Das Betriebliche Gesundheitsmanagement verfolgt das Ziel, die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern und demzufolge auch den Unternehmenserfolg nachhaltig zu beeinflussen. Zu diesem Zweck kann eine Vielzahl von Maßnahmen und Führungsprinzipien verwendet werden. Mitarbeiter der Baubranche sind besonders vielen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt und trotzdem wird der Gesundheit der Belegschaft in der Regel wenig Beachtung geschenkt. Daher ist es notwendig zu verstehen, ob und wie gesundheitsfördernde Maßnahmen auch in der Baubranche wirksam eingesetzt werden können.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es herauszufinden, ob und inwiefern gesundheitsfördernde Maßnahmen die Gesundheit und somit auch die Produktivität und Arbeitsfähigkeit von Baustellenarbeitern verbessern können.
Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurde zunächst die aktuelle wissenschaftliche Literatur analysiert, und anschließend ein quantitatives Feldexperiment durchgeführt. Spezifisch wurden bei dem Experiment verschiedene gesundheitsfördernde Maßnahmen konzipiert, welche bei sieben Baustellenarbeitern über den Zeitraum von sechs Wochen eingesetzt wurden. Standardisierte und validierte Fragebögen wurden verwendet, um die Auswirkungen auf die untersuchten Gesundheitsfaktoren, sowie die Arbeitsfähigkeit zu messen. Die Produktivität wurde mittels Beobachtung erhoben.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
2. Gegenstand Betriebliches Gesundheitsmanagement
2.1. Der Gesundheitsbegriff
2.2. Bestandteile des Betrieblichen Gesundheitsmanagements
2.3. Betriebliche Gesundheitsförderung
2.4. Gesundheitsorientierte Personalarbeit und Führung
2.5. Betriebliches Fehlzeitenmanagement
3. Gesellschaftliche Herausforderungen
4. Ziele des betrieblichen Gesundheitsmanagements
4.1. Erhalt und Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
4.2. Steigerung der Attraktivität der Arbeitgebermarke
4.3. Verbesserung des Unternehmenserfolgs durch gesteigerte Produktivität
5. Besonderheiten der Baubranche
5.1. Muskel-Skelett-Erkrankungen
5.2. Verletzungen
5.3. Physische Gesundheit und das Alter
5.4. Frührente
5.5. Fachkräftemangel
6. Methodik
7. Rahmenbedingungen für die Durchführung des Feldexperimentes
8. Konzipierung der Maßnahmen
8.1. Maßnahmen zur Prävention von MSE
8.2. Risikoanalyse
8.3. Maßnahmenpaket
8.4. Maßnahmen-Wirkungskonzept
9. Durchführung und Ergebnisse
9.1. Entwicklung der psychischen Gesundheit
9.2. Entwicklung der physischen Gesundheit
9.3. Entwicklung der Arbeitsfähigkeit
9.4. Entwicklung der Produktivität
10. Diskussion der Ergebnisse
11. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit betriebliche Gesundheitsmanagement-Maßnahmen die Gesundheit von Baustellenarbeitern fördern und damit einen positiven Effekt auf deren Arbeitsfähigkeit und Produktivität haben können.
- Gesundheitsförderung im Kontext der Baubranche
- Einfluss von arbeitsbedingten Risiken auf Muskel-Skelett-Erkrankungen
- Konzeption und Evaluierung eines betrieblichen Gesundheitsprogramms
- Quantifizierung von Arbeitsfähigkeit und Produktivität bei körperlich tätigen Arbeitern
- Analyse der Zusammenhänge zwischen Präsentismus, Fehlzeiten und betrieblicher Gesundheit
Auszug aus dem Buch
1. Problemstellung
Die Thematik der Gesundheit entwickelte sich in den letzten zwei Jahren, vor allem durch die COVID-19-Pandemie, zum Schwerpunkt medialer und wirtschaftlicher Aufmerksamkeit. Die Aufgabe der Mitarbeitergesundheit betrifft Unternehmer jedoch schon seit längerer Zeit. Gesellschaftliche Herausforderungen, wie der demografische Wandel, stellen Arbeitgeber vor die Aufgabe, die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit von Mitarbeitern nachhaltig zu erhalten. Trotzdem ist das Thema der Mitarbeitergesundheit durch ein akutes Spannungsfeld bei deutschen Unternehmern ausgezeichnet. Während einige Arbeitgeber bereits seit Jahren gesundheitsfördernde Maßnahmen im Betrieb einsetzen, sind andere nach wie vor der Auffassung, dass die Gesundheit in der persönlichen Verantwortung des jeweiligen Mitarbeiters liegt.
