In der Informationstechnologie hat sich in den letzten Jahren ein immenser Entwicklungsschub vollzogen. Aus den ersten Großrechnern, die nur begrenzt und bei hohem Kosteneinsatz einsetzbar waren, wurden hochleistungsfähige PCs, die heute überall in der Arbeitswelt und auch in den privaten Haushalten zu finden sind. Sie sind zu einem nicht mehr wegzudenkenden alltäglichen Hilfsmittel geworden, durch das sich unzählige Türen zu neuen Möglichkeiten und Erkenntnissen geöffnet haben.
In weniger als dreißig Jahren hat sich die Computerlinguistik zu einer im Grenzbereich zwischen Linguistik und Informatik liegenden, eigenständigen Wissenschaft mit hohem Stellenwert entwickelt. Mit dem Eindringen des Computers in den Bereich der Linguistik vollzog sich eine Umgestaltung im System der Erforschung und der Bearbeitung linguistischer Daten, und der Erforschung der Sprache eröffneten sich damit neue Möglichkeiten.
Auch die Erscheinungsform der Wörterbücher wurde damit revolutioniert, so gewannen in neuerer Zeit auf CD-ROM oder im Internet verfügbare Wörterbücher zunehmend an Bedeutung. Die Veränderungen und Entwicklungen in der praktischen Lexikographie, der computerunterstützte lexikographische Prozess und seine Problematik sollen in dieser Arbeit anhand eines konkreten Beispiels beschrieben werden.
In der vorliegenden Arbeit wird nicht auf die Funktionsweise einzelner Programme eingegangen, es werden nicht detaillierte Einzelschritte zur Erstellung von Wörterbüchern beschrieben, der Fokus liegt vielmehr auf dem Wandel, der sich mit der Einführung des Computers i. d. Lexikographie vollzogen hat. Um den Prozess zu veranschaulichen wird jedoch im zweiten Teil der Arbeit der computergestützte lexikographische Prozess anhand eines speziellen Beispiels beschrieben. Es handelt sich dabei um die Erstellung eines Wörterbuchs zur spanischen Sprache des 16. Jahrhunderts.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
3. Vergleich zwischen dem lexikographischen Prozess ohne Computereinsatz und dem computergestützten lexikographischen Prozess
3.1 Phase der Materialbeschaffung
3.2 Phase der Materialaufbereitung
3.3 Phase der Materialauswertung
3.4 Vorbereitungsphase
4. Erstellung eines Wörterbuchs mit Mitteln der Informatik – anhand eines konkreten Beispiels beschrieben
4.1 Vorbereitungsphase
4.2 Datenbeschaffung
4.3 Datenaufbereitung
4.4 Datenauswertung
4.5 Hypertext
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel in der praktischen Lexikographie durch den Einsatz moderner Informationstechnologie. Das primäre Ziel ist es, den computergestützten lexikographischen Prozess dem traditionellen, manuellen Prozess gegenüberzustellen und die daraus resultierenden Veränderungen in der Methodenwahl und Arbeitsweise anhand eines konkreten Wörterbuchprojektes zu analysieren.
- Vergleich zwischen traditionellen und computerunterstützten Arbeitsabläufen
- Die Phasen des lexikographischen Prozesses (Vorbereitung bis Auswertung)
- Fallbeispiel: Erstellung eines Wörterbuchs des Spanischen des 16. Jahrhunderts
- Vorteile der elektronischen Datenverarbeitung und Datenbanknutzung
- Der Übergang vom linearen Druckwerk zum multifunktionalen Hypertext
Auszug aus dem Buch
3.2. Phase der Materialaufbereitung
Analizar y desambiguar manualmente el corpus equivale a enfrentarse con años de trabajo duro y pesado sin considerar las probabilidades de errores debidas a la intervención humana. Es por lo tanto más conveniente, tratándose de una gran cantidad de datos, utilizar sistemas automáticos o semiautomáticos que eliminen el trabajo repetitivo y limiten nuestra intervención a los casos en los que los ordenadores no los resuelven. (García-Macho / Saba 1998:250)
Bevor es die Unterstützung durch Computer gab, wurde das Ausgangsmaterial nun exzerpiert und verzettelt. Das bedeutet, jeder relevante Beitrag wurde auf einen einzelnen Zettel überführt. Auf diesem Zettel wurde oben ein Stichwort angegeben, unter dem er in eine Kartei einsortiert wurde. Dieses Stichwort, die Beleginstanz, stellte ein potentielles Lemma dar. Außerdem musste das Dokument und die Stelle im Dokument, aus der der Beitrag stammte, angegeben werden. So konnte ein Fragebogen, der aus 40 Fragen und Antworten bestand, zu 40 Zetteln werden, die alle anschließend Korrektur gelesen werden müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der Computerlinguistik ein und erläutert, wie PCs die Erforschung und Bearbeitung linguistischer Daten grundlegend verändert haben.
2. Definitionen: Hier werden zentrale Begriffe der Lexikographie, wie Lemmata, Makrostruktur und der lexikographische Prozess selbst, theoretisch definiert.
3. Vergleich zwischen dem lexikographischen Prozess ohne Computereinsatz und dem computergestützten lexikographischen Prozess: Dieses Kapitel gegenüberstellt traditionelle manuelle Methoden mit IT-gestützten Abläufen in den Bereichen Materialbeschaffung, Aufbereitung, Auswertung und Vorbereitung.
4. Erstellung eines Wörterbuchs mit Mitteln der Informatik – anhand eines konkreten Beispiels beschrieben: Anhand der Entwicklung eines Wörterbuchs für das Spanische des 16. Jahrhunderts wird die praktische Anwendung von Informatikmitteln wie Datenbanken und Hypertexten detailliert aufgezeigt.
5. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, wie sich die Zielsetzung der Lexikographie vom Einmalprodukt hin zur Entwicklung multifunktionaler, digitaler Datenbanken gewandelt hat.
Schlüsselwörter
Lexikographie, Computerlinguistik, Datenbanken, Hypertext, Wörterbucherstellung, Korpus, Datenverarbeitung, Spanische Sprache, Lemmatisierung, Mikrostruktur, Informationstechnologie, Lexeme, Computerunterstützung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation der praktischen Lexikographie durch die Einführung computergestützter Methoden im Vergleich zu traditionellen, manuellen Arbeitsweisen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Phasen des lexikographischen Prozesses (Materialbeschaffung bis Datenauswertung) und der Übergang von gedruckten Werken zur digitalen, hypermedialen Speicherung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Unterschiede und Effizienzvorteile zwischen klassischer und computerunterstützter Arbeitsweise anhand eines konkreten Projekts aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse der Prozessschritte, gestützt durch Fachliteratur und ein spezifisches Fallbeispiel zur Erstellung eines historischen Wörterbuchs.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Phasen der Vorbereitung, Datenbeschaffung, Datenaufbereitung und Auswertung sowie die Potenziale des Hypertexts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Lexikographie, Computerlinguistik, Datenbanken, Hypertext und digitale Korpora.
Wie hat die Digitalisierung die Arbeit der Lexikographen verändert?
Durch Computer werden stupide Routinetätigkeiten reduziert und der Zugriff auf Daten durch mehrdimensionale Suchsysteme erheblich beschleunigt.
Welche Rolle spielt der Hypertext für moderne Wörterbücher?
Er löst das Wörterbuch aus den Zwängen des linearen Buchcharakters und erlaubt dem Nutzer einen assoziativen, nicht-linearen Informationszugriff.
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- Gesine Rohrbeck (Author), 2001, Die Erstellung von Wörterbüchern mit Mitteln der Informatik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12731