„Keine Zeit und zu viel Arbeit“, so titelte schon 2001 das DAK-Gesundheitsbarometer. Die Deutschen seien ein Volk unter Stress. Laut der dem Gesundheitsbarometer zugrunde liegenden Forsa-Studie plagten 2001 Zeit- und Termindruck die meisten deutschen Bürger. Weitere Faktoren waren zu viel Arbeit und die Doppelbelastung durch Haushalt und Beruf. Hinzu kamen private oder familiäre Probleme. Auch im Jahre 2008 ist der Arbeitnehmer konfrontiert mit Überstunden und Sonderschichten und der Furcht, seinen Arbeitsplatz zu
verlieren. Gerade im Zuge der Globalisierung steigen die Anforderungen stetig an.
Mobilität und Flexibilität wird vorausgesetzt. Hinzukommt der Fachkräftemangel, welcher bestimmten Berufsgruppen Mehrarbeit beschert. Neue Vernetzungsmöglichkeiten und innovative Technologien erhöhen die permanente Verfügbarkeit und somit auch die Arbeitslast eines Jeden. Der Konkurrenzdruck tut sein Übriges. Dieses Szenario führt bei vielen Menschen leicht zur Überlastung und somit ist es kein Wunder, dass Begrifflichkeiten wie Burn-Out-Syndrom oder psychische Blockade für die heutige Belegschaft keine Unbekannte mehr darstellen. Die Familie bzw. der Partner bleibt auf der Strecke.
Doch zu einem erfüllten Berufsleben gehört auch ein stabiles privates Leben, sonst kommt es, auf lange Sicht, unweigerlich zu Schädigungen seelischer und körperlicher Art (Kals, 2007). Dies hat wiederum Auswirkungen auf das Unternehmen (z. B. durch Fehlzeiten der Arbeitskraft) und führt zu einer Belastung der Gesellschaft an sich.
Gerade für die Unternehmen selbst ist der Umgang mit der „Ressource“ Mensch von enormer Wichtigkeit. So verwundert es nicht, dass Work-Life-Balance-Konzepte längst Einzug in die Unternehmenspolitik gehalten haben und alte bekannte und schon praktizierte Maßnahmen unter dem Begriff der Work-Life-Balance eine Aufwertung und Wiederbelebung erfahren. Offen bleibt jedoch die Frage, ob diese firmenpolitischen Programme auch ihre gewünschte Wirkung erzielen. Aber wie lassen sich nun Arbeit und Freizeit im Gleichgewicht halten? Ist das Ideal Work- Life-Balance (WLB) überhaupt zu erreichen oder in unserer heutigen schnelllebigen Zeit reine Utopie? Gibt es Mechanismen bzw. Maßnahmen, welche sich entlastend auf die einzelnen Lebensbereiche auswirken? Und wie bewerten die Werktätigen selbst ihre Situation im Hinblick auf Arbeitszufriedenheit und Wohlbefinden?
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Was ist Work-Life-Balance?
