Vorliegend handelt es sich um einen Unterrichtsentwurf für eine Mittelstufe, in welcher sich die Lernenden in den Altersklassen 9 - 13 befinden. Das Thema der Unterrichtsreihe ist die Bergpredigt. Aufgrund der nötigen, kurzen Einführung in die historische Person des Jesu, soll sich die Unterrichtsreihe auf Matthäus 4,23-7,24-28 beziehen. Zudem wird nicht mit der Luther-Bibel, sondern mit dem Buch „Die Bergpredigt – Den Kindern erzählt“ von Dietmar Thönnes gearbeitet, welches in Einfacher Sprache verfasst ist.
Da Einfache Sprache nicht von allen Schüler:innen in der Mittelstufe verstanden wird, müssen einige Passagen zielgleich oder zieldifferenziert in Leichte Sprache übersetzt werden. Die hier zu darstellende ausführliche Unterrichtsstunde beschäftigt sich mit der Thematik der Versöhnung. Kindgerecht ist hier der Titel des eigentlichen Kapitels aus Mt 5,21 geändert; in Thönnes‘ Werk heißt es nicht mehr „Vom Töten“, sondern „Von der Versöhnung“.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Lernvoraussetzungen im Hinblick auf die Unterrichtsreihe und Unterrichtsstunde
1.1 Rahmenbedingungen
1.2 Vorkenntnisse der Schüler:innen
2. Lern- und Kompetenzzuwächse der Unterrichtsreihe
2.1 Gesamtziel der Unterrichtsreihe / Unterrichtsstunde
2.2 Angestrebte Kompetenzerweiterungen
2.2.1 Die Unterrichtsreihe
2.2.2 Die ausführlich dargestellte Unterrichtsstunde
2.2.3 Die Überprüfung des Gelernten
3. Didaktische Entscheidungen der Unterrichtsstunde und ihre Begründungen
3.1 Curriculare Anbindung des Themas
3.2 Fachlich-inhaltliche Schwerpunkte der U-Reihen und U-Stunde – didaktische Analyse
3.3 Methodische Schwerpunkte
4. Beschreibung der Unterrichtsreihe und der ausführlichen Unterrichtsstunde
4.1 Skizze des Lernprozesses – Einheit 1 und 2
4.2 Beschreibung der ausführlichen Unterrichtsstunde
4.3 Skizze des Lernprozesses – Einheit 4 bis 2
4.4 Synoptische Darstellung der ausführlichen Unterrichtsstunde
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der Planung und didaktischen Fundierung einer Unterrichtsreihe zum Thema Bergpredigt in einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung. Das primäre Ziel ist es, den Schülern durch den Einsatz von Einfacher und Leichter Sprache sowie vielfältigen, inklusiven Methoden einen entwicklungsbezogenen und handlungsorientierten Zugang zu komplexen religiösen Themen wie Versöhnung und Konfliktlösung zu ermöglichen.
- Methodische Gestaltung von Inklusion durch performative und zeichendidaktische Zugänge
- Elementarisierung biblischer Inhalte für heterogene Lerngruppen
- Förderung der Sozialkompetenz und emotionalen Entwicklung
- Anwendung von unterstützter Kommunikation im Religionsunterricht
- Zusammenführung von historisch-biblischen Aussagen mit der Lebenswelt der Schüler
Auszug aus dem Buch
Von der Versöhnung
Die Freunde von Jesus blickten ihn erstaunt an. Hatte Jesus gar keine Angst, dass die Menschen, die mit ihnen am Berg saßen, enttäuscht waren? Hatten sie nicht gehofft, er würde ein großes Wunder tun, etwas, das alle beeindruckt?
Aber Jesus sprach unbeirrt weiter: Schon vor langer Zeit ist euch in den Zehn Geboten gesagt worden: Du sollst nicht töten! Wer einen anderen umbringt, der soll vor Gericht kommen und verurteilt werden. Ich gehe aber noch weiter und sage euch: Ihr sollt euch nicht beleidigen oder schlecht übereinander reden.
Bevor du in die Kirche gehst und Gottesdienst feiern möchtest, überlege, ob du mit allen im Frieden bist. Wenn du Streit mit jemandem hast, dann versöhne dich zuerst. Danach kannst du Gottesdienst feiern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Lernvoraussetzungen im Hinblick auf die Unterrichtsreihe und Unterrichtsstunde: Dieses Kapitel skizziert die allgemeinen Rahmenbedingungen und die heterogene Schülerschaft der Förderschule sowie deren aktuelle Vorkenntnisse.
