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Vorurteile und Feindbilder. Ein Überblick über Voraussetzungen, Entstehungshintergrund sowie Mechanismen

Titel: Vorurteile und Feindbilder. Ein Überblick über Voraussetzungen, Entstehungshintergrund sowie Mechanismen

Hausarbeit , 2004 , 20 Seiten

Autor:in: Christine Haase (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit setzt sich mit der Entstehung und Bewältigung von Vorurteilen auseinander. In einer Welt, in der sich die Beziehungen zwischen den verschiedensten ethnischen Gruppierungen mehr und mehr verdichten und ein rational geleiteter Geist die einzige Möglichkeit darstellt, seinen berechtigten Platz als eigenständiges Individuum in der Gesellschaft zu finden, rückt die Paradoxie der Vorurteile zunehmend in den Vordergrund einer jeden Diskussion.

Die unterschwellige Arbeit für den Abbau dieser Problematik kann in Medien aller Art weitgehend beobachtet werden. Die praktische Bewältigung ist jedoch ohne umfassende Reformen der Erziehungs- und Bildungsnormen kaum möglich und dies zu erwarten wäre illusionär.

Jedoch ist die Reduzierung von Vorurteilen - oder zumindest ihrer negativen Folgen für das menschliche Verhalten - für das zivilisierte Zusammenleben von existentieller Bedeutung. Das Erforschen von Vorurteilen beschäftigt viele Fachwissenschaften und die Zusammenarbeit ist unumgänglich, wenn man erkennt, wie vielfältig, vieldeutig und wirkungsvoll die Erscheinung des Vorurteils ist und man bereit ist, sich die Auswirkungen dieses Phänomens bewusst zu machen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die Vorurteilsproblematik als soziologisches Phänomen

1.1 Voraussetzungen und Wirkungen der Vorurteile in der modernen Gesellschaft nach W. Strzelewicz

1.2 soziale Bedürfnisse als Dirigenten menschlichen Handelns

2. Vorurteile als Orientierungshilfen in einer unübersichtlichen Welt

2.1 Begriffsbestimmung

2.2 zu den drei Einstellungskomponenten

2.3 Vorurteile lernen

2.4 Drei Mechanismen

2.4.1 eine Untersuchung von Rosenhahn

3. Die psychische Dynamik des Vorurteils

3.1 Vorurteile als Ventil für psychischen Binnendruck

3.1.1 psychoanalytische Grundlagen nach Sigmund Freud

4. Ein Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die soziologischen und psychologischen Grundlagen von Vorurteilen, deren Entstehung im Kindesalter sowie die Mechanismen, durch die sie als Steuerungsinstrumente menschlichen Handelns und als Mittel zur Machtsicherung fungieren.

  • Soziologische Analyse der Vorurteilskomponenten und ihrer Auswirkungen auf die Gesellschaft.
  • Untersuchung der psychologischen Entwicklungsphasen von Vorurteilen bei Kindern.
  • Analyse der psychoanalytischen Grundlagen nach Sigmund Freud in Bezug auf Vorurteilshaftigkeit.
  • Untersuchung von Machtstrukturen, Manipulation und der Rolle von Feindbildern.
  • Kritische Reflexion über Erziehung als Faktor für vorurteilsfreie Entwicklung.

Auszug aus dem Buch

2.4 Drei Mechanismen

Es gibt drei Mechanismen, die die Ursache darstellen, dass „das Objekt des Vorurteils sich scheinbar oder tatsächlich so verhält, wie das Vorurteil das will“. Der erste wäre die „Steuerung der Wahrnehmung durch das Vorurteil“, der zweite Mechanismus ist der „Charakter des Vorurteils als einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung“ (self-fullfilling-prohecy, auf die ich schon unter 1.1 eingegangen bin) und der dritte, der sehr eng mit der self-fullfilling-prophecy verbunden ist, ist die „Anpassung des Vorurteils-Objektes an das Vorurteil“. [Vgl. 4, S. 20]

Die meisten Menschen würden aus der Überzeugung ihre Hand ins Feuer legen, dass die Welt auch so ist, wie sie sie sehen. Im Alltag wird die Wahrnehmung der Wirklichkeit mit der Wirklichkeit gleichgesetzt. Man glaubt das, was man selbst gesehen hat und vergisst dabei schnell, dass die Wahrnehmung der Wirklichkeit immer schon einer subjektiven Interpretation unterzogen wurde. Im Bewusstsein des Menschen gehen Wahrnehmungselemente ein, die durch den Wahrnehmenden selbst bestimmt sind und sich aus dessen sozialen Erfahrungen und der jeweiligen Lebensgeschichte ergeben, Das Wahrnehmende Subjekt muss im Laufe seiner Entwicklung erst lernen, aus den unzähligen Sinnesreizungen die relevanten herauszufiltern, sie in einen sinnvollen Zusammenhang und in die gebildeten Kategorien einzuordnen. „Was wir sehen und wie wir etwas sehen, ist von unserem sozialgeformten Perzeptionsvermögen und unseren Perzeptionsmustern geprägt... und wird vor allem auch von unseren Bedürfnissen und Interessen geleitet.“ [Vgl. 4, S. 21]

