Im Rahmen des Seminars „Weimar und der Aufstieg des Nationalsozialismus“ werde ich mich, gemäß dem Titel meiner Arbeit, mit dem völkischen Milieu Münchens und der Gründung der National-sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei NSDAP beschäftigen. Ich werde versuchen herauszustellen, warum gerade München der ideale Nährboden war für eine Partei, die zunächst eher eine Stammtischrunde in einem Hinterzimmer eines Bierlokals war, unbedeutend und unbekannt, mit dem „Führer“ Adolf Hitler als Parteivorsitzender, jedoch in einem schwindelerregenden Tempo an die Macht strebte.
Im ersten Kapitel geht es mir um die gesellschaftlichen und milieu-typischen Zusammenhänge zwischen der Frühzeit der „Bewegung“ in München. Wie es aus diesem Brutkasten völkischer Ideen heraus zur Gründung der Thule-Gesellschaft kam, und was die Thule-Gesellschaft im Endeffekt zum Aufstieg des Nationalsozialismus beigetragen hat, werde ich im zweiten Kapitel erläutern. In Kapitel drei werde ich den rasanten Aufstieg Hitlers in der Deutschen Arbeiterpartei DAP skizzieren, und den damit gleichzeitig verbundenen Aufstieg der Partei selber darlegen. Beschließen werde ich meine Arbeit mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Das völkische Milieu – München in den letzten Jahren des Krieges
2. Keimzelle Thule-Gesellschaft
3. Von der DAP zur NSDAP – Hitlers Aufstieg
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des völkischen Milieus in München als essenziellen Nährboden für die Entstehung und den frühen Aufstieg der NSDAP. Dabei wird analysiert, wie die Thule-Gesellschaft als organisatorische und ideologische Keimzelle fungierte und Adolf Hitler in einem bereits radikalisierten Umfeld den Weg zur Macht ebnete.
- Das völkische Milieu im München der späten Kriegsjahre 1918
- Die Rolle der Thule-Gesellschaft als Sammelbecken für Nationalisten und Antisemiten
- Die Transformation der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) zur NSDAP
- Einflussfaktoren und regionale Besonderheiten Münchens für den Nationalsozialismus
Auszug aus dem Buch
1. Das völkische Milieu – München in den letzten Jahren des Krieges
Um die Geschichte des Aufstiegs der DAP von einer unbedeutenden Hinterzimmerpartei zu einer Massenpartei erster Güte nachzuvollziehen, muss man an den Anfang ihrer Geschichte zurückkehren, besser gesagt noch vor dem eigentlichen Anfang beginnen, und dieser Anfang liegt in München, genauer gesagt im München der letzten Kriegswochen des Jahres 1918.
Zur Zeit, da in Flandern die deutschen Soldaten weiterhin gegen ihre französischen, britischen und US-amerikanischen Gegner kämpften und nicht wussten, dass ihre obersten Führer eingesehen hatten, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war, tummelten sich in München, der Kunststadt, pulsierenden Metropole und Residenzstadt Bayerns etliche Gruppen, die alle eines gemeinsam hatten: Antisemitismus. Gerade nach der Oktoberevolution in Russland 1917, die neben vielen nichtjüdischen auch etliche jüdische Hauptprotagonisten (z.B. Trotzki, Sinowjew, Kamenew) hervorgebracht hatte, war man voll von Hass auf die angebliche Verbindung zwischen Judentum und Bolschewismus. Das alte Vertraute, die Monarchie, drohte zu zerbersten, wenn Juden am Werke waren, so war damals die einhellige Meinung in den verschiedenen Bünden, Zirkeln und Vereinen (wie z.B. im Hammerbund, Germanenorden, Neutempler-Orden, Guido-von-List-Gesellschaft etc.). Aus der benachbarten Donaumonarchie kamen die geistigen Väter dieser völkischen Logen und Bünde, darunter waren der Runenmystiker und Erforscher germanischer Urgeschichte Guido von List, der Ex-Mönch, Rassetheoretiker und Gründer des Ordo Novi Templi Jörg Lanz von Liebenfels.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, warum München der ideale Nährboden für die NSDAP war und skizziert das methodische Vorgehen sowie die Forschungslage.
1. Das völkische Milieu – München in den letzten Jahren des Krieges: Dieses Kapitel beschreibt das antisemitische und völkische Klima in München gegen Ende des Ersten Weltkriegs, das durch diverse Bünde und rassistische Ideologien geprägt war.
2. Keimzelle Thule-Gesellschaft: Das Kapitel analysiert die Rolle der Thule-Gesellschaft als radikales Sammelbecken, ihre Rolle bei der Niederschlagung der Räterepublik und die Verbindung zu späteren NS-Größen.
3. Von der DAP zur NSDAP – Hitlers Aufstieg: Der Prozess der Gründung der DAP durch den Arbeiterzirkel der Thule und der anschließende Aufstieg Hitlers innerhalb der Partei durch seine rednerischen Fähigkeiten werden dargelegt.
4. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass die NSDAP ohne das spezifische, durch die Thule-Gesellschaft und das Münchner Umfeld geschaffene "gemachte Bett" in dieser Form nicht entstanden wäre.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, München, Thule-Gesellschaft, NSDAP, DAP, völkisches Milieu, Antisemitismus, Rudolf von Sebottendorf, Adolf Hitler, Räterepublik, Freikorps, Rassetheorie, Okkultismus, Weimarer Republik, politische Radikalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die historischen Bedingungen und Akteure, die in München nach dem Ersten Weltkrieg zur Gründung und Etablierung der NSDAP führten.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Im Zentrum stehen die völkische Bewegung, der Einfluss antisemitischer Zirkel wie der Thule-Gesellschaft sowie die Entstehungsgeschichte der NSDAP als politische Partei.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum München als "idealer Nährboden" für die frühe nationalsozialistische Bewegung diente und welche Rolle die Thule-Gesellschaft dabei einnahm.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Forschungsliteratur, zeitgenössischen Quellen und Faksimiles basiert.
Welche Inhalte bilden den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des völkischen Milieus, die Rolle der Thule-Gesellschaft während der Räterepublik und den Aufstieg Hitlers innerhalb der DAP.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind insbesondere: Thule-Gesellschaft, völkisches Milieu, München, DAP, Antisemitismus und Radikalisierung.
Welche Bedeutung hatte die Thule-Gesellschaft für die NSDAP?
Die Thule-Gesellschaft fungierte als organisatorische und ideologische Keimzelle, aus deren Umfeld zentrale Akteure wie Hitler, Rosenberg und Hess sowie die DAP selbst hervorgingen.
Warum war München laut Autor ein "gemachtes Bett" für Hitler?
Aufgrund der spezifischen politischen Lage, der Radikalisierung durch die Räterepublik und der Dichte an völkischen Gruppen existierten bereits Strukturen, die Hitler für den Aufbau seiner Partei nutzen konnte.
Welche Rolle spielte die Ermordung Kurt Eisners für die radikalen Kreise?
Die Ermordung Eisners durch einen Gast der Thule-Gesellschaft markierte einen Wendepunkt in der Radikalisierung und stärkte das Klima der Gewalt zwischen völkischen Gruppen und den Räte-Revolutionären.
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- Christian Pötsch (Author), 2007, Das völkische Milieu. Zur Gründung der NSDAP, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127402