Abschlussarbeit im Rahmen der Ausbildung zum Sportmentaltrainer an der Academy of Sports. Inhalt der Arbeit ist ein/e Sportler/-in, für die/den ein Trainingsplan inkl. Anamnese, Eingangsgespräch, Auftragsklärung und Zielplanung für die nächsten 12 Wochen mit einer Trainingseinheit pro Woche erstellt wird. Gegenstand der Abschlussarbeit ist die fiktive Sportlerin Sina, eine ambitionierte Golfspielerin, die vor jedem Turnier extrem aufgeregt ist und deshalb ihre Leistung im Wettkampf nicht abrufen kann. Sie bleibt jedes Mal weit hinter ihren Möglichkeiten. Mithilfe eines 3-monatigen Mentaltrainings soll diese Nervosität abgebaut werden.
Im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit eines Sportlers spielt die mentale Stärke eine immer größer werdende Rolle. Hatten Spitzensportler in den 70er, 80er Jahren zum Großteil Trainer, bzw. Coaches, die den technischen Aspekt des Sports vermittelten, kommen heutzutage immer mehr Sportmentaltrainer zum Einsatz. Spitzenleistungen ohne die richtige mentale Einstellung scheinen kaum noch möglich zu sein. Mit gezielten Techniken lassen sich die Leistungen von Sportlern spürbar verbessern. Der Ablauf eines Mentaltrainings ist dabei ähnlich dem Ablauf eines technischen, bzw. physischen Trainings.
In meinen mittlerweile 25 Jahren Praxiserfahrung als Fitness- und Ernährungstrainer habe ich oft erlebt, dass bestimmte Leistungsgrenzen oftmals mit klassischem Training oder Ernährungsumstellungen nicht zu überschreiten waren. Der psychische Aspekt ist hier unbedingt mit einzubeziehen und hat mich auch veranlasst, mich dem Mentaltraining zu widmen.
Mittlerweile ist das Mentaltraining u.a. auch in den Amateursport vorgedrungen, viele Leistungssportler wissen zu schätzen, was ein gesunder und starker Geist zu leisten vermag.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Mentaltraining im Golfsport
1.2 Definition Mentaltraining
1.3 Vorteile von Mentaltraining
2. Vorbereitung
3. Erstes Gespräch
3.1 Anamnese
3.2 Exploration
3.3 Selbstbeobachtung
3.4 Auftragsklärung
3.5 Zusammenfassung
4. Ziel-/Trainingsplanung
4.1 Zielplanung
4.2 Trainingsplanung
4.2.1 1. Woche Skalierungstechnik
4.2.2 2. Woche Lösungsfokussiertes Interview
4.2.3 3. Woche Progressive Muskelrelaxation
4.2.4 4. Woche Atementspannung
4.2.5 5. Woche Skalierungstechnik und Selbstgesprächsregulation
4.2.6 6. Woche Stärkendusche
4.2.7 7. Woche Bildüberblendung
4.2.8 8. Woche Vorstellungsregulation
4.2.9 9. Woche Moment of Excellence
4.2.10 10. Woche Praktisches Training auf dem Golfplatz
4.2.11 11. Woche Das Triple A Prinzip
4.2.12 12. Woche Analyse
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit widmet sich der Entwicklung eines 12-wöchigen Mentaltrainingsplans für eine ambitionierte Golfspielerin, die aufgrund extremer Nervosität ihr Leistungspotenzial im Wettkampf nicht abrufen kann. Ziel ist es, durch gezielte mentale Techniken die Nervosität abzubauen, das Selbstbewusstsein zu stärken und die ursprüngliche Leistungsfähigkeit der Sportlerin wiederherzustellen.
- Analyse der psychologischen Ursachen von Wettkampfangst im Golfsport.
- Erprobung verschiedener Entspannungstechniken wie der progressiven Muskelrelaxation.
- Einsatz von Visualisierung und Selbstgesprächsregulation zur Leistungssteigerung.
- Anwendung von NLP-Methoden wie dem "Moment of Excellence" zur Stabilisierung in Drucksituationen.
- Implementierung eines systematischeren Umgangs mit Niederlagen durch das Triple-A-Prinzip.
