Die Erarbeitung des Themenkomplexes Macht und Kommunikation führte zwei Überlegungsansätze mit sich. Einerseits die Betrachtungsweise zwischenmenschlicher Beziehungen innerhalb der Organisationseinheiten einer Behörde, d. h. das Miteinander der Kolleg(inn)en und Vorgesetzten (Personalführung) sowie andererseits die externe Ausrichtung der Verwaltung auf das Verhalten der Bürger.
Da durch das Fachhochschulstudium die Voraussetzung für den gehobenen Dienst gewährleistet wird und sich daher die Legitimation zur Mitarbeiterführung ergeben kann, stellte sich die Entscheidung in den Vordergrund, das folgende Referat auf die interne Ausrichtung der Verwaltung zu stützen.
Die nachfolgenden Ausführungen sollen dem Grundverständnis der Personalführung dienen, damit Macht und Kommunikation ihrer Bestimmung nach angewandt und nicht missbraucht werden können.
Sowohl Geführte als auch Führende stehen in einem besseren Verhältnis zueinander, wenn die Macht- und Kommunikationsinstrumente verstanden bzw. umgesetzt werden
Inhaltsverzeichnis
I) Einleitung
II) Begriffsbestimmungen
III) Anwendung und Ausprägung von Macht und Kommunikation in der Personalführung
IV) Die Führungsstile
1. Einführung mit Begriffserklärung
2. Autoritärer Führungsstil
3. Kooperativer Führungsstil
4. Abgrenzung und Unterscheidung des autoritären und kooperativen Führungsstils
5. Aufgaben- und Personenorientierte Führungsstil
6. Das Verhaltensgitter von Blake/Mouton
V) Modelle der Führung
1. Einführung und Definition
2. Partialmodelle
a) Management by Exception
b) Management by Delegation
3. Totalmodelle
a) Management by Objectives
b) Das Harzburger Führungsmodell
VI) Machtmissbrauch
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Macht und Kommunikation im Kontext der Personalführung innerhalb von Verwaltungen. Ziel ist es, ein Grundverständnis für diese Instrumente zu schaffen, um deren zweckmäßige Anwendung zur Steigerung der Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit zu fördern und einen Missbrauch durch autoritäre Strukturen zu vermeiden.
- Theoretische Grundlagen von Macht und Kommunikation in der Personalführung
- Differenzierung verschiedener Führungsstile und deren Auswirkungen
- Analyse und Vergleich gängiger Management-Modelle
- Konsequenzen von Machtmissbrauch und Mobbing im administrativen Arbeitsalltag
Auszug aus dem Buch
6. Das Verhaltensgitter (mehrdimensionales Führungsstilkonzept) von Blake und Mouton
Blake und Mouton gehen in ihrem Verhaltensgitter von einem zweidimensionalen Verhaltensansatz aus, mit den Grunddimensionen → Mitarbeiterorientierung und → Sachorientierung, welche als absolut unabhängig von einander gesehen werden.
Die beiden Dimensionen können graphisch mit dem Verhaltensgitter (Managerial Grid) dargestellt werden. Zur Beschreibung dieser beiden Dimensionen verwenden Blake/Mouton eine neunstufige Skala. Die graphische Darstellung erfolgt in einem Gitter. In den neunteiligen Skalen bedeutet 1 die niedrigste, eine 5 eine mittlere und eine 9 die höchste Orientierung. Dabei ist der Begriff Orientierung keine exakte Messgröße. Die Orientierung des Vorgesetzten hängt von seiner Grundeinstellung ab. Mit dem Verhaltensgitter lässt sich nach Blake/Mouton Grundeinstellungen und daraus resultierendes Führungsverhalten ablesen bzw. deuten.
Von den theoretisch möglichen 81 Kombinationen gehen Blake und Mouton nur auf 5 Stile, als Grundtheorien bezeichnet, näher ein.
Zusammenfassung der Kapitel
I) Einleitung: Beschreibt die Relevanz einer bürger- und mitarbeiterorientierten Führung sowie die Bedeutung ungezwungener Kommunikation für den Erfolg in der Verwaltung.
II) Begriffsbestimmungen: Definiert die zentralen Begriffe Macht und Kommunikation im Sinne sozialwissenschaftlicher Theorien.
III) Anwendung und Ausprägung von Macht und Kommunikation in der Personalführung: Erläutert fünf Formen der Machtausübung und diskutiert die gegenwärtige Tendenz zu autoritären Strukturen in Verwaltungen.
IV) Die Führungsstile: Untersucht verschiedene Stile wie autoritäre und kooperative Führung sowie das Verhaltensgitter nach Blake/Mouton.
V) Modelle der Führung: Stellt Partial- und Totalmodelle wie Management by Exception, Management by Delegation, Management by Objectives und das Harzburger Führungsmodell vor.
VI) Machtmissbrauch: Analysiert die negativen Folgen autoritärer Führung, insbesondere in Bezug auf Mobbing und die damit verbundenen ökonomischen sowie sozialen Schäden.
Schlüsselwörter
Macht, Kommunikation, Personalführung, Führungsstile, Verwaltung, Management by Exception, Management by Delegation, Management by Objectives, Harzburger Führungsmodell, Machtmissbrauch, Mobbing, Mitarbeiterorientierung, Sachorientierung, Betriebsklima, Führungsinstrumente.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Wechselwirkung von Machtausübung und Kommunikation im Rahmen der betrieblichen Personalführung, insbesondere innerhalb von Verwaltungen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die Definition von Führung, der Vergleich verschiedener Führungsstile, die Erläuterung moderner Führungsmodelle sowie die Problematik von Machtmissbrauch.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Vermittlung eines Grundverständnisses für Führungsinstrumente, um produktivere Arbeitsprozesse und ein besseres Arbeitsklima durch partnerschaftliche Führung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die auf organisationswissenschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Standardwerken basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Führungsstilen, die Detailbetrachtung spezifischer Management-Techniken sowie die Diskussion um Machtmissbrauch und Mobbing.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe sind Personalführung, Führungsstile, Management-Modelle, Kommunikation und Machtmissbrauch.
Was zeichnet das "Management by Objectives" (MbO) aus?
MbO basiert auf dem Prinzip der Zielvereinbarung, bei dem sachliche Verwaltungsziele und persönliche Mitarbeiterziele aufeinander abgestimmt werden, um die Motivation zu fördern.
Welche Gefahren ergeben sich aus einem autoritären Führungsstil laut dieser Arbeit?
Autoritäre Stile können zu Frustration, Demotivation, einer geringen Identifikation mit der Aufgabe sowie zur Begünstigung von Mobbing führen.
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- Diplom-Verwaltungswirtin Rebecca Thon (Author), 2006, Macht und Kommunikation auf die öffentliche Verwaltung ausgerichtet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127200