2.1.1 Work
2.1.2 Life
2.1.3 Balance
2.1.4 Definition Work-Life-Balance
2.2 Problemkontext der Work-Life-Balance
2.2.1 Demographische Entwicklung
2.2.2 Wissensgesellschaft
2.2.3 Globalisierung
2.2.4 Wertewandel und Veränderung der Familienstrukturen
2.2.5 Vereinbarkeit von Familie und Beruf
2.3 Warum brauchen wir Work-Life-Balance?
2.3.1 Gesundheitsaspekte
2.3.2 Psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz
2.3.3 Stress und seine Auswirkungen
2.4 Realisierung der Work-Life-Balance
2.4.1 Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort
2.4.2 Familienfreundliche Maßnahmen
2.4.3 Gesundheitspräventive Leistungen und Qualifizierungsangebote
3. Empirische Untersuchung
3.1 Präsentation der Hypothesen
3.2 Untersuchungsdesign
3.2.1 Erhebungsmethode
3.2.2 Fragebogen im Detail
3.2.3 Stichprobenbeschreibung
3.2.4 Operationalisierung und Begriffsklärung
3.3 Ergebnisse
3.3.1 Geschlecht
3.3.2 Herkunft
3.3.3 Alter
3.3.4 Familienstatus
3.3.5 Bildungsabschluss
3.3.6 Kinder
4. Diskussion
5. Bibliographie
6. Anhang
6.1 Fragebogen
6.2 SPSS Auswertungstabellen
6.2.1 Häufigkeiten
6.2.1.1 Häufigkeitsstatistiken
6.2.1.2 Kreuztabellen
6.2.2 Geschlecht
6.2.2.1 T-Test und Mittelwerte
6.2.2.2 Chi-Quadrat
6.2.3 Herkunft
6.2.3.1 T-Test und Mittelwerte
6.2.3.2 Chi-Quadrat
6.2.4 Alter
6.2.4.1 Anova, Mittelwerte, Levene-Test
6.2.4.2 Chi-Quadrat
6.2.4.3 Scheffé-Prozedur und Dunnett-C
6.2.5 Familienstatus
6.2.5.1 Anova, Mittelwerte, Levene-Test
6.2.5.2 Chi-Quadrat
6.2.5.3 Scheffé-Prozedur und Dunnett-C
6.2.5.4 Welch-Test und Brown-Forsythe
6.2.6 Bildungsabschluss
6.2.6.1 T-Test und Mittelwerte
6.2.6.2 Chi-Quadrat
6.2.7 Kinder
6.2.7.1 T-Test und Mittelwerte
6.2.7.2 Chi-Quadrat
6.2.8 Korrelationen nach Pearson
6.2.9 Antworten der Bereiche F und G
6.2.9.1 Antworten geordnet nach Teilnehmernummer
6.2.9.2 soziodemographische Ausprägungen geordnet nach Teilnehmernummer
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben (Work-Life-Balance) und analysiert, wie sozio-demographische Faktoren das Wohlbefinden, das Gesundheitsverhalten und den Arbeitsstil von Erwerbstätigen in Deutschland beeinflussen.
- Definition und theoretische Grundlagen der Work-Life-Balance
- Einfluss gesellschaftlicher Trends (Demographie, Wissensgesellschaft, Globalisierung)
- Zusammenhang zwischen Arbeitsbelastung, Stress und Gesundheit
- Empirische Analyse anhand einer Befragung von 100 Werktätigen
- Evaluation betrieblicher Maßnahmen zur Verbesserung der Work-Life-Balance
Auszug aus dem Buch
1. Einführung
„Keine Zeit und zu viel Arbeit“, so titelte schon 2001 das DAK-Gesundheitsbarometer. Die Deutschen seien ein Volk unter Stress. Laut der dem Gesundheitsbarometer zugrunde liegenden Forsa-Studie plagten 2001 Zeit- und Termindruck die meisten deutschen Bürger. Weitere Faktoren waren zu viel Arbeit und die Doppelbelastung durch Haushalt und Beruf. Hinzu kamen private oder familiäre Probleme. Auch im Jahre 2008 ist der Arbeitnehmer konfrontiert mit Überstunden und Sonderschichten und der Furcht, seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Gerade im Zuge der Globalisierung steigen die Anforderungen stetig an. Mobilität und Flexibilität wird vorausgesetzt. Hinzukommt der Fachkräftemangel, welcher bestimmten Berufsgruppen Mehrarbeit beschert. Neue Vernetzungsmöglichkeiten und innovative Technologien erhöhen die permanente Verfügbarkeit und somit auch die Arbeitslast eines Jeden. Der Konkurrenzdruck tut sein Übriges.
