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Russlands neue aggressive Außenpolitik im Russland-Georgienkonflikt 2008

Title: Russlands neue aggressive Außenpolitik im Russland-Georgienkonflikt 2008

Term Paper , 2022 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sebastian Martini (Author)

Politics - Region: Russia
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In der Presse ist seit dem Beginn des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine die russische Außenpolitik das dominierende Thema. Doch seit wann agiert Russland wieder offensiv in der Außenpolitik? Eine Folge des Zerfalls der Sowjetunion war, dass in den Zeiten des „Euroatlantismus“ die Weltordnung von der USA angeführt wurde und sich der Rechtsnachfolger Russland seine ehemalige Weltmachtstellung eingebüßt hat.

Mit Wladimir Putins Amtsantritt änderte sich die Außenpolitik und die russischen Interessen wurden nach und nach wieder in den Vordergrund gerückt. Eine Weltordnung, in der nur die USA militärisch und ökonomisch tonangebend sind, war für Russland keine Option. Seine Ziele hatte Putin 2007 auf der Münchner Sicherheitskonferenz angekündigt, auf welcher er klarmachte, dass Russland sich despektierlich behandelt fühlt und die unipolare Weltordnung kritisiert und deren Ende ankündigt.

Er kritisierte eine Welt mit nur einem Patron, in welcher nur eine Macht die Entscheidungen trifft und machte seinen Unmut über das Verhalten des Westens deutlich. Es folgte 2008 der Fünftagekrieg, welcher keinen Zweifel mehr über Russlands neue außen- und sicherheitspolitischen Ambitionen mehr lies. Mit der späteren Anerkennung Abchasiens und Südossetiens ist der Kreml dann noch ein Stück weitergegangen und zeigte, dass Russland bereit ist, seine Interessen notfalls militärisch durchzusetzen.

Über die Motive Russlands gibt es in der Literatur verschiedene Ansichten und die Autoren: innen nähern sich dabei mit verschiedenen Theorien der internationalen Beziehungen. So sieht Wippenfurth innenpolitische Faktoren, welche zu einer harten Haltung des Kremls gegenüber des Westens führen. Für Mearsheimer war der Einmarsch in Georgien eine direkte Reaktion auf den NATO-Gipfel in Bukarest 2007, in welcher durch die NATO eine rote Linie für Russland überschritten und die russische Sicherheit durch die Beitrittsperspektive Georgiens und der Ukraine bedroht wurde.

Als Forschungsfrage der vorliegenden Arbeit ergibt sich damit die Frage, warum Russland mit dem Fünf-Tage-Krieg 2008 einen Richtungswechsel hin zu einer offensiven Außenpolitik vollführt? Dabei werden die Theorien des Liberalismus nach Moravcsik und des Neorealismus nach Mearsheimer unterstützt, die möglichen Motive Russlands herausarbeiten. Diese Theorien werden im Anschluss empirisch überprüft und die Ergebnisse schließlich miteinander verglichen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Zielsetzung und Fragestellung

2. Literaturbericht

3. Überblick über den Kaukasuskonflikt

4. Theorien

4.1. Der Neorealismus nach Mearsheimer

4.2. Liberalismus nach Andrew Moravcsik

5. Empirie: Die russische Außenpolitik aus neorealistischer und liberaler Perspektive

5.1. Neorealismus nach Mearsheimer – Die NATO-Osterweiterung

5.2. Liberalismus nach Moravcsik

5.2.1. Innenpolitische Machtverteilung

5.2.2. Legitimität durch Nationalismus und Großmachtstreben

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe für den außenpolitischen Richtungswechsel Russlands hin zu einem offensiven Agieren, insbesondere im Kontext des Fünf-Tage-Krieges 2008 in Georgien, und analysiert diese unter Anwendung neorealistischer und liberaler Theorien.

  • Analyse der russischen Außenpolitik im Kontext des Fünf-Tage-Krieges 2008
  • Anwendung des Neorealismus nach Mearsheimer zur Erklärung machtpolitischer Interessen
  • Untersuchung des Liberalismus nach Moravcsik hinsichtlich innenpolitischer Machtstrukturen
  • Vergleich der theoretischen Ansätze zur Erklärung des russischen Verhaltens gegenüber der NATO und dem Westen

Auszug aus dem Buch

1. Zielsetzung und Fragestellung

In der Presse ist seit dem Beginn des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine die russische Außenpolitik das dominierende Thema. Doch seit wann agiert Russland wieder offensiv in der Außenpolitik? Eine Folge des Zerfalls der Sowjetunion war, dass in den Zeiten des „Euroatlantismus“ die Weltordnung von der USA angeführt wurde und sich der Rechtsnachfolger Russland seine ehemalige Weltmachtstellung eingebüßt hat.

