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Wie die küneginne einander schulten - Zum sogenannten Königinnenstreit in der 14. Aventiure des ‚Nibelungenliedes‘

Title: Wie die küneginne einander schulten - Zum sogenannten Königinnenstreit in der 14. Aventiure  des ‚Nibelungenliedes‘

Examination Thesis , 2009 , 67 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sonja Filip (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Das ‚Nibelungenlied‘ als bedeutendes Werk der mittelhochdeutschen Heldenepik1 ist sicherlich in vielerlei Hinsicht eine nähere Betrachtung wert. Verschafft man sich jedoch einen groben Überblick über die Fülle der Forschungsliteratur, so fällt auf, dass immer wieder der 14. Aventiure – Wie die küneginne einander schulten – besondere Aufmerksamkeit gilt. Im dort dargestellten ‚Königinnenstreit‘ wird früher Angelegtes zusammengeführt und seine Bedeutung für den weiteren Verlauf des Werkes gezeigt. Der Begriff des Streits wird hier mit E. Weigand verwendet, die darauf verweist, dass Streit hier nicht als Streit um ein Objekt oder als wissenschaftlicher Streit zu verstehen ist, sondern als Beziehungsstreit, ausgehend von einem Dissens über Werte, Normen und Einstellungen.
Innerhalb der Brünhildfabel der nordischen wie der deutschen Überlieferung gilt der Streit der Königinnen als die Szene, in der alle Denkmäler im wesentlichen Kern übereinstimmen. Sind die vorangegangenen Ereignisse wie beispielsweise Gunthers Werbung um Brünhild in den einzelnen deutschen und nordischen Überlieferungen unterschiedlich dargestellt, so stellt der ‚Königinnenstreit‘ die allen gemeinsame Konstante dar. In dieser Arbeit soll der Zank der Königinnen, der bereits zu Beginn des Werkes durch die Vorausdeutung si stúrben sît jǽmerlîche von zweier edeln frouwen nît (Str. 6,4) präsent ist, näher untersucht werden.
Dem Umfang dieser Examensarbeit entsprechend soll ein Überblick gegeben werden, der einzelne Punkte skizzieren, jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann. Zunächst wird die Stellung der prominenten Schlüsselszene des ‚Nibelungenliedes‘ im Gesamtwerk erörtert, ist doch die Senna als Höhe- und Wendepunkt des ersten Teils des ‚Nibelungenliedes‘ anzusehen. Ausführlich soll hier auf die bereits vorher angelegten Grundlagen des Streits eingegangen werden, nämlich die Brautwerbung Gunthers auf Isenstein, die durch die Hilfe Siegfrieds mit dem Betrug an Brünhild einhergeht, sowie auf die misslungene Hochzeitsnacht der frisch Vermählten, in der Gunther von Brünhild abgewiesen wird, was zu einem erneuten Eingreifen Siegfrieds und damit einem erneuten Betrug der beiden Männer an Brünhild führt. Außerdem soll der ‚Königinnenstreit‘ in seinem Aufbau und in seiner Funktion für das ‚Nibelungenlied‘ als Ganzes untersucht werden. Abschließend wird noch die Frage der Schuld zu betrachten sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einführende Bemerkungen

II. Zur Textgrundlage dieser Arbeit

III. Vorgeschichte und Grundlagen des Streits

Exkurs: Zum Geschehen in der Kemenate Gunthers und Brünhilds

IV. Analyse des Streits

1. Die Tage vor dem Streit

2. Beim Turnier

3. Vor dem Münster

a) Vor dem Gottesdienst

b) Nach dem Gottesdienst

c) Der Eid

V. Zu den Folgen des Streits

VI. Zur Funktion des Streits im Gesamtwerk

VII. Zur Frage der Schuld

1. Kriemhild und Brünhild

2. Gunther und Siegfried

VIII. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den sogenannten Königinnenstreit in der 14. Aventiure des Nibelungenliedes, um dessen zentrale Stellung als Höhe- und Wendepunkt des ersten Teils zu ergründen und die daraus resultierenden Konsequenzen für den weiteren Handlungsverlauf des Epos aufzuzeigen.

  • Analyse der Vorgeschichte und der vertraglichen Grundlagen des Konflikts zwischen Brünhild und Kriemhild.
  • Untersuchung der strukturellen Funktion des Streits im Gesamtwerk als Bindeglied zwischen Vergangenheit und Zukunft.
  • Kritische Beleuchtung der Frage der Schuld unter Einbeziehung der Rollen von Gunther und Siegfried.
  • Diskussion der symbolischen Bedeutung von Gegenständen wie Ring und Gürtel für den Wahrheitsgehalt der Szene.

Auszug aus dem Buch

III. Vorgeschichte und Grundlagen des Streits

Will man das Misstrauen Brünhilds, das sie im Streit mit Kriemhild deutlich artikuliert, verstehen, so muss man hierzu den Blick auf vorherige Ereignisse richten.

