Im bundesdeutschen Wahlkampf von 2017 umschrieb eine große deutsche Volkspartei unsere unmittelbare Lebensumwelt mit dem Slogan "Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben". Aber bilden diese beiden doch recht positiven Charakterisierungen auch wirklich die realen Befindlichkeiten der heutigen Bevölkerung ab? Die im Wahlkampf geäußerte Einschätzung der erwähnten Partei hat sicher wenig mit den subjektiven Empfindungen der deutschen Bevölkerung zu tun und hängt vielmehr von den jeweiligen Lebensumständen jedes Einzelnen ab.
So hatten beispielsweise die Menschen im Osten Deutschlands vor 30 Jahren ganz andere Probleme zu bewältigen, welche sie vorher noch gar nicht kannten und dem zufolge auch nicht bewältigen mussten. Wie aber lässt sich nun genau definieren, in welcher historischen Gesellschaftsordnung die Lebensumstände der Menschheit am optimalsten waren (bzw. sind), um damit Rückschlüsse auf künftige Gesellschaftsmodelle treffen zu können?
In diesem Buch wird auch ein historischer Überblick über die wichtigsten Herrschafts- und Gesellschaftsmodelle der menschlichen Zivilisation vermittelt, angefangen vom Feudalsystem und des Herrschaftsmodells der Monarchie, in welchem Leibniz lebte und wirkte, bis zum Modell einer Republik und der gesellschaftlichen Herrschaftsform der Demokratie in der heutigen Zeit.
Inhaltsverzeichnis
Erster Teil: Die Deutsche Einheit - Glücksfall oder Katastrophe?
Die Politik der „Treuhandanstalt“ (THA)
3. Oktober 1990: Die „Deutsche Einheit“ ist vollbracht
Auswirkungen auf die Bevölkerung
Wahlverhalten im Osten
Zweiter Teil:
Historische Herrschaftsformen von der Antike bis heute:
1. Monarchie:
2. Aristokratie:
3. Oligarchie/Oligokratie:
4. Plutokratie/Plutarchie:
5. Timokratie:
6. Kleptokratie:
7. Demokratie:
8. Ochlokratie oder Laokratie:
9. Politie:
10. Meritokratie:
Fazit:
Epilog:
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert kritisch den Prozess der deutschen Wiedervereinigung, insbesondere die Rolle der Treuhandanstalt und die sozioökonomischen Auswirkungen auf die Bevölkerung der ehemaligen DDR, sowie mögliche alternative Gesellschafts- und Herrschaftsmodelle.
- Kritische Aufarbeitung der Treuhandanstalt und ihrer Privatisierungspolitik
- Analyse der sozialen Folgen wie Arbeitslosigkeit und Entfremdung im Transformationsprozess
- Untersuchung komplexer Finanzskandale im Zuge der Wiedervereinigung
- Gegenüberstellung historischer und moderner Herrschafts- und Gesellschaftssysteme
- Reflektion über alternative Wege zur deutschen Einheit
Auszug aus dem Buch
Die Politik der „Treuhandanstalt“ (THA)
Historiker schätzen heute ein, dass durch die „Kahlschlag“-Politik der „Treuhandanstalt“ der Schaden an der DDR-Industrie gravierender ausfiel, als es die Zerstörungen durch die Bombardierungen während des zweiten Weltkriegs waren. Der Begriff „Ruinen schaffen, ohne Waffen“ prägte danach auch die Transparent-Aufschriften bei den Protesten der Bevölkerung gegen die „Enteignungspolitik“ der „Treuhandanstalt“ in den folgenden Jahren. Die „Treuhandanstalt“ wurde noch unter der Regierung „Modrow“ auf Vorschlag des „Runden Tisches“ im Februar 1990 gegründet und hatte eigentlich die Aufgabe, das Volkseigentum der DDR zu verwalten und einer möglichst „schonenden Privatisierung“ zu zuführen. Dabei sollte: „Die umgehende Bildung einer Treuhandgesellschaft zur Wahrung der Anteilsrechte der Bürger mit DDR-Staatsbürgerschaft am Volkseigentum der DDR beschlossen werden.“
Ob die damalige SED-Regierung die künftige Entwicklung vorher sah, oder das zentralistische Planwirtschafts-System der DDR ebenfalls privatisieren wollte, ist nicht bekannt. Mit Sicherheit sollten die Betriebe aber nicht an westdeutsche Unternehmer für wenig Geld „verscherbelt“ werden. Statistisch gesehen fielen bis 1994 85 % der ehemals volkseigenen Betriebe an westdeutsche Interessenten, 14 % an ausländische Interessenten und lediglich 6 % an ehemalige DDR-Bürger. Ohnehin fehlte es diesen an dem nötigen Kapital, um hier größere Industriebetriebe zu erwerben.
