Da die fossilen Energiequellen knapper werden, interessieren sich immer mehr Menschen für
alternative Stromerzeugungsmethoden. Im Zuge der Diskussion um erneuerbare
Energiequellen steht eine Energieform ganz oben auf der Wunschliste der Stromverbraucher:
Die Solarenergie. Diese ist beispielsweise in Form von Solarthermie1 oder Photovoltaik2 für
den Verbraucher nutzbar. Nachdem etliche Förderungs- und Unterstützungsprogramme für
regenerative Energien ins Leben gerufen, und dadurch die meist hohen Investitionskosten für
Solaranlagen etwas gemildert wurden, stellt sich die Frage, ob im Rahmen der heutigen
Förderprogramme eine Photovoltaik-Anlage von einer reinen Liebhaberei zu einem
„Rendite-Objekt“ geworden sein könnte.
Im Rahmen dieser Arbeit soll nun untersucht werden, ob eine Photovoltaik-Anlage eine
vorteilhafte Investition unter Berücksichtigung der steuerlichen Auswirkungen und
investitionstheoretischen Überlegungen darstellt. Am Anfang dieser Betrachtung steht die
Darstellung unterschiedlicher Förderungs- und Zuschussprogramme. Danach werden Fragen
der steuerlichen Veranlagung beleuchtet. Den Abschluss bildet ein Rechenbeispiel bei dem
eine Investition in eine Photovoltaik-Anlage der risikolosen Anlage am Kapitalmarkt
gegenübergestellt wird. Da für regenerative Energien allgemein und Solarenergie speziell unzählige
Förderprogramme sowohl auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene existieren möchte ich
mich im Rahmen dieser Arbeit auf die drei wichtigsten Möglichkeiten der Förderung
beschränken. Im folgenden gehe ich auf das 100.000 Dächer-Programm der Kreditanstalt für
Wiederaufbau (KfW) ein, sowie auf das Gesetz zum Vorrang erneuerbarer Energien
(Erneuerbare Energien Gesetz EEG). Des weiteren möchte ich die Möglichkeiten der
Sonderabschreibung nach
§7g EStG beleuchten.
1 Solarthermie = Brauchwassererwärmung und/oder Heizungsunterstützung durch Sonnenenergie.
2 Unter Photovoltaik versteht man die Erzeugung von Strom aus Sonnenlicht mit Hilfe von Solarzellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Förderprogramme und Sonderabschreibung
2.1. Das 100.000 Dächer –Programm
2.2 Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
2.3 Sonderabschreibung nach § 7g EStG
3. Fragen der steuerlichen Veranlagung
3.1 Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer
3.2 Herstellungskosten und Abschreibung
4. Höhe der Steuerzahlungen
4.1. Einkommensteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag
4.2. Gewerbesteuer
5. Beispielrechnung
5.1. Annahmen
5.2. Berechnung der Vorteilhaftigkeit
5.2.1 Tilgungsplan
5.2.2 Einspeisevergütung
5.2.3 Abschreibungen
5.2.4 Einzahlungs- / Auszahlungsrechnung
5.2.5 Gewinn vor Steuern
5.2.6 Anfallende Steuerzahlungen
5.2.7 Kapitalwert nach Steuern der Investition
6. Fazit
7. Literaturliste
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Investition in eine Photovoltaik-Anlage unter Berücksichtigung steuerlicher Aspekte und investitionstheoretischer Überlegungen eine vorteilhafte ökonomische Entscheidung darstellt.
- Darstellung und Analyse relevanter Förder- und Zuschussprogramme für Photovoltaikanlagen.
- Untersuchung der steuerlichen Veranlagung von Solarstrom-Investitionen.
- Detaillierte Beispielrechnung unter Einbeziehung von Tilgung, Abschreibungen und Steuerbelastung.
- Vergleich der Photovoltaik-Anlage mit einer risikolosen Anlage am Kapitalmarkt mittels Kapitalwertmethode.
Auszug aus dem Buch
2.1. Das 100.000 Dächer –Programm
Das 100.000 Dächer-Solarstrom-Programm soll „der langfristigen Finanzierung von Investitionen in die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen zu einem besonders attraktiven Festzinssatz“ dienen. Förderwürdig im Sinne des 100.000 Dächer-Programms sind neu installierte Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) ab einer Leistung von 1 kWp, jedoch keine gebrauchten Anlagen. Der Förderbetrag setzt sich aus den Investitionskosten der Anlage, den Installationskosten, den Kosten für die Messeinrichtung und den Planungskosten zusammen.
