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Vom Monopolisten zum Regulierer: Wandel der staatlichen Aufgaben in Deutschland am Beispiel der Liberalisierung und Regulierung des Telekommunikationsmarktes

Title: Vom Monopolisten zum Regulierer: Wandel der staatlichen Aufgaben in Deutschland am Beispiel der Liberalisierung und Regulierung des Telekommunikationsmarktes

Term Paper , 2009 , 26 Pages , Grade: gut

Autor:in: Dipl. Verwaltungsw. Matthias Neeser (Author)

Politics - Miscellaneous
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Im Frühjahr des Jahres 2008 feierte die aus der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hervorgegangene Bundesnetzagentur ihr zehnjähriges Bestehen als deutsche Regulierungsbehörde für ehemalige staatliche Produktionsmonopole. Anstatt selbst Infrastrukturleistungen durch staatliche Monopolunternehmen anzubieten, beschränkt sich der Staat seit dieser Zeit auf die Schaffung und Förderung von Wettbewerb auf den liberalisierten Märkten. Insbesondere im Bereich des Telekommunikationsmarktes ist die Liberalisierung bereits weit voran geschritten und hat einen auch für die Verbraucher vorteilhaften Wettbewerb erzeugt, der die Marktmacht des ehemaligen Monopolisten Deutsche Telekom erheblich reduziert hat und dennoch eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Dienstleistungen im Telekommunikationsbereich sicherstellt, sowie zur schnellen Verbreitung technologischer Entwicklungen zum Beispiel im Bereich der Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung beigetragen hat.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Betrachtung der Bewältigung dieser herausforderungsvollen Steuerungsaufgabe im Bereich der Marktregulierung durch die beteiligten Akteure. Hierbei soll die Frage geklärt werden, wie das rechtliche und institutionelle Gefüge der Regulierung im Telekommunikationsmarkt beschaffen ist und inwiefern im Rahmen dieser Strukturen, Kooperation und Kommunikation ausgestaltet wurden. Betrachtet werden hierbei sowohl nationale wie europäische Einflüsse auf die Struktur der Regulierung des Telekommunikationsmarktes in Deutschland.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Regulierung als Staatsaufgabe

2.1 Staatliche Leistungsverwaltung

2.2 Der Staat und die Regulierungsfunktion

3. Ausgestaltung der Regulierungsstruktur

3.1 Rechtliche Aspekte der Regulierung

3.2 Institutionen der Regulierung

4. Interessens- und Kooperationsstruktur

4.1 Staatliche Akteure

4.2 Die europäische Ebene

4.3 Private Akteure

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel staatlicher Aufgaben in Deutschland anhand der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes und analysiert das rechtliche sowie institutionelle Gefüge, das die Steuerung dieses Marktes durch verschiedene Akteure auf nationaler und europäischer Ebene ermöglicht.

  • Historische Entwicklung vom Leistungs- zum Regulierungsstaat
  • Rechtliche Grundlagen und institutionelle Architektur der Regulierung
  • Rolle der Bundesnetzagentur als zentrale Regulierungsinstanz
  • Einfluss der Europäischen Union und Mehrebenen-Governance
  • Interessenskonflikte und Kooperationsdynamik privater Akteure

Auszug aus dem Buch

4.1 Staatliche Akteure

Die bereits festgestellte Zentrierung der Regulierungskompetenz auf den Nationalstaat, macht es sinnvoll mit der Betrachtung auch hier zu beginnen. In der institutionellen Architektur der Regulierung in Deutschland nimmt die Bundesnetzagentur eine zentrale Stellung ein, die nur mit den ex-post Kontrollbefugnissen des Bundeskartellamts im allgemeinen Wettbewerbsbereich vergleichbar ist. Das bedeutet, ein Eingriff des Bundeskartellamts erfolgt aufgrund der Beurteilung des status quo. Ein Eingriff findet also grundsätzlich erst nach einem Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht statt, während ein Eingriff der Regulierungsbehörde ex-ante, also möglichst vor einem Verstoß, aufgrund marktanalytischer Prognosen erfolgt.

War die institutionelle Kommunikation zwischen diesen beiden Behörden zu Beginn der Regulierungsaktivitäten eher kompetitiv, so hat sich mittlerweile eine stabile Struktur der horizontalen Kooperation und Konsultation zwischen den beiden Behörden etabliert, die auch durch die rechtlich vorgeschriebene Zusammenarbeit nach § 123 TKG abgesichert ist.

Für eine Teilung der Aufgaben und gleichzeitige Kooperation der beiden Behörden spricht, dass die Bundesnetzagentur im Gegensatz zur Kartellbehörde auch ex ante, also prophylaktisch tätig werden kann und die Beweislast in diesem Zusammenhang beim Unternehmen liegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit erläutert den Übergang der Bundesnetzagentur vom Monopolisten-Verwalter zum Regulierer und definiert das Ziel der Untersuchung des komplexen Steuerungsgefüges im liberalisierten Markt.

