Diese Hausarbeit setzt sich mit dem Zeitverständnis von Aurelius Augustinus auseinander und vergleicht dieses mit anderen.
Für viele ist die Zeit einfach nur die Uhr, etwas wonach man seinen Tag regelt und woran man sich orientiert. Es gibt zahlreiche Sprichwörter über die Zeit, wie zum Beispiel: „Zeit ist Geld“ oder „Die Zeit rennt“. Man stellt sich die Frage, wie viel Zeit einem noch bleibt und behält im Hinterkopf, dass man nur eine bestimmte Zeit hat, bevor man schließlich stirbt.
In der christlichen Religion werden der Wunsch und der Glaube an das ewige Leben geäußert. Doch ist dies mit der Zeit vereinbar und wie definiert man die Zeit wirklich? Hat Gott die Zeit erschaffen, oder war sie bereits vor Gott da? Diese und weitere Fragen werden im Laufe der Hausarbeit geklärt. Als Hauptfrage wird beantwortet, in welchem Verhältnis Gott, die Zeit und die Menschen zueinanderstehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Der allgemeine Zeitbegriff
2.1 Zeit aus der Sicht Augustinus
2.1.1 Zeitverständnis
2.2.2 Zeit in der Schöpfung
2.3. Zeit aus der Sicht anderer Theologen
2.3.1 Zeit aus der Sicht Georg Pichts
2.3.2 Zeit aus der Sicht Karl Barths
2.4 Zeitvergleich aus der naturwissenschaftlich-philosophischen Sicht
2.4.1 Platons und Aristoteles
3. Schluss
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das Zeitverständnis des Aurelius Augustinus und setzt dieses in den Kontext verschiedener theologischer sowie naturwissenschaftlich-philosophischer Perspektiven. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, in welchem Verhältnis Gott, die Zeit und die Menschen zueinanderstehen.
- Augustinus’ Unterteilung der Zeit in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
- Die christliche Schöpfungsthematik und das Verhältnis von Gott zur Zeit
- Vergleichende Analyse mit den Theorien von Georg Picht und Karl Barth
- Naturwissenschaftliche und philosophische Zeitkonzepte von Platon, Aristoteles und Isaac Newton
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Zeitverständnis
Es gibt kein Wort, mit dem man die Zeit umschreiben könnte, da eigentlich jeder weiß, was man meint, wenn man nach der Zeit fragt. Es ist etwas, das vorübergeht, was gegenwärtig ist und worüber man diskutieren kann. Man macht sich sorgen über die Zukunft, ohne zu wissen, was in der Zukunft passieren wird. Das Einzige, was man weiß, ist, dass jeder nur eine bestimmte Zeit hat, bis man schließlich stirbt. Augustinus unterteilt die Zeit in die „vergangene“-, die „gegenwärtige“- und die „künftige“ Zeit (Augustinus 1985, S.299). Er stellt die Frage nach der Existenz dieser Zeiten, da die Vergangenheit nicht mehr existiert und es die Zukunft noch nicht gibt. Somit ist die Gegenwart das Einzige, was bleibt. Da sie aber in keine Zeit übergehen kann, ist sie demnach eher ewig. Sie muss somit, um überhaupt zu existieren, mit einer anderen Zeitform verknüpft sein. Da jedoch weder die Vergangenheit noch die Zukunft existiert, kann es die Gegenwart streng genommen auch nicht geben, da sie nur durch nichtexistierende Zeit entsteht(Vgl. Augustinus 1985, S.300).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Zeitverständnisses bei Augustinus und Darlegung der zentralen Forschungsfrage zum Verhältnis von Gott, Zeit und Mensch.
2. Hauptteil: Detaillierte Analyse des Zeitbegriffs, beginnend bei Augustinus' Lehre über die existenzielle Verknüpfung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, sowie die Betrachtung der Schöpfung.
2.1 Der allgemeine Zeitbegriff: Definition der Zeit als laufendes, fließendes Geschehen aus verschiedenen linguistischen und theologischen Perspektiven.
2.1 Zeit aus der Sicht Augustinus: Untersuchung der augustinischen Zeitphilosophie und der Frage nach der Messbarkeit von Zeit.
2.1.1 Zeitverständnis: Erörterung wie Augustinus die drei Zeitformen im menschlichen Gedächtnis und Bewusstsein vereint.
2.2.2 Zeit in der Schöpfung: Auseinandersetzung mit der Frage nach der Zeitlichkeit vor der Schöpfung und der Rolle Gottes als Schöpfer der Zeit.
2.3. Zeit aus der Sicht anderer Theologen: Vergleich der augustinischen Sicht mit modernen theologischen Auffassungen.
2.3.1 Zeit aus der Sicht Georg Pichts: Darstellung von Pichts Theorie, dass vergangene Taten in ihren Wirkungen stets gegenwärtig bleiben.
2.3.2 Zeit aus der Sicht Karl Barths: Betrachtung der Zeit als "erfüllte Zeit" und Lebensgrenze im Kontext der Offenbarung in Jesus Christus.
2.4 Zeitvergleich aus der naturwissenschaftlich-philosophischen Sicht: Gegenüberstellung theologischer Ansätze mit physikalischen Raum-Zeit-Modellen.
2.4.1 Platons und Aristoteles: Analyse antiker Zeitkonzepte und deren Einfluss auf das Verständnis von Bewegung und Zeitmaß.
3. Schluss: Zusammenfassung der Erkenntnisse und persönliche Reflexion des Autors zur Rolle des Menschen innerhalb der von Gott gegebenen Zeit.
Schlüsselwörter
Augustinus, Zeitverständnis, Zeitphilosophie, Schöpfung, Gott, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Georg Picht, Karl Barth, Ewigkeit, Zeitmessung, Existenz, Theologie, Antike Philosophie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich des Zeitverständnisses des Kirchenlehrers Aurelius Augustinus im Kontext theologischer und philosophischer Debatten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Augustinische Zeitmetaphysik, die christliche Schöpfungslehre, die Messbarkeit von Zeit sowie vergleichende Perspektiven aus der Philosophie und modernen Theologie.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es zu klären, in welchem Verhältnis Gott, die Zeit und die Menschen zueinanderstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Literaturarbeit, die Primärtexte von Augustinus mit Sekundärliteratur zu theologischen und philosophischen Zeitbegriffen analysiert und vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Definition des Zeitbegriffs, eine tiefgehende Exegese des augustinischen Zeitdenkens, Diskussionen zur Schöpfung sowie Vergleiche mit Denkern wie Georg Picht, Karl Barth, Platon und Aristoteles.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Zeitphilosophie, Zeitverständnis, Schöpfungstheologie, Existenz der Zeit und das Verhältnis von Endlichkeit zu Ewigkeit.
Wie erklärt Augustinus die Existenz von Vergangenheit und Zukunft?
Augustinus löst das Problem der Nichtexistenz von Vergangenheit und Zukunft durch deren Verankerung in der Gegenwart: Vergangenheit als Gedächtnis und Zukunft als Erwartung.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von Karl Barth von der Augustinus'?
Während Augustinus Zeit in Zeitformen analysiert, betrachtet Barth die Zeit primär als eine durch Jesus Christus "erfüllte" Lebensgrenze des Menschen.
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- Tim Gilbrich (Autor:in), 2019, Das Zeitverständnis Augustinus´ im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1274215