Welchen Einfluss hat das Einkommen auf das menschliche Glück? Vor der Klärung des Zusammenhangs zwischen Einkommen und Glück, wird zuallererst der Begriff „Glück“ definiert, um die vorliegende Arbeit vollständig verstehen zu können. Darauffolgend wird erläutert, wie Glück in der Wissenschaft gemessen wird.
Jeder Mensch hat seine ganz eigene Auffassung von Glück. Für den Einen ist dies ein inneres Gefühl von Freude oder Zufriedenheit und für den Anderen bedeutet Glück ein von außen gegebener Umstand, was viele auch als Schicksal bezeichnen würden. Der Mensch strebt schon seit jeher nach seinem individuellen Glück. Sei es Glück in seinem beruflichen Werdegang, in seinen Finanzen, in seinen Beziehungen, im Sport und in weiteren, für jeden Menschen unterschiedlichen Lebensbereichen. Nicht nur der Mensch stellt sich die Frage nach seinem eigenen Glück. Auch die Wissenschaft interessiert sich seit Langem dafür und forscht dementsprechend darüber. Diese Glücksforschung wird unteranderem in den Wirtschaftswissenschaften, in der Psychologie, in der Soziologie und in der Neurowissenschaft betrieben. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse wiederum können wichtig sein für wirtschaftliches und politisches Handeln. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen, auf die nicht alle Menschen ohne Weiteres Zugriff haben, erhält man in Bücherhandlungen und Bibliotheken viele Bücher zu dem Thema Glück. In diesen wird versucht zu erklären, was Glück bedeutet und was jeder Mensch tun kann, um dieses zu erreichen. Diese Ratgeberliteratur könnte den Menschen Trost spenden und Hoffnung geben, dass sie zu ihrem eigenen Glück finden können. Auf der anderen Seite könnte einen in den Sinn kommen, ob der Mensch sein Glück in diesen Büchern wirklich finden kann und ob dies nicht zu einem Vergleich mit dem Glück des Nächsten führt und stets versucht wird, ein schöneres Leben als die Anderen zu haben und glücklicher als diese zu sein. Dies wird oft damit versucht zu erreichen, indem man auf der beruflichen Karriereleiter nach oben steigen möchte, um mehr Geld zu verdienen und um sich im Rückkehrschluss bessere und schönere Dinge als davor und als die anderen Menschen leisten zu können. Diese Dinge können in Form von Konsumgütern, aber auch in Form von Freizeitaktivitäten und Erlebnissen sein. Aus dieser Schilderung ergibt sich das Thema für die vorliegende Studienarbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Begriffserklärung „Glück“
2.2 Messung von „Glück“
2.3 Zusammenhang zwischen Glück und Einkommen
2.3.1 Easterlin Paradox
2.3.2 Sozialneid
2.3.3 Hedonistische Tretmühle
2.3.4 Zusammenhang zwischen Glück und Einkommen in Deutschland
2.3.5 Zusammenhang zwischen Glück und Einkommen in ärmeren Ländern
2.4 Bedeutung für die Politik
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den kausalen Zusammenhang zwischen dem Einkommen und dem menschlichen Glücksempfinden. Dabei wird analysiert, inwieweit materieller Reichtum tatsächlich zu einer Steigerung der Lebenszufriedenheit führt oder ob ab einem gewissen Sättigungsgrad andere Faktoren für das Wohlbefinden entscheidend werden.
- Grundlagen und Definitionen der Glücksforschung
- Messmethoden subjektiven Wohlbefindens
- Analyse des Easterlin-Paradoxons
- Einfluss von Sozialneid und der hedonistischen Tretmühle
- Vergleich von Wohlstandsgesellschaften und ärmeren Ländern
- Ableitung politischer Implikationen
Auszug aus dem Buch
2.3.3 Hedonistische Tretmühle
Neben der Ursache des Vergleichs spielt die Gewöhnung eine weitere, relevante Rolle für das Phänomen, welches Easterlin 1974 entdeckte. Die Gewöhnung wird in der Literatur auch als „Hedonistische Tretmühle“ bezeichnet, um welche es im Folgenden gehen soll.