Zusammenfassung der Kapitel
Erster Teil: Die Deutsche Einheit - Glücksfall oder Katastrophe?: Untersuchung der Definition und der historischen Umstände der deutschen Wiedervereinigung sowie der spezifischen politischen Situation in der späten DDR.
Die Politik der „Treuhandanstalt“ (THA): Detaillierte Analyse der Privatisierungspraxis, die zu großflächiger Deindustrialisierung und massiven Arbeitsplatzverlusten im Osten Deutschlands führte.
3. Oktober 1990: Die „Deutsche Einheit“ ist vollbracht: Darstellung der unmittelbaren Folgen der Einheit, der sozialen Katerstimmung und der sich ausbreitenden wirtschaftlichen Probleme für die Bevölkerung.
Auswirkungen auf die Bevölkerung: Betrachtung der existenziellen Belastungen durch den Verlust von Arbeitsplätzen, Wohnraum und der Zerstörung gewachsener sozialer Strukturen.
Wahlverhalten im Osten: Analyse der politischen Verschiebungen im Osten Deutschlands als Resultat der wahrgenommenen sozialen Ungerechtigkeit durch spezifische Reformpolitiken.
Zweiter Teil: Theoretische Auseinandersetzung mit der Entwicklung menschlicher Gesellschaften von frühen Formen der Sippenbildung bis hin zu modernen Herrschaftssystemen.
Schlüsselwörter
Deutsche Einheit, Treuhandanstalt, Privatisierung, DDR, Deindustrialisierung, Arbeitslosigkeit, Transformation, Volksvermögen, Hartz-Reform, Sozialpolitik, Herrschaftsmodelle, Politik, Geschichte, Wirtschaftskrise, Gesellschaftsanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse des Wiedervereinigungsprozesses zwischen der DDR und der BRD sowie dessen Auswirkungen auf die ostdeutsche Bevölkerung und Wirtschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Tätigkeit der Treuhandanstalt, die Folgen für den ostdeutschen Arbeitsmarkt und die soziale Identität der Menschen sowie ein theoretischer Überblick über verschiedene historische Herrschaftsformen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die oft als einseitig empfundenen Prozesse der deutschen Einheit zu hinterfragen und Möglichkeiten für alternative Gesellschaftsmodelle zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine historische Analyse, wertet Statistiken aus und zieht Literatur sowie Zeitzeugenaussagen zur kritischen Reflexion der Ereignisse nach 1989 heran.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Treuhand-Politik, die Auswirkungen auf die Bevölkerung, das veränderte Wählerverhalten und einen breiten Exkurs in die Theorie politischer Herrschaftsformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Deutsche Einheit, Treuhandanstalt, Deindustrialisierung, Transformation und soziale Gerechtigkeit.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Treuhandanstalt?
Der Autor steht der Treuhandanstalt äußerst kritisch gegenüber und spricht von einer massiven Vernichtung von Industriebetrieben und Arbeitsplätzen durch eine forcierte Privatisierung.
Welche Rolle spielten die "Altschulden" bei der Privatisierung?
Die Übernahme dieser Schulden und die damit verbundenen finanziellen Belastungen für die Treuhandanstalt führten dazu, dass Betriebe oft unter Wert oder gar mit negativen Kaufpreisen veräußert wurden.
- Citar trabajo
- Frank Kerschowski (Autor), Quo vadis, Deutschland? Eine Analyse der Deutschen Einheit und ihrer Auswirkungen auf die Bevölkerung sowie möglicher Alternativen, auch aus historischer Sicht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1273773