Diese Arbeit beginnt mit einer Begriffsbestimmung des Wortes „Körpererfahrung“. In diesem Zusammenhang wird auf das fachdidaktische Konzept Funkes eingegangen sowie eine Abgrenzung zu den Begriffen Selbst- und Bewegungserfahrung vorgenommen. Der Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Körpererfahrung schließt dieses erste Kapitel ab.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Bedeutung von Körpererfahrungen im Sportunterricht. Hier werden Ziele formuliert, Hinweise zur Vermittlung gegeben und die Konsequenzen für den Sportunterricht skizziert.
Daran anschließend werden Möglichkeiten zu Körpererfahrungen im Sportunterricht ausführlich dargestellt. Die Entspannung als ein mögliches Verfahren im körpererfahrungsorientierten Sportunterricht wird im Kapitel fünf abgehandelt. Der sechste Punkt dieser Arbeit beinhaltet meinen Unterrichtsversuch zum Thema „Unbemerkt und lebenswichtig: Atmung und Herzschlag“. Hier soll getestet werden, inwieweit den Kindern einer vierten Klasse der Zusammenhang zwischen Bewegung, Atmung und Puls bewusst ist.
Eine persönliche und kritische Einschätzung der Thematik wird die Arbeit abschließen.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmung: Was versteht man unter Körpererfahrung?
2.1 Das fachdidaktische Konzept der Körpererfahrung nach Funke
2.2 Selbsterfahrung – Körpererfahrung
2.3 Bewegungserfahrung – Körpererfahrung
2.4 Zusammenhang Körpererfahrung und Wahrnehmung
3 Zur Bedeutung von Körpererfahrungen im Sportunterricht
3.1 Ziele eines körpererfahrungsorientierten Sportunterrichts
3.2 Zur Vermittlung von Körpererfahrungen
3.3 Konsequenzen für den Sportunterricht
4 Möglichkeiten zum Erwerb von Körpererfahrung im Sportunterricht
4.1 Lehrplaneinordnung
4.2 Körpererfahrungen im Sport allgemein
4.3 Körpererfahrung in der Leichtathletik
4.3.1 Förderung von Körpererfahrungen am Beispiel des Dauerlaufens
4.3.2 Anregungen für einen körpererfahrungsorientierten Leichtathletikunterricht
5 Entspannung im körpererfahrungsorientierten Sportunterricht
5.1 Ziel der Entspannung
5.2 Vorgehen
6 Unterrichtsversuch: Unbemerkt und lebenswichtig: Atmung und Herzschlag
6.1 Intention
6.2 Die Schüler
6.3 Sachanalyse Atmung und Herz- bzw. Pulsschlag
6.4 Durchführung/ Unterrichtsverlauf
6.5 Auswertung/ Fazit
7 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die pädagogische Bedeutung von Körpererfahrungen im Sportunterricht der Grundschule zu untersuchen und praktische Wege aufzuzeigen, wie diese gezielt vermittelt und gefördert werden können. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Kinder durch bewusste Wahrnehmung körperlicher Prozesse (wie Atmung und Puls) sowie durch vielfältige Bewegungsreize für ihren eigenen Körper sensibilisiert werden können, um so eine positive Ich-Beziehung und ein besseres Verständnis für die eigene Gesundheit zu entwickeln.
- Konzeptualisierung von Körpererfahrung in Abgrenzung zu Selbst- und Bewegungserfahrung.
- Die Bedeutung von Körpererfahrung für die Persönlichkeitsbildung und Identitätsentwicklung von Kindern.
- Praktische Umsetzungsmethoden im Sportunterricht, insbesondere durch Entspannung und Wahrnehmungsschulung.
- Lehrplankonforme Integration von körpererfahrungsorientierten Elementen in traditionelle Sportarten.
- Empirische Untersuchung des Bewusstseins für Atem- und Herzfrequenz bei Grundschülern.
Auszug aus dem Buch
3.1 Ziele eines körpererfahrungsorientierten Sportunterrichts
Anzustreben ist die Einschränkung eines an Fertigkeitsvermittlung sowie an Leistung orientierten Sportunterrichts zugunsten eines körpererfahrungsorientierten Unterrichts. Wenn diese Tatsache gegeben ist, ist das größte Ziel eines körpererfahrungsorientierten Sportunterrichts, das bessere Kennen des eigenen Körpers, gewährleistet. Die Schüler sollen des Weiteren aus ihren Erfahrungen lernen und auch Kenntnisse erwerben, mit den neuen Erfahrungen umzugehen, also Handlungskompetenz entwickeln. Aber bis hier hin ist es ein langer Weg. Die Erfahrungen müssen immer wiederholt und in gemeinsamen Gesprächen reflektiert und gesichert werden. Handlungsfähigkeit heißt in dem Sinne auch, Erfahrungen verbalisieren und mitteilen zu können, sowie Erfahrungen der anderen erfassen und darüber nachzudenken. Körpererfahrung soll dazu beitragen, sich selbst über den eigenen Körper kennenzulernen sowie die anderen über den Körper wahrzunehmen. Die Kinder werden in einem körpererfahrungsorientierten Unterricht neue Bewegungserfahrungen machen. In der anschließenden Reflexion sollte darüber geredet werden, damit die Kinder lernen, neue Empfindungen zuzulassen und diese nicht gleich zurückzuweisen. Außerdem dient die Reflexion der Sicherung der Erfahrungen und Erlebnisse.