Erhalten die Menschen ein neues materielles Gut, freuen diese sich darüber. Doch nach einer gewissen Zeit gewöhnen sie sich daran und die Stimmung, welche anfangs freudig war, fällt wieder auf den Anfangszustand zurück. Die Gewöhnung lässt sich folgendermaßen erklären: wenn einmal eine schöne Erfahrung gemacht wurde, braucht man mehr von diesen schönen Erfahrungen, um weiterhin dieses Glücksgefühl zu empfinden. Dabei befindet man sich in einer Tretmühle, in der man immer weiterlaufen muss, damit das Gefühl des Glücks erhalten bleibt. Ist dieser Prozess dann einmal abgeschlossen, dann können neue Reize das Wohlbefinden steigern. Wenn die Situation wieder stabil ist, kehrt man zu dem individuellen Glücksniveau zurück, und zwar unabhängig davon, ob sich die Situation gegenüber vorher zum Besseren oder zum Schlechteren gewendet hat. Die Gewöhnung an das Einkommen kann man folgendermaßen untersuchen, indem gefragt wird, inwieweit das Einkommen, welches ein Mensch glaubt zu benötigen, von dem abhängt, was er tatsächlich verdient.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: In diesem Kapitel wird das Thema der Arbeit eingeführt und die Forschungsfrage sowie der Begriff „Glück“ als Ausgangspunkt erläutert.
2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen, Messmethoden, die Analyse der verschiedenen Einflussparameter des Einkommens auf das Glück und die politische Bedeutung dieser Erkenntnisse.
3. Schluss: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, wonach Geld nur bis zu einem gewissen Grad das Glück steigert und danach andere Faktoren wie Gesundheit und soziale Beziehungen dominieren.
Schlüsselwörter
Glücksforschung, Lebenszufriedenheit, Einkommen, Easterlin-Paradox, Sozialneid, Hedonistische Tretmühle, Wohlbefinden, Wirtschaftswachstum, Sozioökonomisches Panel, Glücksökonomie, Lebensstandard,Relative Einkommen, Politikgestaltung, Materielle Güter, Glücksniveau.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Einkommen und Glücksempfinden im menschlichen Leben.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die psychologische und ökonomische Glücksforschung, die Analyse von Gewöhnungseffekten sowie der soziale Vergleich.
Was ist das Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuklären, ob und ab wann eine Einkommenssteigerung keinen signifikanten Mehrwert für die Lebenszufriedenheit mehr bietet.
Welche Methoden werden verwendet?
Die Arbeit beruht auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Daten, insbesondere des sozioökonomischen Panels (SOEP).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zentrale Konzepte wie das Easterlin-Paradoxon, Sozialneid und die hedonistische Tretmühle theoretisch und anhand von Daten beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Kernbegriffe sind Glücksforschung, Wohlbefinden, Einkommen, Easterlin-Paradox und Lebenszufriedenheit.
Ist das Easterlin-Paradoxon auch in Deutschland nachweisbar?
Ja, die Arbeit zeigt anhand der Daten auf, dass auch in Deutschland ab einem gewissen Einkommensniveau keine proportionale Steigerung des Glücks erfolgt.
Welche Rolle spielt der soziale Vergleich für unser Glück?
Der soziale Vergleich ist entscheidend, da das Individuum sein Einkommen meist relativ zu seiner Bezugsgruppe bewertet, was zu Sozialneid führen kann.
Warum spielt das Wirtschaftswachstum für das individuelle Glück eine untergeordnete Rolle?
Aufgrund von Gewöhnungseffekten und dem Streben nach relativem sozialen Status führt rein quantitatives Wachstum nach Erreichen der Grundbedürfnisse nicht dauerhaft zu mehr Glück.
Wie sollte Politik laut der Studie auf diese Erkenntnisse reagieren?
Die Politik sollte sich stärker an Wohlfahrtsindikatoren orientieren, die über das rein monetäre BIP hinausgehen und das individuelle Wohlbefinden der Bürger priorisieren.
- Quote paper
- Carmen Diewald (Author), 2018, Der Zusammenhang zwischen Glück und Einkommen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1272503