Anlagen, die auf der „grünen Wiese“ errichtet werden sind explizit von der Förderung ausgenommen um zu vermeiden, dass Grünflächen mit Kollektoren verbaut werden. Neben Privatpersonen sind auch Freiberufler, sowie kleinere und mittlere private gewerbliche Unternehmen antragsberechtigt. Für die Unternehmen gelten klare Größenkriterien.
Die Förderung im Rahmen des Programms besteht in der Gewährung von Darlehen mit vergünstigten Konditionen. Der Zins dieser Darlehen liegt um bis zu 4,5 Prozentpunkte unter dem Marktzins, was diesen Kredit vorteilhaft werden lässt. Zur Zeit liegt der Zins des 100.000 Dächer Programms bei 1,90% pro Halbjahr. Die Laufzeit des Kredits, der zu 100% ausgezahlt wird, beträgt 10 Jahre. Die Tilgung erfolgt halbjährig in gleich hohen Tilgungsraten, wobei zu Beginn maximal zwei Jahre tilgungsfrei bleiben können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Erläutert die wachsende Bedeutung der Solarenergie und formuliert die zentrale Fragestellung, ob Photovoltaik-Anlagen ein wirtschaftlich vorteilhaftes Rendite-Objekt darstellen.
2. Förderprogramme und Sonderabschreibung: Beschreibt zentrale Förderinstrumente wie das 100.000 Dächer-Programm, das EEG und die steuerlichen Sonderabschreibungsmöglichkeiten nach § 7g EStG.
3. Fragen der steuerlichen Veranlagung: Analysiert die einkommen-, gewerbe- und umsatzsteuerlichen Implikationen sowie die Regeln für Herstellungskosten und Abschreibung von PV-Anlagen.
4. Höhe der Steuerzahlungen: Leitet die mathematischen Modelle zur Berechnung der kombinierten Belastung aus Einkommen-, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer her.
5. Beispielrechnung: Führt eine detaillierte finanzwirtschaftliche Berechnung durch, um die Vorteilhaftigkeit der Anlage anhand des Kapitalwerts im Vergleich zu einer Unterlassungsalternative zu prüfen.
6. Fazit: Führt aus, dass die Vorteilhaftigkeit stark von individuellen Gegebenheiten abhängt und bei der Bewertung auch nicht-monetäre ökologische Aspekte eine Rolle spielen.
7. Literaturliste: Listet die verwendeten Quellen, Fachbücher und Internet-Ressourcen auf.
Schlüsselwörter
Photovoltaik, Solarenergie, Steuerlehre, Förderprogramme, KfW, EEG, Sonderabschreibung, Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Investitionsrechnung, Kapitalwert, Rendite, Erneuerbare Energien, Investition, Wirtschaftlichkeitsrechnung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Wirtschaftlichkeit von Investitionen in Photovoltaik-Anlagen unter Berücksichtigung der aktuellen steuerlichen Rahmenbedingungen und Förderprogramme.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Förderprogramme für Solarenergie, steuerliche Veranlagung (Einkommen-, Gewerbe- und Umsatzsteuer), Abschreibungsmodelle und die investitionstheoretische Vorteilhaftigkeitsrechnung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, festzustellen, ob eine Photovoltaik-Anlage bei heutiger Förderung ein rentables „Rendite-Objekt“ darstellt oder eher als Liebhaberei einzustufen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine investitionstheoretische Analyse angewandt, die mittels einer detaillierten Beispielrechnung und der Kapitalwertmethode die Vorteilhaftigkeit der Investition prüft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Förderung, die steuerliche Behandlung und eine umfassende quantitative Beispielrechnung, die verschiedene Kosten- und Ertragsfaktoren modelliert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Photovoltaik, steuerliche Abschreibung, KfW-Förderung, EEG, Kapitalwert und Wirtschaftlichkeitsanalyse.
Welche Rolle spielt die Sonderabschreibung nach § 7g EStG in der Modellrechnung?
Die Sonderabschreibung wird als steueroptimierendes Instrument genutzt, um im Jahr der Anschaffung die Steuerlast zu senken und somit den Liquiditätsabfluss zu steuern.
Warum kommt die Beispielrechnung zu dem Schluss, dass die Anlage nicht vorteilhaft ist?
Unter den getroffenen Annahmen, insbesondere beim Spitzensteuersatz und den gewählten Kalkulationsparametern, zeigt die Kapitalwertrechnung einen niedrigeren Wert als bei der Unterlassungsalternative.
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- Oliver Schieritz (Author), 2002, Subventionen und Steuererleichterungen der Photovoltaik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12722