Unfallverhütung und Arbeitsschutz sind Themen, denen in der Baubranche bereits viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Allerdings wird der Schwerpunkt selten auf die gesundheitsbedingten Probleme der Arbeiter gelegt. Dieser Status ist in Frage zu stellen, da insbesondere Bauarbeiter einer Vielzahl von arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren ausgesetzt sind. Die Vorbeugung von Krankheiten sowie die Erhaltung und Förderung der Gesundheit, Motivation und des Wohlbefindens von Mitarbeitern werden in dem Managementprinzip des Betrieblichen Gesundheitsmanagements analysiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Das Kapitel erläutert die wachsende Bedeutung der Mitarbeitergesundheit vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Herausforderungen wie dem demografischen Wandel.
2. Gegenstand Betriebliches Gesundheitsmanagement: Es werden grundlegende Definitionen definiert und wesentliche Handlungsfelder innerhalb des BGM erörtert.
3. Gesellschaftliche Herausforderungen: Dieses Kapitel liefert die statistische Begründung für die Einführung eines BGM, insbesondere hinsichtlich des demografischen Wandels.
4. Ziele des betrieblichen Gesundheitsmanagements: Die Kapitelabschnitte fokussieren auf die Optimierung der Arbeitsfähigkeit, Arbeitgeberattraktivität und Produktivität.
5. Besonderheiten der Baubranche: Hier werden branchenspezifische physische Risiken und Fehlzeitenursachen detailliert analysiert.
6. Methodik: Beschreibung des gewählten Forschungsdesigns einschließlich der experimentellen Vorgehensweise.
Schlüsselwörter
Betriebliches Gesundheitsmanagement, Baubranche, Arbeitsfähigkeit, Produktivität, Muskel-Skelett-Erkrankungen, Prävention, Fehlzeiten, Arbeitsplatz, körperliche Gesundheit, psychische Gesundheit, Arbeitsschutz, BGM, Gesundheitsförderung, Arbeitsproduktivität, Salutogenese.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Relevanz und Wirksamkeit von betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) in der Baubranche.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert auf Arbeitsfähigkeit, Produktivität, die Identifikation von physischen/psychischen Belastungen auf Baustellen und die Konzeption von entsprechenden Präventionsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es herauszufinden, ob durch spezifische Maßnahmen des BGM die Gesundheit von Baustellenarbeitern verbessert und daraus resultierend Arbeitsfähigkeit sowie Produktivität gesteigert werden können.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde Literatur analysiert und ein quantitatives Feldexperiment mit sieben Baustellenmitarbeitern über einen Zeitraum von sechs Wochen durchgeführt.
Was ist Gegenstand des Hauptteils?
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Aufarbeitung des BGM-Konzepts und der spezifischen Baustellenrisiken als auch die detaillierte Darstellung des Experiments inklusive dessen Durchführung und Ergebnisse.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind BGM, Baubranche, Arbeitsfähigkeit, Muskel-Skelett-Erkrankungen und Produktivitätssteigerung.
Wie wurden die Muskel-Skelett-Beschwerden bei den Handwerkern gemessen?
Die Beschwerden wurden mittels standardisierter Fragebögen (Nordischer Fragebogen) erfasst, die spezifisch auf die Belastungen in den unterschiedlichen Körperregionen abzielten.
Welche Rolle spielt das Alter der Arbeiter in der vorliegenden Studie?
Das Alter korreliert in der Untersuchung mit der Arbeitsfähigkeit und der Häufigkeit von Beschwerden, wobei ältere Arbeiter oft länger krankheitsbedingt ausfallen als jüngere Kollegen.
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- Angelo Viscusi (Autor), 2021, Betriebliches Gesundheitsmanagement in der Baubranche, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1272713