Der dritte Mechanismus stellt lediglich eine Reaktion auf vorurteilshaftes Verhalten dar. Wenn ich mein „Terroristenbeispiel“ wieder aufgreife, kann man ihn folgendermaßen beschreiben:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Vorurteilsproblematik als soziologisches Phänomen: Dieses Kapitel thematisiert Vorurteile als gesellschaftliche Barriere und untersucht, wie soziale Identität sowie Gruppenbedürfnisse menschliches Handeln und Urteilsvermögen prägen.

2. Vorurteile als Orientierungshilfen in einer unübersichtlichen Welt: Hier werden der Begriff des Vorurteils, seine strukturellen Komponenten, der Lernprozess in der Kindheit sowie kognitive Mechanismen und Etikettierungsprozesse beleuchtet.

3. Die psychische Dynamik des Vorurteils: Das Kapitel erläutert, wie Vorurteile als Ventil für psychischen Binnendruck dienen und betrachtet dies primär auf Basis psychoanalytischer Grundlagen nach Sigmund Freud.

4. Ein Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert die Notwendigkeit, Erziehungsnormen und gesellschaftliche Strukturen so zu reformieren, dass kritische Reflexionsfähigkeit gefördert und die Entstehung von verdrängten Triebspannungen gemindert wird.

Schlüsselwörter

Vorurteile, Soziologie, Psychologie, Stereotype, Erziehungsstil, Machtverhältnisse, Psychoanalyse, Selbstbild, Gruppenidentifikation, Feindbilder, Wahrnehmung, Konditionierung, Diskriminierung, Sozialisation, Persönlichkeitsstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziologischen und psychologischen Ursprünge von Vorurteilen sowie deren Bedeutung als psychische Abwehrmechanismen und soziale Steuerungsmittel.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehung von Stereotypen in der Kindheit, psychoanalytische Erklärungsmodelle nach Freud, der Einfluss von Erziehungsstilen und die Rolle von Vorurteilen bei der Machtausübung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die dynamischen Prozesse hinter der Vorurteilsbildung aufzuzeigen und zu erörtern, wie ein bewusstes und kritisches Denken in einer Gesellschaft gefördert werden kann, um solche Barrieren abzubauen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer und psychologischer Fachliteratur unter Einbeziehung empirischer Studien, etwa zu Erziehungseinflüssen oder psychologischen Testverfahren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die soziologische Betrachtung von Vorurteilen, deren kognitive und affektive Einstellungskomponenten sowie deren psychoanalytische Fundierung als Mechanismus zur kollektiven Triebentlastung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Kernbegriff „Vorurteile“ sind Begriffe wie „Stereotype“, „Psychoanalyse“, „Machtverhältnisse“ und „Sozialisation“ zentral für das Verständnis der Argumentation.

Wie beeinflussen Erziehungsstile die Vorurteilsneigung von Kindern?

Besonders autoritäre Erziehungsstile, die durch Gehorsam und Unterdrückung von Impulsen geprägt sind, begünstigen laut den untersuchten Studien die Entwicklung von Vorurteilen, da das Kind lernt, Unsicherheit und Machtstreben durch Abgrenzung zu kompensieren.

Was besagt das Labelling-Prinzip im Kontext der Untersuchung?

Das Modell beschreibt, dass Personen durch Etikettierung in soziale Rollen gedrängt werden, was wiederum die subjektive Wahrnehmung der Gesellschaft prägt und das Verhalten der Betroffenen unbewusst an diese Erwartungen anpassen kann.

Welche Rolle spielt die sogenannte "Radfahrer-Mentalität" in den Schlussfolgerungen?

Sie beschreibt ein gesellschaftliches Muster des „nach oben Buckelns und nach unten Tretens“, bei dem Aggressionen gegenüber gesellschaftlich schwächeren Gruppen als Ventil für eigene psychische Spannungen und gesellschaftliche Unterordnung fungieren.

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Details

Titel
Vorurteile und Feindbilder. Ein Überblick über Voraussetzungen, Entstehungshintergrund sowie Mechanismen
Hochschule
Freie Universität Berlin
Autor
Christine Haase (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
20
Katalognummer
V1273785
ISBN (PDF)
9783346718723
ISBN (Buch)
9783346718730
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vorurteile feindbilder überblick voraussetzungen entstehungshintergrund mechanismen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christine Haase (Autor:in), 2004, Vorurteile und Feindbilder. Ein Überblick über Voraussetzungen, Entstehungshintergrund sowie Mechanismen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1273785
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