Dieses Szenario führt bei vielen Menschen leicht zur Überlastung und somit ist es kein Wunder, dass Begrifflichkeiten wie Burn-Out-Syndrom oder psychische Blockade für die heutige Belegschaft keine Unbekannte mehr darstellen. Die Familie bzw. der Partner bleibt auf der Strecke. Doch zu einem erfüllten Berufsleben gehört auch ein stabiles privates Leben, sonst kommt es, auf lange Sicht, unweigerlich zu Schädigungen seelischer und körperlicher Art (Kals, 2007). Dies hat wiederum Auswirkungen auf das Unternehmen (z. B. durch Fehlzeiten der Arbeitskraft) und führt zu einer Belastung der Gesellschaft an sich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Belastung von Arbeitnehmern durch Zeitdruck, Globalisierung und technologischen Wandel und führt in das Konzept der Work-Life-Balance als Lösungsansatz ein.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert die Begriffe „Work“, „Life“ und „Balance“ und analysiert den Problemkontext wie Demographie und Wissensgesellschaft sowie Maßnahmen zur Realisierung.
3. Empirische Untersuchung: Hier wird das methodische Vorgehen der Befragung von 100 Werktätigen dargelegt, inklusive der Hypothesenbildung und der detaillierten Beschreibung der verwendeten Fragebögen.
4. Diskussion: Das Kapitel interpretiert die Ergebnisse der empirischen Studie, gleicht sie mit den aufgestellten Hypothesen ab und zieht praxisbezogene Schlussfolgerungen für Unternehmen und Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Work-Life-Balance, Vereinbarkeit, Arbeitszufriedenheit, Wohlbefinden, Stress, Gesundheit, Demographischer Wandel, Wissensgesellschaft, Globalisierung, Burn-Out, Arbeit, Privatleben, Empirische Studie, Gesundheitsverhalten, Arbeitsstil.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept der Work-Life-Balance und deren Bedeutung für das Wohlbefinden und die Gesundheit von Erwerbstätigen in einer modernen, durch Wandel geprägten Arbeitswelt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Work-Life-Balance-Begriffs, die Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen wie Globalisierung und demographischer Wandel sowie die empirische Analyse von Faktoren, die das Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben beeinflussen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Unterschiede in der Work-Life-Balance bei verschiedenen soziodemographischen Gruppen (Geschlecht, Herkunft, Alter, Familienstatus, Bildungsabschluss, Kinder) aufzudecken und Rückschlüsse auf das Verhältnis von Berufs- und Privatleben zu ziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine quantitativ-empirische Methode. Es wurden schriftliche Fragebögen (FEW und LFA) an 100 Werktätige verschickt und die Daten anschließend mit statistischen Verfahren wie T-Tests, ANOVA und Korrelationsanalysen ausgewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung (Definitionen, Stressursachen, Maßnahmen) und eine detaillierte empirische Untersuchung mit Hypothesen, Erhebungsinstrumenten und der Präsentation der statistischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind Work-Life-Balance, psychische und physische Gesundheit, Stressbelastung, Vereinbarkeit, Arbeitszufriedenheit und die empirische Überprüfung sozio-demographischer Einflussfaktoren.
Gibt es spezifische Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland bei der Work-Life-Balance?
Die Studie deutet auf Mentalitätsunterschiede hin: Erwerbstätige aus den neuen Bundesländern zeigen beispielsweise eine höhere Vorsatzbildung, sind jedoch risikoscheuer und setzen stärker auf Sicherheit, während Themen wie Reise- und Arbeitswegdistanzen dort eine stärkere Rolle spielen.
Wie wirken sich Kinder auf die Work-Life-Balance der Befragten aus?
Die Ergebnisse zeigen, dass Erwerbspersonen mit Kindern zwar eine stärkere Belastung durch die Doppelrolle erfahren, aber auch eine höhere Zielklarheit und eine geringere Wechseltendenz im Job aufweisen, da sie meist örtlich gebundener und gefestigter in ihrer Lebensplanung sind.
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- Sebastian Gauger (Author), 2009, Work-Life-Balance. Zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127296