Körpererfahrungen zielen im großen Maße auch darauf ab, die Kreativität des Schülers bezüglich der Wahrnehmung und Gestaltung seiner Umwelt zu fördern. Der Körper ist Vermittler von Gefühlen, Gedanken und Empfindungen. Im Sportunterricht können diese genutzt werden, um Bewegungen abwechslungsreich und vielfältig zu gestalten, beispielsweise eine gymnastisch oder tänzerische Ausführung einer Bewegung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den zunehmenden Bewegungsmangel bei Kindern und begründet die Notwendigkeit, Körpererfahrung als festen Bestandteil in den Sportunterricht zu integrieren.
2 Begriffsbestimmung: Was versteht man unter Körpererfahrung?: Dieses Kapitel definiert Körpererfahrung durch eine fachdidaktische Einordnung und klärt die Zusammenhänge zwischen Wahrnehmung, Selbsterfahrung und Bewegung.
3 Zur Bedeutung von Körpererfahrungen im Sportunterricht: Hier werden die Ziele und Konsequenzen eines körpererfahrungsorientierten Unterrichts diskutiert, wobei insbesondere die Ich-Beziehung und die Persönlichkeitsentwicklung im Fokus stehen.
4 Möglichkeiten zum Erwerb von Körpererfahrung im Sportunterricht: Dieses Kapitel stellt praktische Ansätze für den Sportunterricht und die Leichtathletik vor, um Schüler durch gezielte Übungen und Wahrnehmungszentrierung für ihren Körper zu sensibilisieren.
5 Entspannung im körpererfahrungsorientierten Sportunterricht: Die Bedeutung von Entspannung als Methode zur bewussten Körperwahrnehmung und zur Erholung wird erläutert und mit praktischen Hinweisen zur Umsetzung ergänzt.
6 Unterrichtsversuch: Unbemerkt und lebenswichtig: Atmung und Herzschlag: Ein praktisches Fallbeispiel in einer vierten Klasse untersucht das Bewusstsein der Kinder für ihre Atmung und ihren Puls in Ruhe und nach Belastung.
7 Schlusswort: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Körpererfahrung kein Ersatz, sondern eine essenzielle Ergänzung zur klassischen Leistungsförderung im Sportunterricht darstellt.
Schlüsselwörter
Körpererfahrung, Sportunterricht, Grundschule, Körperwahrnehmung, Bewegungserziehung, Atmung, Pulsschlag, Entspannung, Selbsterfahrung, Gesundheit, Bewegungsidentität, Wahrnehmungsschulung, Persönlichkeitsbildung, Handlungskompetenz, Leichtathletik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Relevanz von Körpererfahrungen im Sportunterricht der Grundschule als Antwort auf Bewegungsmangel und mangelnde Selbstwahrnehmung bei Kindern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die theoretische Begriffsbestimmung, die Bedeutung der Ich-Beziehung im Sport, praktische Übungsmethoden sowie die methodische Umsetzung in verschiedenen Sportbereichen ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Sportunterricht durch körpererfahrungsorientierte Ansätze zu ergänzen, um Kinder für ihren Körper und dessen Signale wie Atmung und Puls bewusst zu sensibilisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einem empirischen Unterrichtsversuch in einer vierten Klasse, um die praktische Relevanz ihrer Thesen zu überprüfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Begriffsbestimmung, die Darstellung von Möglichkeiten zur Förderung von Körpererfahrungen in Schule und Leichtathletik sowie den konkreten Bericht eines Unterrichtsversuchs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Körpererfahrung, Körperwahrnehmung, Bewegungsidentität, Handlungsfähigkeit und Gesundheitserziehung.
Welche Rolle spielt die Atmung im Unterrichtsversuch?
Die Atmung dient als zentrales Element, um Schülern durch Messungen und gezielte Wahrnehmung den Zusammenhang zwischen körperlicher Belastung und physiologischer Reaktion verständlich zu machen.
Wie reagieren die Schüler auf die Entspannungsübungen?
Die Schüler zeigten sich aufgeschlossen gegenüber den Entspannungsphasen, wobei die Reflexion des Erlebten eine zentrale Rolle bei der Zielsicherung spielte.
Welche Erkenntnis gewinnt die Autorin über leistungsstärkere vs. leistungsschwächere Schüler?
Es zeigt sich, dass auch leistungsschwächere Schüler durch körpererfahrungsorientierte Ansätze motiviert werden können, da nicht die sportliche Bestleistung, sondern die eigene Wahrnehmung im Vordergrund steht.
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- Janine Pohle (Author), 2008, Die pädagogische Bedeutung von Körpererfahrung im Sport und ihre Konsequenzen für den Sportunterricht der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127237