Mit Wladimir Putins Amtsantritt änderte sich die Außenpolitik und die russischen Interessen wurden nach und nach wieder in den Vordergrund gerückt. Eine Weltordnung, in der nur die USA militärisch und ökonomisch tonangebend sind, war für Russland keine Option (vgl. Hartmann 2013: 174 f.). Seine Ziele hatte Putin 2007 auf der Münchner Sicherheitskonferenz angekündigt, auf welcher er klar machte, dass Russland sich despektierlich behandelt fühlt und die unipolare Weltordnung kritisiert und deren Ende ankündigt. Er kritisiert eine Welt mit nur einem Patron, in welcher nur eine Macht die Entscheidungen trifft und macht seinen Unmut über das Verhalten des Westens deutlich (vgl. Putin 2007). Es folgte 2008 der Fünftagekrieg, welcher keinen Zweifel mehr über Russlands neue außen- und sicherheitspolitischen Ambitionen mehr lies. Mit der späteren Anerkennung Abchasiens und Südossetiens ist der Kreml dann noch ein Stück weitergegangen und zeigte, dass Russland bereit ist seine Interessen notfalls militärisch durchzusetzen (vgl. Hasanov 2019: 5).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zielsetzung und Fragestellung: Das Kapitel führt in die Thematik der offensiven russischen Außenpolitik ein und formuliert die Forschungsfrage, warum Russland 2008 einen Kurswechsel vollzog.

2. Literaturbericht: Dieser Abschnitt ordnet das Forschungsthema in den bestehenden wissenschaftlichen Diskurs ein und stellt zentrale Thesen zur militärischen Interaktion in Georgien vor.

3. Überblick über den Kaukasuskonflikt: Es werden die Hintergründe der georgisch-russischen Beziehungen sowie der Verlauf des Konfliktes nach der Rosenrevolution 2003 dargestellt.

4. Theorien: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Neorealismus nach Mearsheimer und des Liberalismus nach Moravcsik, die zur Analyse herangezogen werden.

5. Empirie: Die russische Außenpolitik aus neorealistischer und liberaler Perspektive: In diesem Hauptteil werden die Theorien empirisch auf die NATO-Osterweiterung sowie auf innenpolitische Machtverhältnisse in Russland angewendet.

6. Fazit: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Erklärungskraft der beiden Theorien bezüglich des russischen außenpolitischen Verhaltens.

Schlüsselwörter

Russland, Außenpolitik, Fünf-Tage-Krieg, Georgien, Neorealismus, Mearsheimer, Liberalismus, Moravcsik, NATO-Osterweiterung, Machtpolitik, System Putin, Nationalismus, Großmachtstreben, Sicherheitspolitik, Kaukasuskonflikt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel der russischen Außenpolitik hin zu einer offensiveren Haltung, exemplarisch dargestellt am Kaukasuskonflikt 2008.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Kernpunkte sind die sicherheitspolitischen Bedenken Russlands gegenüber der NATO, die Rolle des Präsidenten innerhalb der nationalen Machtstrukturen und das Streben nach Großmachtstatus.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Motive Russlands für den außenpolitischen Kurswechsel zu identifizieren und diese wissenschaftlich durch neorealistische und liberale Theorien zu begründen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin/Der Autor nutzt eine theoriegeleitete empirische Analyse, bei der existierende Theorien der Internationalen Beziehungen auf historische Ereignisse angewendet werden.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung und eine empirische Überprüfung, in der sowohl die sicherheitspolitische Bedrohungswahrnehmung Russlands als auch innenpolitische Legitimationsstrategien betrachtet werden.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse?

Zentrale Begriffe sind der Neorealismus und Liberalismus, Machtprojektion, systemische Anarchie, staatliche Präferenzbildung sowie der Einfluss von Nationalismus auf die Außenpolitik.

Warum spielt die NATO-Osterweiterung eine so zentrale Rolle für Russland?

Aus neorealistischer Sicht wird sie als direkte sicherheitspolitische Bedrohung wahrgenommen, die Russland zwingt, präventiv zu reagieren, um eigene Existenzinteressen zu wahren.

Wie trägt der Nationalismus zur Legitimierung der Macht bei?

Nationalismus wird als Instrument genutzt, um die Bevölkerung hinter der Führung zu einen und von innenpolitischen Problemen abzulenken, während nach außen ein Bild der Stärke vermittelt wird.

Welche Bedeutung hat das System „Vertikale der Macht“ in diesem Kontext?

Es beschreibt die strikte Unterordnung staatlicher Organe und gesellschaftlicher Bereiche unter den Präsidenten, was konfrontative Außenpolitik begünstigt, da sich eine kleine Elite ohne soziale Korrektur durchsetzen kann.

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Details

Title
Russlands neue aggressive Außenpolitik im Russland-Georgienkonflikt 2008
College
University of Regensburg
Grade
1,3
Author
Sebastian Martini (Author)
Publication Year
2022
Pages
17
Catalog Number
V1274261
ISBN (PDF)
9783346720573
ISBN (Book)
9783346720580
Language
German
Tags
russland-georgienkonflikt Georgien Kaukasus Neorealismus Liberalismus Moravcsic
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Martini (Author), 2022, Russlands neue aggressive Außenpolitik im Russland-Georgienkonflikt 2008, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1274261
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