussnahme dar, die eine Verhaltensänderung auch gegen den Willen des Beeinflussten erreichen soll.

Somit kann Macht eine Legitimationsgrundlage der Führung (Personalführung) sein.

Kommunikation

Der Begriff der Kommunikation ist ein Sammelbegriff für alle Vorgänge, in denen eine bestimmte Information gesendet (signalisiert) und empfangen wird, auch wenn dies nicht wechselseitig geschieht. Die Begriffe Sender, Empfänger und Nachricht stammen ursprünglich aus der Informationstheorie.

In der Kommunikation wird als Sender derjenige bezeichnet, der etwas mitteilt. Das was er oder sie von sich gibt, wird Nachricht genannt, wobei zwischen verbaler und nonverbaler Kommunikation unterschieden wird.

Ein Sender muss, um sich mitteilen zu können, sein Anliegen in verbale und nonverbale Botschaften umsetzen. Die Aufgabe des Empfängers ist es, die Botschaften zu entschlüsseln. Stimmt die gesandte mit der empfangenen Nachricht überein, so ist es dem Sender und Empfänger gelungen, sich zu verständigen. Meldet der Empfänger dem Sender zurück, was er verstanden hat oder was die Botschaft bei ihm ausgelöst hat, so wird diese Rückmeldung als Feedback bezeichnet.[2]

III) Anwendung und Ausprägung von Macht und Kommunikation in der Personalführung

Für die Personalführung relevant sind fünf Ausprägungen von Macht:[3]

1. Die Belohnungs- und Bestrafungsmacht beruht auf der Möglichkeit, Belohnungen oder Bestrafungen anzudrohen und auszuüben. Wird eine angekündigte Belohnung bzw. Bestrafung bei entsprechenden Leistungen nicht ausgeübt, so kann dies zu Machtverlust führen.
2. Die Legitimationsmacht basiert auf einer Weisungskompetenz innerhalb einer Hierarchie (formaler Vorgesetzter).
3. Die Expertenmacht basiert auf einem zeitlichen Informationsvorsprung (Sachverständiger).
4. Die Identifikationsmacht beruht auf der Vorbildfunktion des Führenden, dem es nachzueifern gilt.
5. Die Informationsmacht basiert auf der Möglichkeit, den Informationsfluss zu steuern, d. h. eventuell wichtige Informationen nicht an die Mitarbeiter weiterzugeben.

Hans-Jürgen Schmidt führt aus, dass "die gegenwärtigen registrierbaren Verhaltensweisen der administrativen Leistungseinheiten im ganzen wohl eher autoritäre Züge [aufweisen]."

Des Weiteren entgegnet er: "Gerade auf den mittleren und unteren Leistungsebenen behält sich der typische Vorgesetzte die Entschlussfassung vor und bringt seinen Entscheid über bestimmte Regelungsformen zur Ausführung. Er verzichtet auf Besprechungen und Beratungen mit seinen Mitarbeitern (innen) und versucht deren Handeln weithin selbst zu kontrollieren. Auf der Strecke bleiben dann nicht eben selten Möglichkeiten zur Aktivierung, Förderung und Entwicklung des Personals […]."[4]

Die Verwaltung muss sich wie auch private Unternehmen auf Marketingmaßnahmen berufen, um dass Kundeninteresse zu steigern und somit den öffentlichen Bereich für den Bürger attraktiver zu gestalten. Ein solches Konzept kann aber nur dann funktionieren, wenn im Bereich der Personalführung auf die Weiterentwicklung im Bereich der Kunden -, Wertschöpfungs-, Kompetenz- und Kulturorientierung geachtet wird. Wenn jedoch durch falsche oder schlechte umgesetzte Führungsstile oder -modelle die Förderung und Weiterbildung der Mitarbeiter nicht oder nicht ausreichend gegeben ist, kann die angestrebte bürgerbezogene Handlungsweise durch inkompetentes Fachpersonal nicht umgesetzt und die Verständigung zwischen Administration und Mensch niemals verbessert werden.

Um die angestrebten Ziele erreichen zu können, sind die Kommunikations-instrumente, wie passives und aktives Zuhören, das Feedback als auch die korrekte Gesprächsführung von Bedeutung.

Passives und Aktives Zuhören

Da das Zuhören den halben Erfolg verspricht, ist es ein beträchtlicher Erfolgsfaktor in Gesprächen.

Fast die Hälfte unserer Kommunikationszeit verbringen wir in der Rolle des Zuhörers. Und damit ist nicht der physikalische Vorgang des Empfangens von Schallwellen gemeint, sondern das verstehende Zuhören, das als Grundlage für die darauf folgende eigene Reaktion dient. Obwohl die wenigsten Menschen wissen, wie man "richtig" zuhört, halten die meisten sich für ganz gute Zuhörer. Allerdings handelt es sich wahrscheinlich bei dieser Art des Zuhörens um das so genannte Passive Zuhören, das nachfolgend näher beschrieben wird.[5]

Hierbei wird zwischen den Verhaltensweisen des Rückzugs und Abtastens unterschieden.

Der Rückzug zeigt sich darin, dass der Kontakt mit dem Gesprächspartner(innen) vermieden wird, d. h. man hat sozusagen äußerlich abgeschaltet und ist mit etwas anderem beschäftigt.

[...]


[1] Vgl. Georg Schreyögg, Organisation, Grundlagen moderner Organisationsgestaltung, 4. Auflage, 2003 Wiesbaden, S. 33

[2] siehe Lutz Stührenberg, Professionelle betriebliche.Kommunikation, Erfolgsfaktoren der Personalführung, 1. Auflage, 2003 Wiesbaden, S. 17

[3] Vgl. Manfred Miller, Skript Vorlesung Organisation und Führung

[4] siehe Hans - Jürgen Schmidt, BWL für die Verwaltung, 3. Auflage, 1995 Heidelberg, S. 163

[5] vgl. Rolf H. Bay, Erfolgreiche Gespräche durch aktives Zuhören, 2000 Reninngen-Malmsheim, S. 27

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Macht und Kommunikation auf die öffentliche Verwaltung ausgerichtet
Hochschule
Hochschule Harz - Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
18
Katalognummer
V127200
ISBN (eBook)
9783640331932
ISBN (Buch)
9783640332045
Dateigröße
1847 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Bereich Sozialwissenschaften
Schlagworte
Macht, Kommunikation, Personalführung, Führungsstile, Konflikte, Führungsmodelle, Machtmissbrauch
Arbeit zitieren
Diplom-Verwaltungswirtin Rebecca Thon (Autor), 2006, Macht und Kommunikation auf die öffentliche Verwaltung ausgerichtet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127200

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