Nachdem König Gunther, der den Wunsch hegt, eine Gemahlin zu finden, von Brünhild gehört hat, fasst er einen Plan:

Dô sprach der vogt von Rîne: «ich wil níder an den sê

hin ze Prünhilde, swie ez mir ergê.

ich wil durch ir minne wâgen mînen lîp;

den wil ich verliesen, sine wérdé mîn wîp.» (Str. 329)

Zwar rät Siegfried, der sich zu dem Zeitpunkt am Wormser Hof aufhält, ihm aufgrund des vreisliche[n] sit (Str. 330,2) Brünhilds ab, wobei die Voraussetzungen von Siegfrieds Wissen über Brünhild hier unklar bleiben. Doch Gunther bittet ihn explizit um Hilfe: wil du mir helfen. edel Sîvrit, / wérben die mínneclîchen? (Str. 332,1f.). Siegfried, der ausschließlich wegen Kriemhild, der Schwester Gunthers, nach Worms gekommen war, willigt ein, wenn er für die Erfüllung dieser Aufgabe Kriemhild zur Frau bekommt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einführende Bemerkungen: Einleitende Bestimmung des Königinnenstreits als Schlüsselszene und Beziehungsstreit innerhalb des Nibelungenliedes.

II. Zur Textgrundlage dieser Arbeit: Reflexion über die Auswahl der Editionen und die Bedeutung der Handschriften B und C für die Interpretation des Epos.

III. Vorgeschichte und Grundlagen des Streits: Untersuchung der Ereignisse um die Brautwerbung Gunthers und die für den späteren Streit fundamentale Standeslüge.

IV. Analyse des Streits: Detaillierte Untersuchung des Turniergeschehens, des Streits vor dem Münster und der nachfolgenden Rechtshandlungen.

V. Zu den Folgen des Streits: Erörterung der dauerhaften Entzweiung der beiden Frauen und des Racheimpetus, der zum Mordplan führt.

VI. Zur Funktion des Streits im Gesamtwerk: Einordnung der 14. Aventiure als entscheidender Wendepunkt, der die Katastrophe des Untergangs einleitet.

VII. Zur Frage der Schuld: Reflexion über die Mitschuld der Protagonisten und die Rolle des Nicht-Wissens bzw. der Täuschung im Konflikt.

VIII. Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Vorschläge für weitere Forschungsansätze, insbesondere hinsichtlich geschlechterspezifischer Rollenbilder.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, Königinnenstreit, Brünhild, Kriemhild, Gunther, Siegfried, Schuldfrage, Standeslüge, 14. Aventiure, höfische Ordnung, Machtanspruch, Schuld, Ehre, Vertragsbruch, Mittelalter

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den berühmten Königinnenstreit im Nibelungenlied als zentralen Wendepunkt, der den tragischen Untergang der Nibelungen maßgeblich einleitet.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Untersuchung konzentriert sich auf machtpolitische Aspekte, den höfischen Ehrenkodex, die sozialen Rollenbilder der Frauen und das Spannungsfeld zwischen Schein und Sein.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Streit nicht nur als private Auseinandersetzung zu verstehen, sondern als systemimmanenten Konflikt aufzudecken, der aus den vorangegangenen Täuschungen resultiert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär textnah operiert und den Forschungsstand zur Nibelungendichtung einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die dramaturgische Abfolge des Streits – vom Turnier über die Szene am Münster bis hin zur Rechtshandlung des Eids – und beleuchtet die Motivationen der Akteure.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Macht, Ehre, Standeslüge, Schuld und die symbolische Aufladung von Objekten wie Ring und Gürtel.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des „eigenman“-Begriffs?

Die Autorin sieht darin einen zentralen ständischen Vorwurf Brünhilds, der den Kern der sozialen Deklassierung Siegfrieds und damit auch seiner Frau Kriemhild trifft.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit zum Streit der Königinnen?

Die Arbeit schließt, dass der Streit aufgrund unvereinbarer Realitätsvorstellungen und der durch die Männer geschaffenen täuschenden Voraussetzungen zwangsläufig in der Katastrophe enden musste.

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Details

Title
Wie die küneginne einander schulten - Zum sogenannten Königinnenstreit in der 14. Aventiure des ‚Nibelungenliedes‘
College
University of Heidelberg
Grade
1,0
Author
Sonja Filip (Author)
Publication Year
2009
Pages
67
Catalog Number
V127422
ISBN (eBook)
9783640341689
ISBN (Book)
9783640341665
Language
German
Tags
das nibelungenlied siegfried kriemhild gunther brünhild königinnenstreit 14. aventiure mittelalter minne Thema Das Nibelungenlied
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sonja Filip (Author), 2009, Wie die küneginne einander schulten - Zum sogenannten Königinnenstreit in der 14. Aventiure des ‚Nibelungenliedes‘, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127422
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