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Das kulturelle Überläufertum in den Kolonien Englands und Frankreichs

Title: Das kulturelle Überläufertum in den Kolonien Englands und Frankreichs

Term Paper , 2005 , 16 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Julia Dagmar Didie (Author)

Cultural Studies - Basics and Definitions
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Das Thema meiner Arbeit ist das kulturelle Überläufertum in den eroberten Gebieten Amerikas. Als kulturelle Überläufer bezeichnet man Personen, die in eine fremde Kultur wechseln und dabei Sprache, sowie Sitten und Gewohnheiten übernehmen. Im Verlauf der Arbeit werde ich mich auf die Kolonien Frankreichs und Englands beschränken. Es sollen die Unterschiede aufgezeigt werden, mit denen die beiden Nationen die verschiedenen Gebiete eroberten und besetzten. Aber auch die Verschiedenheit im Umgang mit kulturellen Überläufern soll zum Ausdruck gebracht werden, sowie das gesamte Verhalten gegenüber der indigenen Bevölkerung. Zu diesem Verhalten gehören die variierenden Bezeichnungen die beide Länder fanden um kulturelle Überläufer zu benennen. Diese sollen von ihrem Ursprung her erläutert und anhand kurzer Beispiele verdeutlicht werden. Außerdem spielen die Beweggründe, die zu kulturellem Überläufertum führten, eine wichtige Rolle in den Gesellschaftsbildern der damaligen Zeit, auch wenn diese unterschiedlich geprägt waren. Jedoch wird nicht nur die europäische Seite, sondern auch die der Indianer und ihrer Haltung gegenüber Fremden thematisiert werden.
Es bestanden allerdings zwischen den beiden Staaten nicht nur Gegensätze und Unterschiede. Unter anderem gibt es auch Gemeinsamkeiten aufzuzeigen, die sich in ganz Europa und darüber hinaus wieder finden lassen. Diese Prozesse werden in der Arbeit benannt und an verschiedenen Stellen wieder aufgegriffen um ihre Bedeutung deutlicher werden zu lassen oder sie näher zu bestimmen.
Im letzten Teil der Arbeit werden schließlich persönliche Schicksale einzelner Vertreter der jeweiligen Kultur kurz vorgestellt um die vorher ausgeführten Sachverhalte zu unterstützen.
Am Ende soll auf die Frage, ob es kulturelles Überläufertum überhaupt gibt, eine Antwort gefunden werden. Diese Frage wird von Trenk in einem seiner Aufsätze angeregt, indem er den Autor Bruce Trigger zitiert, der davon ausgeht, dass kulturelles Überläufertum. in diesem Sinne, nicht stattgefunden hätte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Neu-Frankreich und Neu-England

1.1 Der Franco-Amerikanische Weg der Eroberung der Neuen Welt

1.2 Der angloamerikanische Weg der Eroberung der Neuen Welt

1.3 Gemeinsamkeiten im Umgang mit kulturellen Überläufern

2. Drei verschiedene Arten von Überläufern

2.1 „Les Francois Sauvages“

2.2 „White Captives“

2.3 „Renegades“

3. Beweggründe für die Leichtigkeit der Anpassung an die indianische Kultur

4. Beispiele persönlicher Schicksale kultureller Überläufer beider Seiten

4.1 Persönliche Schicksale kultureller Überläufer in die indianische Kultur

4.1.1 Etienne Brulés (1592-1633)

4.1.2 Baron de Saint-Castin (1652-1707)

4.2 Persönliche Schicksale kultureller Überläufer in die europäische Kultur

4.2.1 Enoe-Will (Indianerhäuptling)

4.2.2 Pocahontas ( ca.1595-ca.1617)

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des kulturellen Überläufertums in den nordamerikanischen Kolonien während des 17. Jahrhunderts. Im Zentrum steht die Analyse der unterschiedlichen Eroberungsstrategien Frankreichs und Englands sowie deren Einfluss auf die Bereitschaft der Siedler, sich der Lebensweise der indigenen Bevölkerung anzupassen oder in deren Gemeinschaften überzugehen.

  • Vergleich der kolonialen Eroberungsmethoden von Frankreich und England.
  • Typisierung der kulturellen Überläufer (u.a. „Les Francois Sauvages“, „White Captives“).
  • Analyse der soziokulturellen Beweggründe für eine kulturelle Identitätsänderung.
  • Betrachtung von Fallbeispielen wie Etienne Brulé, Baron de Saint-Castin und Pocahontas.
  • Diskussion über Transkulturalisation und die Ausbildung von Doppelidentitäten.