Auszug aus dem Buch
1.1 Mentaltraining im Golfsport
Gerade im Golfsport entscheidet der mentale Aspekt zu etwa 80 Prozent über Sieg oder Niederlage. In wenigen Sportarten ist die Leistungsdichte so hoch und nah beieinander, wie im Golfsport. Wer mental „auf dem Höhepunkt“ ist, hat wesentlich mehr Aussicht auf einen Sieg. Es spielt dabei keine Rolle, ob man Amateur oder Profi ist. Vor allem im Amateursport beobachte ich immer wieder Spieler, die auf der Range beim Training super Bälle schlagen und sobald sie am 1. Abschlag eines Turnieres stehen, regelrecht in sich zusammenbrechen. Sie sind technisch in der Lage zu gewinnen, aber der Kopf spielt nicht mit. Wenn ich sie frage, was sie vor dem Turnier denken, dann sind das meistens Gedanken der Angst. Sie haben Angst, den Ball in den Wald zu schlagen, sie haben Angst, einen kurzen Putt nicht zu lochen. Bei vielen beginnt das schon am Tag zuvor. Die meisten Spieler sehen oftmals lediglich in der Ausrüstung und im technischen Aspekt des Spiels die Verantwortung für ihren Misserfolg. Dem mentalen Aspekt messen sie weitestgehend kaum Bedeutung zu. Vermutlich resultiert diese Denkweise aus der kaum möglichen Messbarkeit von mentalem Training. Verschiedene Schläger mit verschieden Schäften kann man direkt messen und so einem Golfspieler sein individuell passendes Equipment empfehlen. Mentale Fähigkeiten lassen sich jedoch nicht so einfach messen und es benötigt schon fast blindes Vertrauen in einen Mentaltrainer. Auch fällt es vielen Menschen schwer, die Verantwortung für eine schlechte Leistung zu übernehmen. Die Verantwortung abzugeben, erscheint den meisten Menschen da einfacher. Arnold Palmer, einer der besten Golfer seiner Zeit sagte einmal: „90% im Golf ist mental – und die restlichen 10% ebenso.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung der mentalen Stärke im Sport und Vorstellung der fiktiven Sportlerin Sina sowie deren spezifischer Problematik.
2. Vorbereitung: Darlegung der allgemeinen Rahmenbedingungen und geplanten Phasen für den Coaching-Prozess mit der Klientin.
3. Erstes Gespräch: Detaillierte Darstellung der Anamnese, Exploration, Selbstbeobachtung und Auftragsklärung sowie Zusammenfassung der Erkenntnisse.
4. Ziel-/Trainingsplanung: Konkretisierung der Ziele nach der SMART-Formel und Vorstellung der wöchentlichen Trainings- und Mentaltechniken.
5. Fazit: Abschließende Betrachtung des Erfolgs des Mentaltrainings und Bestätigung der Notwendigkeit mentaler Fertigkeiten für den sportlichen Erfolg.
Schlüsselwörter
Mentaltraining, Golfsport, Wettkampfangst, Selbstbewusstsein, Leistungssteigerung, Stressbewältigung, Skalierungstechnik, Progressive Muskelrelaxation, Atementspannung, Selbstgesprächsregulation, Stärkendusche, Bildüberblendung, Moment of Excellence, Vorstellungsregulation, Triple A Prinzip.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Durchführung eines Mentaltrainings bei einer ambitionierten Golfspielerin, die Schwierigkeiten hat, ihre technischen Fähigkeiten aufgrund von Nervosität im Wettkampf abzurufen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Anamnese, Zielsetzung, verschiedene Entspannungsmethoden, Visualisierungstechniken sowie die Stärkung des mentalen Selbstvertrauens im Leistungssport Golf.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Nervosität der Sportlerin Sina durch ein 12-wöchiges Training systematisch abzubauen, sodass sie ihre Bestleistungen wieder abrufen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden methodische Schritte wie das lösungsfokussierte Interview, die SMAR-Formel zur Zielplanung sowie klassische Mentaltrainings-Techniken aus der Sportpsychologie (z.B. nach Eberspächer oder Heimsoeth) verwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird der Prozess von der Anamnese über die wöchentliche Trainingsplanung mit spezifischen Übungen bis hin zur praktischen Erfolgsanalyse detailliert geschildert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich maßgeblich auf Begriffe wie Mentaltraining, Golfsport, Wettkampfangst, Selbstbewusstsein und die verschiedenen angewandten Regulationstechniken.
Wie wird das "Moment of Excellence" eingesetzt?
Diese NLP-Technik dient dazu, einen vergangenen erfolgreichen Moment mental zu verankern, um durch eine physische Geste dieses positive Gefühl in zukünftigen Wettkampfsituationen gezielt abrufen zu können.
Was beinhaltet das "Triple A Prinzip" zur Niederlagenbewältigung?
Das Prinzip steht für Annehmen der Niederlage, Analyse der Ursachen und Abhaken, um sich mental wieder auf die nächste anstehende Herausforderung konzentrieren zu können.
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- Sascha Herold (Author), 2022, Mentaltraining bei extremer Nervosität im Wettkampf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1273777