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Selbstorganisation nach Probst

Titel: Selbstorganisation nach Probst

Hausarbeit , 2022 , 28 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Marius Utz (Autor:in)

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht die praktische Bedeutung des Konzepts der Selbstorganisation von Probst.

Für Unternehmen ist die Orientierung nach Ordnung und Sinn zum größten Unsicherheitsfaktor der Umwelt im Zeitalter der Digitalisierung geworden. Aus dieser Umweltkomplexität heraus kreieren Unternehmen spontane informelle Ordnungen, die sich in der emergenten Eigenschaft von Systemen nach Probst widerspiegelt: der Selbstorganisation.

Dieses Merkmal tritt als emergentes Phänomen in Gruppierungen auf. Die bis heute vertretenen klassischen Führungsverständnisse sind jedoch nicht in der Lage, die informelle Organisationsstruktur der Selbstorganisation als wünschenswerten Umstand erfolgreich im Führen von Teams einzusetzen.

Folgende Fragen werden beantwortet:
1. Wie konstituiert sich das Phänomen der Selbstorganisation und wie findet es in sozialen Systemen statt?
2. Inwieweit ist ein Transfer auf aktuelle Management, Führungs- und Organisationskonzepte möglich – welche Wirkung hat das Metakonzept der Selbstorganisation auf die Führungswelt?

Das Ziel dieser Arbeit ist die Bewertung des Konzepts der Selbstorganisation nach Probst (1987) als maßgebliche Theorie im Umgang mit humanen sozialen Systemen und dessen einschneidende Bedeutung für Führungs- und Organisationskonzepte in der Praxis. Als Modalziel ist im theoretischen Konzept von Probst der Grundstein des konstruktivistischen Paradigmas zu nennen. Der Konstruktivismus ist die epistemologische und ontologische Basis der Selbstorganisation, alle weiteren Konzepte basieren auf diesem Paradigma.

In der vorliegenden Arbeit werden zunächst grundlegende Aussagen der Selbstorganisation nach Probst erläutert. Die Basis bildet das konstruktivistische Paradigma der wissenschaftstheoretischen Ebene sowie das Denken in systemisch-kybernetischen Regelkreisen. Diese Sichtweisen bündeln sich in den intrinsischen Charakteristika selbstorganisierender Systeme, welche Kern der Selbstorganisation sind. Nachgelagert wird im Rahmen des ganzheitlichen GPMs auf das Phänomen der Selbstorganisation und dem erfolgreichen Führen im Umgang mit selbstorganisierten Systemen in der Praxis eingegangen.

Abschließend erfolgt die kritische Würdigung anhand der Chancen und Risiken eines konstruktivistischen Führungsverständnisses im Kontext der Selbstorganisation nach Probst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Das systemisch-konstruktivistische Paradigma und soziale Systeme

2.2 Kreislauf des systemischen und kybernetischen Denkens

2.3 Systemarten und kybernetische Modelle

2.4 Grundlagen der Selbstorganisation nach Probst

2.5 Charakteristika selbstorganisierter Systeme

3 Implikationen der Unternehmens- und Führungspraxis

3.1 Geschäftsprozessmanagement und selbstorganisierte Prozessteams

3.2 Erfolgreiches Führen im Umgang mit selbstorganisierten Teams

3.3 Chancen und Risiken eines konstruktivistischen Führungsverständnisses

4 Kritische Würdigung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit bewertet das Konzept der Selbstorganisation nach Probst (1987) als maßgebliche Theorie für den Umgang mit humanen sozialen Systemen und analysiert dessen Implikationen für moderne Führungs- und Organisationskonzepte in der Unternehmenspraxis unter Einbeziehung des Geschäftsprozessmanagements.

  • Systemisch-konstruktivistische Grundlagen sozialer Systeme
  • Die Rolle der Kybernetik zweiter Ordnung in der Führung
  • Selbstorganisation als emergentes Phänomen in GPM-Teams
  • Chancen und Risiken eines konstruktivistischen Führungsansatzes

Auszug aus dem Buch

2.5 Charakteristika selbstorganisierter Systeme

Selbstorganisation ist nach Probst (vgl. 1987, S. 76; 1991, S. 22) ein innovativer, kreativer und aktiver Vorgang mit der Fähigkeit, die „eigenen Zwecke, Ziele, Werte und Verhaltensnormen zu thematisieren und zu verändern“ (Probst et al., 1991, S. 22). Dieser Vorgang der Selbstorganisation basiert auf vier intrinsischen Charakteristika selbstorganisierter Systeme nach Probst (vgl. 1987, S. 76–84), die im Folgenden ausgeführt werden.

