Ein funktionierendes Zahlungsverkehrssystem kann als Rückgrat der Wirtschaft betrachtet werden und ist somit für ihren Erfolg unabdingbar. Aus diesem Grund nimmt sich die Europäische Gemeinschaft auch diesen Bereich zum Ziel der europaweiten Anpassung. Nach der Vereinheitlichung des Buch- und Bargeldes in Europa, wurde mit dem gemeinsamen europäischen Zahlungsraum (SEPA) ein weiterer wesentlicher Schritt für „mehr Europa“ geschaffen.
In erster Linie sollen die zahlreichen unterschiedlichen Systeme auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden, um den Zahlungsverkehr in Europa zu beschleunigen und zu vereinfachen. Natürlich sollen dabei auch gleichzeitig die enormen Kosten, die bei Zahlungsverkehrsdienstleistungen anfallen, reduziert oder bestenfalls sogar abgeschafft werden. Im Rahmen dieser Arbeit werden die maßgeblichen Änderungen nationaler Gesetzte und Regelungen, welche durch die Anpassung des Zahlungsverkehrs vorgenommen werden, analysiert.
Neben den Gebührenregelungen, wird mit der Payment Service Directive zukünftig auch der Wettbewerb in diesem Marktsegment enorm gefördert und damit ein bedeutender Schritt zur Verbilligung der Zahlungsdienstleistungen verwirklicht. Klassische Kreditinstitute werden durch so genannte Payment Service Anbieter in Zukunft verstärkt Konkurrenz im Bereich des Zahlungsverkehrs bekommen. Zwar gibt es seit einiger Zeit viele neue Unternehmen, welche teilweise sehr aggressiv in den Markt der Payment-Dienstleistungen eingegriffen haben, allerdings wurden diesen Unternehmen einige Geschäfte, welche nur den Banken vorbehalten waren, untersagt. Mit der PSD bekommen diese jedoch eine enorme gesetzliche Unterstützung und können bald weitere Geschäfte in ihr Produktportfolie aufnehmen.
Um die Zahlungsverkehrbranche besser zu verstehen, wird zunächst das Wesen des Zahlungsverkehrs beschrieben. Anschließend werden die essentiellsten Änderungen im Zahlungsverkehr genauer betrachtet und auf die Probleme der neuen Regelungen eingegangen. Eines der wichtigsten Kapitel dieser Arbeit wird die Vorstellung der so genannten Payment Services sein, die dank der SEPA weiter an Bedeutung gewinnen werden. Es wird auch auf die entscheidende Frage eingegangen, ob Banken und Sparkassen durch diese Dienstleister aus dem Markt des Zahlungsverkehrs verdrängt werden und somit Einnahmeeinbußen befürchten müssen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Wesen des Zahlungsverkehrs
2.1 Definition von Zahlungsverkehr
2.2 Arten des Zahlungsverkehrs
2.2.1 Überweisung
2.2.2 Lastschrift
2.2.3 Kartenzahlung
2.3 Der deutsche Zahlungsraum
2.4 Der europäische Zahlungsraum
3 Änderungen im Zahlungsverkehr
3.1 Die SEPA und ihre Zielsetzung
3.2 Die Teilnehmer und Organisationen
3.3 Die SEPA-Zahlungsinstrumente
3.3.1 SEPA Credit Transfer
3.3.2 SEPA Direct Debit
3.3.3 SEPA Card Framework
3.4 Änderungen durch die EG Richtlinie Nr. 2007/64
3.4.1 Änderungen für Banken
3.4.2 Änderungen für Unternehmen
3.4.3 Änderungen für Konsumenten
3.5 Unstimmigkeiten bei der Umsetzung
3.6 Die makroökonomischen Auswirkungen
3.7 Zeitplan und aktuelle Informationen
3.8 ibi research Studie über den SCT
4 Payment-Services als Alternativen im ZV
4.1 Geschichte der Payment-Services
4.2 Überblick des Angebotes
4.3 Vorstellung ausgewählter Payment-Services
4.3.1 PayPal - ein E-Mail-basiertes Zahlungssystem
4.3.2 ClickandBuy - ein Inkasso- und Billing-Verfahren
4.3.3 LUUPAY - ein Mobiltelefon-basiertes Zahlungssystem
4.3.4 Paysafecard - ein vorausbezahltes Zahlungssystem
4.4 Auswahlkriterien des passenden Systems
5 Schlussbetrachtung
5.1 Fazit zur SEPA und den Payment-Services
5.2 Was kommt nach SEPA
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die grundlegenden Veränderungen im europäischen Zahlungsverkehr, die durch die Einführung des einheitlichen europäischen Zahlungsraums (SEPA) und der Payment Service Directive (PSD) ausgelöst werden. Dabei steht die Forschungsfrage im Fokus, welche Auswirkungen diese Reformen auf die Wettbewerbssituation zwischen klassischen Kreditinstituten und neuen Payment-Dienstleistern haben und welche ökonomischen Konsequenzen sich daraus für die Akteure ergeben.