2. Lern- und Kompetenzzuwächse der Unterrichtsreihe: Hier werden das Gesamtziel der Reihe sowie spezifische Kompetenzbereiche für die Schüler definiert, unterteilt in die allgemeine Reihe, die spezielle Unterrichtsstunde und die Evaluation.
3. Didaktische Entscheidungen der Unterrichtsstunde und ihre Begründungen: Dieses Kapitel erläutert die curriculare Verankerung und die fachdidaktische Analyse der Inhalte unter Anwendung der Elementarisierung.
4. Beschreibung der Unterrichtsreihe und der ausführlichen Unterrichtsstunde: Hier erfolgt die konkrete Planung der acht Sequenzen, die didaktische Aufbereitung der zentralen Unterrichtsstunde sowie eine synoptische Übersicht.
Schlüsselwörter
Bergpredigt, Versöhnung, Förderschule, Geistige Entwicklung, Elementarisierung, Religionsunterricht, Inklusion, Handlungsorientiert, Leichte Sprache, Sozialkompetenz, Konfliktlösung, Performative Didaktik, Unterstützte Kommunikation, Christologie, Ethik.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Anliegen dieser Arbeit?
Die Arbeit entwickelt ein didaktisches Konzept für den Religionsunterricht an einer Förderschule für Geistige Entwicklung, um das komplexe Thema der Bergpredigt und der Versöhnung inhaltlich und methodisch für die Schüler erschließbar zu machen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Unterrichtsreihe?
Die Reihe fokussiert auf die Bergpredigt, mit Schwerpunkten auf Versöhnung, Vergebung, dem Umgang mit Konflikten, dem Beten, Fasten und dem Leben in einer Gemeinschaft.
Was ist das primäre Ziel des Unterrichtsentwurfs?
Das Ziel ist die entwicklungsbezogene Förderung der Schüler. Sie sollen durch den Einsatz von Einfacher und Leichter Sprache sowie durch diverse Anknüpfungspunkte an ihre Lebenswirklichkeit ein Verständnis für ethische Fragen und zwischenmenschliche Versöhnung entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Planung zugrunde?
Die Arbeit stützt sich maßgeblich auf das Prinzip der Elementarisierung (nach Friedrich Schweitzer), um komplexe Inhalte auf die konkreten kognitiven und emotionalen Bedürfnisse der heterogenen Lerngruppe anzupassen.
Wie ist der Hauptteil der Arbeit strukturiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Lernvoraussetzungen, die Festlegung von Kompetenzzielen, die didaktische Begründung der Themenwahl und eine detaillierte prozessorientierte Beschreibung der Unterrichtseinheiten und Sequenzen.
Welche Schlagworte charakterisieren dieses Konzept?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Inklusion, Elementarisierung, performative Didaktik, Handlungsorientierung und Lebensweltsorientierung aus.
Warum wird Leichte Sprache im Unterricht eingesetzt?
Da die Schülerschaft aufgrund ihrer vielfältigen Behinderungen und kognitiven Voraussetzungen unterschiedliche Sprachbedürfnisse hat, dient Leichte Sprache als essenzielles Werkzeug, um Inhalte ohne Überforderung zu vermitteln.
Wie werden Schüler ohne verbale Ausdrucksmöglichkeiten eingebunden?
Durch den Einsatz von unterstützter Kommunikation, wie Symbole von MetaCom oder Hilfsmittel wie StepByStep-Geräte, wird sichergestellt, dass auch diese Schüler an der Kommunikation und Interaktion teilhaben können.
Welche Rolle spielt die Einbeziehung verschiedener Religionen?
Zum Abschluss der Reihe wird durch den Besuch einer Moschee und die Reflexion über interreligiöse Aspekte versucht, ein Bewusstsein für religiöse Vielfalt zu schaffen, wobei die christliche Perspektive den Ausgangspunkt bildet.
Wie wird das Thema Versöhnung haptisch erlebbar gemacht?
Durch Methoden wie Massagen im Snoezelraum und gezielte haptische Impulse wird versucht, abstrakte Begriffe wie Versöhnung in körperliche Reaktionen und ein emotionales Wohlbefinden zu übersetzen.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2021, Die Bergpredigt im Religionsunterricht. Unterrichtsentwurf für die Mittelstufe einer Förderschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1273770