Komplexität ist als Hauptmerkmal eines konstruktivistischen Weltbilds zu verstehen (siehe 2.1) und ist das Produkt aus der Konnektivität und Varietät seiner Elemente. Ein Beobachter kann nicht das Ganze seiner Umwelt erfassen. In einer subjektiven Wahrnehmung konstruiert er seine Wirklichkeit. Dies impliziert eine „unvollständige Beschreibbarkeit und geringe Vorraussagbarkeit“ (ebd., S. 77), die im Konzept von Foerster ((vgl. 1984) nach (vgl. Probst, 1987, S. 77 f.)) zu Nicht-trivialen Maschinen ersichtlich ist. In diesen reagiert das System nicht nur auf Systeminputs, sondern auch auf interne Zustandsänderungen, die sich gegenseitig beeinflussen. Entsprechend der funktionalen Äquivalenz nach Luhmann (vgl. 1999, S. 84 f.) ist das Verhalten als nicht deterministisch, also Nicht-trivial anzusehen. Das Wahrnehmen solcher Systeme ist geprägt von Unsicherheit und Unbestimmbarkeit. Ein Beobachter ist in seiner Sicht beschränkt und kann nur „Mustervoraussagen“ über das Systemverhalten treffen (vgl. Probst et al., 1991, S. 22 f.). Dies spiegelt sich im Ansatz Teil und Ganzheit (siehe 2.2) wider.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Selbstorganisation in modernen Unternehmen als Antwort auf die Komplexität der Digitalisierung und leitet die Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit ab.

2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die wissenschaftstheoretische Basis der Selbstorganisation, insbesondere das systemisch-konstruktivistische Paradigma, die systemisch-kybernetischen Denkkreise und die Merkmale selbstorganisierter Systeme.

3 Implikationen der Unternehmens- und Führungspraxis: Hier wird der Transfer der theoretischen Konzepte in die Praxis des Geschäftsprozessmanagements (GPM) vollzogen und aufgezeigt, wie Führung in selbstorganisierten Teams erfolgreich gestaltet werden kann.

4 Kritische Würdigung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die theoretische Bedeutung des Konzepts für die Praxis und kritisiert den Mangel an konkreten methodischen Handlungsanweisungen.

Schlüsselwörter

Selbstorganisation, Probst, Soziale Systeme, Systemtheorie, Konstruktivismus, Kybernetik, Geschäftsprozessmanagement, Führung, Agilität, Autopoiese, Selbstreferenz, Komplexität, Redundanz, Autonomie, Change-Management.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Konzept der Selbstorganisation nach Probst und dessen praktische Anwendung sowie Bedeutung für Führungsstrukturen in modernen Unternehmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die System- und Kybernetik-Theorie, das konstruktivistische Weltbild, Geschäftsprozessmanagement (GPM) und moderne Führungskonzepte für Teams.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Bewertung von Probsts Theorie als maßgeblichen Ansatz zur Führung humaner sozialer Systeme und die Verdeutlichung der Notwendigkeit eines konstruktivistischen Führungsverständnisses.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Literaturarbeit im Kontext der Systemtheorie nach Luhmann und Probst sowie der Anwendung auf GPM-Modelle nach Schmelzer und Sesselmann.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (systemisch-konstruktivistisches Paradigma) und die Übertragung dieser Erkenntnisse auf die Führungspraxis, insbesondere bei der Arbeit mit selbstorganisierten Teams in Geschäftsprozessen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Selbstorganisation, Systemtheorie nach Probst, konstruktivistische Führung, Kybernetik II, soziale Systeme und Geschäftsprozessmanagement.

Warum ist das klassische Führungsverständnis laut Autor oft unzureichend?

Da klassische Ansätze oft monokausal und auf Fremdorganisation ausgerichtet sind, können sie die komplexen, emergenten Eigenschaften und die Autonomie selbstorganisierter sozialer Systeme nicht adäquat berücksichtigen.

Wie unterscheidet sich die Rolle einer Führungskraft im betrachteten Modell von traditionellen Ansätzen?

Die Führungskraft wird nicht mehr als externer "Gott" der Steuerung verstanden, sondern als Teil des sozialen Systems, der durch die Kontrolle der Systemgrenzen Bedingungen für Selbstorganisation und Lernen schafft.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Selbstorganisation nach Probst
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,3
Autor
Marius Utz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
28
Katalognummer
V1274259
ISBN (eBook)
9783346720689
ISBN (Buch)
9783346720696
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Selbstorganisation Probst Luhmann Konstruktivismus Kybernetik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marius Utz (Autor:in), 2022, Selbstorganisation nach Probst, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1274259
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Leseprobe aus  28  Seiten
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