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Moore´s Paradox - Ausgewählte Betrachtungen

Title: Moore´s Paradox - Ausgewählte Betrachtungen

Term Paper , 2007 , 23 Pages , Grade: 1

Autor:in: Steffen Bock (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Der englische Philosoph George Edward Moore behauptete im Jahre 1944, dass es absurd wäre, einen Satz wie den folgenden zu behaupten:
„I believe he has gone out, but he has not.”
(Moore, 1944, S.175f.)

Die von Ludwig Wittgenstein in seinen „Philosophischen Untersuchungen“ als „Moore´s Paradox“ bezeichneten Sätze dieser Form sind bis heute Gegenstand von vielfältigen Diskussionen. Die seit der Mitte des 20. Jahrhunderts andauernde, intensive Beschäftigung mit dem Mooreschen Paradoxon umfasst dabei nicht nur die Beleuchtung der Thematik im Hinblick auf kommunikationstheoretische, logische oder pragmatische Aspekte, sondern sie wirft darüber hinaus auch explizite Fragen nach einer möglichen Relation des Phänomens zu weiteren Themengebieten wie dem des Bewusstseins oder dem der Selbsterkenntnis auf.
Doch was ist eigentlich das Interessante und Besondere an einem unter dem Begriff des Mooreschen Paradoxons zu klassifizierenden Satz, und warum ist das Mooresche Paradoxon so paradox?
In der folgenden Arbeit soll nicht der Anspruch erhoben werden, diese Frage vollständig zu beantworten. Stattdessen soll es darum gehen, die Tragweite und Relevanz des Paradoxons anhand einer genaueren Untersuchung der möglichen Bedingungen für adäquate Lösungsansätze zu beleuchten, um damit für eine anschließende, kritische Betrachtung ausgewählter Beispiele gerüstet zu sein.
Mithilfe dieser kritischen Betrachtung sollen schließlich – im besten Falle – neue Einblicke darüber gewonnen werden, was die zahlreichen Versuche zur Erklärung des Mooreschen Paradoxons bewirken können, was sie schon bewirkt haben, wie sie es bewirkt haben und welche Möglichkeiten sich daraus für die Einstellung bezüglich einer weiteren, zukünftigen Suche nach der Aufklärung des Mooreschen Paradoxes ergeben könnten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zu den Bedingungen für Erklärungsansätze bezüglich des Mooreschen Paradoxons

3. Betrachtung ausgewählter Beispiele

a. A.P.Martinich: Der nicht implizierte Widerspruch in mooreschen Behauptungen

b. John N.Williams: Evans´s Principle

c. Ludwig Wittgenstein: Das Absurde in sprachlicher Verwendung

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das sogenannte „Mooresche Paradoxon“ und analysiert die zugrunde liegenden Bedingungen für adäquate Lösungsansätze. Ziel ist es nicht, das Paradoxon vollständig aufzuklären, sondern dessen Tragweite und Relevanz kritisch zu beleuchten, um ein tieferes Verständnis für die Erklärungsversuche in der analytischen Philosophie zu gewinnen.

  • Grundlagen und Abgrenzung des Mooreschen Paradoxons
  • Differenzierung zwischen dem Absurden und dem Paradoxen
  • Analyse der omissive und commissive cases
  • Kritische Betrachtung ausgewählter philosophischer Erklärungsmodelle (Martinich, Williams, Wittgenstein)
  • Untersuchung der logischen und pragmatischen Implikationen bei Glaubens- und Urteilsbildung

Auszug aus dem Buch

3. Betrachtung ausgewählter Beispiele

Einen möglichen Vorschlag zur näheren Erläuterung der Absurdität moorescher Sätze in Bezug auf Äußerungen und Behauptungen finden wir in dem Artikel „Conversational Maxims and Philosophical Problems“ von Aloysius P. Martinich.23

Martinich unterstützt die These, dass die Sätze des Mooreschen Paradoxons als sprachliche Äußerungen zwar absurd erscheinen mögen, dass es jedoch bezüglich der von Moore postulierten Absurdität von ausdrücklichen Behauptungen dieser Sätze keine Gründe für die tatsächliche Rechtfertigung der impliziten Absurdität solcher Behauptungen, und damit auch keinen Widerspruch gibt.24 Der Satz: „Es regnet, aber ich glaube es nicht“ kann beispielsweise ohne jede Schwierigkeit geäußert werden, ohne dass diese Äußerung damit Informationen über ihre tatsächliche Intention oder ihren Wahrheitswert implizieren müsste.