- Harmonisierung der Zahlungslandschaft in Europa durch SEPA
- Regulatorische Auswirkungen der Payment Service Directive (PSD)
- Wettbewerbsanalyse: Banken versus spezialisierte Payment-Services
- Nutzung und Entwicklung innovativer elektronischer Zahlungsverfahren
- Implikationen für Konsumenten, Unternehmen und Banken
Auszug aus dem Buch
4.3.1 PayPal - ein E-Mail-basiertes Zahlungssystem
Bei den so genannten E-Mail-basierten Zahlungssystemen werden mit Hilfe elektronischer Nachrichten sämtliche Buchungsinformationen, wie z.B. der Betrag der Rechnung, übertragen. Im deutschen Markt ist das Unternehmen PayPal Deutschland GmbH, mit Sitz in Luxemburg bzw. einer Niederlassung in Berlin, der Marktführer in diesem Marktsegment. Erwähnenswerte Konkurrenten hat das Unternehmen, bis auf „Moneybookers“, im deutschen Zahlungsraum nicht. Die Transaktionen bei PayPal erfolgen, dank des selbst entwickelten Risikomanagementsystems und durch die Verwendung von bereits bestehenden Finanzinfrastrukturen, wie Bankkonten und Kreditkarten, in Echtzeit.
Das Unternehmen wurde 1998 in den USA gegründet und bietet seit Oktober 1999 Internet-Zahlungen an. Das Konzept des Zahlungsdienstleisters war so erfolgreich, dass es mit einem stürmischen Wachstum in den Vereinigten Staaten von Amerika belohnt wurde. Nachdem PayPal im Jahr 2002, mit einem Firmenwert von etwa 1,2 Mrd. US-Dollar, an die Börse ging, wurde es nach nur fünf Monaten von der Internetauktionsplattform eBay für ca. 1,5 Mrd. US-Dollar in Aktien übernommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung des Zahlungsverkehrs als wirtschaftliches Rückgrat und führt in die Ziele sowie die Motivation von SEPA und der PSD ein.
2 Das Wesen des Zahlungsverkehrs: Dieses Kapitel definiert den Zahlungsverkehr, stellt die wichtigsten bargeldlosen Zahlungsinstrumente vor und beschreibt die Marktsituation in Deutschland und Europa.
3 Änderungen im Zahlungsverkehr: Hier werden die SEPA-Ziele, die Rolle der zuständigen Organisationen, die neuen Instrumente sowie die Auswirkungen der PSD auf Banken, Unternehmen und Konsumenten detailliert analysiert.
4 Payment-Services als Alternativen im ZV: Der Hauptteil untersucht die Entstehung und Entwicklung spezialisierter E-Payment-Anbieter wie PayPal oder ClickandBuy und bewertet deren Rolle als Konkurrenz zu klassischen Banken.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, bewertet die Auswirkungen der SEPA-Realisierung und wagt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen im globalen Zahlungsraum.
Schlüsselwörter
SEPA, Payment Service Directive, PSD, Zahlungsverkehr, Internet-Payments, E-Geld-Institute, Kreditinstitute, Überweisung, Lastschrift, Kartenzahlung, Wettbewerb, Finanzdienstleistungen, Liquiditätsmanagement, E-Commerce, Transaktionskosten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit?
Die Arbeit analysiert die tiefgreifenden Veränderungen im Zahlungsverkehr, die durch die Realisierung des einheitlichen europäischen Zahlungsraums (SEPA) und die Einführung neuer Payment-Dienstleister eingeleitet werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Kernpunkten gehören die Harmonisierung europäischer Zahlungsinstrumente, die regulatorischen Änderungen durch die Payment Service Directive (PSD) sowie die Entwicklung innovativer digitaler Zahlungsverfahren im E-Commerce.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die Auswirkungen der SEPA-Realisierung auf den Wettbewerb zwischen Banken und neuen Zahlungsanbietern zu untersuchen und zu bewerten, welche ökonomischen Chancen und Risiken für die beteiligten Akteure entstehen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung bestehender regulatorischer Rahmenbedingungen und der Untersuchung aktueller Marktstudien zu Zahlungsverkehr und Online-Zahlungssystemen.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?
Im Hauptteil werden neben den regulatorischen Neuerungen insbesondere die Funktionsweise und das Marktpotenzial moderner Payment-Dienstleister wie PayPal, ClickandBuy, LUUPAY und der Paysafecard kritisch analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind SEPA, Payment Service Directive, Internet-Payment, Wettbewerbsintensivierung im Zahlungsverkehr und die technologische Standardisierung von Transaktionen.
Warum spielt die PSD eine entscheidende Rolle für neue Anbieter?
Die PSD schafft den rechtlichen Rahmen, der es spezialisierten Payment-Dienstleistern ermöglicht, ihre Leistungen europaweit zu erbringen und somit als vollwertige Konkurrenz zu traditionellen Banken aufzutreten.
Ist der Wettbewerb durch SEPA für alle Teilnehmer vorteilhaft?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Wettbewerb die Effizienz und Transparenz erhöht, jedoch insbesondere für klassische Kreditinstitute, die bisher von hohen Gebühren und langsamen Prozessen profitierten, mit Anpassungsdruck und sinkenden Margen verbunden ist.
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- Alexandros Dimitriadis (Autor), 2009, Änderungen im Zahlungsverkehr durch den einheitlichen europäischen Zahlungsraum (SEPA), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127330