Auszug aus dem Buch

1.1 Der Franco-Amerikanische Weg der Eroberung der Neuen Welt

Der Entdecker Kanadas war der Franzose Jacques Cartier. Er entdeckte 1541 das spätere Neu-Frankreich. Ab dem 17. Jahrhundert beabsichtigen die Franzosen in der Neuen Welt Handel zu treiben und ein Imperium aufzubauen. Auch die Missionierung gehörte zu ihren Absichten. Das Kerngebiet, welches sie besiedelten lag am Sankt-Lorenz Strom. Auswanderung und Handel wurden von der französischen Krone unterstützt, sowie kontrolliert. Beispielsweise lagen unter Colbert strategische und merkantilistische Ausrichtungen im Vordergrund, sowie die Einrichtung militärischer Stützpunkte.

Jedoch hatten den meisten Anteil an der Besiedlung der Neuen Welt die Handelskompanien, die von der Krone autorisiert, am immer stärker werdenden Pelzhandel teilnahmen. Im Gegenzug hatten diese Handelsgesellschaften Verpflichtungen einzuhalten. Einerseits war dies die Beförderung von Siedlern und Mitgliedern des Klerus zur Unterstützung der vom Staat geförderten Auswanderungsprogramme. Andererseits hatten sie die Aufgabe innerhalb der Siedlungen für die Aufrechterhaltung von Justiz und Verwaltung zu sorgen. Der Pelzhandel wurde zur Säule der Wirtschaft in Amerika und verlangte einen guten Kontakt zur einheimischen Bevölkerung. Mit der Zeit hatte sich eine Schicht von Pelzjägern herausgebildet, die in engem Kontakt mit den Indianern stand und nicht selten auch ihre Lebensweise übernahm.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Neu-Frankreich und Neu-England: Dieses Kapitel vergleicht die gegensätzlichen kolonialen Strategien und den unterschiedlichen Umgang mit kulturellen Kontakten in den französischen und englischen Siedlungsgebieten.

2. Drei verschiedene Arten von Überläufern: Hier werden spezifische Typen von kulturellen Überläufern definiert, basierend auf den historischen Begrifflichkeiten und den Hintergründen ihres Übertritts.

3. Beweggründe für die Leichtigkeit der Anpassung an die indianische Kultur: Das Kapitel beleuchtet soziokulturelle und psychologische Faktoren, die eine Integration in die indianische Lebensweise für europäische Siedler attraktiv machten.

4. Beispiele persönlicher Schicksale kultureller Überläufer beider Seiten: Anhand konkreter historischer Persönlichkeiten werden die individuellen Prozesse der Transkulturalisation sowie die Reaktionen der jeweiligen Gesellschaften veranschaulicht.

Schlüsselwörter

Kulturelles Überläufertum, Neu-Frankreich, Neu-England, Transkulturalisation, Coureurs de bois, White Captives, Indianisierung, Kolonialgeschichte, Doppelidentität, Pelzhandel, Missionierung, Etienne Brulé, Pocahontas.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert das Phänomen des kulturellen Überläufertums in den nordamerikanischen Kolonien des 17. Jahrhunderts und vergleicht dabei die unterschiedlichen Ansätze Frankreichs und Englands.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen koloniale Eroberungsstrategien, die Interaktion mit der Urbevölkerung, verschiedene Typen von Überläufern und den Prozess der Transkulturalisation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, warum und unter welchen Bedingungen Europäer ihre eigene Kultur verließen und sich der Lebensweise der Indianer anpassten.

Welche methodische Herangehensweise wird verfolgt?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Auswertung von Fallbeispielen beruht.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in den Ländervergleich, die Klassifizierung der Überläufertypen und die Analyse biographischer Schicksale zur Illustration theoretischer Konzepte.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Transkulturalisation, Indianisierung, Coureurs de bois und koloniale Identitätskonflikte.

Welche Rolle spielten die "Coureurs de bois" bei der kulturellen Annäherung?

Als Waldläufer waren sie durch ihre Rolle im Pelzhandel eng mit den Indianern vernetzt, wodurch sie die ersten Brücken zur indigenen Kultur schlugen und teilweise vollständig dorthin überwechselten.

Wie unterschied sich die Sichtweise der englischen Puritaner von der der Franzosen?

Während in Neu-Frankreich eine gewisse Offenheit gegenüber der indianischen Lebensweise herrschte, lehnten die Puritaner in Neu-England eine Vermischung der Rassen strikt als Sünde ab und sahen Überläufer als Verräter.

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Details

Title
Das kulturelle Überläufertum in den Kolonien Englands und Frankreichs
College
Saarland University
Course
Proseminar der FNZ zu Interkulturellen Geschlechterbeziehungen
Grade
1,5
Author
Julia Dagmar Didie (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V127410
ISBN (eBook)
9783640350841
ISBN (Book)
9783640350681
Language
German
Tags
Kolonien Englands Frankreichs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Dagmar Didie (Author), 2005, Das kulturelle Überläufertum in den Kolonien Englands und Frankreichs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127410
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