Ich kann ein Lügner oder der Darsteller in einem (vielleicht absurden) Theaterstück sein, und ich kann mit meiner Äußerung die Intention verfolgen, meine Zuhörer zu verwirren oder meinem Publikum den Eindruck zu vermitteln, ich selbst sei in einem verwirrten Zustand. Allerdings werden die Äußerungen dieser Beispiele ganz offensichtlich noch nicht dem Phänomen des Mooreschen Paradoxons gerecht. Die mögliche Tatsache, dass eine unter diesen oder vergleichbaren Umständen erzeugte sprachliche Äußerung für sich betrachtet als absurd erscheint, ist als solche nicht weiter problematisch und erklärt noch nicht die konzeptionelle Spannung innerhalb moorescher Sätze, die in Anbetracht der Erläuterungen Moores erst im Hinblick auf die ausdrückliche Behauptung solcher Sätze entsteht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Mooresche Paradoxon und Formulierung der Fragestellung zur Tragweite und Relevanz des Phänomens.

2. Zu den Bedingungen für Erklärungsansätze bezüglich des Mooreschen Paradoxons: Systematische Untersuchung der verschiedenen Satzstrukturen und der logischen Bedingungen des Paradoxons.

3. Betrachtung ausgewählter Beispiele: Kritische Analyse der Lösungsansätze von A.P. Martinich, John N. Williams und Ludwig Wittgenstein.

4. Schlussbetrachtung: Fazit zur aktuellen Forschungslage und Reflektion über die Erkenntnisgewinne hinsichtlich der Aufklärung des Paradoxons.

Schlüsselwörter

Mooresches Paradoxon, G.E. Moore, Wittgenstein, Belief, Urteilsbildung, Absurdität, Widerspruch, Sprachphilosophie, Semantik, Pragmatik, Evans's Principle, omissive case, commissive case, Bewusstsein, Selbsterkenntnis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Mooresche Paradoxon – das heißt den Umstand, dass Sätze wie „Ich glaube, es verhält sich so, aber es verhält sich nicht so“ zwar wahr sein könnten, ihre Äußerung aber absurd erscheint.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die logische Analyse von Behauptungen, die Bedingungen für aufrichtigen Glauben sowie die pragmatische Funktion sprachlicher Äußerungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Tragweite des Paradoxons zu verstehen und zu prüfen, inwieweit bisherige Lösungsansätze die zugrunde liegende „konzeptionelle Spannung“ erfolgreich erklären können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine analytisch-philosophische Untersuchung, die durch die kritische Auseinandersetzung mit Fachliteratur (Martinich, Williams, Wittgenstein) methodisch geprägt ist.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie sich das Paradoxon auf sprachlicher Ebene, in der Urteilsbildung und durch die Betrachtung von „omissive“ und „commissive cases“ systematisieren und teilweise neutralisieren lässt.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Absurdität, logische Kontradiktion, Implikation, Glaubensrechtfertigung und Sprachverwendung charakterisiert.

Wie unterscheidet sich der Ansatz von John N. Williams?

Williams fokussiert sich stärker auf die Ebene der Glaubens- und Urteilsbildung unter Anwendung des „Evans’s Principle“, um den Widerspruch auf einer rationalen Basis zu klären.

Was ist Wittgensteins wesentlicher Beitrag zur Analyse?

Wittgenstein verschiebt den Fokus von einer rein semantischen Betrachtung hin zur grammatischen Verwendung der Sprache, um zu zeigen, dass die Absurdität aus dem erlernten Sprachgebrauch resultiert.

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Details

Title
Moore´s Paradox - Ausgewählte Betrachtungen
Grade
1
Author
Steffen Bock (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V127282
ISBN (eBook)
9783640336005
ISBN (Book)
9783640335831
Language
German
Tags
Moore´s Paradox Ausgewählte Betrachtungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffen Bock (Author), 2007, Moore´s Paradox - Ausgewählte Betrachtungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127282
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