2. Regulierung als Staatsaufgabe: Es wird die historische Transformation vom Staat als direktem Leistungserbringer hin zur administrativen Rahmensteuerung aufgezeigt, um die Notwendigkeit staatlicher Regulierung in dynamischen Märkten zu begründen.

3. Ausgestaltung der Regulierungsstruktur: Dieses Kapitel analysiert die rechtlichen Quellen – Europarecht, Grundgesetz und nationales Recht – sowie die institutionelle Architektur mit der Bundesnetzagentur im Zentrum.

4. Interessens- und Kooperationsstruktur: Die Analyse beleuchtet das Zusammenspiel staatlicher Akteure, den Einfluss der europäischen Ebene und die Partizipationsmöglichkeiten privater Marktteilnehmer in einem Mehrebenen-Governancesystem.

5. Fazit: Die abschließende Betrachtung fasst zusammen, dass die Regulierung als hochkomplexes, mehrstufiges System fungiert, in dem staatliche und private Akteure in einem dynamischen Interaktionsraum agieren.

Schlüsselwörter

Telekommunikationsmarkt, Regulierung, Bundesnetzagentur, Liberalisierung, Wettbewerb, Regulierungsstaat, Mehrebenen-Governance, Europäische Kommission, Marktregulierung, Universaldienstleistung, Rechtlicher Rahmen, Wettbewerbsrecht, Staatliche Akteure, Administrative Steuerung, Infrastruktursysteme.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Transformation staatlicher Aufgaben in Deutschland am Beispiel der Liberalisierung und Regulierung des Telekommunikationssektors.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung vom Leistungs- zum Regulierungsstaat, die rechtliche Verankerung der Regulierung sowie die institutionelle Ausgestaltung durch Behörden wie die Bundesnetzagentur.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Untersuchung der Steuerungsaufgabe im Telekommunikationsmarkt durch die beteiligten Akteure und die Klärung, wie das rechtliche sowie institutionelle Gefüge hierbei kooperativ und kommunikativ ausgestaltet ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und rechtliche Analyse, die den Fokus auf Regulierungsregime und Mehrebenen-Governance-Strukturen legt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Regulierungsfunktion des Staates, die Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und die Untersuchung der Interessens- sowie Kooperationsstrukturen zwischen staatlichen, europäischen und privaten Akteuren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Typische Begriffe sind Regulierung, Liberalisierung, Bundesnetzagentur, Mehrebenen-Governance und Wettbewerb.

Warum wird die Bundesnetzagentur nicht als Teil der klassischen Exekutivhierarchie angesehen?

Aufgrund ihrer weitreichenden Autonomie, ihrer Rolle in internationalen Netzwerken und ihrer selbstständigen Entscheidungsbefugnisse ist sie nur schwer in die klassische Hierarchie einzuordnen.

Inwiefern beeinflusst die europäische Ebene die nationale Regulierung?

Die Europäische Kommission übt mittels Veto- und Konsultationsrechten sowie durch die Förderung transgouvernementaler Netzwerke erheblichen Einfluss auf die nationale Regulierungsentscheidung aus.

Welche Rolle spielen private Akteure im Regulierungsprozess?

Obwohl sie laut Autor eine eher unbedeutende Rolle spielen, erhalten sie durch Konsultationsnetzwerke und gesetzliche Stellungnahmerechte eine gesicherte Teilhabe am Entscheidungsprozess.

Wie bewertet der Autor den zukünftigen Eingriff des Staates?

Der Autor stellt fest, dass solange ehemalige Monopolisten wie die Deutsche Telekom Marktmehrheiten und Übertragungswege besitzen, die staatliche Regulierung weiterhin notwendig bleibt.

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Details

Title
Vom Monopolisten zum Regulierer: Wandel der staatlichen Aufgaben in Deutschland am Beispiel der Liberalisierung und Regulierung des Telekommunikationsmarktes
College
University of Hagen
Grade
gut
Author
Dipl. Verwaltungsw. Matthias Neeser (Author)
Publication Year
2009
Pages
26
Catalog Number
V127362
ISBN (eBook)
9783640339907
ISBN (Book)
9783640338665
Language
German
Tags
Monopolisten Regulierer Wandel Aufgaben Deutschland Beispiel Liberalisierung Regulierung Telekommunikationsmarktes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Verwaltungsw. Matthias Neeser (Author), 2009, Vom Monopolisten zum Regulierer: Wandel der staatlichen Aufgaben in Deutschland am Beispiel der Liberalisierung und Regulierung des Telekommunikationsmarktes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127362
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